Lyssi und Eberhard unterwegs...    

Es geht wieder los. Am Donnerstag, den 24. Juni 2010, starten wir auf dem Landweg nach Singapur. Dort wollen wir den ersten Teil der Reise am 16.11.2010 beenden. Wenn alles klappt, werden wir dann am 28. Februar die Rückreise antreten und dann Mitte Juni 2011 wieder in Deutschland erwartet. Wir haben ca. 35.000 km vor uns, werden 14 Staaten bereisen und fast 20ig mal eine Grenze überschreiten. Wir hoffen, daß wir die Zeit finden regelmäßig Berichte zu schreiben und auch die Möglichkeit haben diese über das Internet in die Homepage zu stellen.

Am 24. Juni 2010 starten wir zu Hause zu unserem großen Abenteuer. Zunächst fahren wir nach Hausbay und holen die letzten Instruktionen. Ab hier begleiten uns dann am Samstag, dem 26. Juni 2 Wohnmobile aus der Schweiz bis Oberhof in Thüringen. Wir fahren über die A 61, A 48, A3 bis Limburg. Weiter geht es auf der B 49, B 29, auf die A 480. Dann geht es auf der Autobahn weiter A 5, A7, A4. Ab Gotha biegen wir auf die Landstraße ab nach Süden.  Larry, der Amerikaner kommt etwas später nach und trifft mit uns in Oberhof zusammen. Am Abend machen wir einen erholsamen Spaziergang um den Lütschestausee.

 

 

Sonntag, den 27.Juni 2010

 

AmSonntag sind wir ab 8.30 Uhr auf der Straße mit 3 Fahrzeugen im Schlepptau.Über die B 488, A 71 und A 4 kommen wir um 13.00 Uhr in Dresden an. Nachdem wir am Morgen nur 9° gehabt haben, ist es mit 25° schon ganz schön warm. Mittlerweile sind wir schon 7 Einheiten und machen uns etwas vertraut miteinander. Einige der Männer vergnügen sich mit Fußball der WM, der Rest trinkt mit mir 1 Flasche Sekt zum Willkommen. Gemeinsam lassen wir den Abend vor den Mobilen ausklingen.

 

 

Montag, 28. Juni 2010

 

Bei 23° machen wir uns gemeinsam um 10.00 Uhr auf den Weg in die Stadt. Die Straßenbahn fährt durch bis zur Semper-Oper. Das ist neu für uns. Vorbei an der Hofkirche, dem Fürstenzug kommen wir zur Frauenkirche. Ab 12 Uhr gibt es hier eine kleine Andacht mit Orgelmusik und Glockengeläut. Anschließend wird die Kirche erklärt. Hinterher nehmen wir eine kleine Mahlzeit zu uns, gehen auf den Brühlschen Terrasse spazieren, kommen zum Zwinger und gehen Kaffee trinken im Kunst-Cafe. Am Abend treffen wir uns alle im Pulverturm zum Abendessen, es gibt Spanferkel oder Haxen und, und, und. Erst um 21 Uhr sind wir wieder bei Schaffer-Mobil und genießen den Sonnenuntergang bei einem Gläschen.

 

 

Dienstag, 29. Juni 2010

 

Bereits um 7.15 Uhr bringt DHL ein Päckchen mit denrestlichen Reisepässen. Nach einem Geburtstags-Ständchen für Anneliese, entsorgen und tanken, fahren wir um 9.45 Uhr ab. Auf der A 4 bewegen wir uns zur Grenze nach Polen bei Görlitz. Um 15 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz beim Stadion in Breslau an.

Mittwoch, 30. Juni 2010   1. Tag

Bei Sonnenschein und 16° stehen wir bereits um 6 Uhr auf. Kurz nach der Abfahrt um 8 Uhr, tanken wir die Fahrzeuge voll. Wir haben bereits 23°. Nach 100 km machen wir eine Pause um dabei gleich einzukaufen. Wir fahren auf der Nr. 8 nach Osten. Immer wieder entdecken wir Storchennester mit Nachwuchs.Um 16 .00 Uhr fahren wir auf dem Campingplatz Nr. 123  ein. 1 Einheit erwartet uns schon hier. Bis alle Fahrzeuge in dem schmalen Schlauch stehen, dauert es doch einige Zeit. Nun sind wir mit 8 Einheiten komplett. Das Thermometer zeigt 29,5°, trotz der vielen Bäume, die hier stehen. Das wiederum begünstigt die Schnakenplage. Um 19.00 Uhr gibt es im  "Qesto Quello“ das Abendessen mit Sektempfang. Wie immer lassen wir den Abend in gemütlicher Runde ausklingen. Im Wohnmobil haben wir um 22 Uhr immer noch 27°. Elli, die Freundin von Alfred verabschiedet sich heute schon von uns. Sie fährt in der Frühe mit dem Zug zu ihrer Mutter. Wir hätten sie gerne mitgenommen auf diese große Tour.

Breslau-Warschau                    km   337          Gesamt:   km    1.655

 

 

Donnerstag, 1. Juli 2010    2. Tag

 

Um 7 Uhr ist Abfahrtszeit. Auf der 2 geht es immer weiter nach Osten. Schon bei der Pause um 9 Uhr haben wir 22°. Um 11 Uhr kommen wir zur Grenze in Terespol. Leider werden wir vom polnischen Grenzbeamten in die Warteschlange geschickt. Das bedeutet: 1 Stunde Wartezeit bei 27°, bis wir in die Abfertigung kommen. Hier geht die Abfertigung einigermaßen zügig voran, nur der Beamte lässt sich alle Klappen öffnen, um einen Blick hinein zu werfen. Das empfinden wir als Schikane. Einzeln werden wir über die Brücke mit Baustelle geschickt, um auf der anderen Seite vom weißrussischen Zoll kontrolliert zu werden. Das dauert endlos. Um 16.15 Uhr sind wir endlich alle fertig und können den Zollbereich geschlossen verlassen. Die Uhren müssen wir aber 1 Stunde vorstellen, sodass wir bereits 17.15 Uhr haben. Peter Grinewitsch, unser Dolmetscher für die 4 Wochen Russland erwartet uns nach der Grenze schon ungeduldig. Gemeinsam fahren wir nach Brest zum Hotel Intourist. Hier erwartet uns Nina. Sie gibt uns einen Überblick über das Programm, das unserwartet.

 

Zunächst gibt es Brot mit Salz und Wodka zum Willkommen. Anschließend fahren wir mit dem Bus durch die Stadt um einige wichtige Gebäude kennen zu lernen. Den Abschluss bildet der Besuch der Festung, als Gedenkstätte an den großen vaterländischen Krieg. Hier starben viele Soldaten auf beiden Seiten. Die Gruppe ist sehr beeindruckt von dieser Gedenkstätte: Das 100 m hohe Bajonett, der Soldatenkopf in überdimensionaler Größe, der wasserschöpfende Soldat, die Tafeln mit den Heldenstädten, sowie die Gedenktafeln der gefallenen russischen Soldaten. Auf dem Gelände befindet sich eine orthodoxe Kirche, die wieder restauriert wurde, heute aber leider schon geschlossen ist.

Warschau-Terespol-Brest     km    198/205     Gesamt:   km    1.860

 

 

Freitag,   2. Juli 2010    3. Tag

 

Um 8 Uhr fahren wir in Brest ab. Wir tanken nach 17km an der M 1 in Richtung Minsk. Das Thermometer zeigt schon 20° an. Nach 128 km machen wir 15 km vor Ivacevici eine kleine Pause. Zur Mittagszeit biegen wir auf die M 11 ab und kommen nach wenigen km zum Schloss Mir. Hier machen wir die Mittagspause und schauen uns das Schloss von außen und den Innenhof an. An der Straße kaufen wir anschließend Beeren und Pfifferlinge sehr günstig ein. Zweimal fallen Mautgebühren an - nur für Ausländer, jeweils 3 €, Rubel werden nicht angenommen. Devisenbeschaffung? Große Strecken fahren wir eingerahmt von Wald und Wiesen auf der M1. Auf der P1 fahren wir nach Minsk, biegen auf den Ring ein und fahren in Richtung Narotschsee nach Nordwesten wieder raus. Bei einem Gelände der Gewerkschaften stehen wir heute. Wir kommen um 15.40 Uhr nach 369 km dort an. Es gibt hier ein Hotel, Ferienhäuser und einen Sportplatz. Wir stehen auf einer Wiese daneben. Anne lädt uns alle zu Sekt ein. Sie feiert ihren Geburtstag nach.

Brest-Minsk                 km    369            Gesamt:   km   2.229

 

 

Samstag,   3. Juli 2010    4. Tag   Unabhängigkeitstag in Weißrussland

 

Wir haben morgens um 8 Uhr schon 18°. Um 9 Uhr holt uns Nina, unsere Führerin mit dem Busfahrer Alexander zur Stadtbesichtigung von Minsk  ab. Sie ist eine Exmitarbeiterindes Jugendreisebüros Sputnik.

Schon im 9. Jh. gründeten 3 Ostslawische Stämme imheutigen Weißrussland 3 Fürstentümer. Hierdurch entstanden die Städte Polozk und Minsk. Belarus = Weißrussland, Bela bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit. 1569 erzielten der polnische Fürst und der litauische Fürst die Einigkeit. Das Reich erstreckte sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Um 1785 hat die russische Kaiserin Katharina  Belaruss an das russische Reich angeschlossen. 1898 tagte der 1. Parteitag der sozialdemokratischen Partei in Minsk. Am 25.3.1918 wurde die unabhängige belarussische Volksrepublik ausgerufen. Heute hat Minsk 1,8 Mill. Einwohner.

 

Dank der Feierlichkeiten wird die Innenstadt heutezeitlich begrenzt geschlossen sein. So gehen wir zuerst zur Markthalle, danach zu einem Kaufhaus. Bei einer orthodoxen Kirche schauen wir uns die Krypta an. Daneben ist eine wunderschöne Holzkirche, die ohne einen einzigen Nagel gebaut wurde. Nach einiger Wartezeit dürfen wir ins Stadtzentrum zum Obelisken. Hier haben die Feierlichkeiten statt gefunden. Die Veteranen des Krieges wurden wieder einmal geehrt und mit ihren vielen Orden vorgeführt. Auch wir haben einige Schnappschüsse gemacht. Auch Stalinisten sind auf dem Platz und werden geduldet.Danach bringt uns der Bus wieder zurück zu unserem Stellplatz. Um 15.10 Uhr sind wir wieder bei unseren Wohnmobilen und machen unseinen guten Kaffee.

Am Himmel ziehen die ersten Gewitter-Wolken auf. DieMänner sitzen ab 17.00 Uhr alle beim Fußball. Das Thermometer zeigt 29° an. Ich sitze bei offener Türe im Wohnmobil und schreibe Tagebuch. Ein junges Ehepaar mit einem kleinen Kind nähert sich den Wohnmobilen. Ist das etwa Olga? Es ist Olga, unsere Patentochter aus Polozk, die wir seit 2003 unterstützen. Ich habe die junge Frau nicht wieder erkannt. Wolfgang sagt Eberhard Bescheid, damit er kommt. Ich räume derweil meine Arbeitsutensilien weg und bitte die junge Familie ins Wohnmobil. Als Eberhard kommt, geht schon ein heftiger Gewitterregen ab. Fast eine Stunde unterhalten wir uns, dann müssen wir leider mit der Gruppe zum Abendessen. Olga, Waleri und Slatka (18 Monate) werden per Anhalter zurück nach Minsk fahren.

Ab 19.00Uhr gibt es im Restaurant für die Gruppe einAbendessen. Einige russische Familien feiern mit Musik zusammen den Unabhängigkeitstag im Lokal. Für uns kommt eine Folklore-Gruppe und macht Musik (Handharmonika, Geige, Trommel, Zimbel und Gesang). Es ist ein schöner Abend, den wir vor den Mobilen ausklingen lassen. Nach der Abkühlung haben wir immer noch 18°. Später fängt es zu regnen an; es gießt in Strömen.

 

Sonntag,   4. Juli 2010    5. Tag

 

Der Regen trommelt aufs Dach, trotzdem müssen wir aufstehen. Um 6.15 Uhr haben wir erst 16°. Bis alle auf der Straße sind, wird es 8.20 Uhr. Ernst hatte sich in der Wiese festgefahren und Larry zog mit seinem Schwergewicht das andere Schwerlastmobil aus der nassen Wiese.

Nach etwa  55 km biegen wir auf die M 1 ein. Einige km vor der Grenze zu Russland machen wir noch unsere Mittagspause bei km 226. Die Grenze passieren wir bei km 278. Die Kontrolle dauert für die ganze Gruppe nur 5 Minuten, dafür zeigt das Thermometer 29°. Russische Grenzbeamte sind nicht zu sehen, Der Weißrusse sagt alles sei i.O. und schickt uns weiter.Um 15.15 Uhr kommen wir in Smolensk an, dem Erholungsheim für Kinder der Kristallschleiferei. Jetzt heißt es wieder die Uhren 1 Stunde vorstellen: 16.15 Uhr. Wir gönnen uns eine Kaffeepause, danach eine Dusche. Um 19 Uhr haben wir wieder ein Abendessen für die Gruppe. Zur Abwechslung gibt es hier mal panierten Fisch.

Minsk-Smolensk              km 352               Gesamt:    km  2.581

 

 

Montag,   5. Juli 2010    6. Tag

 

Um 8 Uhr gibt es Frühstück. Wir müssen noch bis 9 Uhr warten, da die Registrierung in unseren Pässen bis 9 Uhr erledigt werden sollte. Verspätet trifft der zuständige Mann ein und teilt uns mit, daß eine Registrierung durch ihn nicht erfolgen könne, da die Einreise nach Russland nicht abgestempelt sei. Wie auch? An der Grenze gab es keine rusischen Beamten mehr. Nichts zu machen - schließlich fahren wir um 11.20 Uhr ohne Registrierung ab. Wir bleiben die ganze Zeit auf der M 1. Die Straße ist nicht als Autobahn deklariert, sondern als Schnellstraße. Auf jeder Seite befinden sich 2 Fahrspuren, aber sie ist nicht Kreuzungsfrei. Viel Wald begleitet uns auf der Strecke. Die Mittagspause wird natürlich gekürzt, aber dafür gönnen wir der Gruppe noch eine Kaffeepause um 15.20 Uhr.Um 18.00 Uhr kommen wir nach km 373 zur Abzweigung auf den äußeren Ring von Moskau. Hier stauen wir ein klein wenig mit dem Feierabendverkehr mit. Nach 20 km, bei km 393 biegen wir nach Norden in die Stadt ab. Auf der Warschauer Chaussee fahren wir immerhin noch ca. 16 km. Dann heißt es 2 x nach rechts abbiegen und schon sind wir beim Hotel Danilovski angekommen. Aber welch ein Schock, 16 Franzosen stehen schon auf dem Platz. Aber auch wir finden jeder einen Stellplatz. Es ist 19.15 Uhr und schön warm.Um 20.00 Uhr werden wir zum Abendessen erwartet. Wir beeilen uns und sitzen nach dem Essen auch wieder im Hof zusammen. Um 23.30 Uhr zeigt das Thermometer immer noch 24° an, im Wohnmobil allerdings noch 27°.

Smolensk-Moskau             km    410            Gesamt:   km    2.991

 

 

Dienstag,   6. Juli 2010   7. Tag

 

Schon beim Aufstehen um 7.15 Uhr spüren wir die kommende Wärme des Tages. Um 9.00 Uhr steht ein Bus bereit mit der Führerin „Tatjana“. Eberhard versucht mit Peter die Registrierung zu organisieren und bleibt zurück. Zunächst bringt der Bus uns zur Lomonnossov-Universität  auf dem Sperlingsberg, so nach dem ursprünglichen Besitzer benannt. Im Hauptgebäude, dem Turm der Uni gibt es 22.000 Räume. Der Turm ist 120 m hoch und oben im Stern ist ein 9 qm großes Zimmer, das der Wetterwarte dient. Vom Sperlingsberg genießen wir den außergewöhnlichen Blick auf die Stadt, den Kreml und die Moskwa.. Große Sportstätten und eine Ski-Sprungschanze sind zu sehen. Moskau wurde erstmals 1147 genannt. Ab dem 15. Jh. war es ein kleines Fürstentum.Wir durchfahren das Botschafter-Viertel, in dem auch viele Ausländer wohnen, wohl auch wegen den Preisen für die Wohnungen.  Es gibt Wohnungen in Moskau zu kaufen mit einem qm–Preis von 12.000 – 30.000 $. Im City-Center werden gerade neue Hochhäuser gebaut. Das Höchste wird wohl um die 500 m hoch werden. Der Bus bringt uns zum großen Siegespark. Hier steht eine 141,8 m hohe Säule für 1.418 Tage Krieg. Ganz oben schwebt die Göttin des Sieges an der Säule. Außerdem ziert die Säule der Heilige Georg, der Schutzpatron für Moskau. Er ziert auch das Wappen der Stadt. Wir kommen zum Neuen Jungfrauen Kloster. Hierher hat Zar Peter I. seine 1. Frau verbannt.  Seit das Kloster vor 20 Jahren wieder aufgebaut wurde sind 20 Nonnen eingezogen. Es ist der Sitz des Metropoliten von Moskau (Kardinal). Es schließt sich ein Prominentenfriedhof an. Hier wurde Nikita Chrustchow, Boris Jelzin, bekannte Schriftsteller, Balletttänzerinnen und Schauspieler zur Ruhe gebettet. Der wunderschöne Glockenturm ist 62 m hoch. Auf der Busfahrt entlang der Moskwa sehen wir das Denkmal für Zar Peter der Große, am Ende des  20. Jh. errichtet.Wir kommen zur Erlöserkathedrale. Sie wurde 1995 bis 2000 wieder aufgebaut, nachdem die ursprüngliche Kirche abgerissen und auf diesem Gelände ein Schwimmbad gebaut wurde. Nach dem Umbruch in Russland wurde das Schwimmbad wieder entfernt und die Kirche neu aufgebaut. Alleine die Bemalung hat ca. 2 Jahre gedauert. Die goldenen Kuppeln wurden zunächst mit einer Titanschicht überzogen, bevor das Goldpulver aufgetragen wurde. Dadurch wurde nur ¼ der sonstigen Menge Goldpulver benötigt.

Mittlerweile wird es Zeit für eine Mittagspause.Tatjana wollte eigentlich noch zum roten Platz mit uns, aber alle brauchen jetzt eine Unterbrechung. Mittlerweile kommen Peter und Eberhard zu uns. Die Mittagspause verbringen wir im neuen Moskauer Einkaufszentrum, unter der Erde.Es ist alles teurer geworden, aber nicht besser.

Hinterher treffen wir uns beimDenkmal vor dem Museum.Von hier gehen wir gemeinsam zum Kreml. Wir besichtigen die 3 wichtigen Kirchen im Kreml, Maria Verkündigungskathedrale, Maria Entschlafens-Kathedrale und die Erzengel Michael-Kathedrale. Nicht zu vergessen den Glockenturm, die Schatzkammer die größte Glocke und die größte Kanone. Über 2 Stunden halten wir uns im Kreml auf. Wir haben eine Temperatur von 33°. Um 16.30 Uhr fahren wir mit der Metro zurück zum Hotel. Am Abend haben wir immer noch Temperaturen von 26 und 29°.

 

 

 Mittwoch,   7. Juli 2010    8. Tag

 

Schon beim Aufstehen haben wir 24° um 7.45 Uhr. Wir regeln heute unsere häuslichen Angelegenheiten. Erst die Buchführung, dann dieGeldkontrolle. Siegfried bekommt eine SMS zum Geburtstag. Nach 11 gehen wir noch schnell zum Einkaufen bei der Metrostation. Nach einer kleinen Mittagspause machen wir uns zusammen mit Alfred auf den Weg in die Stadt. Peter und Andrei begleiten uns bis zur Metro- sie wollen die Registrierung erledigen. Wir begeben uns zum roten Platz, vor allem zur Basiliumskathedrale. Welch ein Wunder sie ist heute für Besucher geöffnet. Wir holen uns die Eintrittskarten für 200 Rubel p. Person. Wir sind total hingerissen. Es ist ein sakrales Museum über 2 Stockwerke. Nach 1 ½ Stunden landen wir im GUM zur Kaffeepause. Erst um 16.30 Uhr wandern wir weiter zur alten Arbat. Dort suchen wir eine Buchhandlung um Kartenmaterial zu kaufen. Aber Fehlanzeige, stattdessen finden wir eine Gartenwirtschaft mit Bier aus Bayern, genauer gesagt von Weihenstephan. Das ist mal eine Pause wert. Bei 30° gehen wir um ca. 18.30 Uhr zur Metro und treten den Heimweg an. Wir sitzen draußen, bis die Männer zum Fußball schauen gehen. Das mit der Registrierung hat immernochnicht geklappt. Nun soll es aber am nächsten Tag geschehen. Peter unser Dolmetscher und Andre unser Fahrer werden in Moskau bleiben um die Sache zu erledigen. 

 

 

Donnerstag,  8. Juli 2010    9. Tag

 

Um 6.30 Uhr ist die Nacht um, 20 ° Außentemperatur. Die Abfahrt ist um 8 Uhr. Wir fahren zunächst 6 km nach Süden auf der Warschauer Chaussee, biegen nach Südost auf die Kasirskoye Chaussee oder M 4 ab. Es ist diesig und bewölkt bei 22°. Bei km 18 um 8.40 Uhr fahren wir auf den äußeren Ring. Jetzt fahren wir Nordost, ca. 32 km, dann wechseln wir auf die M 7, nach 41,5 km um 9.05 Uhr. Bei km 46 haben wir einen kleinen Stau. Es geht schleppend von Ampel zu Ampel.Um 9.40 Uhr bei km 69 machen wir eine kleine Pause.  Beim Wiederanfahren überholen uns ca. 15 italienische Wohnmobile. Nach 134 km sind wir wieder in der Natur. Bald überholen wir die Italiener an einer Tankstelle. Ein deutsches Allradfahrzeug mit der Nr. PAF-YU 403 setzt sich in Pokrov vor uns. Die Aufschrift lautet: karabenemsi auf Tour. www.benemsi.blogspot.com.Beim Tanken um 12 Uhr haben wir mal wieder eine Tankstelle erwischt mit nur 1 Säule für Diesel. Dann müssen erst die Ltr-Anzahl bezahlt werden, dann füllt der Tankwart ein.  Die Strecke zeigt wieder ein ganz normales Gesicht. Die Straße ist meist 2 spurig auf jeder Seite. Der Wald ist oft mit Birken und Tannen gemischt. Um 15.40 Uhr gönnen wir uns eine Kaffeepause. Die Einfahrt nach Nishni Novgorod ist noch ganz einfach, nur unseren Stellplatz zu finden wird schwerer. Keiner kennt unser Hotel oder die Straße in die wir wollen. Auch Susi versucht uns aus Deutschland telefonischen zu leiten, aber erfolglos. Schließlich werden wir durch Personal vom Hotel eingefangen und abgeholt. Um 18.40 Uhr nach 446 km hat die Irrfahrt ein Ende. Wir haben einen wundervollen Stellplatz hoch über dem Flüssen Oka und der Wolga. Die Aussicht auf Nishni Novgorod ist einfach schön. Das Hotel trägt keine Aufschrift, deswegen wohl auch keine Auskunft durch die Bürger der Stadt. Am Abend wird hier ganz heftig flaniert und die Aussicht genossen, nicht nur von uns. Von Stunde zu Stunde werden die Autos und Fußgänger mehr. Wo bleibt unsere Nachtruhe? Trotzdem, dass Peter und Andrei noch nicht angekommen sind, gehen wir um 0 Uhr zu Bett. Sie haben die Registrierung in Moskau noch abwarten müssen und kommen deshalb erst in der Nacht um 3 Uhr an.

Moskau-Nishni Novgorod   446 km                  Gesamt:   km    2.437

 

IMG_9260.jpg IMG_9267.jpg IMG_9296.jpg IMG_9307.jpg IMG_9310.jpg
 am Lütsche-Stausee  Frauenkirche  im Pulverturm  Begrüßungsessen in Warschau  Begrüßung in Belarus mit Brot Salz und Wodka
IMG_9326.jpg IMG_9337.jpg IMG_9353.jpg IMG_9394.jpg IMG_9401.jpg
 Mahnmal in Brest  Bauernmarkt am Straßenrand  Bauernmarkt in Minsk  General a.D.  
IMG_9402.jpg IMG_9424.jpg IMG_9429.jpg IMG_9445.jpg IMG_9465.jpg
 noch ein General  Patentochter Olga m- Familie  Folklore    Kreml Moskau
IMG_9459.jpg IMG_9499.jpg IMG_9543.jpg IMG_9545.jpg  
 Kreml  Basilium Kathedrale  Hotel in N. Novgorad  Blick ü. N. Novgorod  

 

 

Freitag,   9. Juli 2010    10. Tag

 

Um 9.15 Uhr fahren wir am Hotel ab, wählen eigentlich den direkten Weg zur M 7. Nur so wie wir gerne fahren möchten, lässt uns die Straßenführung nicht. Wir landen auf der anderen Seite des Flusses. Einige verpassen die Auffahrt zur angeblichen Schnellstraße und irren umher bis sie uns wieder gefunden haben. Die Durchfahrt durch die Stadt gestaltet sich derart schwierig, weil es keine ordentliche Beschilderung gibt. Die M 7 geht mitten durch die Stadt ohne besondere Kennzeichnung. Und dann gibt es noch überall Stau.

Um 11.20 Uhr nach 24 km erreichen wir das Ortsendevon Nishni Novgorod. Die Straßenverhältnisse sind wieder sehr unterschiedlich. Die Landschaft bringt keine Abwechslung. Wir kommen in die Republik Tatarstan. Auf der M 7 fahren wir bis nach Kazan. Nach 409 km kommen wir um 19.30 Uhr beim Hotel „Safar“ an. Es ist immer noch gut warm mit 35,5°. Bis alle stehen, Strom haben und alles geregelt ist geht es immer etwas hektisch zu. Um 20.30 Uhr gibt es das Abendessen für uns im 1. Stock des Hotels. Sehr laute Musik und eine Livesängerin verschönern uns das Essen. Dafür bleiben wir nicht so lange sitzen.

Nishni Novgorod – Kasan    km  409               Gesamt:  km  3.846

 

 

Samstag,  10. Juli 2010   11. Ta

 

Bereits 24° haben wir beim Aufstehen um 7 Uhr. Um 8.40 Uhr erwartet uns ein kleiner Bus und unsere Führerin  Alisha. Sie ist noch sehr jung und sicher eine Tatarin. Wir  überqueren den Stadtfluss Kasanka, sehen die Mauern des Kremls, bekommen berühmte Gebäude und Plätze gezeigt. Kasan zählt  1 Mill. Einwohner und wurde im Jahr 1005 von den Wolgatataren gegründet. Die Republik Tatarstan zählt zu den reichsten Regionen in Russland. Zunächst steigen wir bei der im 18. Jh. erbauten Peter und Paul Kathedrale aus und schauen uns innen die Ikonastasie an. Hier darf man sogar fotografieren.  Der nächste Spaziergang führt uns in den Kreml. Hier ist Sitz der Verwaltung der Stadt. Zur 1.000 Jahr-Feier  im Jahr 2005 wurde eine ganz neue große Moschee erbaut. Mit anderen Touristen schauen wir uns das Innere an. Außerdem gibt es auf dem Kreml-Hügel eine orthodoxe Kirche. Von dort haben wir einen sehr schönen Blick zur Kasanka, das neuerbaute Landwirtschaftsmuseum und zu unserem Hotel Safar auf der anderen Seite des Flusses.

Wir machen eine Pause in der Fußgängerzone. In der Nähe gibt es auch einen Supermarkt, in dem wir noch einkaufen können. Pünktlich um 13.00 Uhr sind wir wieder zurück am Hotel. In den Womos herrschen Saunatemperaturen von 35°. Bis das Fußballspiel im Fernsehen beginnt sitzen wir draußen bei 35°. Heute spielt Deutschland gegen Uruguay um den 3. Platz. Auch um 0.30 Uhr haben wir noch 26 im Freien und 31° im Womo.

 

 

Sonntag,  11. Juli 2010    12. Tag

 

Schon um 6.30 Uhr ist es warm, 26°. Peter Grinewitsch hat heute seinen 45. Geburtstag. Wir haben von zu Hause ein Buch über Polozk mitgebracht. Nach der Gratulationstour verlassen wir unseren Stellplatz um 8.00 Uhr. Nach 13 km verlassen wir die Stadt Kasan und wechseln bei km 18 auf die M 7. Bereits bei der Abfahrt haben wir 29°. Die Landschaft ist nicht abwechslungsreich. Es gibt abgeerntete Felder und Mischwälder. Zur Mittagspause nach 203 km um  12 Uhr zeigt das Thermometer außen 36 und innen 31°. Gleich drauf kommen wir in ein Wahnsinns Gewitter. Die Scheibenwischer verkraften die Wassermassen kaum. Das Spritzwasser des Gegenverkehrs überflutet uns beinahe. Kein Wunder, bei km 361, natürlich in einer Baustelle wird unser Auto zusehends langsamer und der Motor stirbt ab. Alle Versuche neu zu starten schlagen fehl. Was nun? Schließlich schleppt uns Wolfgang ab. Zunächst mal aus der Baustelle raus bis zu einer breiteren Stelle. Alle weiteren Versuche dem Problem beizukommen bleiben erfolglos. 16.40 – 17.05 Uhr. Also schleppt Wolfgang uns bis zu unserem Übernachtungsplatz, ein Fernfahrer – Übernachtungsplatz an der Kreuzung nach Djurtjuli. Das sind insgesamt 50 km. Die Gruppe hat sich schon etwas eingerichtet, bis wir um 18.30 Uhr dort ankommen. Zu allem Überfluss müssen die Uhren heute um 2 Stunden vorgestellt werden. Also ist es bereits 20.30 Uhr bei unserer Ankunft. Eberhard klärt inzwischen mit Mercedes durch das Telefon ab, was geschehen soll. Zum Abendessen gehen wir heute mal ins Restaurant. Peter gibt einen Wodka aus.

Es bleibt nicht aus, dass wir heute etwas später ins Bett kommen, es wird 0.55 Uhr. Auf dem Parkplatz lässt ein LKW-Fahrer sein Aggregat die ganze Nacht laufen. Aber das hören wir nicht mehr.

Kasan – Djurtjuli      km  410                   Gesamt: km   4.256

 

 

Montag,  12. Juli 2010   13. Tag

 

Ab 8.30 Uhr erwarten wir Anrufe aus Ufa usw. Der Abschleppwagen ist bereits unterwegs, wird uns gesagt, aber es dauert 2 Stunden, bis er hier sein kann. Ab 11 Uhr wird verladen. Es erweist sich als sehr schwierig unser langes Womo auf einen viel zu kurzen Transportwagen zu verladen. Unser Überhang bereitet einige Schwierigkeiten, beim Hinaufziehen. Die Laderampe ist zu steil, der Überhang zu lang. Die Männer schleppen Auffahr-Hilfen herbei und unterfüttern ohne Ende, bis das Mobil endlich oben ist. Aber das Gewicht drückt zu sehr nach hinten, unten. Jetzt laden wir unsere Getränke, die Gasflaschen und andere schwere Teile um. Das Wasser wird abgelassen und Ernst kommt um die Reifen optimal aufzupumpen. Die ganze Prozedur dauert über  2 Stunden. Um 13.15 Uhr ist endlich Abfahrt Eberhard sitzt mit im Abschleppwagen, Larry fährt hinterher, um helfen zu können, und den Transport nach hinten abzusichern.. Der Rest der Truppe geht Suppe essen, wir müssen uns stärken, nach dieser Nervenaufreibenden Aktion.

14.00 Uhr fährt die Kolonne ab: Peter, Toni, Ernst, Wolfgang, Manfred, Peter und Alfred. Lyssi fährt im letzten Auto bei Alfred mit.

Um 15.25 Uhr bei km 95 überholen wir das Transportfahrzeug. Das Womo auf dem LkKW schwankt und schaukelt. Bei km 101 beginnt schon die Stadteinfahrt. Zum 1. Mal hält die Polizei unsere Kolonne an, nur kurz dann geht es schon weiter. Mit 34° haben wir es schön warm.

Die Straßen durch die Stadt sind wellig und mit Löchern übersät. Die Straßenbahn-Schienenübergänge sind ganz besonders schlimm. Peter führt uns zur Mercedes-Werkstatt von Ufa. Hier kommen wir um 16.35 nach 116 km an. Kaum stehen wir, sehen wir schon den Transporter über die Brücke kommen. Präzise um 16.50 Uhr schwenkt er in den Hof ein. Jetzt beginnt die Prozedur des Abladens. Um 17.30 Uhr kann ich es nicht mehr mit anschauen (Lyssi) und gehe einen Kaffee trinken in der Cafeteria von Mercedes. Alfred begleitet mich. Von hier oben sehen wir, dass unser Womo um 18 Uhr in die Werkstatt geschleppt wird. Jetzt wird es auch für mich wieder interessant. Schon nach kurzer Zeit lässt sich der Wagen wieder starten, läuft aber noch nicht richtig rund. Nach 1 Stunde machen wir eine Probefahrt durch die Stadt, 8 km. Anschließend wird noch mal getestet und wir bekommen das OK. Eberhard regelt das Geldliche ca, 200 € für den Transport und ca 50 € für die Reparatur. Ob es die Nässe war oder schlechtesrBDiesel, kann nicht klar festgestellt werden. Aber Hauptsache ist für uns, das Auto läuft wieder. Dieses Erlebnis wird allen lange in Erinnerung bleiben.

Wir übernachten heute alle auf dem Hof von Mercedes. Auch dies ist in Westeuropa nicht unbedingt möglich. Mercedes öffnet für uns sogar eine Toilette und versorgt uns am nächsten Tag noch mit frischem Trinkwasser. I

Trotz Straßenlärm schlafen wir recht gut.

Djurtjuli – Ufa:  km 116 + 9                     Gesamt:  km    4.381

 

 

Dienstag,  13. Juli 2010   14. Tag

 

Wir stehen rechtzeitig auf, damit wir um 8.00 Uhr abfahren können. Ein leichter Regen in der Nacht hat etwas Abkühlung gebracht, wir haben nur 20°. Wir wursteln uns durch die Stadt, immer in Richtung  der M 5. Nach 25 km und ¾ Std. Fahrzeit wechseln wir auf die M 5 und fahren nach Chelyabinsk. Nach dem Tanken um 9.00 – 9.20 Uhr wird die Ebene durch kleine Hügel unterbrochen. Mehr Birkenwälder tauchen auf. Wir nähern uns dem Ural.Um 10.45 Uhr nach 122 km staut es vor der Stadt Sim wegen Bauarbeiten an einer Brücke über den Fluss Sim. Die Stadt Sim liegt in einem weiten Tal, umringt von Hügeln. Hier biegen wir rechts ab, um ein Lebensmittelgeschäft zu finden. Wir haben Glück und finden es gleich an der Einfahrt zur Stadt.

Die Hügel, die jetzt auftauchen werden immer höher und die Waldgebiete größer.  Manchmal haben wir eine ganz neue Straße und dann mal wieder total gefurchte und in Wellen gelegte Fahrbahnen zu bewältigen. Wir kommen auf eine Höhe von 818 m. Bei km-Stein 1755 ist die Grenze von Europa nach Asien. Hier halten wir kurz an, um die obligatorischen Fotos zu machen. Es ist regnerisch und hat nur noch 16°.

Bei km-Stein 1779 nach 310 km biegen wir nach Miass ab. Wir durchfahren die Stadt und landen nach unserer Wegbeschreibung prompt bei einem Platz, der nun nicht mehr angefahren wird. Jetzt heißt es findig sein, um den neuen Standort zu finden. Mit vereinten Kräften und vielem Fragen schaffen wir es, um 17.30 Uhr am Pensionat Turgojak anzukommen. Anne gibt 1 Flasche Sekt aus, weil wir nun in Asien angekommen sind.

Um 20.00 Uhr gibt es Abendessen im Restaurant des Pensionats, gleich neben dem Speisesaal für die Kinder, die sich hier in den Ferien befinden. Das ungemütliche Wetter vertreibt uns in die Wohnmobile. Der Abend gehört dem Computer.

Ufa – Miass/Turgojak   km   342                  Gesamt:   4.723 km

 

 

Mittwoch,  14. Juli 2010   15. Tag

 

Um 6 Uhr regnet es bei 13°. Wir stehen heute erst um 8.00 Uhr auf, es sind immer noch 13°.

Um 9.30 Uhr holt uns der Bus mit Natascha und Tatjana zur Stadtführung ab. Hier leben Baschkieren. Die Stadt hat 152.000 Einwohner. Der 1. Lkw in Russland wurde hier 1944 gebaut, ein Sacho. Hier existiert immer noch das Lkw-Werk für die Allradfahrzeuge „Ural“. Außerdem werden hier Raketen für U-Boote hergestellt. Im Jahre 1843 wurde hier Gold gefunden, und zwar ein Goldklumpen mit 36 kg. In früheren Zeiten wurde hier Kupfer abgebaut.

 Zunächst fahren wir in die Stadt zur Bank. Alle möchten Geld tauschen. Es wartet aber eine lange Schlange vor dem Schalter. Die Russen zahlen sogar ihre Miete bei der Bank ein, weil sie kein Konto und somit keine Überweisungsmöglichkeit haben. So übernimmt Eberhard für alle das Tauschen und trotzdem dauert es endlos lang, etwa eine ¾ Stunde, bis er mit dem Geld heraus kommt. Jeder Schein wird nach Flecken untersucht, ansonsten gibt es 10% Abzug. Das ist schon eine Schikane die Eberhard aber nicht mitmacht. Er tauscht eben nur das Geld das als tauschbar anerkannt wird.

 Schließlich fahren wir weiter zum Mineralienmuseum. Es wurde 1920 errichtet. Hier sehen wir zum Einen Tiere dieser Region, Land, Wasser und in der Luft, und dann Mineralien oder Halbedel-Steine über zwei riesige Stockwerke verteilt. Verschiedene Rodonite, sie kommen vom Turgojak-See sind hier ausgestellt, sowie einige Charoit-Steine, sie sind vom Ural. Diese Ausstellung ist einmalig in der Welt. Deutsche Forscher waren beim Aufbau beteiligt.  Nikolai erklärt uns die Exponate seines Museums mit viel Sachkenntnis.

Die Zeit vergeht wie im Flug und wir müssen uns schon eilen. Die Zeit reicht gerade noch für einen Einkauf im Supermarkt. Dann werden wir zurück gefahren auf unseren Stellplatz in Turgojak am gleichnamigen See. Dort sind wir um 13.00 Uhr zurück und machen jetzt unsere Mittagspause, außer Eberhard. Er muss die geldlichen Angelegenheiten erst noch regeln. Den ganzen Nachmittag nieselt es leise vor sich hin. Eigentlich wollten wir einen Spaziergang zum See unternehmen. Erst nach dem Kaffee und einigen dringenden Arbeiten wagen wir uns in den Nieselregen hinaus.

Leider ist die Umgebung hier nicht sehr erhebend. Überall finden wir Müll herum liegen. Die Straße ist in einem verheerenden Zustand, die Gebäude machen einen herunter gekommenen Eindruck. Lediglich ein paar neue Blockhütten sehen sehr schmuck aus. Hier sind wohl die Kinder untergebracht. Bei unserer Ankunft gestern waren sie allesamt sehr neugierig und gesprächig. Einige versuchten sich sogar in Englisch zu verständigen.

 

 

Donnerstag,  15. Juli 2010   16. Tag

 

Abfahrt ist heute um 8.00 Uhr. Wir müssen zurück nach Miass und hindurch bis auf die M 5. Bei 14° und leichtem Regen fahren wir ab. Mit 27 kmh fahren wir durch die Stadt. Das Ortsende von Miass haben wir nach 25 km erreicht. Dafür haben wir 55 Minuten gebraucht. Um 9.00 Uhr biegen wir auf die M 5 nach Chelyabinsk ab.

Nach Hügeln mit Wald durchfahren wir auf 322 m eine landwirtschaftlich genutzte, ebene Fläche. Dann steigt die Straße wieder an und geht an kleinen Waldflächen entlang. Der Himmel ist heute bleigrau ohne jegliche Aufhellung. Die entfernteren Waldränder verschwinden im Regendunst.

Der Regen hat aufgehört und die Straße wirkt trockener. Wir haben einen guten Belag und können über 80 kmh fahren. Bei km 122 Stadteinfahrt von Chelyabinsk. Die Ortschaft Petrovka liegt neben der Straße. Die Häuser sind klein und haben Wellblechdächer. Dazwischen gibt es eine Neubausiedlung mit mehr-stöckigen Wohngebäuden. Im Hintergrund liegt ein See. Die M 51 ist gut befahrbar, der Belag scheint relativ neu zu sein. Wir bewegen uns auf einer Höhe von 200 m. Der nächste Regenschauer geht nieder. Die Bewölkung hat sich aber doch schon etwas aufgelockert.

Bei km 183 machen wir um 12.30 Uhr 1 Stunde Mittagspause. Trotz schlechtem Wetter haben wir 21°. Dafür wird nun die Straße schlechter. Bodenwellen wechseln sich mit mittleren Löchern in der Straße ab.

Bei der Kaffeepause nach  298 km kaufe ich mir Waldhimbeeren, sie sind sehr klein. Auf der Umgehung fahren wir um Kurgan herum. Es ist warm geworden bei 29°. Danach machen wir eine letzte Pause um 17.45 Uhr bei km 423. Bei Makushino, einige Kilometer vor der Kasachischen Grenze biegen wir ab nach Norden. Gleich auf den nächsten Kilometern fahren wir an einem entsetzlichen Unfall vorbei. Auf der Straße liegen 2 tote Motorradfahrer. Einem von ihnen wurde sein Bein oberhalb des Knies abgerissen. Sie sind wohl mit einem Lkw kollidiert.

10 km nach Makushino fahren wir zu einem Cafe mit Stellplatz. Wir dürfen im Innenhof parken. Einige von uns gehen zum Essen.  Auf der Terrasse des Cafes sitzen wir mit einigen der Gruppe zusammen, bis es Zeit wird schlafen zu gehen.

Miass – Makushino  km:   530                 Gesamt:     5.253 km

 

 

Freitag, 16. Juli 2010   17. Tag

 

6.45 Uhr aufstehen bei 20°. Die Sonne scheint. Um 8 Uhr schlängeln wir uns wieder aus dem Innenhof heraus auf die Straße. Die Landschaft ähnelt der gestrigen. Einige Kilometer vor Ischrim haben wir 20 km extrem schlechte Straße und dann 5 km Baustelle. Wir werden auf eine Schotterpiste geschickt. Um 11.25 Uhr bei km 176 biegen wir nach rechts ab auf die 1 P 402 Tjumen – Omsk.

Um 18.10 Uhr kommen wir beim Hotel Irtysh in Omsk an. Eberhard hat den Platz auf Anhieb nach dem Navi gefunden. Wieder einmal stehen Pkws auf unseren Plätzen, sodass wir rangieren müssen, bis jeder ein Plätzchen hat. Die Uhren müssen 1 Stunde vorgestellt werden, das bedeutet es ist schon  19.15 Uhr. Um 20.30 Uhr gibt es das Abendessen auf der Hotelterrasse.

Wir nehmen die Duschmöglichkeit in der Sauna wahr und sitzen anschließend trotz Schnaken noch draußen beisammen. Die Temperaturen betragen 25° außen und 27° innen.

Makushino – Omsk:  506 km                        Gesamt:   5.759 km

 

 

Samstag,  17. Juli 2010   18. Tag

 

Heute schlafen wir aus und stehen erst um 8 Uhr auf. 19°. 10.15 Uhr fahren wir mit dem Bus zur Stadtführung mit Anna.

Omsk wurde 1716 gegründet. Heute hat die Stadt 1,5 Mill. Einwohner und ist seit 1838 die Hauptstadt von Westsibirien. Hier fließt der Om in den mächtigen Fluss Irtysh, das bedeutet: schwarzes Wasser. Unser Hotel steht am Ufer des Irtysh, das Wasser ist aber mehr schmutzig braun als schwarz.

Hier in dieser Stadt gibt es viele Universitäten.Das bekannte Korona Bier, wird hier gebraut.

Die Wohnungen sind in Russlanda llgemein sehr klein. 1-Zimmerwohnung hat 33 qm, 2-Zimmer 45 qm und eine 3-Zimmerwohnung 55 qm. Neue Wohnungen sind schon etwas größer z. B. 2-Zimmer mit 60 qm.

Im Winter herrschen hier schon mal Temperaturen von – 30°.

Wir fahren über die 70 Jahre alte Brücke, die über den Irtysh führt und kommen bei der Sportarena für Eishockey und Eislaufen vorbei.  2005 wurde eine Metrobrücke gebaut, aber die Metro gibt es noch nicht. Wir kommen zur Maria Himmel-Fahrts-Kathedrale. Ein Priester nimmt uns mit auf den Glockenturm. Er muss die Glocken läuten. Es ist ein erhebendes Gefühl dort oben zu stehen. Der ganze Körper vibriert und spürt den Ton der Glocken nach. Auch die Aussicht von hier oben ist grandios. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde 1891 erbaut. Der 1. Bischof an dieser Kirche wurde 1920 ermordet und die Kirche gesprengt. An dieser Stelle war lange Zeit ein Springbrunnen. Die Bevölkerung beschloss 2005 hier wieder eine Kirche zu errichten und fand bei dieser Gelegenheit das Grab des ermordeten Bischofs. Am 5. Juli 2007 wurde die Kirche eingeweiht. Wir besichtigen in der Unterkirche die alten Mauern und natürlich den Sarkophag. Es ist schön, dass wir in dieser Kirche auch fotografieren und filmen dürfen. Denn die Ausschmückung ist wieder sehr schön geworden.

Dann fahren wir zu einem historischen Tor, durch das die Sträflinge gingen, die nach Sibirien geschafft wurden. Von 12.35 Uhr bis 12.50 Uhr ist Eberhard im Büro Sputnik, um die Stadtführung zu bezahlen. Auf der Rückfahrt kommen wir am Zirkus vorbei und sehen das Gebäude des Puppentheaters „Harlekin“. Danach verlässt uns Anna und der Busfahrer bringt uns zurück zum Hotel, 13 Uhr.

Nach unserem Mittagsmahl koche ich Salatkartoffeln für unser abendliches Pannenhelfer-Fest. Zwischendurch gibt es Kaffee. Um 17 Uhr fahren wir mit Peter und Andrei zum Bier, Tomaten, Brot und Fleisch kaufen. Einige Geschäfte klappern wir ab, bis alles beisammen ist.

Nun beginnt die Arbeit. Andrei ist für das Fleisch zuständig, er hat sich angeboten zu grillen für uns. Inzwischen haben meine Helferchen die ausgekühlten Kartoffeln geschält. Ich werde sie ganz fein hobeln. Alfred hat Zwiebeln geschnitten. Bis auf das Öl mache ich den Kartoffelsalat fertig, damit er ziehen kann. Erst um 19.30 Uhr beginnt Andrei das Fleisch aufzulegen. Wir haben inzwischen die Tische aufgestellt und Stühle geholt. Alles ist bereit. Auf einem separaten Tisch stehen die Salate bereit: Bohnensalat von Anette, Tomatensalat von Anne und mein Kartoffelsalat, einmal mit Knoblauch und 1 x ohne. Andrei hat 2 Sorten Fleisch: Hähnchenbrust und Schweinekotelett. Wir sind total begeistert von Andreis Kochkünsten. Er hat wunderbar gewürzt. Maria bringt zum Nachtisch süße Stückchen und zum Abschluss gibt es einen Wodka.

Auf der Wiese hinter den Womos spielt ein Brautpaar mit seinen Gästen Fußball. Es ist ein Bild für die Götter, als die Braut im weißen Kleid über den Rasen springt um den Ball zu bekommen. Wir sitzen gerne noch draußen, es ist warm im Womo mit 27°.

 

 

Sonntag,  18. Juli 2010   19. Tag

 

Pünktlich um 8 Uhr verlassen wir den Hotelparkplatz. Es scheint sehr leicht zu sein, aus Omsk heraus zu finden. Immer wieder finden wir ein Hinweisschild nach Novosibirsk. Leider führen manche der Schilder in die Irre. Plötzlich landen wir nicht mehr auf der Ausfallstraße, sondern irgendwo in einem Fabrikgelände. Schließlich fährt uns jemand voraus, um uns auf den richtigen Weg zu bringen. Nach 17 km um 9.00 Uhr tanken wir und setzen unseren Weg nach Osten fort.

Die Landschaft wechselt sich ab mit Sümpfen, Seen, Birkenwäldern, Äcker und Naturwiesen mit Blumen in den Farben rot, gelb und weiß. Wir befinden uns auf einer Höhe von 110 m. Bei der Mittagspause haben schon wieder 22,5°. Nach 347 km kommen wir zum Autohof „Lanta“, einige Kilometer hinter Barabinsk.

Der Nachmittag vergeht mit Kaffeetrinken, Wäsche waschen und aufhängen und mit Pilze putzen. Nach dem Essen sitzen wir nur kurz draußen, bis die Sonne verschwindet, denn dann ist es plötzlich kalt.

Omsk – Barabinsk     km   347                    Gesamt:     6.106  km

 

 

Montag,  19. Juli 2010    20. Tag

 

6.15 Uhr aufstehen bei 11°. Das ist ganz schön frisch. Wir tanken gleich am Autohof und fahren pünktlich um 8.00 Uhr ab. Mittlerweile haben wir 18°. Die Straße ist heute sehr gut. Die Landschaft verändert sich kaum. Links und rechts der Straße liegen die Felder oder Naturwiesen sehr viel niedriger. Es ist wohl alles ein wenig sumpfig. Die Pflanzen weisen darauf hin, dass es hier viel Wasser gibt. So finden wir Blutweiderich, Mädesüß und Margeriten, alles Blumen, die viel Wasser benötigen. Es kommt eine größere Wegstrecke, die nicht so gut ausgebaut ist. Die Teerfläche hat Löcher und einige Bodenwellen kommen dazu. Das verlangsamt unser Tempo gleich wieder. Bereits um 11.40 Uhr nach 236 km machen wir die Mittagspause, damit wir gestärkt die Einfahrt nach Novosibirsk antreten können. In der Mittagspause habe ich mir ein paar Blumen gepflückt.

Nach der Anfahrtsbeschreibung und unserem Navi finden wir super durch die Stadt. Am anderen Ende liegt das Pensionat „Kolos“.

Um 14.40 Uhr nach 318 km kommen wir an. Wir stehen im Wald und machen auch schon die Bekanntschaft mit den Schnaken. Die Holzhäuser hier im Gelände sind alle mit Schnitzereien verziert. Man fühlt sich fast in die Schweiz versetzt. Nur die Motive sind hier anders.

Barabinsk – Novosibirsk     318 km               Gesamt:    6.424 km 

 

 

Dienstag,  20. Juli 2010    21. Tag

 

7.15 Uhr aufstehen, es ist bewölkt bei 11°. Hier im Wald ist es außerdem noch recht dämmrig. Um 9.00 Uhr holt uns der Bus zur Stadtbesichtigung ab. Unsere Führerin heißt Olga. Sie war einige Zeit in Deutschland. Novosibirsk hat derzeit 1,5 Mill. Einwohner, mit den Vororten sogar 2 Mill. und ist die Hauptstadt von Sibirien. Es ist keine historische Stadt, sondern erst 117 Jahre alt. Zunächst steigen wir beim Hauptbahnhof aus, er wurde in den 30er Jahren des vorigen Jahrhundert erbaut.. Die Räume im Innern, sprich Wartesäle sind sehr vornehm und geräumig eingerichtet. Alles ist sehr sauber und mit Grünpflanzen ausgestattet

1891 wurde eine Stelle gesucht, an der für die Eisenbahn eine Brücke über den Ob gebaut werden konnte. Dadurch entstand zunächst die Siedlung und später die Stadt Novosibirsk. Unten an Fluss sehen wir einen Teil dieser alten Eisenbahnbrücke, die 100 Jahre ihren Dienst getan hatte.

Nach einem kurzen Besuch des Supermarktes gegenüber, schauen wir uns die Alexander Nevski-Kathedrale an, sie wurde 1891 erbaut, während der Sowjetzeit als Lager benutzt. In den letzten Jahren wurde sie wieder renoviert und in Betrieb genommen. Sie ist die älteste Kirche in Novosibirsk. 20 Hochschulen gibt es in dieser Stadt. Das Opernhaus ist ein sehr imposantes Gebäude auf einem zentralen Platz. Der Zuschauerraum enthält 1.200 Sitzplätze. Der Konzertsaal hat etwas weniger Plätze.

Hier herrscht kontinentales Klima. Der Winter dauert von November bis Ende März oder sogar bis Mitte April mit Temperaturen von –20 bis –30°. Der Sommer ist sehr kurz mit durchschnittlichen Temperaturen von 20°, in Spitzenzeiten 30°.

Heute gibt es Abendessen im Restaurant (Zelt). Wir sind sehr pünktlich, es ist aber noch nichts gedeckt. Das Brot und der Salat kommen zusammen mit dem Besteck und gefüllten Teigtaschen. Kaum sitzen wir, kommt schon die Suppe, Borscht. Gleich darauf wartet schon das Hauptgericht: Hackfleischklopse mit Käse überbacken, zusammen mit Salzkartoffeln. Leider ist das Hackfleisch nicht richtig durchgebraten. Es ist alles ein wenig unorganisiert. Peter muss für uns sogar das Bier besorgen, Gläser werden dann schließlich dazu gebracht. Den Tee können wir uns dann selbst zubereiten. Dazu lassen wir uns Zeit. Hinterher machen wir noch einen Spaziergang durch den Schnakenwald.  Es hat nur 16° und so gehen wir in die Möbel.

 

IMG_9550.jpg IMG_9558.jpg IMG_9571.jpg IMG_9586.jpg IMG_9596.jpg
 Kazan  Kazan, Peter u- Paul Kathedrale  Kazan, Peter u. Paul  Kazan, Moschee  Kazan
IMG_9615.jpg IMG_9618.jpg IMG_9616.jpg IMG_9628.jpg IMG_9630.jpg
 Djurtjuli  Der Mercedes streikt  ob das gut geht???  Grenze Europa - Asien  USA, Uruguay, Brasilien, Schweiz, Deutschland
IMG_9653.jpg IMG_9651.jpg IMG_9669.jpg IMG_9678.jpg IMG_9708.jpg
 Miass bei Regen  Miass  Kirche in Omsk  Auf dem Kirchturm  Grillfest in Omsk
IMG_9737.jpg IMG_9764.jpg IMG_9765.jpg IMG_9776.jpg IMG_9712.jpg
 Bahnhof in Novosibiersk  Lenin in Novosibiersk  geographischer Mittelpunkt Russlands  Haus in Novosibirsk  Hochzeit

 

Mittwoch,  21. Juli 2010   22. Tag

 

Um 6.30 Uhr zeigt das Thermometer nur 9° an. Wir heizen ein. Abfahrt ist um 8.00 Uhr bei mittlerweile 10°. Nach 14 km tanken wir gleich noch und sind die Sorge für Sprit erst mal los. Nach 2 ½ Std. Fahrt haben wir erst 14,5°. Der Himmel ist bewölkt, aber nicht grau. Die Straße ist selten gut. Weite Strecken begleiten uns Naturwiesen oder Getreidefelder zwischen den Waldabschnitten.

Um 11.45 Uhr bei der Kilometermarke 199 machen wir Mittagspause. Wir haben 202 km gefahren und haben 17°. Um 13.30 Uhr kommen wir durch Kemerovo. Das ist die Stadt in der vor einiger Zeit das schwere Bergwerkunglück geschehen ist. Um 16.40 Uhr fahren wir in Krasny Yar ein und tanken gleich gegenüber unserem Stellplatz, beim Cafe mit den 3 Bären. Wir stellen unsere Uhren wieder 1 Stunde vor, also ist es 17.40 Uhr. Im Laden holen wir uns gleich noch ein Brot für morgen, 8 Rubel das sind 21 Eurocent.

Mit einigen Mitreisenden machen wir einen Spaziergang durch das Dorf mit seinen alten, schmucken Häusern. Ein kleiner, junger Hund begleitet uns verspielt. In der Sonne sitzen wir dann noch eine Weile, bis es kühl wird.

Novosibirsk – Krasny Yar    384 km               Gesamt:    6.692 km

 

Sibiriens Grün und seine Horizonte

Man denkt über Sibirien recht schnell an Schnee, Eis und Kälte. Im kurzen Sommer der Monate Juli, August und September taucht Sibirien in ein grünes Kleid der Wälder und Felder. Nichts ist im Sommer vom langen und kalten Winter übrig geblieben, der Baikalsee hat sein Eiskleid abgelegt und zeigt sich im Süden sogar zum Baden einladend. Die Natur schwelgt in ihren Sommerfarben, tausend Horizonte sind beim Durchfahren zu sehen wenn die Sonne im Osten aufgeht und die Reisetage immer wieder neue Naturerlebnisse zeigen.

Toni Blümli

 

 

Donnerstag,  22. Juli 2010   23. Tag

 

Heute haben wir nur 6° beim Aufstehen, aber die Sonne scheint.

8.00 Uhr Abfahrt und 10°. Wir fahren auf der M 53 weiter nach Osten. Die Morgensonne verhilft dem Grün der Wiesen und Felder zu einer satten Farbe. Getreidefelder, Wälder, Naturwiesen wechseln sich ab. Es ist erstaunlich welche Vielfalt sich in den Wiesen zeigt: Blutweiderich, Mädesüss, Margeriten, wilde Möhre, Wiesenbärenklau, Disteln, Glockenblumen, Brennnesseln, viele verschiedene Gräser und Rohrkolben im Schilf. Über uns ziehen Milane ihre Kreise, Elstern und Krähen sitzen ab und zu am Straßenrand. Bei der Kaffeepause haben wir Pfifferlinge gekauft, einen 5 Liter Eimer voll für 250 Rubel = € 6,50.

Um kurz nach 16 Uhr sind wir vor Krasnojarsk bei Metro. Wir lassen uns Zeit beim Großeinkauf. Valerie hatte angerufen, ob wir zusammen mit seiner Gruppe grillen und für die Getränke sorgen können. Natürlich werden auch Salate gebraucht. Valerie kommt mit einer Perestroikagruppe aus der Mongolei und ist auf dem Weg ins Altaigebirge.

Um 18.45 Uhr kommen wir beim Hotel Safari an. Wir stehen am Hotel mit Blick auf den Jenissei. Bereits um 20 Uhr gibt es im Hotel Abendessen: Krautsalat mit Dill, Schnitzel mit Salzkartoffel, 1 Glas Apfel- oder Grapefruitsaft. Es mutet etwas karg an. Wir können den Abend bei 20° draußen genießen, zumal ein herrlicher Sonnenuntergang den Abend beschließt.

Krasnijar – Krasnojarsk      km   453            Gesamt:   7.145 km

 

Krasnojarsk

Die große Millionenstadt am Jenissei gelegen, zeigt alle Faszetten des Vergangenen und Neuen. Der Aufbruch nach der großen Wende und der Perestroika-Zeit geht scheinbar langsam voran und wird an vielen Stadtbildern sichtbar. Der Jenissei, gigantischer Strom durchfließt die Stadt, noch dreitausend Kilometer nordwärts bis er sich ins Nordmeer ergießt. Die Distanzen hier in Sibirien sind immer in tausend Kilometer zu verstehen. Krasnojarsk liegt über viertausend Kilometer östlich der Hauptstadt Moskau und wird als Grenzstadt zwischen West- und Ostsibirien verstanden. Ab Krasnojarsk nach Osten hin zieht sich das Territorium der heutigen Russischen Förderation bis nach Vladivostock nochmals viertausendfünfhundert Kilometer hin. Das große Russland hat geographische Dimensionen, die erst zu erfassen und verstehen sind, wenn man sie auf der Durchfahrt mit dem Wohnmobil erlebt.

Toni Blümli

 

 

Freitag,  23. Juli 2010   24. Tag

 

Es regnet in der Frühe bei 16°.  Der Bus für die Stadtbesichtigung mit Irina ist pünktlich um 10 Uhr da und wir starten trotz Regen zu einer Aussichtsplattform außerhalb der Stadt. Von dort haben wir einen wunderschönen Blick auf den Jenissei, die Dörfer am Fluss und sogar in Richtung Krasnojarsk. Ein Denkmal erinnert an den Schriftsteller, der 1961 ein Buch veröffentlichte, mit dem Titel „Der Zarenfisch“. Damit ist der Stör gemeint. Der Stör kann 2 m lang werden und ein Gewicht von 65 kg haben.

Zur Region von Krasnojarsk gehören 50 Städte mit insgesamt 3 Mill. Einwohnern. Davon sind 89% Russen, es leben hier Tataren, Usbeken, Ukrainer und Weißrussen. 1628 wurde Krasnojarsk gegründet. In der Sprache der Ewenken bedeutet Jenissei= Großwasser.  Der Sommer ist hier kurz, nur die Monate Juni, Juli und August  ist es hier warm 30° und wärmer, der Winter kalt mit -30° bis -45°. Bereits im September gibt es viel Regen und Ende Oktober kommt der erste Schnee und bleibt bis Ende April.

Am linken Jenisseiufer gründete 1628 der Kosakenführer Andrej Dubenskij das Fort Krasnojarsk. Der Aufschwung der Stadt begann im 18. Jh. mit der Eisenindustrie. 1822 wurde Krasnojarsk Zentrum des Gouvernements. 1895 kam die Transsibirische Eisenbahn. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stadt eines der wichtigsten Zentren der sowjetischen Militärforschung und Waffen–Produktion. 

Der Jenissei hat 22.000 Zuflüsse auf seinem 4.000 km langen Weg. Er grenzt Ostsibirien von Westsibirien ab. 1930 gab es in der Umgebung von Krasnojarsk die ersten Goldfunde.

Wir fahren mit dem Bus zurück in die Stadt, kommen über die kommunale Brücke, sie ist 2 km lang. Das Gebäude für das Landesmuseum auf der rechten Seite, mutet wie ein ägyptischer Tempel an. Dahinter folgt das Rathaus, weiter hinten kommt ein Turm mit Uhr, er wird Big Ben genannt.

Ein großer Teil der Holzhäuser in der Stadt ist bei einem Brand 1773 abgebrannt. Die Hauptkirche der Stadt wurde 1758 erbaut. Sie war das 1.Steingebäude der Stadt.

Vor der Oper steht ein dem berühmten Dramatiker Anton Tschechov gewidmetes Denkmal, welches wahrscheinlich dessen vielzitierter Begeisterung für die Pracht des Jenissei gilt, er schrieb:    „Ohne die eifersüchtigen Anhänger der Wolga beleidigen zu wollen, doch ich habe in meinem Leben keinen großartigeren Strom als den Jenissei gesehen. Während die Wolga zwar eineschmucke, bescheiden und melancholische Schönheit ist, erscheint der Jenissei als mächtiger, unbezähmbarer Recke, der nicht weiß, wohin mit seiner Jugend und Stärke. An der Wolga wandelt sich der Schneid zum Gestöhne. Klare, goldene Hoffnungen weichen der Hilflosigkeit, die man den russischen Pessimismus nennt. Der Jenissei dagegen erlangt – zu Beginn ächzend – in der Folge eine kaum vorstellbare Kühnheit. So jedenfalls schien es mir, als ich am Strand des breiten Stromes gierig sein Wasser betrachtete, das mit furchtbarem Tempo zum Eismeer stürmt. Die Ufer sind ihm zu eng. Kleine Wellen überholen einander, drücken und drehen sich wie Spiralen im Kreise. Man ist fast überrascht, dass dieser Kraftprotz die Ufer noch nicht weggespült hat. Auf diesem Ufer ist Krasnojarsk die beste und schönste aller sibirischen Städte, auf dem anderen  Ufer – Berge, die mich so erhaben und verträumt an den Kaukasus erinnern. So stand ich und dachte: Welch volles, kluges und mutiges Leben wird mit der Zeit diese Ufer erleuchten“.

Ein Wahrzeichen der Stadt ist die – auch vom 10-Rubel-Schein her bekannte- kleine Paraskeva-Kapelle, die von vielen Orten im Zentrum aus am Berg zu sehen ist. Die 1845 auf dem nordwestlichen Hügel am Stadtrand errichtete Kapelle ist ein exzellenter Aussichtspunkt und eröffnet einen fantastischen Ausblick auf die Stadt und das Jenisseital. Hier stehen wir und bestaunen die Aussicht. Viele Hochzeitspaare haben den selben Wunsch wie wir und kommen mit ihren Limousinen hier an, um Fotos zu machen oder Sekt zu trinken. Wir fahren weiter und machen bei der Markthalle einen Einkaufsstop. Hier essen wir einen mit Fleisch gefüllten Fladen. Ein wenig Speck und geräucherten Fisch nehmen wir hier auch noch mit. Damit ist das Besichtigungsprogramm beendet.

Valerie kommt mit seiner Gruppe um 17.20 Uhr an. Es sind 16 Personen. Nun laufen die Vorbereitungen für das Grillen auf Hochtouren. Das Wetter spielt nicht mit, wir können nicht im Freien sitzen, denn es nieselt. Valerie organisiert einen Raum im Hotel, in dem wir sitzen und essen können. Jeder bekommt einen Fleisch-Spieß und anschließend noch gegrillten Fisch. Dazu gibt es jede Menge verschiedene Salate. Zum Abschluss gibt es Obstsalat und Wodka.

 

 

Samstag,  24. Juli 2010    25. Tag

 

Der Wecker klingelt um 6.30 Uhr, das Thermometer zeigt 16° und die Sonne scheint. Es verspricht ein schöner Tag zu werden. Um 8 Uhr fahren wir ab und tanken nach 14 km, sozusagen noch bei der Stadtausfahrt. Große Flächen mit dem roten Blutweiderich bringen uns zum Staunen. Die Umgehung von Kransk lässt sich zunächst ganz gut an, dann aber kommt es knüppeldick. Die Straße hat nur noch Schlaglöcher, Querrillen und Verwerfungen. Wir bekommen 5 km Schotterstraße der schlimmsten Sorte.

Nach der Kaffeepause ist der Teerbelag abschnittsweise unterbrochen. Schließlich gelangen wir doch nach Tajet und finden das Hotel „Traktowaja“. Der Himmel meint es nicht gut mit uns, es rgnet und der Abend klingt im Womo aus.

Krasnojarsk – Tajet          km     409          Gesamt:   7.554 km

 

Die Birke

Sie verfolgt einem geradezu auf dem langen Weg durch Sibirien. Hunderte Kilometer lange Birkenwälder der Straße entlang. Unterhaltsame Bilder, ein Meer von braungetupften weißen Seitenwänden, die in den blauen Himmel hinein ihr grünes sommerliches Kleid zur Schau stellen.

Toni Blümli

 

 

Sonntag,  25. Juli 2010    26. Tag

 

Wieder um 6.30 Uhr aufstehen, bei Sonnenschein und 19°. Eigentlich wollten wir um 8 Uhr abfahren, erfahren dann aber, dass hier eine Zeitumstellung statt gefunden hat und somit ist es bereits 9.00 Uhr als wir abfahren. Trotzdem betanken wir unsere Fahrzeuge und hoppeln mit 22 km/h  auf der Schotterstrecke bis zur M 53. Wir freuen uns über eine ganz neue Straße. Die Freude dauert allerdings nicht lange. Umleitung und Schotter, alles was das Herz begehrt. Immer wieder gibt es Bodenwellen. Unsere Geschwindigkeit beträgt maximal 60 kmh, sonst heben wir ab. Bei km 150 haben wir eine 2 km lange Buckelpiste durch die Ortschaft Nizhneudinsk. 2 Brücken führen uns über den Fluss Uda. Schließlich kommen wir um 18.15 Uhr in Tulun an.

Das Hotel Schenemann liegt ganz versteckt an einem Waldrand und doch noch in der Stadt. Als wir es schließlich finden, dauert es sehr lange bis alle stehen, zumal der kleinste Anteil von uns in den Hof passt. Der Rest steht draußen.  Bei 27° können wir noch eine Weile im Hof zusammen sitzen.

Tajet – Tulun            km  277                 Gesamt:   7.831 km

 

 

Montag,  26. Juli 2010   27. Tag

 

Wir fahren einem Fluss entlang, er ist durch eine Insel in zwei riesige Ströme geteilt. Die Orte Tulyukla und Kugtun besitzen wenig Steinhäuser. Die meisten Häuser sind aus Holz. Nach 133 km überqueren wir den Fluss Oka, ein mächtiger Strom wie die Donau oder der Rhein.

Genau nach 200 km machen wir um 12 Uhr unsere Mittagspause. Wir sind ja immer darauf angewiesen, bei einer Tankstelle oder einem Cafe ausreichend Parkplatz zu finden. Auf der Strecke gibt es ganz selten mal eine Fläche, auf der man stehen kann. Oft sind die Parkplätze uneben, mit Pfützen übersät oder sonst schlecht. Heute sind die Straßen recht gut.

Mit der Anfahrtsbeschreibung für Irkutsk kommen wir mal wieder leider nicht zum Ziel. Die vorgegebenen Hinweise sind nicht zu finden. So wursteln und fragen wir uns durch und kommen um 17 Uhr beim Hotel Baikal in Irkutsk an. Es liegt an der Promenade des Flusses Angara. Wie schon vor 5 Jahren stehen wir im Hinterhof des Hotels, schön bewacht.

Es gibt heute Abendessen im Hotel: Feiner Salat mit Mayogarnitur, Matjes mit Kartoffeln und Fischfilet mit buntem Reis. Als Nachtisch gibt es Palatschinken mit Gelee.

Endlich gibt es Briefmarken zu den Postkarten im Hotelshop. Auf der Post dauert es immer endlos, bis die Schlange dort abgearbeitet ist. So viel Zeit haben wir einfach nicht auf unseren Stadtbesichtigungen.

Tulun – Irkutsk          km   400                Gesamt:   8.231  km

 

 

Dienstag,  27. Juli 2010   28. Tag

 

Heute lassen wir uns Zeit. Erst um 10.00 Uhr ist die Stadtbesichtigung angesagt. Ein Kleinbus mit dem Fahrer Nikolai holt uns am Hotel ab. Olga erklärt uns, dass Irkutsk die Hauptstadt von Ost-Sibirien ist und 1661 gegründet wurde. Im Jahre 2011 wird die 350 Jahrfeier stattfinden. Die Stadt entstand aus einer Holzfestung. Das erste Gebäude aus Stein war eine Kirche, und zwar die Erlöser-Kirche, erbaut 1706. Die Außenfassade schmücken Fresken, die 200 Jahre alt sind. Gegenüber steht die Gottes-Erscheinungs-Kathedrale im sibirischen Barockstil erbaut. Sie wird im Inneren restauriert, hat aber wunderschöne Deckengemälde und Fresken an den Wänden. Auch die Ikonostasie ist sehenswert. 1879 wütete ein Großbrand 3 Tage in Irkutsk, dem sehr viele Holzhäuser zum Opfer fielen. Seitdem wurden an der Hauptstraße nur noch Steinhäuser genehmigt. Die verbliebenen Holzhäuser sind durch den Permanentfrost tief eingesunken. Bei manchen Häusern sind die Fensterbretter auf der Höhe des Straßenbelags. Deshalb wurden auch viele schon aufgegeben und zerfallen.

Olga zeigt uns die“ Marie des Zeichens - Kirche“. Neben der Kirche steht das Denkmal für den zaristischen General Alexandr Kolcak. Er wurde von den Rotgardisten 1920 hingerichtet. Auf  dem Friedhof sind einige der Dekabristen begraben. Diese Adligen wurden nach dem Dekabristen Aufstand vom 14.12.1825 nach ihrer Verhaftung und Verurteilung zur Zwangsarbeit nach Sibirien verbannt. Es waren insgesamt 121 Adlige, die dieses Los traf. Wir besichtigen das Anwesen der Wolkonsky´s in Irkutsk.

Der Fürst Sergej Grigorjewitsch Wolkonskij (1788-1865) trug einen der edelsten Namen Russlands. Der brillante Offizier Fürst S.G. Wolkonskij wurde schon mit 24 Jahren mit vielen Orden für Tapferkeit ausgezeichnet. Nach dem Aufstand v.14.12.1825 wurde der Fürst S.G. Wolkonskij zum Tode verurteilt. Aber nach einer langen Untersuchung wurde er auf Zarenerlass zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und auf Lebenszeit nach Sibirien verbannt. 1837 siedelte er mit seiner Familie ins Dorf Urik bei Irkutsk. Nach Sibirien kam die Frau von Sergej, Maria Nikolajewna Wolkonskaja (1805 – 1863), gegen den Willen ihrer Familie. Sie war die zweite Frau, die ihrem Mann nach Sibirien folgte. Maria kam im Januar 1827 in Irkutsk an. Die Fürstin ist die Tochter des berühmten Generals N. N. Rajewskij der, der Held des Krieges gegen Napoleon 1812 war, und Urenkelin des russischen Wissenschaftlers M. W. Lomonosow. 1845 tat M. N. Wolkonskaja alles, um die Erlaubnis zu bekommen, mit den Kindern in Irkutsk zu leben. 1847 wurde das Haus aus dem Dorf Urik nach Irkutsk gebracht. Bis Ende der 50er Jahre des 19. Jh. war dieses Haus das beste Holzgebäude in Irkutsk. Das Kulturleben im Hause Wolkonskij übte einen günstigen Einfluss auf das kulturelle und sittliche Leben der Irkutsker Gesellschaft aus, das damals etwa 20 Tausend Einwohner zählte. Erst im Jahre 1856 erfolgte die Amnestie. Trotzdem blieben die meisten der verbliebenen Dekabristen in Sibirien.

Bei einem Vorzeige – Holzhaus machen wir einen Fotostop. Dieses Haus ist im Besitz der Stadt Irkutsk und wurde vorbildlich restauriert. Auch sämtliche Nebengebäude sind mit eingebunden. In der Region um Irkutsk wird noch nach Gold gesucht und werden Halbedelsteine wie der Charoit gefunden. Am Denkmal von Zar Alexander III, an der Promenade der Angara werden wir von Olga entlassen. Wir gehen zu Fuß zurück zum Hotel und kommen dort um 13 Uhr an bei 26°.

 

 

Mittwoch,  28. Juli 2010   29. Tag

 

Am frühen Morgen hatte es geregnet. Wir stehen erst um 7.30 Uhr auf bei 18°. Die Abfahrt ist auf 9.00 Uhr festgelegt. Es ist nicht wärmer geworden. Nach 48 km, um 10.10 Uhr besuchen wir das Freilichtmuseum von Tal´cy. Hier findet man, am Uferhang des Flusses Angara gelegen, hölzerne Architekturdenkmale aus ganz Ostsibirien. Viele der Exponate wurden wegen der Überflutung von ganzen Dörfern im Zusammenhang mit dem Bau von Staudämmen abgetragen und hier wieder originalgetreu aufgebaut.  Besonders interessant ist der Erlöserturm, einer von 8 Türmen der ersten ostsibirischen Festung in Ilimsk, sowie die ebenfalls von dort stammende Kazaner Kapelle. Beide wurden vor über 400 Jahren ohne einen einzigen Nagel erbaut.

Wir bestaunen die Nomadenjurten der Ewenken, der Ureinwohner dieses Gebietes. Sie wurden mit Birkenstangen und Rinde erstellt, wie ein Tipi bei den Indianern. Für ihre Toten bauten sie hohe Holzgestelle, damit die Seele nach oben steigen konnte.

In den Landhäusern der Kosaken herrschte schon Komfort. Um das Wohnhaus herum standen die Gerteschuppen, Ställe, Speicher für Heu und Getreide. Im Wohnhaus steht ein großer Ofen, auf dem eine Schlafstelle vorgesehen ist. Sie waren erfinderisch und haben sogar eine Babywiege aufgehängt, so dass sie vom Bett aus bewegt werden konnte. Samowars in allen Größen beherrschen die Wohnräume. Und eines nicht zu vergessen: im Eck eines jeden Wohnzimmers ein Heiligenbild mit einem gestickten Tuch geschmückt.

Es gibt hier Burjaten-Jurten vom Ende des 19. Jh. Auch sie sind ganz wohnlich eingerichtet mit Feuerstelle, kleinen Schränken und hinter einem Vorhang das Familienbett. Diese Jurten bestehen aus Stämmen, wie ein Blockhaus. Es ist mittlerweile ganz schön warm geworden mit 24,5°

Nach der 2stündigen Besichtigung machen wir hier auch unsere Brotzeit. Der Parkplatz füllt sich zusehends und so fahren wir um 13.25 Uhr weiter. Kurz vor Listvijanka tanken wir die Fahrzeuge voll. Ankunft am Hotel Baikal oberhalb von Listvijanka um 14.30 Uhr nach 69 km.

Irkutsk – Listvijanka        km    69            Gesamt:   8.300 km

 

Der Baikalsee

Man steht am Ufer eines Süßwasser-Meeres. Der Nimbus des Baikalsees lässt einen nicht mehr los. Ein fünftel der Süßwassermenge auf unserem Planeten ist im Baikalsee vereint oder exakt tausend Mal die Wassermenge des Bodensees. Man träumt einmal hier zu sein, steht dann mit dem eigenen Wohnmobil einen Tag an seinem Ufer und erlebt die Schönheiten der Natur, weit weg von zuhause, mit Wasser, Wald und Wiesen.

Toni Blümli

 

 

Donnerstag,  29. Juli 2010   30. Tag

 

Der Himmel ist bedeckt, als wir um 7.45 Uhr aufstehen. Wir haben eine Temperatur von 15°. Zunächst machen wir unsere Buchführung, danach fährt Eberhard mit Peter und Larry zum Hafen, eine Schiffs-Fahrt zu organisieren. Das klappt dann auch schon für den Nachmittag.

Um 13.15 Uhr fährt Andrej die 1. Gruppe zum Hafen, das sind ca. 4 km. Um 14.15 Uhr beginnt unsere Fahrt mit einem kleinen Boot auf dem Baikal. Es ist mit 17° recht kühl auf dem Schiff. Zum Glück sind wir alle warm angezogen. Trotzdem wird es unangenehm, als es zu regnen beginnt. Die Tochter des Kapitäns lädt uns in „ihre Wohnung“ ein. Es ist ein Aufenthaltsraum unter Deck mit Bank, Tisch und Polstern ausgestattet. Sie bietet uns sogar Tee an. Was für ein Service. Nach über 1 Stunde kommen wir beim 1. Dorf an. Hier muss der Kapitän erst mal einen günstigen Liegeplatz für uns suchen. Wir gehen spazieren im Dorf und bewundern die neu hinzu gekommenen Häuser. Etwas von der Romantik ist dadurch verschwunden. Der Aufenthalt ist kurz, wir legen nach 40 Minuten wieder ab. 2 Wanderer fahren mit uns zurück. Sie waren 2 Tage unterwegs und sind froh, eine Fahrgelegenheit zurück zu  bekommen. Auch auf der Rückfahrt bläst uns der Wind den Regen unter das kleine Dach. Es ist einfach ungemütlich. Kurz vor 18 Uhr sind wir wieder in Listvijanka und stürmen den kleinen Laden gegenüber der Anlegestelle. Alle brauchen Brot, Joghurt usw. Andrej fährt eine Gruppe nach der Anderen zurück zum Hotel. Das Thermometer zeigt nur noch 13°. Jetzt gibt es schnell eine warme Mahlzeit und das Womo wird geheizt.  Heute bleiben wir im Wohnmobil.

 

 

Freitag,  30. Juli 2010   31. Tag  

 

Draußen ist es kalt mit 10°, aber die Sonne kommt. Nach einem gemütlichen Frühstück mit Ei nehmen wir uns wieder unsere Computer vor. Um 9.45 Uhr zeigt das Thermometer immer noch erst 12,9°, trotz Sonnenschein. Der Tag ist zur freien Verfügung. So geht jeder seinen eigenen Wünschen nach. Um die Mittagszeit bekommen wir 17°.  Bei Peters Wohnmobil muss ein Reifen gewechselt werden. Maria lädt zum Würfeln ein, dazu sitzen wir bei Annette.

Am Abend nehmen wir das Essen auf der Hotelterrasse ein: Wir haben beim Armenier Schaschlik mit Reis bestellt. Die ganze Gruppe genießt dazu die letzten Sonnenstrahlen über dem Baikalsee.

 

 

Samstag,  31. Juli 2010  32. Tag

 

Beim Aufstehen lesen wir 8° ab, es ist trübe. Um 8.00 Uhr, als wir abfahren haben wir 10° und Bewölkung. Wir haben das Glück, dass auf dem Weg bis Irkutsk ein Supermarkt steht. Hier können wir fast in Ruhe unsere Vorräte ergänzen. Das Wetter wird besser, die Sonne kommt allmählich durch und um 11.00 Uhr haben wir schon 18°. In Irkutsk fahren wir auf dem Damm, der die Angara staut. Dann geht es weiter auf die M 55. Zunächst fahren wir nur nach Westen, später dann nach SW. Wir fahren wieder in Richtung Baikalsee und erwarten, ihn bald von oben zu sehen. Aber immer wieder tut sich vor uns noch ein bewaldeter Hügel auf. Es geht wieder hinauf und hinab, immer im Wechsel. Schließlich sind wir an der höchsten Stelle mit 998 m angekommen, und bald kommen wir zu einem Parkplatz mit wunderschöner Aussicht auf die Ortschaft Kutluk am Baikalsee. Hier machen wir nach 152 km um 12.15 Uhr unsere Mittagspause. An verschiedenen Ständen ringsherum kann man geräucherten Omul kaufen. Er ist noch warm und wird am besten gleich verzehrt.

Von hier geht es in Serpentinen abwärts durch den Ort und am See entlang. Die nächste Stadt ist Sludjanka. Um 14.15 Uhr kommen wir in Utulik beim Club Robinson an. Wie immer müssen wir uns erst durchfragen, wo wir stehen. Wir haben einen guten Grasplatz mit Blick zum See. Viele Jugendliche verbringen wohl ihre Ferien hier und umstehen uns sehr neugierig. Es ist herrlich am Nachmittag in der warmen Sonne zu sitzen, wir trinken nach einem Spaziergang Kaffee und einige Frauen stricken.

Um 19.45 Uhr gibt es Abendessen im Restaurant. Reichliche Platten mit Fisch, geräuchert und frisch, Wurstplatten, Salate, Brot und Obstschalen stehen für uns bereit. Aber zunächst kommt das warme Essen, und zwar Fisch mit Reis oder Fleisch mit Pommes. Leider wird die Freude über das gute Essen durch die Tatsache betrübt, dass der Wirt versuchte Eberhard bei der Rechnung über den Tisch zu ziehen. Aber er hat wohl nicht gedacht, daß Eberhard da sehr hartnäckig sein kann. Es wird alles geklärt und unseren Wodka trinken wir anschließend vor den Wohnmobilen. Ein schöner Sonnenuntergang beschließt den Abend.

Listvijanka -  Utulik           205 km           Gesamt:   8.505 km

 

 

Sonntag,   1. August 2010    33. Tag   

 

Um 6.30 Uhr haben wir 7°  beim Aufstehen. Von Monika und Toni bekommen alle ein Serviettentütchen mit Leckerli aus der Schweiz, heute ist ihr Nationalfeiertag. Pünktlich um 8.00 Uhr ist Abfahrt, bei 9°.  Wir haben furchtbar schlechte Straßen ab Utulik, so richtige Buckelpisten.  Die Landschaft ändert sich kaum, immer wieder kleine Birkenwäldchen oder sumpfige Wiesen. Es gibt unheimlich viel Brachland. Die Dörfer sehen ärmlich aus wie überall.

Nach der Anfahrtsbeschreibung sollen wir in Ulan Ude beim Theater ankommen, gegenüber der Leninbüste. Aber wir kommen damit beim Obelisken an und dort ist nur ein Kinotheater. Außerdem bekommen wir keine Handyverbindung zu unserer Betreuerin für Ulan Ude und wir wissen nicht, wo das Hotel steht, bei dem für uns gebucht wurde. Andrej und Peter fahren mit dem Auto, um das Hotel zu suchen, wir trinken derweil Kaffee beim Obelisken. Die Beiden werden fündig und holen uns ab. Es geht noch einige Kilometer aus der Stadt, dann sind wir beim Orange Haus. Dort kommen wir um 16.00 Uhr an. Mittlerweile zeigt das Thermometer 28° an. Wir sitzen gerne draußen.

Utulik – Ulan Ude    km      325                 Gesamt:     km   8.830

 

Das Europäische in Asien

Das asiatische Russland dehnt sich vom Ural bis an den Pazifik aus. Zu den Nachbarn gehören hier die Japaner an der hintersten Grenze im Osten. Das Sibirien- und Asiens Russlands hat aber spürbar europäische Wurzeln, die Menschen und das tägliche Leben der Gesellschaft funktionieren wie die der Moskauer oder der St. Petersburger. Die Geschichte Russlands hat hier in Asien bis heute nichts preisgegeben, zeigt überall sichtbar keine Anlehnung an die Lebensweise der Mongolen oder Chinesen. Man könnte sagen, der westeuropäische Mensch bevölkert in der West-Ost-Ausdehnung eine Landmasse, die von Portugal bis Vladiwostock reicht und somit die halbe nördliche Hälfte unserer Erde in Beschlag nimmt.

Toni Blümli

 

 

Montag,   2. August 2010   34. Tag

 

Um 8.00 Uhr haben wir 17°. Wir vermissen die Sonne, ab und zu fallen ein paar Tropfen. Um 10 Uhr holt uns ein Kleinbus ab um in die Stadt zu kommen. Bei der Leninbüste setzt er uns ab und hier ist dann auch wieder der Treffpunkt für die Rückfahrt. Mit einem Stadtplan bewaffnet machen wir uns auf den Weg um verschiedene Geschäfte zu suchen. Eberhard sucht ein Fotogeschäft, er braucht ein neues Objektiv. Andere suchen die Post wegen Briefmarken und Internet und dann wird noch eine Apotheke gebraucht. Peter ist geduldig und geht mit uns von Geschäft zu Geschäft, bis alles abgearbeitet ist. Auch wir haben Glück und finden nach dem Besuch des 6. Fotoladens ein Objektiv. Zum Glück sind wir gerade schon bei der Kathedrale und schauen uns wenigstens die untere Kirche an. Die obere Kirche ist geschlossen, leider. Auf dem Rückweg entdecken wir noch einen Supermarkt. In der Fußgängerzone trinken wir Kaffee und ruhen uns etwas aus. Auf dem weiteren Rückweg schauen  wir uns das Theater von außen etwas gründlicher an. Perestroika hat früher wohl hier im Hof gestanden. Das ist nicht mehr möglich. Feierlustige Russen müllen hier alles zu, entsprechend unruhig waren wohl  hier die Nächte. Hinter den Geschäften, also in 2. Reihe entdecken wir dank Toni ein Jurtenrestaurant. Das schauen wir uns an: 3 Jurten sind miteinander verbunden und ergeben so ein Lokal. Die 1. Jurte ist der Empfangsraum mit Theke. Von hier gibt es die Verbindung zur Küchenjurte und in der anderen Richtung zu gemütlichen Sitzplätzen. Das Restaurant ist sehr gut besucht.

Pünktlich um 13 Uhr fahren wir zurück zum Orange Haus und kommen dort um 13.15 Uhr an. 22°. Wir machen eine ausgiebige Mittagspause.

Am Nachmittag kommt Tujana von unserem staatlichen Partnerreisebüro, um mit Eberhard abzurechnen. Bei der Registrierung der Pässe bemerkt Tujana, dass unsere Visa schon heute ablaufen, dabei wollten wir doch morgen erst zur Grenze. Im Eiltempo packen wir alle zusammen und starten um 17 Uhr. Unterwegs erfahren wir von Tujana telefonisch, dass die Grenze nur bis 19 Uhr offen ist. Nun fahren wir auf relativ schlechter Straße bis Gusinoozersk. Am Stadtanfang nach 114 km erkundigen wir uns nach einem Hotel und werden fündig. Der Hotelbesitzer vermittelt uns einen bewachten Platz in einem Fabrikgelände. Dort kommen wir um 19.50 Uhr an. Bis sich alle aufgestellt haben koche ich das Abendessen. Wir haben Andrej und Peter zum letzten Essen eingeladen. Beinahe wäre es ins Wasser gefallen. Es gibt bei uns Chili con Carne. Mit vielen lieben Worten und natürlich Wodka werden die Beiden von der Gruppe verabschiedet, denn dies ist der letzte Abend zusammen mit uns. Wir schlafen gut bewacht von vielen wilden Hunden auf dem Gelände.

Ulan Ude -  Gusinoozersk    km    118            Gesamt:   8.948  km.

 

 

Dienstag,   3. August 2010     35. Tag

 

Bei 11° stehen wir um 6.30 Uhr auf. Leichter Regen überrascht uns am Morgen. Auch bei der Abfahrt um 8.00 Uhr ist es noch nicht wärmer. Auf der Hauptstraße fahren Andrej und Peter nach links und wir fahren nach rechts aus der Stadt. Wir haben auch heute schlechte Straßen. 4 km fahren wir neben einer neuen Straße auf Lehm und Schotter, die reinste Wellblechpiste.

Hier gibt es schon die typische mongolische Landschaft, Hügel ohne Bäume oder Büsche, dazwischen liegen große und kleine Seen verstreut. Dann gibt es wieder Abschnitte mit Mischwald. Die Hügel bleiben hier auch bewaldet. Der Himmel ist grau in grau. Dann die Weite zwischen den unbewaldeten Hügeln, noch lange vor der russisch/mongolischen Grenze. Schade, dass es regnet.

Um 10.30 Uhr kommen wir in Kyakta an und tanken noch vor der Grenze. Temperatur 8°.

Nach 127 km sind wir an der Grenze um 11 Uhr. Wir haben 1 Stunde Wartezeit, bevor wir überhaupt zur Abfertigung kommen. Es geht relativ schnell voran. Innerhalb der nächsten 30 Min. wären wir durch. Alles wäre kein Problem, wenn die Beamtin nicht bemerkt hätte, dass unser Visa schon abgelaufen ist. Jetzt wird es kompliziert, vor allem weil wir ja 8 Fahrzeuge sind. Warten. Dann die Nachricht, Geld für Visaverlängerung und Strafe. Wir erklären den Sachverhalt, verhandeln und scheitern schließlich an der Hartnäckigkeit der Beamten. Wieder 1 Stunde verloren. Nun beginnt eine Beamtin Protokolle anzufertigen, bestimmt 5 Seiten pro Person. Es ist 14 Uhr als sie mit dem 1. Pass beginnt. Um 17 Uhr wird das letzte Protokoll unterschrieben, aber nicht nur 1 x, nein bestimmt an 10 verschiedenen Stellen wird es unterschrieben. Die Quittungen für die Visaverlängerung und die Strafe werden für jede Person einzeln ausgestellt und muss persönlich unterschrieben werden. Nach Bezahlung werden hiervon noch Kopien angefertigt für die Weiterbearbeitung, nicht für die Kasse.

Um 17.35 haben alle ihre Stempel und wir dürfen geschlossen den russischen Grenzbereich verlassen.

18.00 Uhr, nun gelangen wir in den mongolischen Zollbereich. Eigentlich sollen wir durch ein Desinfizierungs-Bad fahren, aber die Kuhle ist zu steil. Die Womos würden alle hinten aufsitzen. Wir fahren durch das Tor wie alle Mongolen auch. Mr. Tsatsralt und seine Frau Uni erwarten uns zum Glück schon. Gemeinsam füllen wir die Zollerklärungen und Einreisepapiere aus. Dann geht es zur Passkontrolle. Die Abfertigung dauert hier nur 2 Stunden insgesamt. So fahren wir um 20 Uhr aus dem Grenzbereich zu unserem Stellplatz, nur 11 km weiter. Bereits um 20.15 Uhr biegen wir von der Straße nach links ab und bauen eine Wagenburg.

Nach dem Essen machen wir einen Spaziergang über die Straße hinauf zu einem tibetischen Stein. An einem Pfahl sind blaue Tücher befestigt, von den Besuchern zu Ehren der Geister hier gelassen. Erst um 22 Uhr haben wir heute Feierabend, 12°.

Gusinoozersk – Grenze                     km 129  Grenze         -   Stellplatz Sübaatar  km   11  Gesamt:    9.088  km

 

 

Mittwoch, 4. August 2010    36. Tag

 

Um 6.45 Uhr heizen wir ein, 7° Außentemperatur. Wir stehen trotzdem schon um 7 Uhr auf, und haben schon 10°. Die Sonne scheint und wir haben Zeit die Pflanzen und Tiere zu beobachten. Wir entdecken große Heuschrecken, die keine Flügel haben, dafür aber einen Stachel am hinteren Ende besitzen. Wie Uni uns später erklärt sind diese Tiere aber trotzdem harmlos.

Uni und ihr Mann haben in der Stadt übernachtet und holen uns ab. Wir fahren um 9.30 Uhr ab bei 14,5°. Nach 4 km kommen wir an unserem Platz von 2005 vorbei. Dort stehen 9 italienische Womos und 2 Pkws. In der Stadt begegnen uns 4 weitere Womos aus der Gruppe. Bei der Weiterfahrt kommen uns noch mal 3 Womos und 1 Werkstattwagen entgegen. Sie gehören ebenfalls zur italienischen Gruppe. Nach dem weiten Tal durchfahren wir nach Sükbatar wieder etwas hügeligere Gefilde. Große Felder fallen ins Auge. Die Straße ist  um einiges besser, als die strecke Irkutsk bis zur Grenze. An den Grashängen weiden große Kuh- oder Schafherden. Nach 88 km um 10.50 Uhr machen wir Pause bei einem See mit sehr schöner Aussicht auf die Umgebung. Bereits um 11.30 Uhr umfahren wir die Stadt Darkhan. In der Nähe von Darkhan gibt es ein Kupferbergwerk.

Nachdem wir keinen Pausenplatz finden führt uns Uni zu einer Nomadenfamilie, um hier die Mittagspause zu verbringen. Es ist bereits 13.00 Uhr und wir haben 214 km gefahren, 12,5°.

Hier erfahren wir viel über das Nomadenleben einer Familie. Das Ehepaar hat 3 Söhne. Der Älteste Sohn  hat die Schule abgeschlossen und arbeitet jetzt mit seinem Vater zusammen als Hirte. Der zweite Sohn geht in Ulan Bator zur Schule und der Kleinste mit 11 Jahren geht in der nächsten Ansiedlung zur Schule. Die Hausfrau stellt in ihrer Jurte zunächst Quark her, der getrocknet wird. Aus vergorener Milch macht sie einen Schnaps, der als Schlummertrunk genossen wird. In der Produktionsjurte sind allerhand Gerätschaften zu bewundern. Vor allem ein kleiner Bullerofen ist bei den Temperaturen ganz wichtig, um die Milchgerinnung zu beschleunigen. Wir entdecken eine Batterie, mit der am Abend mit einer Birne die Jurte erhellt wird. Die Schlafjurte enthält ein Bett und eine Schlafcouch. Gegen die Kälte tragen die Nomaden Lammfelle am Körper. Die Frau des Hauses sieht mit ihren 40 Jahren recht gut aus und sie hat ihren Haushalt im Griff. Die Männer kümmern sich um die Tierherden, Ziegen, Schafe und Pferde. Kleine Ziegen kuscheln sich an die Schlafjurte, um vor dem kalten Wind geschützt zu sein. Im Winter wohnt die Familie in einem festen Haus. Bei manchen Jurten sieht man eine Solarpaneele und eine Satellitenschüssel, sie dienen zum Fernsehen. Es gibt auch Nomaden, die ein Auto oder einen Lastwagen besitzen. Die Moderne hat Einzug gehalten.

Wir werden von Tsatsralt souverän durch die Stadt Ulaan Baatar geführt und kommen um 17.00 Uhr bei unserem Hotel an. Zunächst fahren wir ja aus der Stadt hinaus, am Flughafen entlang auf einer ganz schlimmen Straße. Dann biegen wir auf einen Feldweg ab, bestimmt 2,5 km lang. Dafür stehen wir auf einer Kräuterwiese in einer herrlichen Umgebung. Im Hintergrund das Hotel mit den Jurten.

Wir werden aufgeklärt, dass wir unsere Uhren um 1 Stunde zurückstellen dürfen, also ist es erst 16.00 Uhr. Wir melden uns geschlossen für ein Abendessen im Restaurant an. Es gibt Mongolentopf. Das ist mit unserem Fondue in Brühe in etwa zu vergleichen.

Nach dem Essen, ungefähr um 19.00 Uhr haben wir noch eine Besprechung mit Uni und ihrem Mann. Hinterher steigen wir auf den Hügel hinter unseren Womos. Es gibt hier Edelweiß, Enzian und viele andere Blumen, auch Disteln. Am Himmel steht eine dunkle Wolke, sie sprüht über Ulan Bator. Das veranlasst uns früher abzusteigen als vorgesehen.

Als wir zu Bett gehen zeigt das Thermometer noch 7° an. Das wird eine kalte Nacht.

Sübaatar – Ulan Batar       km  336                                       Gesamt:   9.424 km

 

IMG_9789.jpg IMG_9792.jpg IMG_9802.jpg IMG_9807.jpg IMG_9820.jpg
 Krasno Jar  Krasno Jar  Bahnübergang in Sibirien  Stellplatz in Krasnojarsk  Der Jennisei
IMG_9860.jpg Singapur4B-0091.jpg Singapur4B-0098.jpg Singapur4B-0129.jpg Singapur4B-0139.jpg
 Sibirien  Straße in Sibirien  Irkutsk  Häuser Permafrost  Irkutsk
Singapur4B-0145.jpg Singapur4B-0159.jpg Singapur4B-0183.jpg Singapur6B-0003.jpg Singapur6B-0010.jpg
 Birkenwald  Freilichtmuseum  Baikalsee  Baikalsee  Baikalsee
Singapur6B-0027.jpg Singapur6B-0034.jpg Singapur6B-0047.jpg Singapur6B-0048.jpg Singapur6B-0053.jpg
 Reifenwechsel  Baikal  Baikal  Baikal  Stellplatz am Baikal
Singapur6B-0051.jpg Singapur6B-0064.jpg Singapur6B-0086.jpg Singapur6B-0079.jpg Singapur6B-0089.jpg
 Hafenmole    Schweizer Nationalfeiertag  Baikal  Leninkopf in Ulan Ude
Singapur6B-0093.jpg Singapur6B-0104.jpg      
 Ulan Ude  Verabschiedung v Peter u André      

 

Donnerstag,   5. August 2010    37. Tag

 

In der Nacht bin ich aufgestanden, um mir etwas anzuziehen, so kalt ist mir geworden. Am Morgen um 6.30 Uhr heizen wir ein, wir haben nur 2°. Wir stehen sehr früh auf, Eberhard fährt mit den beiden Wohnmobilen mit zur Werkstatt. Der Rest der Truppe wird um 9 Uhr vom Bus abgeholt zur Stadtbesichtigung.

Die Mongolei ist in 18 Aimags = Bundesländer, aufgeteilt. Das Land hat 2,7 Millionen Einwohner, davon laben allein in der Stadt Ulaan Baatar schon ca. 1,5 Millionen. Ulaan Baatar bedeutet in der Sprache der Mongolen= Roter Held. 80 % der Städter wohnen in Jurten. Seit 1991 gibt es auch viele Privathäuser. Von den 40 Millionen Tiere, die im Besitz der Nomaden waren, sind in einem besonders kalten Winter 7 Millionen umgekommen. In der Mongolei wird Gold, Kupfer, Eisen und Braunkohle gefördert. Exportartikel sind ganz besonders Tierprodukte wie Felle, Häute und Kashmer-Ware. Wir fahren hinaus zu einem großen Denkmal zur Erinnerung an den Krieg 1939 gegen die Japaner.  108 Stufen steigen wir hinauf um von oben einen fantastischen Blick auf Ulaan Baatar zu genießen. Die Jurtensiedlungen werden zunehmend verdrängt durch große Hochhäuser, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Von hier oben sieht man den Fluss Tuul ganz besonders gut. Auf dem Rückweg passieren wir die Friedensbrücke. Sie überquert die Bahngleise und Straßen. Wir biegen ab in die Innenstadt, zum Sükbaatar-Platz mit dem Reiter-Standbild des gleichnamigen Revolutionshelden. Das Parlamentsgebäude mit einem  Denkmal für Dschingis Khan begrenzt den Platz im Norden. 76 Parlamentsmitglieder haben hier das Sagen. Nach Osten wird der Platz vom Kulturpalast und dem Theater für Ballet und Oper eingerahmt. Wir wenden uns dem Naturkunde Museum zu. Hier gibt es Dinosaurier-Skelette zu bewundern. Wir erfahren so allerhand über die Flora und Fauna in der Mongolei.

Der Bus fährt weiter zum Ganden-Kloster. Dies ist das religiöse Zentrum von Ulaan Baatar. Heute wie damals ist das Kloster von Jurten umgeben. Hält man sich vom Haupteingang rechts, so kommt man in einen Hof mit dem 1840/41 errichteten Orchidara-Tempel. Folgt man dem Strom der Pilger, so erblickt man hinter Glas eine Statue von Tsongpapa, dem tibetischen Gründer der Gelbmützensekte. Das zweite Gebäude ist der Didan-Lavran-Tempel der besondere Verehrung genießt, weil der 13. Dalai Lama sich dort 1904 längere Zeit aufhielt. Direkt gegenüber dem Haupteingang befindet sich der Mejid Janraiseg-Süm, ein mehrere Stockwerke hoher Tempel, der 1911/12 errichtet wurde, um das Ende der Chinesen-errschaft zu feiern. In seinem Innern befindet sich eine 26,5 m hohe Statue des „Gottes, der in alle Richtungen schaut. Die Statue hat in der rechten Hand das Wasser des Lebens und in der linken Hand einen Spiegel. Die Figur ist aus Kupfer und außen vergoldet. Die Statue ist eine Nachbildung, die ursprüngliche verschwand 1937 im Zug der antireligiösen Kampagne spurlos in der Sowjetunion. Bei dieser Aktion wurden auch sämtliche Lamas ermordet.

Die farbigen Tücher, mit denen die Figur geschmückt ist bedeuten: weiß für die Seele, blau für den Himmel, gelb für den buddhistischen Glauben und grün für die Erde. In einem Nebengebäude finden wir Bänke und Pulte vor, für den Unterricht der Klosterschüler. Hier werden auch die gemeinsamen Gebete gesprochen. Der Raum ist geschmückt mit Tüchern und Bildern, farbigen Figuren aus Butter modelliert. Ein ähnliches Gebäude finden wir bei unserem Rundgang. Hier sitzen die Schüler und proklamieren im Chor, mit Trommeln begleitet, Leitsätze oder Gebete. Hier ist natürlich fotografieren verboten. Überall auf den freien Plätzen werden Tauben gefüttert. Nach einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg zum Bus. Er bringt uns zum zentralen Platz beim Zirkus. Von hier begeben wir uns zur Passage mit Supermarkt und Metzger Werner. Ein Deutscher aus Kempten hat sich hier niedergelassen. Die Fahrer der Wohnmobile, die bei Mercedes stehen, fahren mit Tsatsralts Pkw weiter, um die Wohnmobile abzuholen. Uni begleitet uns im Bus zum Restaurant „Club Seoul“. Dort machen wir uns frisch und trinken Kaffee. Wir sind ja eine Stunde zu früh. Um 16.00 Uhr soll es hier Büfett geben für uns. Die Tische werden erst noch abgeräumt von den letzten Gästen. Kurz nach 16 Uhr beginnen wir schon mal mit den Köstlichkeiten, die uns hier geboten werden. Um 17.20 Uhr wandern wir um die Ecke zum Theater. Pünktlich um 18 Uhr beginnt hier die Vorstellung des Nationalen Tanz- und Gesangsensembles. Fremd und doch faszinierend sind die verschiedenartigen mongolischen Gesänge, beeindruckend die Tänze und das Zusammenspiel der Instrumente. Hier kommt die Pferdekopf-Geige vielfach zum Einsatz.  (Mongolei v. Trescher - Verlag S. 110-113) Die Gesangsformen, die die Mongolen entwickelt haben, gibt es so nirgends auf der Welt. Das berühmteste Beispiel ist der Chöömij genannte Oberton – Gesang, der höchste Ansprüche an Zwerchfell, Stimmbänder und Kehlkopf stellt. Man braucht eine spezielle Atemtechnik, um die zwei Luftströme hervorzubringen, mit denen der Sänger gleichzeitig zwei Töne erzeugt. Einer dieser Töne ist ein einziger langgezogener Grundton, der zweite wechselt und bildet die Melodie, die sich zu großen Höhen erhebt. Obertongesang ist sehr anstrengend und reine Männersache.

Eine Schlangentänzerin mit ihren akrobatischen Vorführungen bezaubert uns. Ihr biegsamer Körper bezieht Stellungen, die außerhalb unserer Vorstellungskraft liegen. Als Letztes sehen wir Tänzer mit Masken und Gewändern, die aus der Oper entstammen. Nach der Vorstellung, um 19.10 Uhr fährt uns der Bus wieder zurück, mit Umweg über Mercedes-Werkstatt. Wir sind um 20 Uhr wieder auf unserem Platz am Hotel Erkhet Suld. Die Temperatur beträgt nur noch 15°. Da gehen wir heute lieber mal in die Möbel.

 

 

Freitag,    6. August 2010   38. Tag

 

Um 6 Uhr heizen wir ein, draußen messen wir 5° und innen 13°. Um 7.00 Uhr stehen wir auf. Es ist schon wärmer geworden mit 9°. Wir haben einen Bus bestellt, der uns ab 9 Uhr in die Stadt bringt. Uni zeigt uns ein Geschäft für Filzprodukte. Das ist sehr interessant, was es für Produkte aus gefilztem Material gibt. Eberhard ersteht Hausschuhe und ich einen hübschen Hut. Im großen Kaufhaus schauen wir in den verschiedenen Stockwerken, was es gibt, unter anderem in der Kashmere-Abteilung.  Auf dem Weg zurück zum Bus, wir haben Getränke im Supermarkt eingekauft, schaue ich nochmals in ein Strickwarengeschäft. Hier finde ich einen hübschen erdbeerfarbenen Pullover für mich. Am Bus verstauen wir unsere Einkäufe und begeben uns zum Supermarkt und zum Metzger Werner. Hier gibt es frischen Leberkäse und Kotelett. Mit dem Bus fahren wir nun weiter zu einem Outletcenter für Kashmere – Produkte. Voll beladen verlassen wir das Gebäude. 13.30 Uhr fahren wir mit dem Bus zurück zu unserem Platz.

Um 16 Uhr wird es wieder unruhig. Die Vorbereitungen für das Grillen sind am Laufen. Aus den Jurten werden kleine Tische heraus geholt und auf der freien Betonfläche aufgestellt. Zwei Grills werden angeheizt und ein Team vom Metzger Werner legt Fleisch und Würste auf. Wir brauchen nur unsere Stühle und Gläser mitzubringen. Ab 17.00 Uhr gibt es herrliche Fleischstücke und Würstchen mit Salaten. Wir sitzen in der Sonne bei 22° und genießen den wunderschönen Abend.

 

Reisetraum Mongolei

Eingeschlossen zwischen dem asiatischen Russland im Norden und China, dem Reich der Mitte, im Süden liegt ein Traumland. Die Mongolei ist in vieler Hinsicht ein Juwel, man könnte es auch die Philosophin unter den so vielen schönen Landschaften anderer Länder nennen. Gleich nach der russischen Grenzstadt Ulan Ude fährt man in sanfte grüne Hügelzüge mit breit ausladenden Ebenen hinein, schon Vorboten mongolesischen Landes.

Der Besucher, der durch das weite Land fährt, sieht hier eine ganz andere Natur als zuvor durch das sibirische Russland und trifft hier auf Menschen, die in der Weite der Horizonte eine Freiheit haben, von der wir nur träumen können. Mit ihren großen Viehherden ziehen sie noch als Nomaden zu  den Sommer- und Winterweiden weiter. In der Jurte spielt sich das häusliche Leben ab, immer aber nur Bleibe für kurze Zeit; das Dasein dieser Bauern ist Sinnbild einer Lebensweise, die uns Besuchern so fremd und doch so sympathisch ist.

Emsiges Treiben in der Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulan Bator) verrät modernes großstädtisches  Getue, im Gegensatz zu den Menschen, die in der weiten Landschaft noch als Nomaden unterwegs sind, dass die Mongolen zwanzig Jahre nach sowjetischer Herrschaft in Gesellschaft und Wirtschaft auf dem Wege sind sich zu einem Staat westeuropäischen Zuschnitt herauszubilden. Auf die Mentalität der Mongolen sich einzulassen lohnt sich, verrät dem westeuropäischen Besucher eine Offenheit zur Welt. Im Wohnmobil hier durchzureisen gibt die Gelegenheit auf sympathische Menschen zu treffen. In dieses Land möchte man immer wieder hingehen und es genießen.

Toni  Blümli, Reiseteilnehmer

 

 

Samstag,  7. August 2010   39. Tag

 

Etwa um 7 Uhr stehen wir auf bei 13°. Die Sonne verwöhnt uns schon. Zeitig sind wir fertig für die Abfahrt zur Bahn, das Verladen der Fahrzeuge ist auf dem Programm. Erst um 9.15 Uhr fahren wir ab. Es sind nur 20 km durch die Stadt und doch brauchen wir dafür ¾ Stunde. Der 1. Teil ist ganz einfach, bis zur Mercedes – Werkstatt, dann abbiegen zum Gobi – Outletcenter.  Vor der letzten Rechtskurve geht es aber dann links ab ins Industriegelände oder Bahnhofsgelände. Hier fahren wir bestimmt noch mal 3-4 km im Zickzack umher. Wir sind pünktlich um 10 Uhr am Geleise mit Rampe zur Auffahrt. Die Waggons stehen auch schon da. Jetzt wird kontrolliert und die Reihenfolge steht auch bald fest. Wieder einmal sind wir ganz vorne beim Beladen. Ob es ein Vorteil ist, steht noch nicht fest. Um 13.00 Uhr sind alle Womos auf den Waggons verladen. Vor Larry ist allerdings ein Waggon, der wieder raus muss. Er ist wohl schadhaft und soll in die Werkstatt.

Ernst leiht uns großzügig seine Leiter zum ein- und aussteigen. Denn wir stehen so weit vorne, dass es keinen Bahnsteig mehr gibt. Jetzt kann ich Computerarbeiten erledigen. Es gewittert heute mächtig. Zwischendurch setzte ich mich zu den Anderen auf den Bahnsteig in den Schatten, um etwas zu trinken.  Maria lädt zum Würfeln ein, da sage ich nicht nein. Später holt Eberhard mich zurück, es windet stark und der nächste Schauer ist zu erwarten. Die Fahrzeuge sind verzurrt und wir stehen immer noch, es ist bereits 18 Uhr. So bleibt uns Zeit das Abendessen einzunehmen. Von 28° ist die Temperatur auf 19° gesunken. Eigentlich sollten wir schon auf der Strecke sein, aber wir stehen immer noch, es ist schon 19.30 Uhr. Nach Stricken und lesen gehen wir um 22 Uhr zu Bett. In der Nacht um 1.30 Uhr werden wir wach, wir werden rangiert, das dauert 1 Stunde. Dann stehen wir wieder und können weiterschlafen.

Ulaan Baatar, Hotel Erkhet Suld  -  Ulaan Baatar, Bahnhof:   20 km          Gesamt:   9.424 km

 

 

Sonntag,   8. August 2010   40. Tag 

 

Schon um 5.40 Uhr werden wir wieder geweckt. Das Rangieren geht weiter, Temperatur nur 8°. Immer wieder denken wir, jetzt haben wir Ruhe um zu Frühstücken. Aber kaum steht der Kaffee auf dem Tisch, geht das Geruckel weiter. Bis um 8 Uhr werden wir rangiert. Und immer noch stehen wir auf dem Bahnhof, nur ein paar Geleise weiter. Wir machen unsere Hausarbeiten, wie Betten neu beziehen, Fahrtenbuch auf den neuen Stand bringen und die Kassenbelege verbuchen. Immer nach 2 Stunden schalten wir den Funk ein, denn eine andere Verständigung ist nun nicht mehr möglich. Um 12 Uhr werden ein paar der Drähte noch mal neu verspannt. Wir haben auch unser Vesper inzwischen eingenommen, draußen haben wir nur 14°.

Endlich um 15.00 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung. Wir haben ca. 200 km vor uns bis zur nächsten größeren Stadt. Er fährt unter der Friedensbrücke durch und von weitem sehen wir das Denkmal, auf dem Hügel vor der Stadt, das an den Krieg erinnern soll. Hinaus in die Landschaft geht es jetzt. Weit hinter der Stadt schwenkt er allmählich nach Südosten ab. In großen Schleifen gewinnt der Zug an Höhe. Zeitweise fahren wir nur mit 16 – 21 kmh. Nachdem wir in Ulaan Baatar auf einer knappen Höhe von 1300 m waren, erklimmen wir ganz allmählich eine Höhe von 1700 m. Es wird auch kälter. Um 17.30 Uhr haben wir nur noch 10°. Zeitweise fährt der Zug mit 70 – 80 kmh, die Höchstgeschwindigkeit war 85 kmh. Da rappelt und schüttelt es uns aber ordentlich. Um 18.25 Uhr stoppt der Zug in Bajan, aber zu kurz. Also mache ich meine Pilzpfannkuchen während der Fahrt. Es geht ganz gut, obwohl er zeitweise auf schlechten Schienen fährt und das Tempo nicht mindert. Er fährt bis Tschojr, dort kommen wir um 20.55 Uhr an, Temperatur jetzt wieder 12°. Wir gehen um 22.30 Uhr schlafen, der Zug fährt um 1.30 Uhr in der Nacht wieder weiter.

 

 

Montag,   9. August 2010   41. Tag

 

Um 6.15 Uhr stehen wir auf bei 7°. Der Zug kommt um 7.20 Uhr in Saynshand an, schon haben wir 13°. Bis hierher waren es ca. 223 km. Wir frühstücken in aller Ruhe und anschließend mache ich Computer – Arbeiten. Es geht ja immer nur, wenn der Zug länger steht. Um 10.30 Uhr kommen Uni und Tsatzka zu Besuch. Inzwischen sind die Temperaturen gestiegen, wir haben 22°. Wir sitzen zusammen bei Bier, Saft und Kaffee. Uni hat ein besonderes Geschenk mitgebracht, einen gekochten und eingeschweißten Schafskopf. Um 12 Uhr gibt es eine Bärlauch-Maultaschen-Suppe. Hinterher probieren wir den Schafskopf mit Senf, Puztasoße und Brot. Während dem Spülen macht die Kaffeemaschine uns einen Kaffee. Alfred hat sich eingefunden. Tsatzka macht dem Bahnhofsvorsteher einen Besuch und wir trinken Kaffee. Um 14 Uhr stehen wir immer noch. Es ist wieder sehr warm geworden, um 15 Uhr haben wir 33°. Es wird wieder rangiert, aber ansonsten tut sich nichts. Ich nütze die Zeit zum Lesen, Eberhard arbeitet mit dem Computer.

Erst um 17.30 Uhr, bei 28° geht es weiter. Unser Vesper nehmen wir während eines kurzen Aufenthaltes ein. Nach einem  schönen Sonnenuntergang um ca. 20 Uhr, wird es sehr schnell dunkel. Um 22 Uhr gehen wir schlafen. Der Zug fährt bis 0.15 Uhr. Dann stehen wir.

 

 

Dienstag, 10. August 2010   42. Tag  

 

Bereits um 5.50 Uhr wache ich auf und zwar vom Lärm einer Rangierlok, genau neben uns.  Wir stehen auf der Strecke, weit vor der Stadt. Draußen ist eine Temperatur von 10°.  Wir stehen auf, es wird wieder rangiert. Um 7.30 Uhr frühstücken wir in Ruhe, anschließend wird wieder rangiert. Um 8 Uhr funken wir mit Uni. Sie gibt uns die Freigabe zur Entsorgung der Toiletten. Auch das Abwasser lassen wir jetzt ab. Es dauert ja sicher noch einige Zeit, bis wir zum Bahnhof kommen, wo wir entladen werden. Ich sitze derweil wieder am Computer. Wir sind hier auf einer Höhe von ca. 1.000 m. Langeweile breitet sich aus, ich lese in dem Buch: Mit dem Pferd durch die Mongolei – Auf den Spuren von Dschingis Khan. Es passt sehr gut in die Landschaft. Zur Mittagszeit stehen wir immer noch außerhalb, die Temperatur steigt auf 29°.

Um 14.45 Uhr holt uns die Rangierlok ab und bringt uns zur Rampe. Ankunft dort um 15.15 Uhr. Wir stehen so, dass wir seitwärts herunter fahren müssen. Dazu brauchen wir Bleche. Aber zuallererst müssen die Womos los geschnitten werden und die Keile entfernt werden. Dafür lassen sich die Bahnarbeiter sehr viel Zeit. Wunderbar warm haben wir mit 33°. Erst um 17 Uhr ist diese Arbeit beendet, aber die Bleche fehlen. Gemeinsam schleppen die Männer Zwischenstücke für die Überbrückung von Waggon zu Waggon. Auch 2 Bleche werden nun heran geschafft. Aber eigentlich ist das zu wenig für die langen Fahrzeuge. Die Arbeiter haben sich alle verdünnisiert. Die Ingenieurin ist sauer auf uns, weil wir eigenmächtig handeln. Sie wollte wohl, dass wir auf den Waggons übernachten. Aber Eberhard lotst ein Auto nach dem Anderen auf nur zwei Blechen von den Waggons. Um 20.30 Uhr sind alle runter von den Waggons, die letzten mit der Taschenlampe gelotst. Am liebsten würden wir jetzt stehen bleiben um zu essen und zu schlafen. Aber wir sollen noch einige Kilometer weit fahren, zu einem ruhigen Platz.

Schließlich setzt sich die Kolonne um 21.15 Uhr in Bewegung, nachdem Tsatzka noch auf dem Bahnhof abrechnen musste. Die Straßen sind furchtbar und wir sind ca. 10 km außerhalb in der Pampa. Da wird natürlich nur noch 1 Dose aufgemacht, damit wir zusammen noch etwas trinken können.

Bahnhof – Zamin Ud              10 km             Gesamt: Km   9.434

 

 

Mittwoch,  11. August 2010      43. Tag

 

Bereits um 8 Uhr kommen Uni und Tsatzka schon vom Hotel um uns abzuholen. Wir waren nicht all zu weit von dem Jurtenhotel, zu dem wir eigentlich wollten. Aber in der Dunkelheit, war der Weg einfach nicht zu sehen.

Wir haben 9 km bis zum 1. Posten auf der mongolischen Seite. Hier werden Straßengebühren in Höhe von 20 € und Tourismusgebühren von 10 € verlangt. Alles verhandeln nützt uns gar nichts, wir müssen löhnen. Wir reihen uns in die Kolonne zur Grenze ein und warten von 10.00 Uhr bis 11.45 bis wir zur Passkontrolle dürfen. Die ganze Prozedur dauert nur ¾ Stde. Dann fahren wir weiter zur chinesischen Seite. Uni und Tsatzka haben ihr Auto auf der mongolischen Seite zurück gelassen und fahren mit uns über die Grenze.

Hier geht es um 13.15 Uhr weiter, nachdem Mark Mi uns in Empfang genommen hat. Er lotst uns durch die Passkontrolle und auf dem Zollgelände bekommen wir die chinesischen Auto-Nummern, Papiere und Führerscheine. Hier lernen wir Sindy, die Freundin von Mark kennen. Sie spricht englisch. Der Fahrer von Mark ist uns von unserer Reise 2005 schon bekannt, es ist GPS, eine Abkürzung seines chinesischen Namens. Er kann sich ebenfalls an uns erinnern.

Schließlich fahren wir um 16.00 Uhr am Zoll ab und sind nach einigen Kilometern in der Stadt Ehrenhot am Hotel „Hai Feng“. Mark geht mit einigen Leuten gleich los, um Geld zu tauschen, denn die Bank schließt bald. Derweil kümmere ich mich um die Elektrik.

Heute gehen wir im Hotel zum Essen. Alle machen mit. Jetzt wird mit Stäbchen geübt. Bei dieser Gelegenheit werden Uni und Tsatzka von uns offiziell verabschiedet. Sie fahren nach einigen Einkäufen am nächsten Tag durch die Gobi wieder zurück. Mit ihrem Allradfahrzeug ist das ja auch kein Problem. Es ist herrlich warm an diesem Abend und wir sitzen noch lange draußen beisammen.

Zamin Ud  -  Grenze  - Ehrenhot      20km            Gesamt:  9454km  

Singapur6B-0113.jpg Singapur6B-0108.jpg Singapur1B-125.jpg Singapur1B-132.jpg Singapur1B-137.jpg
 Stellplatz Mongolei  Uni u. Tsatzka, Reiseleiter  Weite Mongolei  Grille  
Singapur1B-153.jpg Singapur1B-165.jpg Singapur1B-163.jpg Singapur1B-190.jpg Singapur1B-197.jpg
 Dorf Mongolei  Nomaden, Pferdeherde  Bei den Nomaden  Bei den Nomaden  Festessen Murmeltier
IMG_0484.jpg IMG_0230.jpg IMG_0229.jpg Singapur1B-5.jpg Singapur1B-30.jpg
 Stellplatz Ulaan Bataar  Stellplatz Ulaan Bataar  Edelweiß  Ulaan Bataar  Parlament
Singapur1B-43.jpg Singapur1B-78.jpg Singapur1B-130.jpg Singapur1B-1251.jpg IMG_0459.jpg
 Sippenausflug  religiöses Zentrum  Folklore  Folklore  Grillfest
IMG_0495.jpg IMG_0509.jpg IMG_0541.jpg IMG_0605.jpg IMG_0606.jpg
 Bahnverladung  Bahnverladung  Bahntransport  Grenze nach China  Grenze nach China

 

Donnerstag,  12. August 2010     44. Tag

 

Um 7 Uhr stehen wir auf, 24/27°. Es überrascht uns ein Gewitterregen.

Noch in Ehrenhot fahren wir mit unseren Womos zum Einkaufen. Wir erregen ein wenig Aufsehen, wie überall wo wir hinkommen. Wir verlassen Ehrenhot auf einer Top-Straße.  Neben der Straße finden wir mehrere Reihen Bäume gepflanzt. Hier wird gewaltig aufgeforstet. Bei der Stadtausfahrt sehen wir links und rechts gewaltige Dinosaurier- Figuren stehen. Sogar über der Straße als Ausfahrt-Tor stehen diese Riesen. Nach einer Mautstelle kommt prompt eine Baustelle, bei der wir die Straße verlassen müssen. 15 Yuan sind nicht viel, ca. 1,90 €. Am Nachmittag kommen wir in einen Gewitterregen, der seinesgleichen sucht. Am ganzen Firmament haben sich dunkle Wolken versammelt und lassen uns nicht mehr los.

Um 15.10 Uhr kommen wir in Sisiwang, im Jurtenhotel an. Es ist Kaffeezeit. Leider bläst ein ungewöhnlicher Wind. Hinterher machen wir einen Spaziergang zu den Pferden und schauen uns das Gruppenzimmer im Jurtenhotel an. Der Souvenirladen gibt nicht viel her, das Restaurant ist zu teuer, erzählt uns Mark. Dann wird es Zeit, meinen Krautsalat mit Annanas vorzubereiten. Es braucht etwas Zeit, um zu ziehen. Wir wollen heute die Würstchen grillen, die Alfred besorgt hat und die in verschiedenen Haushalten eingefroren sind. Eberhard sitzt derweil mit Mark zusammen, um das Programm für die nächsten Tage zu besprechen.

Pünktlich um 19.00 Uhr legt Peter die Würstchen auf seinen Grill. Die Tafel ist aufgestellt, die Salate stehen bereit. Es wird wieder ein schöner Abend. Leider wird es relativ früh dunkel und mit 21° fast schon kühl.

Ehrenhot – Sisiwang     km  248                  Gesamt: km    9.719

 

Gedankensplitter eines China-Reisenden

Im Reich der Mitte angekommen

Die Reiseroute birgt große Überraschungen. Das Staunen ist riesig. Schon die Grenzorte können nicht unterschiedlicher sein. Zwischen der mongolischen Wüste Gobi und der chinesischen in der die Reiseroute mit den Wohnmobilen verläuft, ist die Vegetation nur spärlich, im flachen Land manchmal australischen Landschaften gleichend, sind Luft und Boden mit Sand durchtränkt. Die Grenze ist hier wie ein Tor in eine neue Welt. Rückständig unordentlich der letzte Ort der Mongolei; die erste Stadt im Reich der Mitte, Ehrenhot, wahrlich ein Theater lädt nach China ein.

Knapp tausend Kilometer nördlich von Peking gelegen, auf der strategischen Weltkarte wohl unbedeutend, ist sie ein gigantischer Bauplatz in dem unübersehbar ins weite Land hinaus neue große Stadtgebiete mit Hochhäusern hingepflanzt werden. Vorgeschmack auf eine Entwicklung mit dem China uns in absehbarer Zeit noch überraschen wird.

Toni Blümli

 

 

Freitag,  13. August 2010   45.Tag

 

Die Temperatur ist von 16° auf 20,5° gestiegen, bis wir um 8.00 Uhr abfahren. Wir sind hier auf einer Höhe von 1500 m. Das Gelände ist ansteigend, denn als wir um 10 Uhr in Wuchuan unsere Pause machen sind wir schon auf 1700 m. Dazu stehen wir bei einer Elite-Sportschule. Hierher kommen nur die besten Sportler, um zu trainieren und sich auf Wettkämpfe vorzubereiten. Wir dürfen hier auch entsorgen.

Am Wegesrand sehen wir viel Landwirtschaft. Es wird hier Mais, Kartoffeln, Raps, Getreide und Sonnenblumen angebaut. Es ist die typische Lößlandschaft.

Auf dem Weg nach Datong bezahlen wir 3 x Maut mit je 10 Yuan. In der Nähe des Sees bei Da Hai machen wir eine Kaffeepause, anschließend kommen wir an der Abzweigung zum See vorbei. Vor 5 Jahren sind wir hier zum See abgebogen und haben dort übernachtet. Bis hierher haben wir 260 km gefahren. Die Stadt danach ist der blanke Horror. Hier wird die Straße angeblich neu gemacht, aber die 5 km ist eine einzige, staubige Buckelpiste. Wir werden von einer Seite auf die Andere geworfen durch die Mulden, Löcher und Höcker in der Straße. Am Stadtende von Fengzhen wird unsere Tourbegleitung ausgewechselt. Ab hier begleitet uns Sophia mit ihrem Fahrer. Es ist bereits 18.20 Uhr, bei km 324 km.

Um 20 Uhr kommen wir in Datong beim Hotel Yanbei an. Der Parkplatz ist eng, laut und stinkig. Wir kommen neben dem Heizungshaus mit Holzvorrat zu stehen. Bis alles geregelt ist, dauert es lange. Erst um 21.00 Uhr machen wir uns auf den Weg, ein Restaurant zu suchen. Wir werden fündig und bekommen einige scharfe Speisen serviert. Es ist trotzdem ok.  Erst um 23 Uhr kommen wir deswegen ins Bett. Im Wohnmobil haben wir immer noch 27°, draußen 23°.

Sisiwang – Datong     374 km                     Gesamt:  km 10.092

 

 

Samstag,  14. August 2010   46. Tag

 

Wir sind sehr früh wach und gehen gleich duschen. Temp.  23°.  Um 9.50 Uhr fahren wir mit dem Bus ab, aber erst noch zur Bank, um Geld zu wechseln. Die Anfahrt dauert ganz schön lang und die Abwicklung ebenso. Die nächste Station ist die 9 Drachenwand. Der Drachen ist das kaiserliche Zeichen. Der Phönix ist das Zeichen für die Kaiserin. Erst um 11.30 Uhr fahren wir weiter zu den Yungang-Grotten. Mit einem kleinen, offenen Wagen fahren wir zum Eingang der Grotten. Wir haben von 13.00 Uhr bis 14.30 Zeit, um uns die Grotten in Ruhe anzuschauen. Sophia erklärt uns einige der Grotten . Ansonsten wandern wir von Grotte zu Grotte und schauen uns die großen und kleinen Buddhastatuen an. Manche sind noch bemalt, andere sind in Natura gehalten. Wiederum einige haben dem Versuch der Vernichtung standgehalten. Um das Jahr 460 wurden die esrten 5 großen Buddhastatuen hier erschaffen. Es wurden 1.000 Grotten mit 100.000 Figuren, von denen aber nur noch etwa 51.000 erhalten geblieben sind. Die größte Statue misst 17 m und die kleinste hat nur 2 cm.

Um 16.00 Uhr sind wir nach 1 Stunde Fahrzeit wieder zurück am Hotel. Jetzt gibt es eine gemütliche Kaffeepause.

Am Abend gibt es anläßlich des Geburtstages von Lyssi für die ganze Gruppe eine Nudelsuppe aus dem Suppentopf, davor Sekt und Bruschetta. Wir haben dazu Mark, Sindy und Gps eingeladen. Die Chinesen sind sind nicht so begeistert von der europäischen Kost.

 

 

Sonntag, 15. August 2010   47. Tag

 

Heute stehen wir um 6.30 Uhr auf bei 17°.  Wir fahren mit dem Bus um 8 Uhr ab. Wir wollen zum Hängenden Kloster. Das liegt nur bis 11 Uhr in der Sonne zum Fotografieren. Leider kennt der Busfahrer den Weg nicht und kutschiert uns 3 ½ Stunden über einen Umweg dorthin. Dabei sehen wir eine Holzpagode, die ohne einen einzigen Nagel errichtet wurde. Sie ist schon 900 Jahre alt. Erst um11.30 Uhr kommen wir am Hängenden Kloster Xuang Köng Si an. Wir sind stinksauer.

Trotzdem gelingen uns noch einige Aufnahmen und natürlich erklimmen wir über Steintreppen und Holzstiege das Kloster. Allerdings herrscht großes Gedränge auf den schmalen Gängen. Auch hier gibt es Nischen und Grotten mit Figuren aus Holz und Stein. Um 13.00 Uhr fährt uns der Bus wieder zurück und trotz aller Proteste wieder über den Umweg. Auch auf dem Rückweg müssen wir uns wehren, damit er wenigstens die Autobahn auf dem schnelleren Weg erreicht.Wir sind um 15.30 Uhr wieder in der Stadt am Supermarkt. Zum Einkaufen brauchen wir auch noch 1 Stunde und sind um 17 Uhr am Hotel zurück. Das Thermometer zeigt 30°.

 

 

Montag,  16. August 2010   48. Tag

 

6.30 Uhr aufstehen, 18°. Abfahrt um 8 Uhr. Es geht nach Süden aus der Stadt. Bereits nach 9 km kommt schon die Auffahrt und Maustelle für die Autobahn nach Peking. Hier verabschieden wir uns von Sophia. Nach 80 km können wir bei einer Tankstelle entsorgen und machen auch eine kleine Pause. Bereits um 12 Uhr haben wir eine Temperatur von 32° . Bei der nächsten Pause sind es schon 36°. Auf der Einfahrt nach Peking haben wir dann doch noch einige Staus und kommen erst um 17.00 Uhr beim Hotel Zhong Yan an.

Wir beziehen das Zimmer 518 und duschen gleich. Um 19 Uhr holt uns You mit dem Taxi ab. Er lädt uns zum Essen ein. Es geht nicht weit und doch müssen immer Umwege gefahren werden, die Straßen sind oft nur in einer Richtung befahrbar.

Wir haben You vor 5 Jahren kennen gelernt. Damals war er unser Führer und Dolmetscher von Kashgar bis Peking. Jetzt sitzt er im Büro und hält die Fäden in der Hand bzw. organisiert.

Datong – Peking       350 km                     Gesamt:    km 10443

 

Gedankensplitter eines China-Reisenden

Chinesen als Zuschauer

Mit stoischer Ruhe wird einem ins Gesicht und über die Schulter geschaut. Westeuropäer bieten ihnen offenbar die Angriffsfläche, zu erfahren, was neu sein könnte. Man ist manchmal daran, einen Lacher auszustoßen. Chinesen sind neugierige Leute, in ihren Gesichtern werden scheinbar unausgesprochene Wünsche sichtbar, gepaart mit Freundlichkeit und Anteilnahme. Ist es das Interesse an einer Sache oder ist es so etwas wie kindliche Neugierde?

Ganze Menschengruppen können vor einem stehen und dich ins Visier nehmen. Die Langnase steht dann wie auf einer Bühne ohne schauspielerischen Auftrag. Das Publikum aus Asien schaut dann Europa zu, in stoischer Ruhe, auch wenn nur Alltägliches und Banales geboten wird.

Toni Blümli

 

 

Dienstag,  17. August 2010    49. Tag

 

Um 8 Uhr frühstücken wir im Womo. Heute ist ein Tag zur freien Verfügung. 28°.  Smog liegt über der Stadt. Um 11.30 Uhr bringen wir gemeinsam unsere Wäsche in die Wäscherei. Sie liegt etwas versteckt in der Seitenstraße, ist aber billiger, als meine vor 5 Jahren. Wir haben zunächst nur 2 Beutel abgeliefert mit Hosen und Tshirts für 130 Yuan = 15 €. Die nächste Station ist der Frisör. 2 x Haare schneiden, waschen, fönen und Kopf-Nacken-Massage bezahlen wir hier nur 55 Yuan = ca  7 €.

Nach unserer Mittagspause schauen wir uns im Einkaufs-Center um. Wir entdecken ein riesiges Teehaus. Auf drei Stockwerken gibt es nur Teestände. Erst ganz oben gibt es Foto-Artikel, Apparate und Zubehör. Am Abend sind wir nebenan im Restaurant „Angel“. Das Prozedere ist hier ganz einfach. Jeder bestellt unten aus der Vitrine, was er haben möchte. Das wird aufgeschrieben und oben im 2. Stock dann gegart serviert. Ab 21 Uhr sitzen wir nochmals draußen zusammen bei 29°.   Heute wird es wieder spät.

 

 

Mittwoch,  18. August 2010   50. Tag

 

Schon kurz nach dem Frühstück wird unser Womo für ein Campingmagazin abgelichtet. Das Team lässt uns auch ein paar Zeitschriften zum Anschauen da. Es ist schon wieder schwülwarm mit 28.

Um 9 Uhr holt uns der Bus ab. Es ist ein Kleinbus. 1 Stunde Fahrzeit bis zum Platz des Himmlischen Friedens. Von dort gehen wir durch das Tor zum Kaiserpalast und weiter in die Verbotene Stadt. Die Verbotene Stadt gliedert sich in zwei Teile: Zunächst der Kaiserpalast mit 3 Hallen. Die 1. Halle= Halle der höheren Harmonie, 2. Halle= Erhaltung der Harmonie und die 3. Halle= Vollendete Harmonie. Der Außenbereich ist für den Kaiser und seine Beamten und der Innere Bereich nur für den Kaiser und seine Familie. Die Dienstboten dort dürfen die Stadt nicht verlassen. Also einmal in der Verbotenen Stadt, immer verbotene Stadt. Die Zahl 9 ist eine kaiserliche Zahl. So spricht man auch von 9.999 Räumen in der verbotenen Stadt. In Wirklichkeit sind es aber nur 6.400 Räume. Rot und gelb (Gold) sind die kaiserlichen Farben. Die Farbe rot bedeutet in jedem Fall Glück, deshalb wird sie bei Hochzeiten bevorzugt. Die Dachziegel in der kaiserlichen Stadt gibt es in den Farben gelb, blau und grün. Außerdem gibt es auf den Dächern Fabelwesen, je nach Wichtigkeit 3,5,7 Figuren. Wichtige Gebäude haben eine höhere Anzahl, die höchste Anzahl ist 9 mit der Ausnahme der Halle der höheren Harmonie. Sie hat 10 Tierfiguren.

Im Inneren Bereich wohn der Kaiser mit seiner Familie, allerdings die Söhne nur bis zu ihrem 14. Lebensjahr.

Wir machen nach 13 Uhr eine kleine Pause um anschließend gestärkt den Kohlehügel zu ersteigen. Hier wurde früher die Kohle gebrannt für die verbotene Stadt. Heute ist es ein beliebter Aussichtspunkt. Bei gutem Wetter hat man einen schönen Blick auf die Kaiserstadt und die Hutongs von Peking. Heute ist es aber leider wieder sehr dunstig, der Smog.

Schon um 15.00 Uhr sind wir mit dem Bus zurück am Hotel. Mit 29° ist es wieder recht schnuckelig warm. Wir gönnen uns Kaffee, bevor wir die restliche Wäsche wegbringen und die 1. schon abholen.

Um für den Abend gestärkt zu sein, koche ich schnell Schinkennudeln,. Bereits um 18 Uhr holt uns der Bus zur Kung-Fu – Show ab. Hier wird das Leben eines Kung-Fu – Schülers dargestellt. Bereits während der Show beginnt es draußen zu regnen. Wir fahren tief beeindruckt wieder mit dem Bus nach Hause

 

 

Donnerstag,  19. August 2010   51. Tag

 

Schon beim Aufstehen sehen wir den Nebel oder Smog über der Stadt hängen bei 21°. Um 9.15 Uhr fahren wir ab und kommen um 9.40 Uhr beim Sommerpalast der Kaiserin Chi an. Wir beginnen an einem der hinteren Tore und wandern am Marmorschiff vorbei zum Wandelgang mit 728 m Länge. Die Decke ist wunderschön gestaltet und ausgemalt mit Bildern. Wir besteigen ein Drachenboot und fahren damit über den See. Auf der anderen Seite bestaunen wir eine geschwungene Steinbrücke mit 17 Bogen.

Weiterfahrt um 11.30 Uhr mit dem Bus zum olympischen Dorf. Hier halten wir uns bis um 13.00 Uhr auf. Mit einem kleinen Elektrobus fahren wir über das Gelände und bestaunen die Sportstätten, allerdings nur von außen. Ganz besonderes Augenmerk verdient das große Stadion „Vogelnest“ genannt.

Später in der Stadt bekommen wir eine Teezeremonie gezeigt, sprich Teeverkostung. Das ist eine ganz interessante Angelegenheit. Das animiert zum Kauf. Gleich nebenan bekommen wir nun ein Mittagessen serviert. Mark hat es für alle bestellt und es schmeckt vorzüglich. Frisch gestärkt begeben wir uns anschließend zum Lamatempel. Es ist mittlerweile schon 15.45 Uhr. Wir besichtigen Tempel um Tempel. Manchmal gelingt es uns heimlich zu filmen oder zu fotografieren. Was für eine Religion, wo es für jede Angelegenheit einen speziellen Buddha gibt. Um 17 Uhr schließt das Lamakloster und wir fahren zum Trommelturm. Dort am Hutong erwarten uns schon die Rikschas für eine Rundfahrt. Bei einer Künstlerin werden wir ins Haus gebeten. Dort erfahren wir etwas über das Leben in diesen einfachen Häusern. Meist sind es nur 2 ½ Räume. Es gibt keine Toiletten dort. In jedem Viertel gibt es mehrere öffentliche Toiletten. (Stehtoiletten, oft ohne Türe) Sie sind sehenswert. Die Künstlerin ist Malerin und bemalt Flaschen, Vasen und besondere Gegenstände von innen. Wir sind beeindruckt.

Noch ist der Tag für uns nicht zu Ende. Um 19 Uhr landen wir in einem Schnellimbiss und verdrücken eine Portion kalte Nudeln. Um 10 vor 20 Uhr beginnt im Teehaus das Abendprogramm. Es ist allerhand geboten, einmal wird die Teezeremonie vorgeführt und zwar zu verschiedenen Jahreszeiten, dann werden wir mit Tüchern von einer jungen Frau verzaubert. Wir bekommen Einblick in die Pekingoper und ein Schattentheater. Tanzeinlagen gehören ebenso dazu wie eine Gesangsnummer einer Künstlerin. Dazu bekommen wir Tee und Kleingebäck serviert. Es ist eine sehr interessante Veranstaltung für uns. Nach 1 ½ Std. bringt uns der Bus wieder zurück zum Hotel. Im Womo ist es noch schön warm mit 29°.

 

 

Freitag,  20. August 2010    52. Tag

 

Bei 25° stehen wir um 7 Uhr auf. Nachdem Eberhard im Hotel kein Geld tauschen konnte, wartet er bis Mark kommt. Nebenan ist eine Bank die tauscht, aber das kostet jetzt Zeit. Deshalb fahren wir mit dem Bus erst um 8.25 Uhr ab. 9.50 Uhr kommen wir beim Himmelsaltar an. Hier trug der Kaiser seine Bitten vor, z. B. um eine gute Ernte. Auch die dazu gehörenden Tempel finden unsere Aufmerksamkeit.

Bei der Perlenzucht finden wir alle etwas, zumeist Kleinigkeiten zum Verschenken.

11.30 Uhr fahren wir weiter zu einer Markthalle. Dort gibt es in erster Linie Souvenirs und Bekleidung. Wir beide gehen auf der hinteren Seite hinaus auf die Straße und essen dort eine Kleinigkeit bei einer Garküche. Nun sind wir gerüstet für den Ansturm der Verkäuferinnen auf uns Kunden. Überall werden wir angesprochen, damit wir kaufen sollen.

Um 14.30 Uhr kommen wir zu der zweiten Markthalle, hier gibt es auch Seidenstoffe. Aber auch hier sind die Verkäuferinnen etwas aufdringlich. Das macht keinen Spaß. So begnügen wir uns mit dem Anschauen. Weiter geht die Fahrt zum Botschaftsviertel. Hier gibt es eine Bäckerei, in der erstehen wir Brot und Baguette. Der nächste Punkt, bei dem wir abgesetzt werden, ist die Fußgängerzone. Hier schwirrt die ganze Gruppe aus. Wir Frauen interessieren uns für das Seidenstoff – Geschäft. Einige kaufen sogar etwas dort, obwohl die Preise seit 2005 angestiegen sind.

Um 18.30 Uhr treffen wir uns und gehen gemeinsam in einem Kaufhaus, oben in einem gehobenen Restaurant zum Essen. Das hat Mark organisiert. Es gibt hier optisch abgetrennte Räume, die sehr schön gerichtet sind. Mark hat auch schon die Speisenfolge bestellt. Es gibt von allem reichlich und die Auswahl ist stimmig. Hinterher begeben wir uns wieder zu unserem Bus. Jetzt beginnt die Lichterfahrt. 1 Stunde  fahren wir durch das beleuchtete Peking mit den tausend Lichtern. An einer Fußgängerzone hält der Bus. Hier gibt es über der Fußgängerzone einen beleuchteten Himmel, auf den Bilder und Filmfolgen projiziert werden. Eltern mit ihren Kindern lassen bunte Scheiben in den Himmel fliegen, die sich drehen und wunderschöne Muster zaubern. Wir sind total hingerissen. Um 21.30 Uhr sind wir zurück am Hotel. Wir sind ganz schön geschafft und trollen uns ins Zimmer

 

 

Samstag,  21. August 2010   53. Tag

 

6.30 Uhr klingelt der Wecker. Draußen regnet es bei 22° und im Womo sind es noch 29°. Bereits um 8 Uhr fahren wir mit dem Bus ab in Richtung Große Mauer. Wir machen aber noch eine Pause bei einer Cloisonné Fabrikation. Wir dürfen zuschauen wie Vasen vorbereitet werden, zum Bemalen und Brennen. Wunderschöne Gegenstände verleiten uns wieder einmal die Kreditkarte zu zücken. Zum Glück können wir nur kleine Gegenstände mitnehmen. Der Regen hört nicht auf, als wir nach 1 ½ Stunden weiterfahren. Um 11 Uhr langen wir an der Mauer an. Wir sind nicht bis Badaling gefahren. Dort ist trotz Regen zu viel Betrieb. Außerdem gibt es den Sessellift nicht mehr und man müsste zu Fuß auf die Höhe steigen, um auf die Mauer zu kommen.

Also ersteigen wir den 1. Turm und von da überqueren wir die Schnellstraße. Die Mauer erstreckt sich auf beiden Seiten des Parkplatzes, nur auf einer Seite ist sie sehr steil. Wir entscheiden uns für die andere Seite. Aber angesichts der Sturzbäche, die über uns kommen, verzichten wir auf die höchste Stelle. Im Schnellimbiss leisten wir uns eine Nudelsuppe für je 10 Yuan und ein Eis.

Auf der Rückfahrt schauen wir das Minggrab des 3. Kaisers an. Hier gibt es ein Museum dazu, das uns Einblick gibt in die damalige Zeit. Der Regen begleitet uns weiterhin. Erst um 16.40 Uhr sind wir wieder am Hotel, trinken schnell eine Tasse Kaffee und holen dann unsere Wäsche ab. Die Zeit reicht gerade um zu duschen, dann geht es weiter.

Der Bus holt uns um 18.30 Uhr zum Essen ab. Heute gibt es die berühmt Pekingente. Wir bekommen außer der Pekingente noch 13 andere Speisen.  Ab 21 Uhr sitzen wir in der Hotellobby zusammen. Leider wird das Licht abgeschaltet und wir sitzen bei Dämmerlicht.

 

 

Sonntag,  22. August 2010   54. Tag

 

Heute ist ein Tag zur freien Verfügung. Trotzdem sitzen wir schon um 8.00 Uhr beim Frühstück. 22/22°.  Danach gibt es Hausarbeit:

Nach dem Mittagessen gehen wir zu Carrefour zum Einkaufen. Wir haben uns gut eingedeckt mit all den Dingen die es woanderst nicht gibt. Wir fahren mit dem Taxi zurück für 10 Yuan = 1€20. Nun haben wir uns auch einen Kaffee verdient. Eberhard geht noch einmal weg, um für sich ein Objektiv zu kaufen. Abends gehen wir gemeinsam (6 Personen) zum Restaurant Angel. Hier kann man das Essen im Kühlregal aussuchen. Dieses Gericht wird dann ganz frisch zubereitet. Jeder sucht etwas aus und dann kommt es auf die drehbare Tischplatte. Immer wieder sind wir erstaunt, welche Menüs auf diese Weise zustande kommen.

 

Gedankensplitter eines China-Reisenden

Der verschwundene Radfahrer

China war sicher einmal das größte Radfahrerland. Es gibt diese Spezies allerdings immer noch, dahinschleichend wie eh und jeh, um in gemütlichem Tempo ein Ziel zu erreichen. Inzwischen sind viele Großstädter auf die Maschine Auto umgestiegen und berädern das Straßennetzsystem total.

Vor fünfzehn Jahren in Chinas Großstädten gesehen, dass die Fortbewegung praktisch nur auf dem Trettesel stattgefunden hat, in Zehnerkolonne in allen Fahrtrichtungen sich fortbewegend, die weißhemdige Business-Männerwelt bunt gemischt inmitten Chinas Arbeitsbienen zu Tausenden auf dem Fahrrad. Ein Auto dazwischen manchmal wie ein Fremdkörper.

Solche Bilder des sich bewegenden Reiches der Mitte gehören im Jahre 2010 der Vergangenheit an. Es sind wohl Millionen Radfahrer inzwischen auf das Auto umgestiegen, mit dem Effekt, dass die Straßen der Großstädte nicht mehr vom Großstadtverkehr im Westen zu unterscheiden sind. Die Mobilität ist hier global geworden, das Auto setzt privat wie geschäftlich neue Maßstäbe. China ist motorisiert wie Europa oder Amerika. Die Pekinger sagen, Peking sei zum größten Parkplatz der Welt geworden. Wie wahr, wenn man hier unterwegs ist.

Toni Blümli

 

 

Montag,  23. August 2010   55. Tag

 

Um 5.15 Uhr stehen wir auf und räumen das Zimmer. Wir wollen um 7 Uhr abfahren. Heute sollen nur Autos mit geradem Kennzeichen fahren, deshalb hat Gps das Nummernschild am Auto getauscht. You steht bereit, sich von uns zu verabschieden. Das ist eine große Überraschung für uns. Schließlich fahren wir um 7.15 Uhr vom Hof und kommen relativ zügig auf den 3. Ring. Ab km 12 stauen wir ein wenig mit.  Nach 17 km biegen wir auf die G 2 nach Südost ab. Es ist mittlerweile 8 Uhr geworden.  Bei km 21 sehe ich ein Schild nach Jinan 384 km, unser heutiges Ziel. Nach insgesamt 25 km kommt die Mautstelle. Hier bekommen wir eine Karte und ab jetzt läuft es gut auf der Autobahn. Um 9 Uhr, nach 67 km stehen wir im Stau bei Langfang vorbei. Für 3 km benötigen wir ¼ Stunde, dann sind wir an der Baustelle vorbei und der Stau löst sich auf. Wir haben auch immer wieder mal Mautstellen, erst 20, dann 55 Yuan. Auf der Umgehung von Tanjin machen wir nach 80 km eine kleine Pause.

 

Bei der Mittagspause betanken wir auch die Fahrzeuge. Die Temperatur ist 26°. Das Wetter ist nicht besonders. Nach der Mittagspause fallen mir besonders die Maisfelder und Kartoffelfelder an der Seite auf. Hier wird intensiv Landwirtschaft betrieben. Um 16.45 Uhr verlassen wir die Autobahn nach 414 km, bezahlen nochmals 55 Yuan und sind nach 5 km bereits am Hotel. Wir stehen neben der etwas breiteren Hotelausfahrt. Es regnet und wir sitzen unter den Dächern der Pkw-Parkplätze.

Peking – Jinan         km  419                   Gesamt:   km 10.862

 

IMG_0660.jpg IMG_0664.jpg IMG_0674.jpg IMG_0735.jpg IMG_0776.jpg
 Dorf in Nordchina  Lyssi hat Geburtstag  Drachenwand Datong  Buddahöhlen bei Datong  Hängende Klöster bei Datong
IMG_0834.jpg IMG_1000.jpg IMG_0957.jpg IMG_1012.jpg IMG_1027.jpg
 Platz des Himmlischen Fridens im Smok  Straßenmusikanten  Sommerpalast  Teezeremonie  Ming Gräber bei Peking
IMG_1051.jpg IMG_1066.jpg IMG_1088.jpg IMG_1129.jpg IMG_1145.jpg
   Hinterglasmalerei  Im Teehaus  Himmelsaltar  Abendessen in Peking
IMG_1214.jpg IMG_1294.jpg IMG_1351.jpg IMG_1303.jpg IMG_1366.jpg
 Die Mauer im Regen  Übernachtungsplatz  Mädchen in Nanjing  Mausoleum in Nanjing  Nanjing

 

Dienstag,  24. August 2010   56. Tag

 

Beim Aufstehen um 6 Uhr beträgt die Temperatur nur 19° bei Regen. Pünktlich um 8 Uhr fahren wir ab. Die Straße ist geteilt, so fahren wir erst in die Richtung Stadtmitte, wenden an der nächsten Kreuzung und fahren zurück. Bereits nach 4 km sind wir auf dem Expressway in Richtung Xuzhou. Heftiger Regen zwingt uns, etwas langsamer zu fahren. Wir kommen an 2 Unfällen, die kurz vorher passiert sein müssen vorbei.   Bei Ningyang fahren wir über eine Flussbrücke, die 1260 m lang ist. Der Fluss schlängelt sich ganz bescheiden in Schleifen und Windungen durch eine Graslandschaft. China hat ja unwahrscheinlich breite Flüsse.

Auch nach der Mittagspause mit Entsorgen und Tanken haben wir immer wieder mit heftigen Regenschauern zu kämpfen. Wir überqueren des öfteren Kanäle. Diese Kanäle führen von Peking bis zum Meer. Wir haben heute nur 20,5°.

Unser örtliches Begleitfahrzeug fährt mit uns an Xuzhou vorbei, weit hinter der Stadt fahren wir von der Autobahn ab. Es ist 14.00 Uhr und wir stehen ¾ Stunde, bis uns ein Auto vom Hotel abholt, weil unsere Begleiter nicht im Stande waren vorher anzurufen, obwohl sie nicht wussten, wo das Hotel ist. Wir sind stinksauer auf die Beiden, weil wir vom Stellplatz aus zur Terrakotta-Armee fahren wollten. In Xuzhou gibt es eine kleinere Ausgabe von Xian mit Museum.

Mark versöhnt uns damit, dass wir auf dem Weg zum Hotel gleich beim Museum vorbei fahren. Wir haben einen Umweg von ca. 70 km gefahren und außerdem unnötig Maut bezahlt. Wer die Terrakotta-Armee in Xian schon gesehen hat, ist allerdings von dieser Miniausgabe enttäuscht. Nach wenigen km in der Stadt sind wir schon am Hotel Zhongui International Conferenc Center und stehen fürstlich zwischen 2 Kongresshallen. Es ist allerdings mittlerweile 18.00 Uhr.

Jinan – Xuzhou         372  km                   Gesamt:     11.240 km

 

 

Mittwoch,  25. August 2010     57. Tag

 

Um 6.30 Uhr stehen wir auf bei 20°. Wir fahren pünktlich um 8 Uhr vom Hotelhof ab. Mr. Cheng und sein Fahrer sind vorne. Schon nach 18 km sind wir auf dem Yanxu Expressway in Richtung SO. Auch heute begleitet uns der Regen . Meist fährt unsere Kolonne auf der rechten Seite, aber wenn wir mal die 2. Spur benutzen, werden wir von rechts und links überholt, sowohl von Pkws, Lkws und Bussen. Alles ist hier erlaubt.

Die Temperaturen steigen, wir haben zur Mittagspause wieder 23°. Der Regen geht in Niesel über. In dieser Region findet man schon sehr viele Reisfelder. Auch Felder mit großen Lotusblättern fallen mir auf. Mark erklärt, dass die Wurzeln dieser Pflanze sehr gerne gegessen werden. Kurz vor Nanjing überqueren wir auf einer langen Brücke den Yangtse und bezahlen 25 Yuan Brückenzoll.

Wir kommen nach 350 km um 15.30 Uhr im Grand Metro Hotel an der Stadtmauer von Nanjing an. Der Himmel ist leider grau in grau. Nach dem Strom anschließen und einem Bier bekommen wir Infos von Mark und Herrn Cheng für die morgige Stadtbesichtigung. Außerdem warten wir auf Monteure von Mercedes. Unser Auto läuft nicht richtig. Der Werkstattwagen kommt und kann nicht viel ausrichten. Sie müssen morgen noch mal wiederkommen, um mit Messgeräten ranzugehen.

Wir machen in der Dunkelheit noch einen Spaziergang durch das Stadttor zum dahinter liegenden See. Gleich neben dem Hotel ist tagsüber ein Gemüse- und Obstmarkt. Wir sitzen noch gemütlich draußen. Die Temperaturen sind angestiegen 25°.

Xuzhou – Nanjing         350 km                  Gesamt:   11.590 km

 

 

Donnerstag,  26. August 2010  58. Tag

 

Um 6.30 Uhr stehen wir auf, damit wir ja fertig sind, denn der Werkstattwagen von Mercedes soll um 7 Uhr 30 kommen. Mercedes kommt aber erst um 8.30 Uhr und wird natürlich nicht fertig, bis wir gehen. Der Bus kommt um 9.00 Uhr uns zu holen. GPS überwacht die Leute und wir fahren. Auf der Stadtautobahn unterqueren wir den Schermusee mit seinen 5 Inseln. Die Stadtmauer von Nanjing ist heute immer noch 19 km lang, früher 35 km. Sie ist 14 m hoch, 600 Jahre alt und aus Ziegelsteinen mit Stempel der Herstellerziegelei erbaut. Dann säumt die Straße eine Allee mit Trauerweiden, später durchfahren wir eine Platanenallee. Es sind alles wunderschöne Bäume. Wir kommen schließlich zum Mausoleum des Pilgermöches. In der gleichen großen Gartenanlage besuchen wir noch einen Tempel. Vor der Mittagspause schauen wir in einer Jadefabrikation vorbei. Die Produkte sind leider etwas zu teuer für unsere Begriffe. Um 12.15 Uhr fahren wir in die Altstadt . Hier finden wir eine Garküche: 13 Yuan für 2 Essen. An einem Kanal liegt ganz malerisch ein Restaurant, dahinter an der Wand sehen wir 2 goldene Drachen. Es gibt hier auch den Konfuziustempel auf dem großen Platz mit Trauerweide. Wir stöbern ein wenig durch die Marktgassen. Bevor wir weiterfahren sind wir noch kurz im Supermarkt. Um 14.30 Uhr ist das Museum angesagt. Es gibt verschiedene Abteilungen: Jade, Brokat und Seide, Porzellan aus Ausgrabungen der verschiedenen Epochen, Fächer, Bilder und, und.

Zum Schluß unserer Fahrt kommen wir zur Yangtsebrücke mit Aussichtsturm. Diese Brücke hat eine Ebene für die Autos und darunter fährt die Eisenbahn. Jede Autospur hat 3 Fahrbahnen. Die Brücke hatte eine Bauzeit von 8 Jahren. Um 18.00 Uhr sind wir zurück am Hotel. Es regnet schon wieder. Mit Anne und Manfred gehen wir zu einem Schnellimbiss. Hier gibt es Steaks und Messer und Gabel. Wir sind etwas überrascht. Dafür gibt es kein Bier nur Tee, das aber reichlich. Draußen hat es abgekühlt auf 20°, drinnen sind es immer noch 25°.

 

 

Freitag,  27. August 2010   59. Tag

 

Es hat abgekühlt auf 22° als wir um 7 Uhr aufstehen. Um 9 Uhr fahren wir vom Hotelhof. Nach einer Pause mit Entsorgen um 11.00 Uhr kommen wir um 13.00 Uhr am Garden-Hotel in Suzhou an. Wir stehen mal wieder bei der Wäscherei mit Wasserdampf und viel Geräuschen. Aber nachdem unser Begleitfahrzeug abgefahren ist, stellen wir uns um. Wir machen einen gemütlichen Nachmittag. Toni und Eberhard basteln uns eine Freiluftdusche.

Wir stehen an einem der vielen Kanäle, die die Stadt durchziehen. Suzhou wird das Venedig des Ostens genannt. Um 18.30 Uhr werden wir von einem Boot abgeholt zu einer Lichterfahrt durch Suzhou. Es ist eine wunderschöne Abendfahrt, zumal am Ufer Trauerweiden mit verschiedenen Farben angestrahlt werden. Kleine Pavillons laden zu einem gemütlichen Plausch ein. Bogenbrücken, beleuchtete Tempelfassaden, all das zusammen ergibt ein zauberhaftes Bild. Der Höhepunkt ist schließlich eine Wasserwand, mit wandernden Regenbogenfarben. Nach 1 Stunde sind wir zurück am Hotel und suchen uns nun ein Lokal für das Abendessen. Eberhard hat eine Garküche ausfindig gemacht, dorthin gehen wir. Für 25 Yuan essen wir, das Bier haben die Männer sich außerhalb besorgt. Den Abend lassen wir vor den Wohnmobilen ausklingen, zumal es ja wieder schön warm ist mit 25°.

Nanjing – Suzhou    214 km                       Gesamt:    11.804  km

 

 

Samstag,  28. August 2010   60. Tag

 

Bereits um 6.45 Uhr zeigt das Thermometer 25° an. Der Himmel ist noch diesig. Jade, unsere Stadtführerin kommt mit einem Elektroroller an. Um 9.00 Uhr fahren wir zur Besichtigung ab. Suzhou hat insgesamt 6,8 Mill. Einwohner. Allein der Stadtkern beherbergt schon 1,2 Millionen. Einige Deutsche Firmen haben sich hier niedergelassen, wie VW, Bosch und Bayer usw. Suzhou gehört zu den fünf berühmtesten Paradiesstädten.

Als erstes besuchen wir den „Garten des bescheidenen Beamten“. Hier erleben wir die Kultur während der Kaiserzeit, wie ein hoher Beamter sein Heim sich gestaltet hat. Pavillons sind über den ganzen Garten verstreut. Bogenbrücken tragen uns über kleine Gewässer mit Goldfischen und Lotusblumen. Bizarre Steingebilde laden zum betrachten und meditieren ein. Die Wohnräume und Arbeitsräume sind verstreut auf dem ganzen Gelände. Dieser Garten ist schon 500 Jahre alt und immer noch so jung und anmutig. Wir trennen uns nur ungern.

Der nächste Besuch gilt dem Garten des Meisters der Netze. Hier ist alles etwas kleiner, doch nicht minder beschaulich und anheimelnd. Wir trinken 1 Tasse Tee im gemütlichen Souvenir-Laden. Gemeinsam begeben wir uns zum Ausgang.  Larry hat schon ein Lokal für die Mittagspause gefunden. Allerdings ist es nicht der kürzeste Weg. Außerdem dauert die Bedienung sehr lange. Wir sind natürlich zur festgesetzten Zeit nicht fertig.

Der Bus bringt uns nun zur Seidenfabrikation. Alles wird uns nun erklärt von Jade, unserer reizenden Führerin. Von der Eiablage, über die Raupe bis zum Kokon und abspulen des Kokons. Die Zwillinge werden zur Deckenfabrikation genommen. Die Kokons werden über eine Vorrichtung gespannt und anschließend werden mehrere dieser kleinen Decken genommen und auseinander gezogen, bis auf die Größe einer Zudecke. Mehrere dieser Lagen ergeben dann eine sehr angenehme Decke. Wir sind fasziniert. Nun sind wir entlassen und können uns frei aussuchen, was wir mitnehmen möchten. Natürlich spekuliert Jade darauf, dass viele von uns einkaufen. Denn sie bekommt, wie alle heimischen Reiseleiter bei solchen Gelegenheiten, anschließend die Provision.

Wir kommen um 16.30 Uhr zurück zum Hotel und trinken noch einen Kaffee. Abends zgehen wir zusammen mit Mark und etlichen aus der Gruppe zum Essen. Ernst bezahlt für den ganzen Clan, es kostet ja nicht viel. Es gaibtNudelsuppe und dazu Lammfleisch.

Wir raffen uns zu einem Spaziergang auf. Aber auf der Straße ist nicht mehr viel los. Der Abend verabschiedet sich mit 28°.

 

 

Sonntag,  29. August 2010   61. Tag

 

Der Sonntag ist zur freien Verfügung. Trotzdem stehen wir um 7.00 Uhr auf. Drinnen wie draußen haben wir 27°. Während ich Tagebuch schreibe, lasse ich den Brotteig gehen. Um 11.00 Uhr schiebe ich den Teig in den Backofen, als wenn es noch nicht warm genug wäre im Wohnmobil mit 34° . Inzwischen gehen wir duschen. In diesem Hotel haben wir es gut, wir können einen Seiteneingang benutzen und haben gleich ebenerdig das Zimmer. Das sind kurze Wege.

Um 13.00 Uhr fährt Gps uns, Mark und Maria zur Seidenfabrik. Ich möchte mir Zeit nehmen, um für Frau Kalter, (Büro Perestroika) und für uns einige Produkte zu erstehen. In der Gruppe geht es immer etwas hektisch zu und außerdem hatte ich die Maße nicht mit. Maria möchte 2 Kleidchen umtauschen. Außer Seidendecken und Bezuge finden wir für Eberhard Hemden und für mich sogar hübsche Blusen. Jade, unsere Führerin von gestern hat eine neue Gruppe, mit der sie einkaufen geht. Sie freut sich uns hier zu sehen.

Auf der Hinfahrt haben wir einen Carrefour gesehen. Auf dem Rückweg machen wir hier halt, um alkoholfreies Bier zu finden. Aber Fehlanzeige, stattdessen nehmen wir ein Massagegerät mit. Das gefällt vielleicht auch Manfred. Gps fährt auf dem Rückweg mitten durch die Altstadt. Das ist verhängnisvoll. In einer Gasse kommen wir kaum noch vorwärts, weil sie hoffnungslos verstopft ist. Jeder drückt mit Brachialgewalt durch. Schließlich kommen wir um 16.30 Uhr am Hotel wieder an, voll bepackt mit Tüten und Paketen. Jetzt haben wir uns eine Entspannungsphase verdient.

Der Abend klingt bei einer Temperatur von 28° aus.

 

 

Montag,  30. August 2010   62. Tag

 

Um 6.30 Uhr aufstehen bei 27°. Nachdem die Männer die Womos mit Wasser auffüllen, lasse ich meinen Kanister für Wäsche auch füllen. Um 9.00 Uhr ist Abfahrt nach Shanghai. Auf einer Rastanlage entsorgen wir nochmals vor Shanghai. Nach 58 km, um 10.40 Uhr kommen wir zu einem Polizeikontrollposten. Hier wird die Einfahrt nach Shanghai kontrolliert. Eigentlich sollen wir hier unsere Papiere vorzeigen, aber unser Begleitfahrzeug hat wohl schon alles geregelt. So können wir schon nach kurzem Anhalten alle weiterfahren.

Um 12.15 Uhr kommen wir am Hotel Vienna, im Vorort Songjiang an. Wir stehen im Südwesten der Stadt und haben 35 km bis zur Stadtmitte. Die Fahrklimaanlage hat unser Auto schön abgekühlt auf 25°, draußen herrscht eine Temperatur von 30°.

Nach der Mittagspause gehen wir ins Hotelzimmer zum Duschen. Hier muss jedes Mal an der Rezeption der Pass vorgezeigt werden. Das verspricht recht lästig zu werden. Aber das sind Vorschriften wegen der Expo??? Neben dem Hotel ist eine schöne Grünanlage. Hier können wir uns am Nachmittag im Schatten der Bäume entspannen. Michael hat heute Geburtstag. Wir rufen an und erfahren, dass er heute noch auf Geschäftsreise geht.

Eberhard geht einkaufen und ich mache die Wäsche. Derweil setzen sich 3 Chinesen ganz frech in unsere Stühle.

Für abends hat Mark ein Gruppenessen im Hotelorganisiert. Es wird hier schon früh dunkel. So haben wir ab 19.00 Uhr schon Dämmerung. Hinterher lassen wir den Abend draußen ausklingen. Bei 87%  und einer Temperatur von 27° gerade noch angenehm. Nur zum Schlafen ist es uns zu warm und feucht. Wir sind beide erkältet, weil es immer feucht ist, aber mal warm und dann durch die Klimaanlagen wieder eiskalt.

Suzhou – Shanghai       112 km                   Gesamt:    11.916 km

 

 

Dienstag,  31. August 2010  63. Tag

 

Schon sehr früh werde ich wach und schwitze. Deshalb bin ich froh, dass wir um 6 Uhr aufstehen und ins Zimmer zum Duschen gehen. Wir haben schon eine Temperatur von 28° im Wohnmobil und draußen auch 26°. Die hohe Luftfeuchtigkeit von 82% macht uns zu schaffen.

Um 9.00 Uhr holt uns Herr Wang mit dem Bus zur Stadtbesichtigung.ab. Herr Wang hat schon die beiden ersten Singapur-Touren begleitet. Er muntert uns mit den Worten auf, dass es vor einer Woche 40° hatte und es zu heiß für Stadtbesichtigungen war. Für heute werden nur 31° erwartet.

Shanghai bezeichnet sich als die heimliche Hauptstadt von China. Es ist ein sogenannter Stadtstaat, mit Hamburg vergleichbar. Zwiachen Hamburg und Shanghai besteht auch eine Städtepartnerschaft. Das Stadtgebiet breitet sich 6300 qkm aus. 20 Millionen Einwohner zählt die Stadt heute. Shanghai liegt auf einer Höhe von nur 4 m am Yangtse-Delta.

Im Hochsommer werden 3 Monate die Klimaanlagen gebraucht, während im Winter keine Heizung in den Wohnungen vorhanden ist, obwohl die Temperaturen auf 3-5° sinken kann.

In Shanghai stehen einige Gebäude, die irgendwo kopiert worden sind, so z.B. das Hamburger Hafenviertel mit seinen Speichern, oder ein chinesisches Wolfsburg, eine Wohnsiedlung im Bauhaus-Stil. In der Altstadt wurden auf 25.000 qm alte Häuser abgerissen und im alten Stil neu erbaut.

Der Bus hält in der Altstadt und wir betreten über die Zickzack-Brücke den „Yuyuan Garden“. Dies ist eine kleine Oase inmitten des hektischen Treibens der Altstadt mit ihren Geschäften und Souvenirshops. Die Regengüsse warten wir in Laubengängen ab. Nach einer kleinen Mittagspause mit Kaffee und Sandwich ,fährt uns der Bus zum River Huangpu. Hier gibt es eine Promenade von 2,5 km. Sie wird flankiert von großen Hotels und Banken. Auf der gegenüberliegenden Seite steht der Fernsehturm und das höchste Gebäude mit 492 m Höhe, 101 Stockwerken, von Japanern erbaut, das als Flaschenöffner tituliert wird, wegen der Öffnung an der Spitze, die nur von 2 Seiten zu sehen ist. Architektonisch sind die ganzen Hochhäuser der Skyline sehr interessant. Von der Hochstraße aus können wir auch einen Blick auf die Expo werfen. Den Nachmittag verbringen wir ganz gemütlich um das Wohnmobil herum. Wir haben 97% Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen von 30°. Das macht uns ganz schön zu schaffen.

 

 

Mittwoch,   1. September 2010   64. Tag

 

Herr Wang, unser Stadtführer kommt heute erst am Nachmittag mit dem Bus, um uns abzuholen. Um 13.30 Uhr fahren wir zum Tempel mit dem Jade-Buddha. Über steile Treppen erklimmen wir das Stockwerk, in dem der Buddha steht. Er wurde aus weißem Jade gearbeitet. Natürlich darf man hier nicht fotografieren. Dennoch gelingen uns ein paar heimliche Aufnahmen. In den anderen Räumlichkeiten des Tempels steht der lachende Buddha und der vergoldete Buddha.

Der Bus fährt uns quer durch die Stadt über den Fluss zur Trans-Rapid-Station. Wir fahren ca. 30 km mit dem schnellsten Zug. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt an diesem Nachmittag 431 kmh. In kürzester Zeit sind wir am Flughafen, bleiben aber gleich sitzen für die Rückfahrt. Unser Bus nimmt uns wieder mit zurück in die Altstadt. Inzwischen gießt es wie aus Eimern. Da bleibt uns nur das Center beim Theater um etwas zu essen. Heute gibt es mal Pizza. Bereits um 19.30 Uhr beginnt die Akrobatik-Show, für die wir Karten haben. Sie ist leider nur mittelmäßig und nicht so gut wie in Peking. Nach dem Ende um 21.00 Uhr bringt uns der Bus zurück zu unserem Hotel. Herr Wang hat sich schon in der Stadt von uns verabschiedet. Wir lassen den Abend noch vor den Wohnmobilen bei einem Glas ausklingen.

 

 

Donnerstag,   2. September 2010    65. Tag

 

Um 6.30 Uhr stehen wir auf, es ist ja schon wieder 28° warm im Womo. Die ganze Gruppe fährt heute zur EXPO. Zunächst brauchen wir einige Taxis bis zur U-Bahn-Station. Mit der Linie 9 fahren wir bis zum Eingang zur EXPO. Nach einem Fußmarsch von der Station zum Eingang, nach Kontrolle und Einlass fahren wir mit der Linie 13 weiter. Nachdem wir schon um 9.15 Uhr am Hotel abgefahren sind, kommen wir doch tatsächlich schon um 11.00 Uhr im EXPO-Gelände an. Mit Monika und Toni begeben wir uns zunächst zum Pavillon von Finnland. Er liegt auf dem Weg zur Schweiz. Dabei bleiben wir auch noch bei Dänemark hängen. Die beiden Pavillons enttäuschen uns, weil nicht mal das Land innerhalb zu erkennen ist. Die Schweiz lässt uns etwas anstehen. Dafür bietet sie aber auch interessante Einblicke in die Natur und Landschaft. Hinterher leisten wir uns eine Mittagspause im Schweizer Restaurant. Wir schauen bei Germany vorbei und stellen fest, es dauert uns zu lange. Nun begeben wir uns zum italienischen Pavillon. Auch dort sind lange Schlangen vor dem Einlass. Die Warteschleifen sind überdacht und mit Wassernebel-Sprühern und Ventilatoren ausgestattet. Das Innere entschädigt uns allerdings mit professionellem Ambiente. Sie haben das Thema Mode umgesetzt, indem die Modelle auf Podesten hoch an der Wand gezeigt werden. Ein komplettes Orchester ist auf einer anderen Wand platziert. Es gibt Landschaftsbilder und Produkte aus verschiedenen Regionen zu bewundern, leider nichts zum Verkosten.

Wir durchwandern den Pavillon von Afrika. Dort haben die verschiedenen Länder ihre eigenen Stände aufgebaut und präsentieren sich sehr unterschiedlich. Frankreich ist unsere nächste Station.

Im österreichischen Pavillon findet ein Konzert statt.Dort genießen wir einen Apfelstrudel mit Vanilleeis und Kaffee. An diesem Nachmittag waren wir noch in Spanien und Polen. Um 19.30 Uhr beschließen wir den Rückweg anzutreten. Wir verlassen das EXPO-Gelände und nehmen ein Taxi zurück zum Hotel. Für 140 Yuan = 17€ werden wir durch die Stadt gefahren und kommen um 20.30 Uhr am Hotel an.  Wir haben noch 29°. 

 

 

Freitag,  3. September 2010   66. Tag

 

Bereits um 6.45 Uhr werden wir von der Sonne herausgetrieben, Temperatur bereits 29°. Schon um 8.30 Uhr fahren wir mit einem Taxi zur Linie 9. Um 10 Uhr sind wir auf dem EXPO-Gelände und gehen als erstes zum Germany-Pavillon.  Wir sind entsetzt, die Schlange ist so lange wie am Vortag. 2 Stunden stehen wir bis wir den Eingang erreichen. Es gibt viel zu sehen, allerdings ist alles ein wenig eng. Doch wir sind fasziniert von der Vielfalt der Themen. Anschließend genießen wir die Mittagspause im deutschen Restaurant. Hier gibt es sogar deutsche Bedienungen. Die Welt ist wieder in Ordnung bei Sauerbraten, Spätzle, Sauerkraut und Würstchen. Ich bekomme sogar ein Radler, welch ein Genuss.

Wir schauen uns den Pavillon von USA an. Hier werden 3 verschiedene Filme gezeigt. Bis auf einen Film waren sie nicht besonders kreativ. Der Pavillon von Chile besticht durch sein Material, sehr viel Holz. Thailand haben wir uns auch noch angesehen. Für Australien und China hat leider die Zeit nichtmehr gereicht. Wir müssen um 16.45 Uhr mit der U-Bahn zurück fahren, damit wir rechtzeitig mit Mark zum Essen gehen können. Er hat uns eingeladen. Später sitzen wir gemeinsam mit den Gruppenmitgliedern vor den Mobilen. Die Wärme ist unvermindert 29°.

 

IMG_1469.jpg IMG_1473.jpg IMG_1481.jpg IMG_1562.jpg IMG_1569.jpg
 Gärten v. Suzhou  Frucht der Lotusblüte  Lotusblüte  Seidenraupen  Seidenspinnerei
IMG_1576.jpg IMG_1648.jpg IMG_1730.jpg IMG_1671.jpg IMG_1843.jpg
 Seidenverarbeitung  Shanghai  Deutsche Technik  Tempel in Shanghai  EXPO Pav. Italien
IMG_1887.jpg IMG_1992.jpg IMG_2016.jpg IMG_2075.jpg IMG_2113.jpg
 EXPO bei Nacht  Mt. Huangshan  Mt. Huangshan  Porzelanmalerei  Antreten!
IMG_2106.jpg IMG_2282.jpg IMG_2379.jpg IMG_2404.jpg IMG_2400.jpg
 Chin. Autotransport  Guilin  Guilin  bei Bauern zu Gast  örtl. Reiseleitung

 

Samstag,  4. September 2010   67. Tag

 

6.30 Uhr, egal wie früh wir aufstehen, immer haben wir schon 28° Außentemperatur und auch im Womo. Um 9.15 Uhr fahren wir vom Hotelhof und auf dem einfachsten Weg zum Expressway. Bereits um 12.00 Uhr kommen wir in Hangzhou beim Garden-Hotel an. Wir stehen etwas abseits auf Rasensteinen. Aus der Gartenanlage legen die Männer einen Schlauch, damit wir duschen können. Das wird nach der Mittagspause auch reichlich ausgenutzt. So lassen sich Temperaturen von 34,5° spielend aushalten.

Nach der Kaffeepause machen wir uns auf den Weg um einzukaufen. In einer Seitengasse finden wir Bauern, die frisches Gemüse und Obst verkaufen. Hier bekommen wir Tomaten und Mandarinen. Brot finden wir leider keines.Am Abend gibt es heimische Küche: Kotelett, Pfifferlinge und Nudeln. Wir sitzen wir noch gemütlich draußen beisammen. Wir haben zu den hohen Temperaturen auch eine hohe Luftfeuchtigkeit mit 80%.

Shanghai – Hangzhou       125 km                 Gesamt:    12.041 km

 

 

Sonntag,   5. September 2010   68. Tag

 

Um 9.30 Uhr beginnt die Busfahrt mit unserem örtlichen Führer, der sich Andreas rufen lässt. Zunächst fahren wir zum Westsee. Das ist eine Ausflugslandschaft mit Booten, Picknikmöglichkeiten und zum Spazieren gehen. Baden und fischen ist allerdings nicht erlaubt. Der Westsee hat eine Fläche von 6,7 qkm, ist von 0,90 bis 5 m tief. Es gibt hier Wasserspiele mit Musik. Eine Stunde fahren wir auf dem See und genießen die Landschaft und Ruhe.

Hangzhou war 2x kaiserliche Hauptstadt und liegt in der reichsten Provinz mit 11 großen Städten. Hier gibt es reiche Bauern durch den Teeanbau. Deren Häuser erkennt man an den 3 Kugeln auf dem Dach. Diese Bauern haben meistens auch Zimmer für ihre Wanderarbeiter, die sie für 500 – 600 Yuan vermieten. Hang zhou bedeutet  Schiff und Stadt.

Andreas erklärt uns einige der Bus - Kennzeichen:  K = mit Klimaanlage, Y = Touristenbus,  B = Linienbus mit eigener Spur. China war früher das Land der Fahrräder, heute fahren hier schon sehr viele Autos.

Die nächste Station ist die 6 Harmonie-Pagode. Sie ist 60 m hoch und einige Stufen geht es hoch bis zum Eingang.  Im Innern kann man 6 Stockwerke hoch gehen um die Aussicht auf den Qiantang Jiang (River) zu genießen.  Eigentlich hätten wir hier gerne etwas zum Essen gekauft, aber außer leicht süßen Brötchen gibt es nichts. So fahren wir mit dem Bus weiter und kommen um 13.30 Uhr bei der Teeplantage an. Die Teeplantagen-Besitzer haben auf ihren Hausdächern 3 Metallkugeln, die weit sichtbar sind. Hier bekommen wir einen Einblick in die Produktionsweise für Grüntee. Dieser kommt in erster Linie aus China und ganz speziell aus der Region um Hangzhou.

 

 

Montag,   6. September 2010   69. Tag

 

Um 6 klingelt der Wecker, 26° und hohe Luftfeuchtigkeit. Wie immer ist um 8 Uhr die Abfahrt. Bereits hinter Hangzhou beginnen Berge, noch nicht sehr hoch, aber doch steil aufragend. Wir sehen die ersten Bambuswälder. Zart gegliedert fallen diese Bäume schon von weitem auf. Sie haben auch schon mal eine hellere Färbung. Eingebettet in die ansteigenden Hügel liegen verträumte Seen. Unsere Autobahn ist sehr neu. Wir gewinnen an Höhe, nach 160 km haben wir schon 500 m Höhe erreicht. Die Berge werden auch höher. In den Tälern wird Reis, Mais, Kürbis und Melonen angebaut. Die Tunneldurchfahrten mehren sich. Kleine Dörfer befinden sich in den engen Tälern. Auch hier gibt es Teeplantagen. An den steilen Hängen befinden sich kleine Teegärten.

Bereits um 14.15 Uhr kommen wir in Mt. Huangshan, beim Hotel an. Wir stehen im Schatten des Hotels, auf einer Terrasse über der Straße. Warm ist es aber trotzdem, wir haben 33°. Den Nachmittag verbringen wir bei den Womos mit Kaffee und Besprechungen mit Mark und Mike, unserem Führer für den nächsten Tag. Hier kommen wir auch problemlos vom Womo ins Internet und rufen unsere Mails ab.

Hangzhou – Mt. Huangshan     km   305            Gesamt:   12.346  km

 

 

Dienstag,   7. September 2010   70. Tag   (Bergfest)

 

Um 8.30 Uhr fahren wir mit dem Bus zur Seilbahnstation. Nach 1 Stunde sitzen wir in der Gondel für 8 Personen und lassen uns gemächlich nach oben bringen. Nach ½ Stunde sind alle oben und wir suchen uns den etwas einfacheren Wander-Weg aus. Über tausend Treppenstufen geht es auf- und ab zwischen den Bergkegeln hindurch. Die ganze Landschaft liegt in einem leichten Nebeldunst. Auf den obersten Spitzen stehen oft noch Föhren, fast ohne jeglichen Halt. Es ist eine faszinierende Berglandschaft und wir sind total hingerissen. Nach 1 Stunde Wanderung in gemächlichem Tempo erreichen wir das Berg-Hotel mit Aussichtsterrassen. Dort machen wir Rast, schauen in den Souvenirshop und machen schließlich ein Gruppenfoto. Um 12 Uhr machen wir uns wieder auf den Rückweg. Mike ist ein umsichtiger Führer, oder aber er hat Angst, dass sich ein Mitglied verirrt auf den unzähligen Abkürzungen und Umwegen. Zusammen mit Mark hält er die Gruppe gut im Auge. Auch der Rückweg dauert 1 Stunde und wir sind um 13 Uhr wieder an der Bergstation. Es geht auch gleich abwärts mit der Gondel. Mike besorgt uns Taxis für die Rückfahrt, weil er sieht, dass manche doch ganz schön geschafft sind. Im Nu sind wir wieder am Hotel. Der Abend verläuft gemütlich vor den Mobilen.

 

 

Mittwoch,   8. September 2010     71. Tag

 

In aller Frühe bereite ich Wäsche für die Tonne vor. Um 8 Uhr ist Abfahrt bei 25°. Eigentlich sind wir sehr schnell an der Einfahrt zum Expressway, aber Wolfgang sieht die Abzweigung nicht und fährt wer weiß wohin. Jedenfalls dauert es eine gute ¼ Stunde bis wir weiter können. Die Temperatur steigt unterwegs und wir machen unsere Motorklimaanlage an. Nach 34 km kommt die Feng LeHe Brücke. Der Fluß hat wenig Wasser.  Entlang der Autobahn stehen blühende Sträucher mit rosa, roten, blasslila und gelben Blüten. Vereinzelt gibt es auch Oleanderbüsche. Die Region bleibt gebirgig. Auf der Autobahn sind immer wieder Straßenkehrerinnen mit riesigen Reisigbesen am Arbeiten. Die Mais- und Reisernte ist voll im Gange. Die Reisbündel werden aufgestellt zum Trocknen.

Vor Jingdezhen sind wir auf 80 m. Als wir um 11.35 Uhr in Jingdezhen beim „Kai Menzi Grand Hotel“ ankommen, haben wir schon 36° im Freien. Zum Glück im Womo noch 26° für 1 Stunde. Wir stehen auf Rasensteinen und schön weit auseinander. Es ist nicht einfach ausreichend Strom für alle zu bekommen, daher dauert es sehr lange. Dafür bekommen wir dann auch eine Dusche zwischen den Autos. Heute brauchen wir viel kalte Getränke.

Um 16 Uhr fahren wir mit den Autos von unseren Guids zur Porzellanfabrik. Es ist interessant wie so ein Gefäß entsteht, gebrannt und bemalt und wieder gebrannt wird. Interessiert verfolgen wir den Werdegang und erstehen schließlich im Verkaufsraum nach dem Teegenuss ein Teeservice. Als wir um 18 Uhr zurückkommen an unseren Stellplatz, sind wir von Bussen eingerahmt. So haben wir uns das nicht vorgestellt.

Mt. Huangshan – Jingdezhen      202 km           Gesamt:   12.548 km

 

 

Donnerstag,  9. September 2010   72. Tag

 

Pünktlich um 8 Uhr fahren wir ab und entsorgen wieder auf einer Tank- und Raststätte. Wir verlassen die Autobahn und fahren über die Dörfer. Plötzlich ruft Manfred über Funk, dass er von einem Traktor angefahren wurde, der aus einer Ziegelei heraus gefahren kam. Die Kolonne stoppt und nun dauert es natürlich wieder lange, bis die Polizei alle Angaben hat, um sie auswerten zu können. Unser Mark hatte ja versucht den flüchtigen Fahrer fest zu halten. Das gelang nicht. Nachdem es kurz nach 11 Uhr passierte, machen wir an einer passablen Stelle gleich noch eine Mittagspause. Trotzdem ist es interessant und aufschlussreich durch die ärmere Gegend zu fahren. Allerdings haben wir nicht mit einem solchen Bauboom gerechnet. Hier ist Neubau verordnet worden. Überall liegen die Ziegelsteine zu Haufen vor den begonnen Häusern. Manche sind auch schon bewohnt, andere wiederum, vor allem mehrstöckige Bauten werden wohl leer stehen bleiben. Jedenfalls können wir uns nicht vorstellen, wer in diese vielen Wohnungen ziehen soll.

Um 17.45 Uhr sind wir in Xinyu beim Chumlong International Hotel. Es ist immer noch sehr warm mit 32°. Wir stehen etwas abseits vom Hotel auf einem großen, gepflasterten, mit Löchern übersäten Parkplatz.  Im Nu haben wir in einer Ecke eine Dusche installiert. Super.Als wir schlafen gehen haben wir 28/° und  82 % Luftfeuchtigkeit.

Jingdezhen – Xinyu          397 km                Gesamt:  12.945 km

 

 

Freitag, 10. September 2010   73. Tag

 

Bei der Abfahrt um 8 Uhr haben wir einen bewölkten Himmel mit 29°, später kommt noch leichter Nieselregen dazu. Nach 168 km bei Liling tanken wir. Es hat merklich abgekühlt. Um 14.40 Uhr kommen wir in Hengyang an. Wir stehen seitlich vom Hotel entlang einer großen Straße. Das Hotel steht nicht zum ausgehandelten Preis und verlangt 3 x mehr. Mark verhandelt. Die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe sind bescheiden. Wir haben Zeit um zu duschen, zu schreiben und ins Internet zu gehen.

Xinyu – Hengyang          358  km                Gesamt:   13.303  km

 

 

Samstag, 11. September 2010     74. Tag

 

Wir verlassen den Platz um 8.10 Uhr bei trübem Wetter. Es hat abgekühlt auf 24°. Nach der Mittagspause, nach 235 km fahren wir auf der Landstraße weiter. Es ist wieder wärmer geworden bis 29°. Ganz allmählich kommen aus dem Dunst die Karstberge von Guilin zum Vorschein. Wir sind sehr gespannt auf diese Gebirgsform. Um 14.50 Uhr kommen wir nach Guilin und steuern als erstes einen Supermarkt an. Es ist mittlerweile ganz schön heiß geworden mit 36°. Alle müssen ihre Vorräte aufstocken, vor allem Getränke, Brot und Wasser. Kaum 1 km zurück stehen wir an der Sportarena beim City Gym Hotel. Ein großer, schöner Parkplatz ist für uns abgesperrt worden. Also stehen wir hier sehr luftig. Nur der Strom ist ein Problem, bis wir stark genug abgesichert sind. Eine Wasserleitung für die Dusche haben wir auch.. Eberhard und ich werden von der örtlichen Reiseleitung zusammen mit Mark und Gps zum Essen eingeladen. Hierbei lernen wir Su kennen, sie wird uns in Guilin führen und uns zur Seite stehen. Das Essen ist vorzüglich, das Lokal sehr angenehm. Ab 21 Uhr sitzen wir noch vor unseren Womos und genießen den Abend.

Hengyang – Guilin         328 km                 Gesamt:    13.631 km

 

 

Sonntag, 12. September 2010   75. Tag.

 

Um 9 Uhr holt uns der Bus ab. Su, unsere Führerin kommt aus der Provinz Hunan. Wir fahren zum Daeter Berg nach NO. Es ist ein Berg dieser Karst-Landschaft. In der Stadt stehen sehr viele Osmanthus-Blüten-Bäume. Sie blühen im Oktober in den Farben rot, gold und silber. Für uns ist es der Zimtbaum. Hiervon wird Wein und Schnaps hergestellt.

Guilin ist schon seit 1000 Jahren als Touristenziel bekannt. Im Zoo gibt es die berühmten Pandabären. Sie ernähren sich von einer bestimmten Bambusart und sind auch an die Temperaturen hier gewöhnt.

Der Daeter Berg besteht eigentlich aus 4 Gipfeln.  Bereits nach 20 Minuten Fahrzeit sind wir vor Ort. Gleich nach dem Eingang zum Park kommen wir zur Windhöhle. Dort am Eingang sehen wir Skulpturen aus der Tangzeit. Wir wandern über viele Stufen in die Höhe und haben oben einen ganz fantastischen Ausblick über den Fluss Li, die Stadt mit ihren vielen Ortsteilen und die Berge dazwischen und um die Stadt herum, die alle zu diesem Karstgebirge gehören. Erst um 11.20 Uhr fahren wir weiter mit dem Bus zur Schilfrohrflöten-Höhle. Nach 10 Minuten Fahrzeit steigen wir hier aus und wandern auch hier ein paar Minuten bis zum Eingang. Su erklärt uns die fantasievollen Gebilde in der Höhle, die alle mit sanftem farbigen Licht angestrahlt werden. Für uns mutet es oftmals etwas kitschig an, aber das sanfte Licht verwandelt die Stalaktiten oder Stalagmiten in rätselhafte Skulpturen. Für eine Stunde werden wir hier verzaubert.

Um 12.30 Uhr fahren wir zurück in die Stadt zur Seidenfabrik. Außer Maria findet hier leider niemand etwas zum Mitnehmen. Dafür kommen wir um 14.30 Uhr zurück zu unseren Womos. Hier ist es mollig warm mit 37°. Nach dem Vesper können wir zum Glück uns kalt abduschen. Nun haben wir uns eine Auszeit verdient. Hinterher wartet die Buchführung auf uns und ich schreibe Tagebuch.

 

 

Montag,  13. September 2010   76. Tag

 

Der heutige Tag überrascht uns schon um 6.15 Uhr mit Regen und 24°. Um 8.15 Uhr fahren wir mit dem Bus zur Schiffsanlegestelle. Wir fahren auf einem Ausflugsschiff auf dem Fluss Li flussabwärts um die wundervollen Karstberge zu sehen. Der Fluss ist 426 km lang, wovon wir nur ca. 60 km befahren. Um 9.15 Uhr legt das Schiff ab und wir gleiten in die Fluten. Jede Flussbiegung lässt uns Bewunderungsrufe ausstoßen über die grandiose Landschaft, die sich uns hier darbietet. Su erklärt uns ab und zu einige der Besonderheiten dieser Landschaft.

Am Ende der Fahrt nach einem Bummel über die Weststraße fahren wir mit Elektroautos raus zu den Dörfern. Su zeigt uns was alles von den Bauern angebaut wird. Wir sehen Süßkartoffel, Reis, Mais und dazu die Wasserbüffel. In einem Bauernhaus probieren wir die Frucht der Wasserkastanie. Wir sehen den Hausrat, die Küche, den Brunnen vor dem Haus und auch das sogenannte Badezimmer. Das ist mehr als spartanisch eingerichtet. Um 16.00 Uhr fahren wir mit dem Bus von Jangshu wieder ab und sind um 17.30 Uhr wieder in Guilin an unserem Platz.

 

 

Dienstag,   14. September 2010   77. Tag

 

Um 7.15 Uhr haben wir schon 25° und 91% Luftfeuchtigkeit. Nach dem Frühstück laden wir Vorräte von der Garage in den Innenraum um. Nebenbei backe ich Brot.

Nach dem Mittagessen fahren wir mit dem Taxi in die Stadt. Monika und Toni kommen mit. Wir schauen nach leichten Hosen für die Männer und Hemden. Monika und ich finden hübsche Beutel als Geschenke und ich finde eine Tasche die mir gefällt. Wir sehen einen Laden mit Kuchen, in dem man auch Kaffee bekommen kann. Genau das Richtige für uns. Dann wird es Zeit den Rückweg anzutreten mit dem Taxi, wieder für 10 Yuan. Eberhard bestellt Plätze im Restaurant für den Abend, dann holen wir die Wäsche ab und leisten uns eine Fußmassage. Das ist wirklich eine schöne Sache. Vielleicht gönnen wir uns das nun öfter. Um 19.30 Uhr gehen wir zu sechst zum Abendessen. Nur 50 Yuan bezahlen wir für uns beide, bei 3 Gerichten und 1 Bier. Den Abend beschließen wir vor den Mobilen,

 

 

Mittwoch  15. September 2010  78. Tag

 

Wie immer ist es bei der Abfahrt um 8 Uhr schon warm mit 27°. Wir durchfahren die wunderbare Karstlandschaft um Guilin ca. 50 km lang. Der Li-Fluss beweg sich mehr nach Südosten, während unsere Route nach Südwesten geht. Die Landschaft bleibt gebirgig. Nach 105 km entsorgen wir und tanken auch gleich. Wir fahren auf einer Betonplatten-Piste. Die ist furchtbar. Es gibt große Löcher und ununterbrochen rappelt es auf den Übergängen. In der Mitte der Autobahn stehen Hibiskus in voller Blüte. Am Fahrbahnrand blüht roter Oleander, roter Hibiskus und Sträucher mit großen gelben Blüten. Auf den Feldern steht Zuckerrohr. Nach der Kaffeepause haben wir wieder Betonpiste mit Rissen und Löchern. Von km 355 bis km 381 fahren wir mit 11- 41 kmh. Zu allem Überfluss bezahlen wir auch noch 17 Yuan Maut für diese Strecke. Um 17.40 Uhr kommen wir in Nanning im Hotel Mingyan  an. Allerdings dauert es einige Zeit, bis wir alle ordentlich stehen. Denn zunächst ist der Platz zu klein. Wir stellen die Fahrzeuge um und verhandeln nun noch um den Eintritt ins Schwimmbecken. Unserer lokalen Führerin Nara gelingt schließlich auch dieses. Anschließend gehen wir schwimmen im Pool. Das ist herrlich, zumal ja auch Duschen dort sind. Schließlich machen wir mit Monika und Toni noch einen Spaziergang bis 21.00 Uhr.

Guilin – Nanning       426 km                    Gesamt:    14.057 km

 

 

Donnerstag,  16. September 2010  79. Tag

 

Pünktlich um 8 Uhr lotst uns Nara mit ihrer Fahrerin aus Nanning hinaus. Wir fahren heute nur Landstraße, auf der 322. Auf den Feldern werden Bananen, Agaven und Zuckerrohr angebaut. Von allem durchgibt es immer gleich große Plantagen. Wir fahren keine Autobahn, dafür haben wir immer wieder sehr schlechte Straßenabschnitte zu bewältigen, Buckelpiste, Schlaglöcher ohne Ende und Erdwälle, die wir uns nicht erklären können. Man könnte meinen, die ganze Straße von Nanning bis Pingxiang soll auf einmal neu gemacht werden. Nach nur 94 km machen wir um 12 Uhr in einem Dorf unsere Mittagspause. Nach nur 7 km versperrt uns ein eingesunkener LKW den Weg. Ein Schaufellader steht dabei, aber wir kommen nicht daran vorbei, Eberhard bleibt im Lehm stecken. Larry zieht ihn rückwärts raus und dann macht ein Bagger die Piste befahrbar, indem er die tiefen Fahrspuren platt drückt. Jetzt versuchen wir es noch mal und wir kommen durch. Dafür bleibt Larry stecken und wird vom Bagger raus bugsiert. Das hat uns insgesamt 1 Stunde gekostet bei 36°. Wir haben noch ein paar mal schwierige Passagen zu durchfahren. Ab km 114 kommen wir auf eine größere Straße, die ist wieder gut geteert. Gleich bei der nächsten Tankstelle machen wir Pause, tanken und spritzen die Fahrzeuge ab, damit sich der Lehm nicht so sehr festsetzen kann. Nach 1 Stunde setzen wir die Fahrt auf der Schnellstraße fort. Nach 225 km und einer anstrengenden Fahrt kommen wir um 18.30 Uhr in Pingxiang an. Leider hat das Hotel keine  Plätze für uns freigehalten. Wir sollen erst mal auf der Straße stehen. Das kommt ja überhaupt nicht in Frage. Schließlich hat Nara Erfolg mit ihren Bemühungen und wir fahren nochmals 10 km raus zu einem LKW-Umladeplatz. Dort stehen wir relativ ruhig, bekommen  Strom und können sogar duschen. Nun ist die Welt wieder in Ordnung.

Nanning – Pingxiang         234 km                Gesamt:   14.291  km

 

 

Freitag,  17. September 2010   80. Tag

 

Heute stehen wir später auf, erst um 7.30 Uhr bei 25°. Ich habe sogar noch Zeit etwas Wäsche zu bügeln. Um 10.15 Uhr fahren wir zum Zollhof. Hier sollen die Papiere für unsere Fahrzeuge fertig gemacht werden und die Fahrzeuge auch angeschaut werden. Nach 1 ½ Stunden Wartezeit bei 35° und Verzehr von Melonenschnitzen erreicht Eberhard bei den Behörden, dass wir zum Hotel fahren können. Wir fahren das Xiangxin International Hotel an. Wir bekommen größtenteils Plätze unter schattigen Bäumen und haben vor allem einen schattigen Sitzplatz. Nach einem Vesper und duschen verbringen wir den Nachmittag gern unter den Bäumen im Schatten bei Kaffee. Sogar für das Tagebuch bleibt Zeit.

Eberhard und Mark organisieren ein Abschiedsessen von China, Mark und Gps. Um 18.45 Uhr treffen wir uns im Speisesaal des Hotels. Auch Nara nimmt teil und es kommt eine wehmütige und zugleich eine Aufbruchstimmung auf. Ja auf zu neuen Ufern, Vietnam erwartet uns – wir kommen.

Pingxiang Nord -  Pingxiang Süd    10 km         Gesamt:    14.301 km

 

 

Gedankensplitter eines China-Reisenden

Fragestellungen eines Europäers in China

Das Unverständliche begleitet den Chinabesucher auf Schritt und Tritt. Nichts scheint auf unsere Logik Rücksicht zu nehmen. Die Bilder sind kaum zu deuten. Fragestellungen finden keine Antworten. Es drehen sich im Kopf nur die Fragewörter: das Wie, das Wovon, das Weshalb, das Warum, das Wieweiter, das Wohin, das Wozu, das Was-soll-das, was jetzt, was war, was später???  China führt uns wie in einem Zirkus, wo die Artisten schwindeleregende Künste vorführen, die wir in kühnsten Träumen nicht voraus zusehen gewagt hätten.

Toni Blümli

 

 

Samstag,  18. September 2010  81. Tag

 

Um 6.15 Uhr stehen wir auf bei 24°. Mark und Nara bringen uns zur Grenze und begleiten uns zum chinesischen Zoll. Nara hatte dafür gesorgt, dass unsere Papiere für die Fahrzeuge schon fertig gemacht sind. Jetzt kommt die Passkontrolle und die Besichtigung der Fahrzeuge . Was die wohl suchen? Nach 1 Stunde sind wir auf der chinesischen Seite fertig. Nach der Verabschiedung von Mark begeben wir uns zum vietnamesischen Zoll und werden hier schon von Hai, unserem Führer für Vietnam erwartet. Auch hier geht es zügig voran und wir sind nach 1 Stunde auch hier fertig.

Es ist wie ein Traum, nach 2 Stunden haben wir die chinesische / vietnamesische Grenze passiert. Nun eröffnet uns Hai, dass außerdem die Uhren noch 1 Stunde zurück gestellt werden müssen. Also fahren wir um 9.40 Uhr an der Grenze ab. Nach 99 km machen wir um 12.15 Uhr in dem Ort Hun Lung unsere Mittagspause bei einem bekannten Straßenrestaurant. Es ist schön warm mit 33°. Auf den Straßen ist ein reger Roller- und Mopedverkehr. Viel mehr noch als in Südchina. Nach 2 ½ Stunden Fahrzeit, nach 193 km kommen wir um 15.30 Uhr in Hanoi beim Hotel Kim Lien Hotel an. Die Stadtdurchfahrt war schon ganz heftig mit dem ganzen Rollerverkehr.  Unser Parkplatz ist von Hotelgebäuden umgeben und wird von Bäumen beschattet. Allerdings hat die Reservierung der Plätze nicht ganz funktioniert. Wir stehen etwas verstreut, aber deshalb nicht schlechter. Hier haben wir 2 Hotelzimmer zum Duschen. Hai stellt sogar seines auch noch zur Verfügung, weil er ja noch zu Hause wohnen kann. Wir erholen uns im Schatten, inzwischen haben wir 35°. Am Abend mache wir noch einen Spaziergang über den großen Boulevard.

Pingxiang – Grenze – Hanoi        15 /  193 km   Gesamt:   14.494  km

 

 

Sonntag,  19. September 2010  82. Tag

 

Bereits um 7 Uhr stehen wir auf bei 28°. Schon um 8.30 Uhr gehen wir los, um die Gegend zu erkunden und einzukaufen. Wir finden Weißbrot und Getränke. Hinterher müssen wir aber gleich abduschen.

Um 14 Uhr holt uns der Bus zum Besuch des Ethnologischen Museums ab. Auf 2 Etagen erleben wir die verschiedenen Volksgruppen von Vietnam. Ganz besonders unterscheiden sie sich in der Sprache und Kleidung, aber auch in den Behausungen. Im Garten des Museums stehen verschiedene Gebäude aus tropischem Material, wie Bambus und Palmenblätter.

Nach 1 Stunde geht es weiter zur Altstadt am See. Wir gehen am See spazieren, der  wunderschön abendlich beleuchtet ist. Hier wird schon alles für die 1.000 Jahr Feier von Hanoi vorbereitet. In den Bäumen hängen bunte Lichter rund um den See. Eine kleine Fußgängerbrücke ist in rotes Licht getaucht. Und die Menschen, einfach zu viele.

Der Bus bringt uns zurück zum Platz. Da es so warm ist habe ich keine Lust zu kochen, also gehen wir um die Ecke in eine Garküche zum Essen. Es ist nicht ganz einfach, das zu bekommen, was wir uns vorgestellt haben. Die Karte enthält nur vietnamesisches und niemand versteht hier englisch. Aber schließlich werden wir doch satt. Wir sitzen anschließend noch draußen bei 30°.

 

 

Montag,  20. September 2010   83. Tag

 

Schon um 6.30 Uhr gehen wir duschen. In jeder Nacht stehe ich mehrere Male auf, um mich etwas im Bad abzukühlen. Außerdem machen uns die Schnaken zu schaffen. Liege ich offen, stechen mich die Schnaken, decke ich mich zu, bin ich im Nu schweißgebadet. Beides keine Voraussetzung für erholsamen Schlaf.

Um 9 Uhr holt uns der Bus ab. Hai begleitet uns zum Mausoleum von Ho Chi Min. Dahinter steht der Präsidentenpalast. Im gleichen Park steht das Wohnhaus von Onkel Ho, in dem er bis 1954 gewohnt hat und das Haus in dem er bis zu seinem Tode von 54 bis 69 lebte.

Ein paar Schritte weiter und wir stehen vor der Ein-Säulen-Pagode. Es ist nur eine kleine Pagode, die in einem Teich steht.

Hai erzählt uns etwas über das Klima in Vietnam. Die Temperaturen im Sommer bis 45°, deshalb sind zwischen Mai und September 3 Monate Ferien. Im Winter gibt es selten unter +5°. Schon, wenn die Temperaturen unter + 10° sinken, werden die Schulen und Universitäten geschlossen. Öffentliche Einrichtungen haben keine Heizung. Die wichtigsten Fremdsprachen in der Schule sind russisch und chinesisch.

Unser nächstes Ziel ist ein kleiner Tempel mit einem Buddha, dessen Füße wohl Wünsche erfüllen können. Man muss nur daran glauben. Hai macht dann schließlich noch mit uns einen Spaziergang durch die Altstadtgassen.  Überall gibt es Geschäfte. Die Häuser sind alle nur so breit wie ein Zimmer, oder anders ausgedrückt: Garagenbreite. Unten ist das Geschäft und darüber kommen die Stockwerke mit den Wohnräumen. Allerdings gehen die Häuser sehr tief nach hinten. Manchmal gibt es ganz schmale Gassen zwischen den hohen Häusern, total dunkel. Unser Treffpunkt ist vor dem Wasser-Puppenspiel-Theater. Das klingt sehr interessant. Wir fahren kurz nach 12 Uhr zurück zum Platz und machen Mittagspause.

Um 15 Uhr fahren wir zusammen mit Monika und Alfred mit 1 Taxi in die Stadt. Wir bekommen noch Karten für die Vorstellung beim Wasser-Puppenspiel um 15.30 Uhr. 60.000 Dong pro Person kostet der Eintritt. Das sind gerade mal 2,50€. Nach der Vorführung schlendern wir durch die Altstadt und schauen uns verschiedene Läden an. Unter anderem finden wir Karten mit wunderschönen Scherenschnitten. Auch Täschchen mit Perlmuttblättchen besetzt, oder Seidenschlafsäcke. Für uns scheint alles sehr günstig zu sein. Um 19.30 finden wir ein Restaurant, auf einem Balkon im 3. Stock sitzen wir sehr gemütlich. Das Essen ist nicht so berauschend, aber wir werden satt. Hinterher fahren wir mit dem Taxi wieder zurück. Im Wohnmobil ist es schön warm 32°.

 

 

Dienstag,  21. September 2010   84. Tag

 

Es ist nur warm im Auto. Immer wieder stehe ich in der Nacht auf, um mich abzukühlen. Eberhard kommt auf die Idee, den Luftumwirbler auf den Hocker vor unser Bett zu stellen. Nun wird es erträglicher und wir können schlafen.

Gleich am Morgen geht er los, um einen Ventilator mit Fuß zu kaufen. Für umgerechnet 16 € bekommt er auch ein ganz schönes Exemplar. Wir sind begeistert. Die Hälfte der Mitreisenden holen sich so einen Ventilator. Mittlerweile habe ich die Wäsche gemacht und schreibe bis Mittag am Tagebuch. Mit dem Ventilator ist es fast eine Freude.

Am Nachmittag fahren wir zusammen mit Monika noch einmal im Taxi zur Innenstadt. Uns haben es die Scherenschnitt-Karten angetan. Sie sind so wunderschön. Davon wollen wir noch mehr haben. Ganz nebenbei finde ich Schalen für den Tisch als Dekoration. Eberhard ersteht Sets aus Bambus. Es gäbe noch so viel mehr, aber irgendwann ist die Luft raus. Nach 2 Stunden fahren wir mit einem Taxi wieder zurück, haben dabei das Pech 10 Minuten in einem Stau zu stecken, bei dem nichts, aber auch gar nichts mehr geht. Dafür gibt es zu Hause eine schnelle Pfanne. Spät am Abend duschen wir noch schnell am Wasserhahn. Ich probiere den Seidenschlafsack aus. Aber auch dafür ist es zu warm, er klebt am feuchten Körper.

 

 

Mittwoch,  22. September 2010   85. Tag

 

Die Nacht war erholsam mit dem Ventilator. Allerdings fing es gegen Morgen zu regnen an. Das hat die Luft merklich abgekühlt. Um 7 Uhr zeigt das Thermometer 25° an. Wir fahren allerdings erst um 9.30 Uhr in Hanoi ab. Wir wollen dem Berufsverkehr mit den Millionen von Rollerfahrern ausweichen. Trotzdem ist noch genug Betrieb auf den Straßen. Immer wieder staunen wir über die Rollerfahrer, die fast alle mit Mund-Nasenschutz auf den Mopeds sitzen. Es ist auch wieder warm geworden, 30,5°. Wir fahren zunächst in nördlicher Richtung aus der Stadt. Dabei überqueren wir auf der Schnellstraße 2 Arme des Roten Flusses, der hier zum Meer strebt. Später biegen wir nach Osten ab und fahren auf der Landstraße Nr. 18 weiter. Um die Mittagszeit halten wir bei einer Skulpturenfabrik. Auf dem Gelände ist viel Parkplatz und wir haben die Möglichkeit hier noch einmal Artikel aus Seide zu erwerben. Eberhard findet ein gesticktes Bild und ich finde wieder einmal Stoff.

Später machen wir eine kleine Pause bei Obstständen. Hier werden kleine Annanas bereits geschält angeboten. Es kostet nicht viel und so sind wir gerne bereit davon mitzunehmen. Inzwischen wird es spannend, denn wir sehen schon die Karstberge in der Ferne aus dem Meer ragen. Ein Stück fahren wir an der Halongbucht entlang und sehen die Ausflugsschiffe.  Um 15.25 Uhr kommen wir in Halong beim Hotel an. Die Auffahrt zum Hotel Halong I  ist sehr steil, dafür stehen wir traumhaft und schauen von oben auf die Bucht von Halong. Es ist auch hier schön warm mit 31°, doch vom Meer her weht eine leichte Brise. Die tut uns gut. Nach einer Ruhepause gehen wir über Treppen hinunter zum Meer auf eine kleine Mole. Von dort haben wir einen sehr schönen Blick auf Halong City und vor allem auf die neue Brücke.

Gemeinsam mit Hai, unserem Begleiter für Vietnam geht die ganze Gruppe am Abend zum Essen hinunter. Entlang der Hauptstraße gibt es einige kleine Restaurants. Davon bieten die meisten Seafood an. Auch wir möchten gerne Fisch essen. Schließlich sind wir ja am Meer. Hinterher schauen wir noch beim Nachtmarkt vorbei. Hier gibt es alles an Souvenirs, was es überhaupt gibt: Holzbuddhas, Perlen, Textilien aller Art. Es würde Seiten füllen, alles aufzuzählen. Gerne sitzen wir an unserem exklusiven Aussichtsplatz noch zusammen.

Hanoi – Halong       km 155                      Gesamt:   14.649  km

 

 

Donnerstag, 23. September 2010  86. Tag 

 

Es regnet, als wir um 6.45 Uhr aufstehen. Es hat gut abgekühlt in der Nacht.

Mit 2 Pkws unserer Begleiter werden wir ab 8.30 Uhr in 2 Schichten zur Anlegestelle gefahren. Wir erkunden heute die Halong-Bucht. Alle Ausflugsschiffe sind sehr schöne Holzschiffe mit einem gewissen Flair. Wir freuen uns, weil wir als Gruppe alleine ein Schiff für uns haben. Pünktlich um 9 Uhr legt unser Schiff ab und der Kapitän steuert das Schiff mit Gelassenheit durch all die ankernden Boote hindurch. Trotz des Regenschleiers können wir die Kalkfelsen immer besser erkennen. Es ist faszinierend durch diese steil aufragenden Inseln hindurch zu fahren. Immer neue Blickwinkel eröffnen uns interessante Ausblicke in diese bizarre Felsenwelt der Kalkkegel. Schließlich ankern wir bei einer künstlichen Insel, auf der eine Fischerfamilie wohnt und arbeitet. Zunächst ist das Verlassen des Schiffes schon abenteuerlich, aber dann bewegen wir uns auf Stegen über Drahtkäfigen im Wasser, in denen Fische, Krebse und allerlei Getier sich aufhält. Der Regen ist störend.

1994 erklärte die UNESCO diese 1.500 qkm große Halong Bucht zum Weltkulturerbe. Es ist einmalig und wunderschön durch dieses Gebiet mit dem Boot zu fahren. Kurz vor dem Mittagessen hört der Regen auf. Jetzt gibt es auch klare Bilder. Zwischendurch kann man hier auch Souvenirs erstehen, z. B. Postkarten, Perlen, Kimonos und andere Produkte. Wir nehmen 2 Kimonos mit. 

Das Mittagessen ist eine Wucht: Krabbe gefüllt mit Reis, Pommes, Shrimps, Frühlingsrolle, Tintenfische mit Zwiebeln und Möhren, grünes Wassergemüse, chinesische Nudeln, Reis und jeweils für 4 Personen 1 gegrillten Fisch, ganz exzellent zubereitet. Zum Abschluss noch Melone, was für ein Mahl. Leider sind wir dann auch schon bald wieder im Hafen. Es war ein traumhaftes Erlebnis, da sind wir uns alle einig.

Die Pkws bringen uns zurück und wir ruhen uns aus. Später fahren Eberhard und ich mit Hai im Taxi nach Halong City um Brot oder Brötchen für die Gruppe zu besorgen. Es ist nicht ganz so einfach, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber schließlich werden wir nach 3 vergeblichen Versuchen doch fündig und kaufen 30 Brötchen für die Gruppe. Die Taxikosten für den Rückweg (ohne Hai) sind teurer als die Brötchen. Nach dem kalten Abendessen haben wir Zeit für unsere Computer, draußen ist es kalt, 24°.

 

 

Freitag, 24. September 2010   87. Tag

 

Aufstehen, 6.15 Uhr bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die Temperatur wäre mit 24° schon in Ordnung. Um 8 Uhr fahren wir ab, finden nach 9 km eine Tankstelle. Es geht die ganze Zeit die Halong Bucht entlang auf der 18. Wir verlassen die Bucht, die Straße wendet sich nach NW. Bei km 36,5 an einem Mini-Kreis biegen wir nach links ab auf die Nr. 10 nach SO. Immer wieder überqueren wir Flussarme. Fast in jedem Ort werden hier Miniaturtempel angeboten. Sie werden als Grabsteine verwendet. Überhaupt gleicht jede Ortsdurchfahrt einem großen Markt. Auf beiden Seiten der Straße werden Produkte des täglichen Lebens angeboten. Dazwischen gibt es Garküchen oder Getränkestände, Brot, Furnierhölzer, Matratzen, Bodenplatten und Motorroller werden offeriert. Wo gebaut wird liegen die Ziegelsteine auf dem Gehweg.

Nach der Mittagspause schauen wir uns die Pagoda Chua Keo an. Sie ist schon 500 Jahre alt und in traditioneller Holzbauweise gefertigt. Auch hier gibt es verschiedene Tempel, in einem wird gerade eine Zeremonie abgehalten. Eine Familie lässt den Mönch Gebete sprechen. Die Familie sitzt andächtig dabei und spricht die Gebete auch teilweise mit.

Auf dem Rückweg zähle ich auf einer Strecke von 6 km 4 katholische Kirchen. Sie sind wohl von spanischen und portugiesischen Missionen gebaut worden. Danach sehen sie auch aus. Richtig farbenfroh mit vielen Heiligenfiguren am Giebel oder Portal. Eine davon schauen wir uns an. Innen ist sie bis auf die vergoldeten Figuren eher schlicht gehalten.

Um 16.00 Uhr kommen wir an die Landestelle zur Bootstour durch die Kalkberge. Wir steigen immer zu zweien in ein Ruderboot und werden von 2 Personen auf dem Fluss durch die Kalkberge gerudert. Die Landschaft ist ähnlich der in Guilin. Hier ist das Besondere, dass wir durch 3 Höhlen hindurchfahren. Der Fluss ist wohl sehr flach, dafür ist das Gras hoch. An Sträuchern und Gräsern, die aus dem Wasser ragen, sehen wir rosarote Raupen sitzen. Es sind sehr viele. Das leise Plätschern der Ruder in dieser beschaulichen Landschaft lässt eine gewisse Ruhe aufkommen. Nur der Hintern beschwert sich über die harte Bank. Ein paar hartnäckige Verkäuferinnen per Boot stören die Ruhe. Nach 2 Stunden sind wir zurück am Ausgangspunkt. Die letzten Kilometer in die Stadt fahren wir nun in der Dunkelheit. Viele Radfahrer fahren ohne Licht. Deshalb müssen wir doppelt aufpassen.

Ankunft um 18.30 Uhr am Hotel Hoa Lua in Ninh Binh. Auf dem Hotelparkplatz, hinter dem Haus schwelt ein Abfallhaufen vor sich hin. Sie sind nicht mehr fertig geworden mit dem Verbrennen. Nun wird er gelöscht, sonst können wir nicht atmen.

Ha Long – Ninh Binh         211  km              Gesamt:   14.861 km

 

 

Samstag, 25. September 2010   88. Tag

 

Pünktlich um 8 Uhr fahren wir ab und zwar erst nach Nordwesten. Wir besuchen die Pagode bei der alten Stadt. Diese Pagode ist eine Tempelanlage zu Ehren des Alten Kaisers, der um 1010 Ninh Binh zur Hauptstadt erkoren hatte. Es ist dies ein Platz zwischen den Bergen, strategisch sehr gut gelegen zur Verteidigung. Hier findet man in den alten Gemäuern einen Ort der Beschaulichkeit. Schöne alte Bäume und Blütensträucher umgeben diesen Ort.. Hier wird zur Jahrfeier alles neu gemacht, das Eingangstor und die Brücke und daneben entsteht ein großer Platz mit vielen Bannern.

Nach 23 km um 9.45 Uhr fahren wir wieder am Hotel vorbei. Jetzt geht es weiter nach SO. Nach der Mittagspause finden wir bei einem Obststand die Drachenfrucht. Sie ist rötlich und hat grüne Zipfel. Hai erklärt uns, dass sie geschält wird wie eine Apfelsine und so gegessen werden kann. Das Fleisch ist weiß und hat kleine schwarze Kernchen wie eine Kiwi.

Um 16.40 Uhr, nach einer längeren Fahrt am Meer entlang, kommen wir beim Green Hotel in Cua Lo Town, bei Vinh an. Uns erwartet eine schöne Pergola und dahinter ein Pool. Bis alles geregelt ist sitzen wir schon mal bei einem Bier zusammen. Der Hotelhof ist nur für uns da, es gibt sonst keine Gäste. Wir duschen auf den Zimmern und baden im Pool, wir können nicht genug bekommen. Fast alle gehen im Hotel Abendessen. Den Abendspaziergang machen wir zusammen mit Monika und Toni zum Meeresstrand. Gegenüber dem Hotel befindet sich ein Denkmal mit großer Fläche. Hier trifft sich die Jugend am Abend. Kleine Tische und Stühlchen werden mitgebracht, ebenso die Getränke. Es ist ein sehr schöner Abend.

Ninh Binh -  Cua Lo bei Vinh  km  214            Gesamt:   15.075 km

 

 

Sie lächeln dich an

Wo immer man ihnen begegnet, sie lächeln dich an. Es ist eine Offenheit, die nicht selbstverständlich ist. Die Gesichter, ob jung oder alt, strahlen eine innere Schönheit aus, die Stolz und Selbstbewusstsein verraten. Die vietnamesischen Frauen scheinen die Gesellschaft mit ihrer überall sichtbaren Präsenz mitzuformen und zu durchdringen.

Die Bilder des Alltages verraten es. Wo Menschen an der Arbeit sind, sind sie dabei: Auf den Bauplätzen sind sie, wie die Männer, mit schwerer körperlichen Arbeit vertraut, die Straßenreiniger sind weiblich, auf den Märkten betreiben sie das Geschäft, auf den Reisfeldern sind sie an der Arbeit, um Sachen jeder Art zu transportieren, wird das Tragjoch noch sehr oft benutzt, im Rhythmus der Schritte pendelt beidseitig die Last wie von einer Waage getragen. Auch hier sieht man mehrheitlich die Frauen , die dabei ihren Mann stellen.Die Idylle eines von Männern und der Gesellschaft verwöhnten Frauendaseins muss sich in Vietnam noch weiterentwickeln, jedenfalls ist davon kaum etwas zu sehen.

Toni Blümli

 

 

Sonntag,  26. September 2010   89. Tag

 

Heute ist ein Tag zur freien Verfügung. Dementsprechend stehen wir schon später auf. Ernst hat ein Problem mit seiner Luftfederung. Ein Balg ist gerissen, somit bekommt er auch in den anderen keine Luft mehr hinein. Er fährt zu einer Werkstatt, kommt aber unverrichteter Dinge zurück. Nach dem Schwimmen im Pool gehen wir zum Strand und probieren das Meer aus. Es ist keine Abkühlung möglich. Der Strand ist ordentlich. Wir machen noch eine Runde im Pool, das ist schöner. Im Womo ist es zu warm zum Arbeiten und in der Pergola hat mein Computer keinen Strom, also lese ich.

Hinterher sitzen wir draußen, bis uns ein Gewitterregen unters Dach scheucht.  Auch hier haben wir nicht lange ein trockenes Plätzchen. Der nächste Schauer sprüht uns nass, sodass wir weichen müssen. Der Abend geht weiter mit lesen im Womo.

 

 

Montag, 27. September 2010  90. Tag

 

Um 6 Uhr stehen wir auf. Temperatur 26° bei 97% Luftfeuchtigkeit.

Bereits um 7 Uhr fährt Ernst mit einem Begleitfahrzeug ab. Er kann nur sehr langsam fahren, bei unebenen Straßen setzt er sonst auf.

Wir fahren um 8 Uhr. Schon bald zweigen wir auf die 15 ab. Hier ist die Straße leider nicht mehr gut und wir bedauern den Ernst, falls er auf diese Strecke gelotst wurde. Und wirklich überholen wir bei km 81 das große Wohnmobil. 3 Stunden ist er nun schon unterwegs für die 80 km. Zum Glück wird die Straße nach unserer kleinen Pause etwas besser. Hier kann auch Ernst wieder etwas schneller fahren. Um 10.30 Uhr kommen wir durch eine größere Ortschaft. Hier ist gerade die Schule aus. Ein unglaublicher Fahrradpulk ergießt sich auf die Straße und kommt uns entgegen.

Nach der Mittagspause bekommen wir Regen. Das passt zu den Wasserbüffeln, die sich auf der Straße tummeln. Zum Glück hört der Regen auf, als wir zur Phong Nha Höhle kommen. Dort steigen wir gemeinsam in ein Motorboot um und fahren auf dem Fluss bis zur Höhle. Vor dem Eingang wird der Motor abgestellt und wir werden mit 2 Paddeln in die Höhle gerudert. Die Stille und vor allem die Höhe der Höhle lässt uns staunen. Immer weiter geht es in die Höhle hinein. Verschiedene Säulen und Formationen sind von farbigen Lichtern angestrahlt. Über 2 Stunden sind wir insgesamt unterwegs. Um 16.45 Uhr setzen wir unsere Fahrt fort und kommen bei Dämmerung in Dong Hoi an. Über Brücken geht es auf eine vorgelagerte Insel zu einem Hotel-Resort, Sun Spa Hotel mit Pool und Strandabschnitt.

Um 17.45 Uhr stellen wir uns vor dem Hotel in einer Reihe auf. Ernst ist schon da und auch die Stromleitung liegt schon für uns parat. Wir stürzen uns begeistert in den Pool, für das Meer ist es schon zu dunkel. Von der Anlage sind wir begeistert. Schade, dass es morgen schon wieder weiter gehen muss, hier könnte man schon ein paar Tage verweilen. Einige von uns leisten sich den Luxus und gehen essen im Restaurant. Wir gehören auch dazu. Nach einem Spaziergang zum Strand sitzen wir noch eine Weile draußen gemütlich beisammen mit Monika und Toni.

Cua Lo bei Vinh – Dong Hoi   264 km              Gesamt:   15.339 km

 

 

Vietnamesische Küche

Die Esskulturen der Welt unterscheiden sich in vieler Hinsicht. Es ist unverkennbar, dass Franzosen einmal in Vietnam gewesen sind. Im Geschmack der Küche ist ein kleiner Hauch der Haute Cuisine auszumachen. Der Geschmack der Speisen ist näher bei Europa als bei Asien. An europäischer Esskultur ist auch geblieben, dass mit Messer und Gabel aus großen Tellern gegessen werden kann.

In der vietnamesischen Küche wird z.B. der Fisch als ganzes Fossil mit Kopf und Schwanz aufgetischt. Der wunderschöne ganze Fisch aus dem Meer verdichtet sich dadurch im Auge des Betrachters zu einer Tellersymphonie. Man sagt ja zurecht, dass man auch mit den Augen isst, das schöne Aussehen der Speise ist schon der halbe Genuss. Vietnams Küche ist in vieler Hinsicht eine Genussküche, der Genießer kann sich auf gr0ßen Tellern große Gerichte einverleiben.

Ganz im Gegensatz beim großen Nachbarn China, wo bald zwei Milliarden Menschen alles zerstückelt auf den Tisch gestellt, sich Speisen einverleiben. Zwangsläufig eben, weil das Essbesteck die Stäbchen sind. Kommt hinzu, dass der Esser in kleinen Schälchen und „Katzentellern“ die Nahrungseinnahme bewerkstelligen muss. Der chinesische Essgenuss kann recht schnell in einen Essverdruss umschlagen. Man sieht nie das Ganze, der Fisch, das Fleisch, das Gemüse sind sozusagen als Versatzstücke zahlreich auf den Tisch gestellt, dem Esser bleibt die Aufgabe, das größere Ganze sich im Geiste vorzustellen. In Vietnam hat er im großen Teller immer das Ganze vor sich, die Augen essen mit und der Appetit ist kaum zu stillen.

Der Brotesser aus Europa erwartete noch eine andere Überraschung. Viele Vietnamesen essen auch Brot und zwar Brot von größter Berühmtheit: Die französische Baguette, sie ist in manchen Kleinläden erhältlich, auch Fahrverkäufer bieten sie an, immer in bester gutbekömmlicher Qualität. An den Gestaden der vietnamesischen Meeresküste schmeckt somit derFrühstückstisch im eigenen Wohnmobil nach heimatlichen „Z`morge“.

Toni Blümli

 

 

Dienstag,  28. September 2010   91. Tag

 

Schon um 6.15 Uhr stehen wir auf, damit wir noch im Meer baden können. Es ist herrlich, doch leider ist die Zeit zu kurz. Wir fahren erst um 9 Uhr ab. (Damit alle noch im Meer baden können.) Immer ist der Brotkauf ein Problem und vor allem Glücksache. Gestern haben wir im Hotel noch einiges kaufen können. Bei der ersten Gelegenheit heute wird wieder angehalten um Brot zu bekommen.

Bei km 66 biegen wir ab von der 1 und fahren nach Osten ans Meer zum Dorf Vinh Móc. Auf halbem Wege treffen wir auf das Wohnmobil von Ernst. Er möchte nicht mehr weiter fahren auf der schlechten Straße. Eberhard entscheidet, dass die Beiden im Pkw mitgenommen werden und nach dem Dorfbesuch mit dem Mobil den gleichen Weg zurück auf die Hauptstraße fahren. Ein ganzes Dorf hat während dem Krieg in einem Tunnelsystem gelebt und auch von dort gekämpft. Bis zu 15 m unter der Erde waren die Räume gebaut. Belüftungsschächte waren als Brunnen getarnt. Das Museum zeigt interessante Bilder und Erinnerungsgegenstände aus dieser Zeit. Nach unserer Mittagspause im Anschluss fahren wir weiter und kommen erst später wieder auf die Hauptstraße.

Gerade als wir auf die Hauptstraße einbiegen und schon das Denkmal für die Demarkations-Linie sehen, geht bei Alfred die Kupplung am Auto kaputt. Nun stehen wir am 17. Breitengrad und am Fluss, der die Grenze markierte und wissen uns keinen Rat. Schließlich schleppt Wolfgang den Alfred. Hai sucht im nächsten Ort nach einer Werkstatt. Aber hier findet Alfred keine Hilfe. Also geht die Schlepperei weiter. Die Gruppe fährt voraus und Wolfgang kommt mit Alfred hinterher.

Wir kommen um 17.20 in Hue an. Die Begeisterung hält sich in Grenzen, wir stehen an einer belebten Straße gleich neben dem Festival HueHotel. Das Hotel hat keinen besseren Stellplatz. Es wird sehr laut bleiben bis in die späten Abendstunden. Ernst ist schon da.

Unsere Jungs haben mächtig Gas gegeben und kommen 10 Minuten später auch schon an. Alfreds Auto bleibt zunächst auf der anderen Straßenseite, damit der Monteur besser arbeiten kann. Der steht auch gleich parat. Sein 1. Versuch schlägt fehl. Am Morgen fahren die Männer erst mal los, um Teile für die Kupplung zu finden. Spät am Abend wird Alfreds Auto noch auf die andere Seite des Hoteleingangs geschoben. Hier ist die Bewachung gesichert.

Dong Hoi – Hue          km   188                 Gesamt:    15.527 km

 

 

Mittwoch,  29. September 2010    92. Tag

 

Alfred und Eberhard fahren um 8 Uhr mit unserem Führer zu einer Teilehandlung wegen Kupplungsteilen. Leider kommen sie erfolglos zurück. Jetzt ist der Monteur gefragt. Er macht sich ans Werk, Alfred bleibt heute bei seinem Auto.

Pünktlich fahren wir zur Zitadelle von Hue. Es ist der Komplex des Kaiserpalastes von Hue. Vietnam hat sich in vielen kulturellen Dingen, China als Vorbild genommen. So auch hier beim Palast für den Kaiser. Es gibt auch hier den Teil der Verbotenen Stadt, der nur dem Kaiser mit seiner Familie vorbehalten war. Allerdings war dieser Kaiser etwas glücklos. Er hatte zwar 100 Konkubinen, aber trotzdem keinen Thronfolger. Nur  wenige Teile der Anlage sind schon restauriert, deshalb sehen wir noch viele Gebäude mit der alten Bemalung und der alten Substanz. Manche Gebäude sind dem Krieg zum Opfer gefallen und total zerstört. Hai geht mit uns 1 Stunde durch die gesamte Anlage, zeigt uns die Halle der Harmonie und die Halle der Kaiserinmutter. Hier fanden die Familientreffen zur Ehrung der Mutter statt. Auch das Frauentor im Westen ist noch gut erhalten.

Weiter geht unsere Fahrt zur Grabanlage des 4.Kaisers. Hier hat er schon zu seinen Lebzeiten sich gerne aufgehalten, sich der Muse hingegeben, vor allem war er ein Literatur-Freund. Es gibt hier einen Vorhof mit Wächter. Es stehen hier Elefanten und Mandarine zur Bewachung des Kaisers bereit. Das Grab selbst wird gerade restauriert und ist nicht zugänglich. So gehen wir wieder durch den Garten am See zurück.

Um 12.10 Uhr kommen wir am Hotel an.  Leider ist die Erholungspause am Pool zu kurz. Ein Regenschauer, der alles nass werden lässt, jagt mich in die Flucht. Nun bleibt mir nur das Wohnmobil. Eberhard schaut immer mal wieder nach Alfreds Auto und nach dem Fortgang der Reparatur. Spät am Abend ist es dann soweit, Alfred kann sein Auto wieder starten.

 

 

Donnerstag, 30. September 2010  93. Tag

 

Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Temperatur 24° bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit.  Ernst fährt schon um 7.30 Uhr ab.

Gerade bei der Abfahrt um 8 Uhr, meldet Larry einen platten Reifen. Nun muss erst mal der Reifen gewechselt werden. Somit kommen wir erst um 8.40 Uhr weg. Zum Glück ist die Strecke heute nicht so lang. Auch heute begleiten uns laufend Regenschauer auf unserem Weg. Um 10.30 Uhr machen wir eine kleine Pause auf dem Wolkenpass in 471 m Höhe nach 77 km. Es sind viele Souvenirstände da, aber keiner interessiert sich dafür bei diesem Regen.

Wir fahren auf der anderen Seite hinunter, tanken vor Da Nang und halten am Museum. Zunächst machen wir unsere Mittagspause von 11.50 bis 13.00 Uhr. Dann gehen wir in das Museum für Architektur der Cham. Diese alte Kultur ist durch den Hinduismus geprägt. Die Gottheiten Shiva und Vishnu stehen im Vordergrund der Kunst.

Nun fahren wir aus der Stadt hinaus, an den Marmorbergen und an der China Beach vorbei nach Hoi An zu unserem Hotel. Es ist das Golf Hoi An Hotel. Um 14.30 Uhr kommen wir hier an und beziehen unsere Stellplätze. Das geht nicht ohne mehrmaliges Rangieren ab. Wir haben Regenzeit und bekommen das auch permanent zu spüren.

Hue – Da Nang -  Hoi An        133 km             Gesamt:   15.660 km

 

 

Geschundenes Land

Man hat zwiespältige Gefühle, wenn man durch Vietnam reist und auch auf dreitausend Kilometer Durchfahrt mit dem Wohnmobil doch recht intensiv mit Land und Leuten in den Dörfern, Bergen und Städten in Kontakt kommt. Man trifft auf eine junge Generation, die die Erinnerung an ein geschundenes Jahrhundert noch in sich trägt. Trotzdem wollen die Menschen hier leben und sich in der modernen Welt behaupten, wie überall anderswo. Dem, der hier im Lande genau hinschaut, kann erfahren, dass Vietnam im neuen Jahrhundert, wie auch immer, eine neue Rolle zu spielen im Stande sein wird.

Das Vietnam-Bild meiner Generation und in Europa lebend, ist leider Erinnerung an Kriege, die in dieser Weltgegend jahrzehntelang geführt wurden. Damals an einer Nahtstelle Asiens, die kommunistisch/kapitalistische Weltordnung die Politik bestimmend, Krieg zum Mittel eines (nutzlosen) Zwecks geführt, dabei ein wunderschönes Land zusammengebombt, eigentlich ein Verbrechen, das drei Millionen Menschen den Tod gebracht hat.

Man fragt sich als Durchreisender heute, ob dies alles sich gelohnt hat? Hinter den Systemen stehen letztlich immer Menschen mit ihrem je eigenen Weltverständnis. Betrachtet man den Einzelnen und die Gesellschaft, entstehen vielfältige Wahrnehmungen. Zum Beispiel der Buddhismus und das Christentum scheinen in diesem angeblich kommunistischen Land mehr den je präsent. In den Häusern schmücken überall kleine Götteraltäre die Räume, katholische und andere christliche Kirchen immer wieder zu sehen in den Dörfern und Städten. Religion scheint die Menschen anzusprechen, die sich wieder auf Tradition und Erbe besinnen. Das kommunistische Staatssystem, womöglich auch unter dem Druck der Globalisierung geht den Weg auch kapitalistischer zu werden. Ambivalenz der Verhältnisse heute. Die Beobachtungen und Bilder sind vielfältig, Armut noch weit verbreitet in der fast neunzig Millionen zählenden Bevölkerung, der Reichtum einiger sichtbar, aber nie vergleichbar mit Europa was für alle besseres Leben bedeuten kann. Es scheint aber doch, dass Vietnam sich vom letzten geschundenen Jahrhundert heraus befreit hat, es arbeitet selber an einer besseren Zukunft.

Toni Blümli

 

 

Freitag,   1. Oktober 2010   94. Tag

 

Wir können ausschlafen und prompt bin ich um 6.30 Uhr wach. Noch regnet es nicht, aber um 7 Uhr beginnt schon wieder der Regen. Auch im Wohnmobil haben wir es jetzt kühler, um die 26°. Seit gestern besucht uns auf dem Hotelhof ein Schweizer, der hier in Hoi An lebt. Er gibt uns Tipps und Ratschläge für Läden und Restaurants. Das ist natürlich sehr willkommen. Gleich bei unseren Womos ist ein Salon fürs Haare schneiden, Pediküre und daneben ein Massagesalon. Mal sehen was sich alles verwirklichen lässt.

Nach dem Mittagessen lasse ich mir meine Haare nachschneiden und nach dem Kaffeetrinken gehen Monika, Eberhard und ich in die Stadt. Wir finden jede Menge Geschäfte, die nach Maß schneidern. Der Nachmittag vergeht im Flug mit der Besichtigung von schönen Stoffen und Maß nehmen lassen in verschiedenen Geschäften. Natürlich regnet es zwischendurch ganz ordentlich. Zurück am Platz, kann ich gleich noch meine Schmutzwäsche loswerden. Nach all diesen Aktivitäten haben wir uns das Essen im Hotel verdient. Leider fällt es nicht so harmonisch aus. Die Küche verwechselt Gerichte und bringt den Starter nach dem Hauptgericht. Auf dem Heimweg schauen wir bei der Rezeption noch schnell meine Emails an. Der Regen verlässt uns nicht.

Ernst hat es heute nicht geschafft, zu uns zu stoßen. Seine Luftfederung wird in Da Nang in einer Werkstatt repariert. Eigens zu diesem Zweck hat er Teile aus Deutschland schicken lassen. Diese konnten heute Vormittag am Flughafen abgeholt werden.

 

Kindheitserinnerungen eines erwachsenen Vietnamesen

Kain (Name geändert) erzählt mir aus dem Leben seiner Kindheit, inmitten der Wirren des  Vietnamkrieges und mit sechs anderen Geschwistern auf dem Lande in einem kleinen Dorf in Nordvietnam aufgewachsen. Für die Familie gehörte der Hunger zum Alltag, die Kriegsjahre hätte ihnen das Leben beinahe unerträglich gemacht.

Er hätte vor zwei Tagen, wie so oft , das Grab seines Vaters besucht und immer würde er in Tränen ausbrechen, denn sein Vater hätte in totaler Armut gelebt und ein ganzes Leben lang an Hunger gelitten, des Vaters Leben sei Hunger gewesen und doch hätte er dafür gesorgt, dass seine Familie dabei nicht zugrunde gegangen sei.

Kains Gefühle kann man nicht nachempfinden, man kann sie als ein nie mit Krieg konfrontierter nur zur Kenntnis nehmen und darüber nachdenken, was Menschen widerfahren kann. Kains Kindheit und das damit verbundene Leiden haben wir in den Kriegsberichten damals nie erfahren, seine Tränen heute noch am Grabe seines Vaters sagen uns aber, dass die Wunsen diese niemals zu rechtfertigenden Geschehens in den Herzen der Menschen nie ausheilen.

Kain mit dem offenen Mut zum Leben hin, kennt keinen Groll gegen jemanden, er bringt bescheiden und mit sichtbarer Freude zum Ausdruck, dass er froh sei, wenn es den Leuten heute in Vietnam ein bisschen besser gehe.

Toni Blümli

 

 

Samstag,  2. Oktober 2010   95. Tag

 

Heute stehen wir etwas später auf, doch um 8.00 Uhr bekommen wir kostenlos Brötchen geliefert von unserem Schweizer Freund in Hoi An. Mit seinem Moped flitzt er durch die Stadt. Auch heute regnet es schon wieder zur Begrüßung des neuen Tages.

Um 10 Uhr beginnt unsere Stadtbesichtigung zunächst mit dem Auto, denn einige sind schlecht zu Fuß. Dennoch wandern wir kurze Zeit später durch die Altstadtgassen von Hoi An. Die Chinesen (heute leben hier noch ca. 1300) waren Fischer und Kaufleute; sie kamen aus verschiedenen Provinzen in Südchina und errichteten Gemeindehäuser mit Tempel für ihre Ahnen und daoistischen Götter, selten für buddhistische Statuen. Die Gemeindehäuser sind Treffpunkte der Landsmannschaften, ihr Grundriß entspricht eines chinesischen Hauses. Der Hoi Quan Phuc Kein, 1792 gegründet, und gehört den Chinesen aus Fujian. Ein Tor führt in einen Hof mit Garten, ein zweites in den Versammlungsraum mit einem mächtigen Ratstisch. Wandbilder zeigen die Meeresgöttin und die sechs Mandarine aus Fujian, die sich in Hai Pho niederließen. Hinter einem weiteren Hof liegt der Tempel für die Meeresgöttin und ihre beiden Begleiter Alles Sehen und Alles Hören, die ihr berichten, wenn Fischer und Kaufleute in Seenot geraten. Hinter einem weiteren Hof liegt der Ahnentempel. Es gibt Aufenthalts- und Speiseräume, Gästezimmer und Küche. Es gibt mindestens 5 solcher Hois in Hoi An.

Das Stadtzentrum von Hoi An wurde zum Weltkulturerbe erklärt, wegen ihrer Architektur aus dem 19. Jh. 844 Bauwerke gelten als historisch wertvoll und geben ein ansprechendes architektonisches Ensemble ab. Heute ist Hoi an ein Zentrum der Weberei, Schneiderei und der Textilmode.

Die Japanische Brücke verband einst den chinesischen mit dem japanischen Stadtteil. Die Pagode an der Nordseite der Brücke, stammt aus dem Jahr 1793. Interessant ist das zweistöckige Haus Phung Hung aus dem 19. Jh., das verschiedene Einflüsse der Architektur in sich vereinigt: japanische Dachkonstruktion, chinesische Innenterrasse und 80 vietnamesische Eisenholzsäulen, gedrechselte Wandpfeiler sowie Hausgott- und Ahnenaltar. 8 Generationen lebten hier in diesem Haus.

Nach 2 Stunden machen wir uns auf den Weg zurück zum Womo. Regen. Nach dem Kaffee am Nachmittag machen wir uns um 16 Uhr wieder auf den Weg zur Anprobe. Eberhard bestellt sich eine Cordjacke. Mittlerweile müssen wir schon wieder im Regen gehen, also ab nach Hause. Eigentlich sollte die Wäsche da sein, Fehlanzeige. Um 18 Uhr nehmen wir ein Taxi wegen des Regens. Kleidanprobe, Jackenanprobe und zwischendurch essen wir im Restaurant. Nun können wir den Anzug mitnehmen. Die Stoffe sind alle so schön.

 

 

Sonntag,  3. Oktober 2010   96. Tag 

 

7.00 Uhr aufstehen, die Sonne scheint. 24°. Auch heute gibt es wieder kostenlose Brötchen. Um 9.30 Uhr holt uns der Bus ab zur Besichtigung von My Son, die Tempelstadt der Champa. My Son gehört heute zum Weltkulturerbe der Unesco, sie liegt 70 km südlich von Da Nang.

In einem hügeligen Tal, unterhalb des Berges My Son (Schöner Berg), lagen 70 Cham-Tempel aus der Zeit zwischen dem 8. und 13. Jh. Die meisten der Tempel sind noch von Gras überwachsen oder durch den Krieg zerstört. Wir schauen uns ganz besonders den Komplex des Haupttempels an, dort wurde der Opferstein Lingam 1985 gefunden. An den seitlich gelegenen Gebäuden sind die Fassaden mit figürlichem und dekorativem Schmuck verziert. Die Wege zwischen den Gebäuden und Ruinen führen durch einen herrlichen Urwald mit Blumen und anderen interessanten Pflanzen. Unsere Exkursion dauert ca. 1 ½ Stunden. Danach fahren wir mit dem Bus wieder zurück. Wir machen einen Umweg über Da Nang, um dort im Metro unsere Vorräte zu ergänzen. Die nächsten Tage sind ja wieder Fahrtage, da bleibt nicht viel Zeit für Einkäufe. Um 13.30 Uhr kommen wir bei Metro an und bekommen eine Stunde Zeit fürs Einkaufen. Anschließend geht es zurück zum Hotel.

 

 

Montag,  4. Oktober 2010  97. Tag

 

7.30 Uhr aufstehen, 24° und sehr feucht. Um 8 Uhr fahren wir aus dem Hotelparkplatz. Wir bekommen noch einmal eine Stadtrundfahrt geboten, schließlich waren wir ja nicht in allen Stadtteilen. Dann geht es auf die 1A in Richtung SO. Überall sehen wir die Menschen bei der Reisernte. Am Straßenrand werden die Körner und das Reisstroh getrocknet. Einige können den Reis schon in Säcke abfüllen, andere schütteln noch mit dem Sieb die Spreu aus. Wir durchfahren Gegenden mit Bananenplantagen und sehen auch den neu angesäten Reis hellgrün aus dem Wasser spitzen. Eukalyptusbäume sind hier anzutreffen. 

Um 12.15 Uhr machen wir Mittagspause nach 181 km. Wir parken bei einem Restaurant, das direkt am Meer steht. Der Sandstrand ist hellgelb und feinkörnig. Es wäre herrlich hier ins Wasser zu gehen, aber mir sind die Wellen zu ungestüm. Außerdem ist die Mittagspause dann doch etwas zu kurz. Nach einer kurzen Kaffeepause kommen wir um 16.00 Uhr in Quy Nhon am Hotel Seagull an. Zunächst wollen sie uns auf einem kleinen Platz zusammenpferchen. Aber es gelingt Eberhard, sie davon zu überzeugen, dass wir auf dem Platz neben dem Hotel besser stehen. Einige springen in die Fluten. Aber auch hier sind die Wellen mächtig. Die meisten schwimmen ihre Runden im Pool.

Hoi An    -  Quy Nhon         295 km             Gesamt:   15.955 km

 

 

Dienstag,  5. Oktober 2010   98. Tag 

 

8.00 Uhr Abfahrt. In einem der kleineren Orte werden Brötchen angeboten. Manfred versorgt die Gruppe, wir sind schon zu weit vorgefahren. Heute haben wir eine ganz besonders schöne Strecke. Wir fahren auf der Küstenstraße mit Blick auf schöne Meeresbuchten, Fischteiche im Landesinnern, Kokospalmen und Bananenstauden an der Straße. Wir haben Ausblicke auf abgeerntete und neu angesäte Reisfelder. Hier gibt es eine üppige Vegetation, die Hügel sind mit Palmen bewachsen, es gedeihen, Mangos und Guaven. Die zahlreichen Flüsse haben große Überschwemmungsgebiete, in denen vorzugsweise der Reis gedeiht. Die ins Land reichende Meeresarme werden von bunten Fischerbooten befahren. Auf der anderen Seite der Meersbucht sehen wir riesige Sanddünen.

Zur Mittagszeit halten wir am Meer bei Dai Lanh, nachdem wir über einen Pass gekommen sind. Hier gehen wir baden im bestimmt 28° warmen Meer.

Nach fast 2 Stunden fahren wir in kleinen Gruppen oder einzeln die nächsten 50 km weiter. Jetzt können wir uns die Reis- und Bananenernte genauer anschauen. Einzeln kann man besser anhalten. Wir treffen uns an einer Tankstelle um 14.30 Uhr. Den Rest fahren wir im Konvoi. Bereits um 16.00 Uhr kommen wir in Nha Trang an. Das Hotel liegt an der Uferstraße und heißt: The Light Hotel und Resort. Der Parkplatz für uns liegt hinter dem Hotel an einer Nebenstraße. Die erste Abkühlung finden wir im Hotelpool.Mit 8 Mann gehen wir am Abend in ein Fischrestaurant. Der Fisch schmeckt köstlich, die Fische werden lebend gehalten, bis sie auf dem Grill landen. Der Abend klingt vor den Womos bei 29° aus. 

Quy Nhon  -  Nha Trang           km 224          Gesamt:  16.179

 

Vietnamesen sind ein anderer Menschenschlag

Von China nach Vietnam einreisend, trifft man schlagartig auf eine ganz andere Welt. Diese Wahrnehmung geht von den Menschen aus. Vietnamesen begegnen den Fremden lächelnd und immer zuvorkommend, sie lassen dir die Distanz und die Zeit sich auf sie einzulassen.

Chinesen hingegen sind in ihrer Art sehr neugierig, bestaunen und bestürmen dich, wollen sofort alles wissen, was das Neue für sie zu bestaunen vorgibt. Vietnamesen beobachten, die Annäherung ist vorsichtig, sie bleiben gelassen. Im Gefühl des Besuchers kommt so etwas wie Gastfreundschaft auf. Das ehrliche Interesse, ihr neues großes Land mit seinen Sitten und Gebräuchen kennen zu lernen, kommt einem offen entgegen.

Toni Blümli

 

IMG_2462.jpg

IMG_2473.jpg

IMG_2480.jpg

IMG_2495.jpg

IMG_2511.jpg

 Agavenfeld

 Straßenbau in China

 Da müssen wir vorbei

 Grenzabfertigung

 Straßenbild Hanoi

IMG_2518.jpg

IMG_2580.jpg

IMG_2620.jpg

IMG_2636.jpg

IMG_2641.jpg

 Straßenbild Hanoi

 Präsidentenpalast

 Vietnamesische Straßenverkäuferin

 Garküche

 Garküche auf dem Fahrrad

IMG_2668.jpg

IMG_2721.jpg

IMG_2763.jpg

IMG_2790.jpg

IMG_2828.jpg

 

 Stromversorgung  so werden Ananas serviert  Halongbucht  Halongbucht  Auch das gibts im Meer
IMG_2848.jpg IMG_2882.jpg IMG_2897.jpg IMG_2941.jpg IMG_2966.jpg
 die Mannschaft  Ententransport  sie lächeln immer    Fischer bei der Arbeit

 

Mittwoch,  6. Oktober 2010  99. Tag

 

7.15 Uhr stehen wir schon auf. Wir haben Zeit und können sogar im Internet die Zeitung lesen. Der Himmel ist heute bedeckt. Trotzdem haben wir schon Temperaturen von 29°. Um 10.00 Uhr kommt der Bus und unser örtlicher Reisebegleiter Hr. Dung (Jung gesprochen). Wir fahren zu einem Tempel der Champa. Das Volk der Champa lebte von 192 bis 1832 in Vietnam. Vielerorts gibt es Tempelstätten dieser Kultur, so auch hier. Der Tempel liegt auf einer Anhöhe mit herrlichem Blick über die Bucht, den Fluss mit den Brücken und die Stadt. Es gibt unterschiedliche Tempel und zwar einen für Kinder, einen für die Frauen und einen Tempel für die Männer. Hier wird also getrennt gebetet.

Die Stadt Nha Trang ist schon 350 Jahre alt und bedeckt eine Fläche von 250 qkm. Sie ist schon lange ein Touristen- und Ferienort. Der Bus fährt mit uns durch die Stadt, wir halten an einem Supermarkt und später noch bei einer Bäckerei. Bereits um die Mittagszeit sind wir wieder am Hotel.

Nach dem Nachmittagskaffee wagen wir uns zum Strand. Wir möchten gerne im Meer baden, aber das Wasser ist sehr schmutzig, es schwimmt so allerlei umher. Wir verzichten gerne und gehen wieder im Pool baden. Später machen wir einen Spaziergang an der wunderschönen Strandpromenade. Seltene Pflanzen und Blumen bewundern wir ebenso, wie die in eine besondere Form geschnittenen Bäumchen. Wir schaffen es bis zum Kulturhaus von Nha Trang und wieder zurück. Wir entdecken ein sehr schönes Strandlokal auf der Promenade.

Heute Abend  lädt uns Ernst zusammen mit der ganzen Gruppe zum Abendessen ein. Wir sind wieder in dem guten Fischlokal. Hinterher sitzt ein Teil noch vor den Womos zum Reden. Ganz aufgeregt kommt Peter bei uns an und erzählt, dass jemand Maria Elena die Handtasche auf dem Weg zum Strand geraubt hat. Nun ist die Aufregung groß, die Kreditkarten müssen gesperrt werden. Unser Begleiter Hai schaltet die Polizei ein, was aber sicher nicht viel bringen wird.

 

 

Donnerstag,  7. Oktober 2010   100. Tag

 

Die Sonne lockt uns um 6.30 Uhr aus den Federn. Wir haben schon wieder 29° vor dem Mobil.

Um 10 Uhr fahren wir mit dem Bus zur Schiffsanlegestelle. Mit einem Schiff fahren wir zu einer Insel zum Baden. Auf dem Weg dorthin schauen wir uns ein Fischerdorf auf dem Wasser (schwimmende Häuser) an. Unsere Badebucht ist klein aber fein. Es gibt hier ein Restaurant, das die Liegen und Sonnenschirme zur Verfügung stellt. Das Wasser ist herrlich warm und klar. Einige versuchen sich sogar im Schnorcheln. Allerdings ist nicht viel zu finden, dazu müsste man an die Felsen schwimmen.  Schon um 14.30 Uhr holt uns das Schiff wieder ab und nach ½ Stunde Fahrzeit sind wir auch schon wieder im Hafen. Mit dem Bus fahren wir zurück. So können wir am Mobil unseren Kaffee trinken und nochmals im Pool baden.

Heute fahren wir mit Taxis zu einem Restaurant in der Stadt. Hr. Dung übernimmt die Rechnung für das Essen. Das Besondere an diesem Lokal: Jeder grillt selbst, ob Fleisch oder Fisch. Die Grills auf dem Tisch machen allerdings sehr warm. Das ist eine ganz amüsante Angelegenheit für die Gruppe. Wieder geht ein schöner Tag zu Ende.

 

 

Freitag,  8. Oktober 2010    101. Tag
 

8.00 Uhr Abfahrt, aus der Stadt heraus und nach 8 km können alle separat fahren. Von einer Anhöhe haben wir einen ausgezeichneten Blick auf die Bucht mit ihren vorgelagerten Inseln.  Auf unserer Fahrt schauen wir uns eine Salzgewinnungsanlage mit den Reisstrohhütten an. Auf dem Feld sind die Bauern bei der Reisernte. Mit einer Maschine wird das Korn herausgedroschen. In großen Schüsseln werden die Reiskörner aufgefangen. Eine junge Frau wechselt geschwind die Schüsseln aus.

Auf dem weiteren Weg sehen wir zwei Türme aus der Champa-Kultur. Sie sind erstaunlich gut erhalten. Aus Ziegeln werden hier Ornamente heraus gearbeitet mit enormer Aussagekraft. Schließlich halten wir noch bei einem Friedhof an, der einen großen Teil christlicher Gräber aufweist. Auch hier gibt es die Ahnenverehrung mit Gaben für die Verstorbenen. Die buddhistischen Grabanlagen haben wunderschöne Schreine, manchmal mit Sarkophargen und einer gemauerten Einfassung.

Bereits um 11.30 Uhr kommen wir nach 127 km in Xom Mai an. Hier ist ein Restaurant am Wasser. Wir können wunderbar baden und machen unsere Mittagspause bis 13.00 Uhr. Bei der Weiterfahrt gibt es leider nichts Besonderes zu fotografieren. Erst bei den großen Dünen halten wir wieder an. Quittengelber Sand türmt sich hier auf. Junge Mädchen fragen mich auf Englisch aus. Als ich ihnen erzähle, dass ich erwachsene Söhne habe, schieben sie mich, die Oma, auf die Düne hinauf. Es ist zu lustig. Oben haben wir einen schönen Blick. Nach einer Erfrischung fahren wir im Konvoi weiter. Es setzt leichter Regen ein. Wir durchfahren eine touristische Gegend mit vielen Hotels, die Wellness anbieten. Schließlich fahren wir in Phan Thiet ein und kommen um 16.40 Uhr am Diamond Park Hotel an. Wir stehen sehr schön seitlich vom Hotel und bekommen auch gleich in der Lobby einen  Willkommens-Drink serviert. Ein wunderschöner Pool lädt zum Baden ein. Das nehmen wir gerne an.

Vor dem Abendessen gehen wir in der Lobby noch schnell ins Internet. Im Restaurant fällt das Essen etwas kläglich aus. Wahrscheinlich hat der Fischvorrat nicht für alle Bestellungen gereicht. Draußen hat es abgekühlt auf 26°, aber im Womo sind es immer noch 28°.

Nha Trang – Phan Thiet        km   255           Gesamt:   16.434  km

 

 

Samstag  9. Oktober 2010    102. Tag

 

Bereits um 5.30 Uhr weckt uns ein Lautsprecher der Gemeinde mit Nachrichten für die Bevölkerung. Schließlich stehen wir um 6.30 Uhr auf bei 26°. Wir frühstücken im Hotel, es ist ganz passabel.Um 8.40 Uhr verlassen wir den Hotelparkplatz gemeinsam. Gleich außerhalb des Ortes fahren wir wieder einzeln weiter. Wir entdecken ganze Plantagen mit Drachenfrucht-Pflanzen. An vielen sehen wir noch die Blüten, während bei den meisten schon die Früchte zur Ernte hängen. Es werden ja schon überall auf den Märkten die Früchte angeboten. Die Früchte sehen rot/grün aus und haben ganz eigenartige Zipfel. Im Innern sehen sie einer Kiwi ähnlich mit weißem Fruchtfleisch und schwarzen Kernchen. Für uns ist der Geschmack noch gewöhnungsbedürftig. Mit Toni und Monika machen wir eine gemütliche Pause mit Kaffee und Cola.

Wir treffen uns erst nach 139 k m um 12.20 Uhr mit unserem Führungsfahrzeug und der Gruppe, machen die Mittagspause und tanken gleich noch. Die Gruppe fährt gemeinsam in die Stadt Saigon ein. Dazu überqueren wir einen Nebenarm des Mekong, der ja in mehreren Armen dem Meer zustrebt. Diese Flüsse sind schon gewaltig, nicht allzu tief, aber immens in der Breite. 

Wir kommen um 15.00 Uhr in der Innenstadt von Saigon an und zwar beim First Hotel, der Gruppe Saigontourist. Es stellt sich heraus, dass sie keinen Parkplatz haben. Wir sollen uns auf der Straße aufstellen. Gegenüber dem Hotel ist außerdem eine Baustelle. Provisorisch suchen wir uns einen Stellplatz auf der Straße. Eberhard begibt sich mit der örtlichen Führung auf Hotelsuche. Trotzdem müssen wir 1 Nacht bei diesem Hotel bleiben.

Zunächst sitzen wir aber noch unschlüssig vor dem Hotel und bekommen einen Drink serviert auf Kosten des Hauses. Es beginnt auch noch zu regnen. Neben unserem Stellplatz gibt es ein Grillrestaurant, dorthin gehen wir schließlich zum Essen. Ein Platzregen hält uns im Restaurant fest, aber selbst an unserem Tisch sind wir nicht mehr sicher vor dem Sprühregen. Freundliches Personal leiht uns einen Schirm für den Heimweg.

Phan Thiet – Saigon       km  191                Gesamt:   16.625  km

 

IMG_3347.jpg

IMG_3374.jpg

IMG_3381.jpg

IMG_3401.jpg

IMG_3405.jpg

 Tempel v- Moi Son

 Hoi An

 Hoi An

 Standort Hotel am Meer

 auch ein Pool gehört dazu

IMG_3433.jpg

IMG_3440.jpg

IMG_3445.jpg

IMG_3446.jpg

IMG_3514.jpg

 Bananenernte

 Wasserbüffel

 sie lächeln

 Reisernte

 Fischerdort bei Trang

IMG_3524.jpg

IMG_3600.jpg

IMG_3674.jpg

IMG_3695.jpg

IMG_3715.jpg

 unsere Badebucht

 Blüten des Drachenbaumes

 Fisch-Dinner

 schwimmender Markt

 schwimmender Markt

IMG_3737.jpg

IMG_3766.jpg

IMG_3776.jpg

IMG_3779.jpg

IMG_3782.jpg

 so serviert man Ananas

 Schweinetransport

 Siesta eines LKW-Fahrers

 Schwertransport

 Hotel in Saigon

 

Sonntag,  10. Oktober 2010   103. Tag

 

Es ist ein unruhiger Platz. Bereits um 6.45 Uhr stehen wir auf. Draußen wird schon gelärmt. Auf einer kleinen Grünfläche wird schon Frühsport getrieben. Trotz Regen hat sich die Temperatur nur auf 26° abgekühlt.

Um 9.00 Uhr werden wir vom Bus und unserer Führerin Tam abgeholt. Tam heißt übersetzt: Herz. Wir brauchen mit dem Bus ½ Stunde zum Zentrum. Saigon ist eine junge Stadt, erst 300 Jahre alt. Die Einwohnerzahl hat sich von 7 Mill. (2004) auf ca. 9,2 Mill. Im Jahre 2010 erhöht. Ca. 6 Mill. Mopeds sind in der Stadt zugelassen und bevölkern die Straßen der 2.000 qkm großen Stadt.

Zunächst schauen wir uns die Kathedrale Notre Dam in der Innenstadt an. Gerade findet dort ein Gottesdienst in englischer Sprache statt. Gegenüber ist das Postamt im Kolonialstil erbaut. Unser nächstes Ziel ist der Palast der Republik. Er ist nur von außen zu sehen. Wir gehen zum Kriegsmuseum. Auf mehreren Etagen sind Bilder und Zeugnisse aus dem Krieg mit den Amerikanern zu sehen.

Wir machen noch einen Abstecher in einen Supermarkt und kommen um 12.45 Uhr zurück zu unseren Wohnmobilen. Um 14.00 Uhr nehmen wir einen Ortswechsel vor, und zwar fahren wir 18 km wieder raus aus der Stadt und kommen um 15.00 Uhr beim Silver Creek Resort an. Die Einfahrt ist wunderschön mit Lampions geschmückt, die leider etwas zu tief hängen. Für jedes Mobil müssen sie angehoben werden, damit die Lämpchen nicht beschädigt werden. Aber schließlich stehen wir alle schön beieinander im Hinterhof. Die elektrische Leitung muss erst noch gelegt werden, derweil gehen wir schwimmen im Pool. Leider überrascht uns ein Gewitter und hört so schnell nicht wieder auf. Zum Duschen waten wir durchs Wasser zu unserem Pavillon, in dem die Zimmer sind. Auch zum Essen ins Restaurant ziehen wir die Gummigaloschen an. Auch hier wird uns Fisch angeboten. Er fällt ein bisschen trocken aus.

Saigon  -  Saigon          18 km                 Gesamt:  16.643  km

 

 

Montag,  11. Oktober 2010   104. Tag

 

Wir bekommen ab 8.00 Uhr Frühstück im Hotel. Leider beginnen die Bedienungen ab diesem Zeitpunkt erst einzudecken. Bis die Bestellungen kommen, dauert es dann noch eine ganze Zeit. Zum Glück fahren wir erst um 9.30 Uhr mit dem Bus ab. Wir fahren ins Mekong-Delta nach Can Tho City. Wir haben eine Tasche für die Übernachtung im Hotel gepackt. Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit bekommen wir eine Pause in einem neuen Rasthaus in der Stadt My Tho, das erst im September eröffnet wurde. Es ist großzügig konzipiert, damit viele Busse gleichzeitig dort Rast machen können. Es gibt keine Wände, alles ist offen und das Dach ist mit Palmblättern gedeckt. Wir nehmen eine Nudelsuppe, weil wir erst am Nachmittag an unserem Zielort ankommen werden.

Der Mekong ist über 4.000 km lang, davon fließt er 300 km durch Vietnam. In Vietnam nennt man ihn den 9 Drachenfluss, weil er 9 Mündungen hat. Hier findet 60% des Reisanbaus des Landes statt. Die Bevölkerung lebt hier vom Reisanbau und von der Fischerei. Durch die vielen Wasserwege ist das Boot das Transportmittel Nr. 1. 

Um 14.30 Uhr sind wir in Can Tho und ziehen im Hotel Ninh Kieu ein. Es liegt direkt an dem 2. Nebenarm des Mekongflusses. Schon auf der Fahrt hat es viel geregnet und bei der Ankunft regnet es immer noch leicht. Trotzdem machen wir uns nach einer kleinen Pause auf den Weg, das Lokal ausfindig zu machen, indem wir am Abend ein Essen von Perestroika geben. Hai und Tam haben bereits die Reservierung vorgenommen. Wir trinken Kaffee und Capuccino, ganz ausgezeichnet. Monika und Toni finden sich ein. Die Geschäfte drumherum sind ganz interessant und wir werden auch fündig für ein paar Mitbringsel.

Für 19 Uhr haben wir die Gruppe angemeldet und jeder darf bestellen, was er gerne möchte. Der Abend wird ein Erfolg, die Gerichte sind durchweg alle gut und ausreichend. Das Ambiente hat ja sowieso gestimmt, denn wir haben einen schönen Blick auf den Fluss.

 

 

Dienstag,  12. Oktober 2010   105. Tag

 

Bereits um 6.15 Uhr gehen wir zum Frühstücken, denn um 7.00 Uhr fahren wir mit einem Schiff zum Cai Rang, dem Schwimmenden Markt von Can Tho-City. Nach 30 Minuten gelangen wir zu den Booten, die Früchte und Gemüse geladen haben und dies auf kleinere Boote umladen, die wiederum versuchen, die Ware an den Mann zu bringen.  Auf den größeren Booten leben die Familien das ganze Jahr über. Es sind kleine Kinder an Bord und überall hängt die Wäsche auf der Leine. Direkt von einem Boot kaufen wir  2 Annanas für 20.000 Dong.

Um 8.45 Uhr sind wir zurück am Hotel, packen und fahren um 9.15 Uhr ab. Die Mittagsrast halten wir wieder am Mekong-Rastplatz, genau wie auf der Herfahrt. Heute nehmen wir Hähnchenschlegel mit Reis. Um 14.30 Uhr sind wir wieder beim Silver Creek Resort. Eberhard fährt gleich noch mit Peter, um Gas zu besorgen. Deshalb trinken wir unseren Kaffee erst um 16.30 Uhr. Anschließend geht es in den Pool. Die heimische Küche bietet heute: Spaghetti, Tomatensoße und Hackbällchen. Der Tag klingt vor dem Womo aus.

 

 

Mittwoch,  13. Oktober 2010   106. Tag

 

Um 6 Uhr regnet es noch, also stehen wir erst um 8 Uhr auf. Trotzdem haben wir 25° und 97% Luftfeuchtigkeit. Die Sonne scheint. Was macht man an einem Puffertag? Den Haushalt auf Vordermann bringen, als da wären: Womo aussaugen, Boden wischen, Wäsche waschen, schwimmen im Pool, Karten schreiben und Tagebuch schreiben. So vergeht ein Tag im Nu.

 

 

Donnerstag,  14. Oktober 2010   107. Tag

 

Eigentlich soll es um 7.00 Uhr im Hotel Frühstück geben, aber es verzögert sich. Die Letzten bekommen ihr Essen erst um 8 Uhr. Da wollten wir eigentlich schon abfahren. Aber was soll’s, wir fahren eben um 8.30 Uhr ab. Unterwegs kaufen wir noch Brot ein und Tanken die Autos voll.

Um 10.35 Uhr, nach 69 km kommen wir zur Grenze Vietnam / Kambodscha. Der 2. Fahrer Hai und Ty von Buffalo Tours haben schon vorgearbeitet an der Grenze. So brauchen wir gerade mal 1 Stunde für die Abfertigung auf der vietnamesischen Seite. Wir verabschieden uns von unserem Begleiter Hai und begeben uns auf die kambodschanische Seite. Hier erwartet uns schon Mr. Bunthahn, er spricht Deutsch. Auch hier ist alles vorzüglich vorbereitet. Sogar für Erfrischungsgetränke haben unsere neuen Begleiter gesorgt. So sind wir auch hier, trotzdem wir die Visa erst noch beantragen müssen, nach 1 ½ Stunden fertig und können um 12.15 Uhr weiterfahren.

Doch zunächst machen wir nach der Grenze eine Pause. Interessant ist hier, dass es Casinos gibt und zwar nicht nur eines. Autos fahren zunächst ganz wenige und die Mopeds halten sich in Grenzen. Hier gibt es Radfahrer und Fußgänger.

Um 13.30 Uhr fahren wir weiter und kommen um 15.25 an eine Fähre, die wieder über einen Arm des Mekong fährt. Wir haben Glück, sie kommt schon nach 5 Minuten an und nimmt uns mit. Die Überfahrt dauert auch nicht lange. Dann bekommen wir auf 9 km eine sehr schlechte Straße, die Strecke ist teilweise schon im Bau. Mit Regen fahren wir in Phom Penh ein. Außerdem ist es schon dunkel. Um 18.00 Uhr kommen wir beim Hotel Phnom Penh an.  Unser Parkplatz ist vorbildlich reserviert, gleich neben dem Hotel mit 4 Sternen. In der Lobby werden wir zu einem Willkommens-Drink erwartet und bald schon sind die Stromleitungen gelegt. Was macht da ein bisschen Regen aus?

Saigon – Grenze Vietnam/Kambodscha  km  237      Gesamt:   16.880 km

 

Kambodscha

Reisfelder bis an die Horizonte und ein Naturereignis

Der Süden ist flaches Landgebiet in dem sich die Reisfelder bis an die Horizonte ausdehnen. Die riesigen Flussgebiete des Mekong schaffen die Grundlage für die Ernährung des 18-Millionen-Volkes. Aber auch ein Phenomen der Natur ist hier zu bestaunen. In Kambodscha gibt es den größten Süßwassersee Asiens, deren Maße beeindrucken: In der Länge 165, in der Breite 35 Kilometer und in der gesamten Fläche nur 2 Meter tief. Bei Regenzeit weitet sich die Länge auf 300 und die Breite auf 80 Kilometer aus, der Wasserspiegel steigt dann auf 10 Meter Höhe und überflutet die umliegenden Gebiete bis in die Reisfelder hinein. Auf einem Meter Meereshöhe gelegen sorgt dieser See einmal im Jahr für ein Naturereignis, das es angeblich nirgends auf unserem Planeten zu sehen gibt. Bei Regenzeit fließt der Fluss aus dem See südwärts wo er sich in dem Gebiet der Hauptstadt Phnom Penh als Nebenfluss in den Mekong ergießt. Bei Trockenzeit und tiefem Wasserstand im See fließt das Wasser dann durch die hohe Flut im Meer wieder zurück in den See. Die Bewohner der Hauptstadt sehen ihren Fluss also in zwei Richtungen fließen und in zwei, drei Tagen des Jahres sogar keine Bewegung im Flusswasser, sie stehen dann an den Gestaden eines Sees.

Größenordnungen: Der Fluss ist zwei, dreimal so breit wie der Rhein bei Basel, großer Schiffsverkehr, riesige Wassermassen, die sich über hunderte von Kilometer hin einmal südwärts und einmal nordwärts bewegen. Man stelle sich vor der Rhein würde einmal im Jahr über eine gewisse Zeit Richtung Schweiz zurückfließen, wohin würde das Wasser gehen?

Hier in Kambodscha hat das süße Wasser der Regenzeit und das salzige Meerwasser der Gezeiten die Geschehnisse in der Natur „organisiert“, der Mensch ist Nutzniesser und auch Geschädigter zugleich.

Toni Blümli

 

IMG_3810.jpg IMG_3821.jpg IMG_3830.jpg IMG_3847.jpg IMG_3934.jpg
 Schweinetransport  Der Mekong  Bananen  Thronsaal in Phnom Penh  
IMG_3981.jpg IMG_3985.jpg IMG_4017.jpg IMG_4041.jpg IMG_4059.jpg
 Restaurant am Mekong  Folklore Phnom Penh  Musikanten im Tempel  Fischer auf dem Mekong  
IMG_4074.jpg IMG_4155.jpg IMG_4173.jpg IMG_4183.jpg IMG_4193.jpg
 Bananenverkäufer  Kambodscha ist eben  die Menschen leben neben der Straße    Siedlung auf dem Lande
IMG_4277.jpg IMG_4365.jpg IMG_4564.jpg IMG_4511.jpg IMG_4524.jpg
 Angkor Wat  Angkor Wat  mit dem Boot d. Mangroven  schwimmendes Dorf a. d. Tonle Sap  schwimmendes Dorf

 

Freitag,  15. Oktober 2010   108. Tag

 

Es hat abgekühlt auf 24° dafür haben wir wieder 98% Luftfeuchtigkeit. Wir stehen um 7 Uhr auf. Um 8.30 Uhr erwarten wir den Stadtführer für Phnom Penh, Sarith. Um 9 Uhr fahren wir mit dem Bus ab, zunächst zum Geld tauschen, hier werden gerne US $ genommen.

Der Name der Stadt Phnom Penh leitet sich vom Tempel Wat Phnom Daun Penh ab, der 1372 auf einem künstlichen Hügel errichtet wurde.

Wir betreten das Areal des Königpalastes. Er wurde 1866 erbaut. Verschiedene Gebäude und vor allem der Thronsaal haben anmutig geschwungene Dächer. Der Thronsaal wurde 2004 zur Krönung des jetzigen Königs letztmalig genutzt. Der König wurde durch ein Kremium von 9 Personen gewählt, und zwar 3 Stimmen vom Senat, 3 Stimmen vom Parlament und 3 Stimmen der Religion. Der König repräsentiert den Staat wie ein Ministerpräsident und hat keine Regierungs-Gewalt. Im Thronsaal, der mit viel Gold geschmückt ist, darf leider nicht fotografiert werden.

Wir gehen weiter zur Silber-Pagode. Sie hat ihren Namen von den Bodenplatten, die aus Silber sind. Es ist ein religiöses Bauwerk, deshalb ziehen man die Schuhe aus. Im Innern gibt es verschiedene Statuen. Eine Buddha-Statue ist aus Silber gefertigt. Dem Buddhismus wird die gelbe Farbe zugeordnet. Rings um die Pagode sind Stupas gebaut. Es sind Königsgräber, Vorfahren des jetzigen Königs. Im hinteren Teil des Gartens befindet sich eine kleine Stupa, dort ist der jüngere Bruder des jetzigen Königs beigesetzt.

Die nächste Station ist das Nationalmuseum der Stadt. Es wurde 1917 erbaut. Viele stehende Tempelfiguren sind aus den Tempeln ins Museum gebracht worden. Die Tempelfiguren sind meist aus dem 16. Jh., aber es gibt auch Figuren aus älteren Epochen der Khmer. Die Geschichte des Landes ist sehr kompliziert.

Mit dem Bus kommen wir am Unabhängigkeits-Denkmal vorbei, das in den 60er Jahren von den Franzosen erbaut wurde. Es steht inmitten eines großen Kreisverkehrs. Um 13 Uhr machen wir eine Pause beim Russenmarkt. Wir finden ein Restaurant mit dem Namen Le´Arcade.

Am Nachmittag besuchen wir das ehemalige Gefängnis der Roten Khmer. Als die Roten Khmer das Land für 4 Jahre von 1975 bis 1979 regierten, schickten sie alle Menschen aus der Stadt aufs Land. Sie wollten einen Bauernstaat errichten. Es hat aber trotzdem nicht funktioniert. Es wurde in dieser Zeit nicht genügend Nahrung für die Bevölkerung produziert. Alle die nicht in das Schema passten, wurden eingesperrt, gefoltert und gequält und ohne Prozess umgebracht. Die Räumlichkeiten des Museums und die Bilder machen uns stumm. Wir sind erschüttert.

Am Abend fahren wir mit einigen der Truppe zum Restaurant „ Bopha“ oder „Titanic“ am Nebenfluss des Mekong. Das Ambiente ist wunderschön. Wir sitzen auf der Terrasse mit Blick auf beleuchtete Boote. Eine Tänzerin zeigt Thaifolklore. Wir sind entzückt von den anmutigen Bewegungen. Natürlich schmeckt auch das Essen, welche Frage. Es gibt 5 x Fisch und 1 x Wasserbüffel. Mit Mopedrikschas oder sogenannten Tuk-Tuks fahren wir wieder zurück.

 

Beato Cello

Beeindruckt steht man vor den großen Kinderspitälern in Phnom Penh und in Siem Reap, die Dr. Beat Richner in den letzten Jahren aufgebaut hat. Man ist auch ein bisschen stolz darüber, was hier ein Schweizer Arzt Grosses leistet. Die Realität der Leistung und Hilfe in diesem noch armen Lande sieht man an den Warteschlangen vor dem Spitaleingang in Phnom Penh. Viele Mütter mit ihren Babys und Kindern warten auf Zugang für medizinische Hilfe. Es sind eigentlich Armutsbilder, man sieht es den Menschen vom Land und der Stadt an, die wenig zum Leben haben. Für die Mütter, die ihre kranken Kinder behandeln lassen können, sind es wohl Glücksmomente.

Toni Blümli

 

 

Samstag,  16. Oktober 2010   109. Tag

 

Bereits um 7.30 Uhr frühstücken wir im Hotel und 1 Stunde später lassen wir uns von einem Tuk-Tuk zum Hügeltempel Wat Phnom Daun Penh fahren. Wir erklimmen den Hügel, bezahlen sogar 1 $ Eintritt und bestaunen das Tempelinnere und die kleineren Tempel außerhalb des Gebäudes. Die Menschen entzünden ihre Räucherstäbchen, bewegen sie 3 x nach oben und verrichten andächtig ihre Gebete. Wir steigen hinunter und bewundern einen Elefanten, der hier für Fotos bereit steht. Uns führt der Weg nun zur Riverside. Es gibt hier auffallend viele Touristen-Hotels und – Restaurants. Auch unser Lokal vom Abend ist hier am Fluss. Die Aussicht ist auch am Tag sehr schön und interessant. Wir laufen verschiedene Wege ab um einige der Tempel mit Klosteranlagen zu sehen. Meist sind auch Schulen dabei. Die Stupas sind oft schon alt, wir sehen es an der Patina. Die Menschen, die im Tempelbezirk wohnen oder besser hausen, müssen mit ganz einfachen Behausungen zufrieden sein. Alte, baufällige Häuser sind hier anzutreffen.

Nach einer Kaffeepause geht es weiter. Die letzte Anlage scheint sehr modern und neu zu sein. Die Tempel strahlen nur so in Gold. Hier finden wir einige Gebäude, die als Schulen dienen. Hier ist auch nichts alt und verrottet. Zu Fuß gehen wir danach bis zum Unabhängigkeits-Denkmal. Dann nehmen wir uns ein Tuk-Tuk zum Russischen Markt. Bei Le´Arcade nehmen wir eine Erfrischung. Ein Gang durch den Markt befriedigt uns nicht. Es ist alles Ramsch, den wir nicht wirklich brauchen. Ein Tuk-Tuk bringt uns wieder zurück.

Den Nachmittag verbringen wir gemütlich mit Kaffe, schwimmen im Pool. Am Abend fahren wir zum Zentralmarkt und zum Nachtmarkt. Dafür gibt es schnelle Küche im Womo: Chili con Carne aus der Dose mit Weißbrot. Der Abend klingt vor den Womos aus.

 

 

Sonntag,  17. Oktober 2010  110. Tag

 

Um 6.15 Uhr stehen wir auf und machen unser Frühstück. Heute gehen 6 andere im Hotel frühstücken. Um 8 Uhr ist Abfahrt. Schon bald trennt sich die Gruppe. Wir fahren in kleinen Gruppen weiter. Nach 76 km, um 10.15 Uhr ist der 1. Treff-Punkt in Skun.

Ein wenig zurückversetzt von der Straße stehen Bauernhäuser, in erster Linie auf Stelzen. Das ist wichtig bei Hochwasser wie zur Zeit. Sie sind aus Holz und die Treppen enden oft schon im Wasser vor dem Haus. Der trockene Platz im Hof ist auf ein Minimum geschrumpft. Manche Hütten sind aus grauen Brettern notdürftig zusammengeflickt.  Unter dem Haus, so es trocken steht, spielt sich das Familienleben ab. Hier wird gekocht, gegessen, gespielt, kurzum es ist der Aufenthaltsraum für die Familie. Manchmal tummeln sich auch die Tiere dort. 

Überall in den Reisfeldern und Wassertümpeln tummeln sich Enten und Hühner. Auffallend viele Ponys ziehen kleine Wagen mit Feuerholz, Gras oder andere Güter. Das Gras wird auch mit dem Fahrrad transportiert. Es wird für die Kühe gebraucht, die am trockenen Straßenrand stehen und nicht mehr zu ihrem Futter kommen. Sie sehen so mager aus, dass man die Rippen zählen kann. Wir durchfahren eine Region mit üppiger Vegetation mit Bananenstauden, Palmen und verschiedenen Laubbäumen.

Immer wieder treffen wir unsere Mitfahrer und trennen uns dann wieder. Ankunft in Siem Reap beim Borei Angkor Resort und Hotel um 17.45 Uhr. Die Dämmerung kündigt sich schon an. Wir stehen seitlich vor dem Hoteleingang auf einem separaten Parkplatz beisammen. Im Hotel werden wir mit einem Drink empfangen und einer Kostprobe aus der Küche.

Trotzdem bleiben wir im Womo zum Abendessen. Es gibt Rösti mit Ei. Hinterher schwimmen wir eine Runde bei Dunkelheit im Pool. Fledermäuse jagen über uns hinweg nach Insekten.

Phnom Penh – Siem Reap        310 km             Gesamt:   17.190  km

 

Der Zeitgenosse zweifelt

Wieder einmal mehr ist der Zeitgenosse aufgewühlt, darüber, was schon alles Schreckliche in der Zeit seiner Lebensjahre auf der Welt sich abgespielt hat. Kambodscha ist ein Beispiel dafür. Kaum zwanzig, fünfundzwanzig Jahre zurück, zeigt die jüngste Geschichte dieses Bürgerkrieges vor Ort schildert und das Unerträgliche, das er in seiner eigenen Familie durchlebt hat, dann kommt der Zweifel auf, überhaupt noch an etwas Gutes im Menschen glauben zu können. Im Jahre dauernden Bürgerkrieg haben sich Millionen Landsleute gegenseitig umgebracht. „Tuol Sleng“ das Genocide Museum in Phnom Penh dokumentiert dem Besucher das Schrecklichste alles Schrecklichen, was den Menschen hier am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts sich angetan haben. Zum Jahrhundert der großen Weltkriege darf das, was auch hier in dieser Region an Vernichtung von Menschen geschehen ist, nie in Vergessenheit geraten.

Der Zeitgenosse aus Europa konnte in Frieden und Freiheit die Jahre durchleben, als Besucher Kambodschas im Jahre 2010, erfährt er hier von der bereits jüngeren Generation, was ihr an glücklichen und guten Jahren entgangen ist. Kambodscha ist ein schönes Reiseland in Südostasien, im Wohnmobil zu durchfahren heisst aber auch, stets in Kontakt mit den offenen Menschen zu kommen, ihre Geschichte und ihre Zeit aufzunehmen.

Toni Blümli

 

 

Montag,  18. Oktober 2010   111. Tag

 

Um 8.30 Uhr holt uns der Bus ab zur Besichtigung des Weltkulturerbes „Angkor Wat“. Als erstes besuchen wir den Bayon-Tempel mit Elephanten-Terrasse und die Mauer des Königspalastes. Wir beginnen beim Südtor und verlassen die Anlage nach 2 Stunden wieder beim Siegestor im Osten. Der Bus bringt uns nun zum Tempel Ta Phrom. Dieser Tempel ist von Würgefeigen überwuchert. Im Gegensatz zum Bayon- und Angkor Wat-Tempel, ist diese Anlage ganz flach, also nur einstöckig. Die anderen Sakralbauten streben in die Höhe und haben mehrere Stockwerke.

Mittlerweile ist es 13 Uhr und wir machen eine kleinePause bei einem Restaurant. Um 14 Uhr geht es weiter zum großen Tempel „Angkor Wat“. Angkor Wat ist sicher das berühmteste Bauwerk von Angkor. Die Tempelanlage wurde zwischen 1113 und 1150 von Suryavarman II. erbaut. Schon der Wassergraben, der das Gelände umgibt ist an jeder der 4 Seiten 1,5 km lang und 250 m breit. Über eine breite Brücke aus dem 12. Jh.  gelangen wir in das Innere der Anlage. Viele der Figuren sind aus der hinduistischen Mythologie. Es gibt die Apsara-Tänzerinnen, das sind himmlische Tänzerinnen. Wir betrachten in den äußeren Kolonnaden Reliefs von kriegerischen Auseinandersetzungen, Kampf zwischen Göttern und Dämonen, Bilder aus dem täglichen Leben und aus dem Königshaus. Wir ersteigen den Kreuzgang auf der dritten Ebene. Die Treppe ist extrem steil und geht von der Basis bis ganz nach oben, fast in einem Stück. Hier ist in der Mitte der sogenannte Prasat, der Pyramidentempel oder das Turmheiligtum. Die Aussicht von hier ist grandios über die ganze Anlage. Es gibt in der Region insgesamt über 50 Tempel, die man leider nicht alle besuchen kann in so kurzer Zeit.

Um 17 Uhr sind wir zurück beim Hotel und gehen erst mal in den Pool. Es hat 31 bzw. 34° im Mobil. Am Abend sind wir im Hotel beim Essen, es gibt Steak und Fisch, einfach super.

 

 

Dienstag,  19. Oktober 2010   112. Tag

 

Heute unternehmen wir einen Ausflug zum Tonle Sap Lake. Der Bus holt uns um 8.30 Uhr am Hotel ab. Um 9.15 Uhr kommen wir am Bootsliegeplatz an. Wir sind hier 16 km südöstlich von Siem Reap. Mit dem Motorboot fahren wir in einer Fahrrinne von Büschen begrenzt hinaus in Richtung See. Kampong Phluk, das schwimmende Dorf erreichen wir nach ca. 45 Min. Fahrzeit. Es sind Häuser, die auf Pfählen erbaut sind. Sie stehen momentan vollkommen im Wasser. Während der Trockenzeit, haben sie wohl etwas trockenes Land. Das ganze Leben dieser Menschen spielt sich im, am und auf dem Wasser ab. Die Häuser sind nur mit Booten zu erreichen. Nur die Schule und der Tempel mit Stupas stehen auf festem Land.   Kinder winken von den Balkonen der Häuser aus Holz und Strohmatten herunter. Viele der Familien haben in Kübeln blühende Pflanzen stehen.

Nach der Durchfahrt fahren wir weiter hinaus auf den See. Er ist während der Regenzeit doppelt so groß wie in der Trockenzeit. Von August bis Januar ist Hochwasserzeit. Das Wasser steht hier 4-5 m hoch. Nach 10 Minuten Fahrzeit öffnet sich die Wasserstraße zum offenen See. In der Trockenzeit ist der Tonle Sap 150 km lang, 31 km breit und 2 m tief. In der Regenzeit misst er 300 km , 80 km breit und ist 13 – 14 m tief. Ab Ende Oktober fließt das Wasser wieder zurück in den Mekong, nachdem es vorher vom Mekong in den See geflossen ist. Früher gab es hier 600 Arten von Fischen, heute sind es nur noch 200. Auch Schlangen gab es früher ca. 300 Sorten und heute noch 200. In ganz Kambodscha gab es 600 Arten von Vögel, im See gibt es nur noch 60 Arten heute. Der Surui-Kranich ist der größte Vogel.

Auf der Rückfahrt vom See zum Dorf, steigen wir in kleine Ruderboote um, die nur für 2 Personen sind. Nun werden wir durch den 50 – 200 Jahre alten Urwald um das Dorf gerudert. Schon die Stille im Mangrovenwald ist wunderbar. Nur die Ruderblätter plätschern im Wasser. Die Wasserhyazinten schwimmen auf dem Wasser und tanzen auf den Wellen.

Um 11.05 steigen wir wieder auf unser Schiff um und unsere Rückfahrt beginnt. In den Bäumen hängen seltsame Kugeln. Das sind Nester der Ameisen während der Hochwasserzeit.

 

 

Mittwoch,  20. Oktober 2010  113. Tag

 

Beim Aufstehen um 6.15 Uhr haben wir noch 26°. Abfahrt um 8 Uhr gemeinsam. Erst  nach einigen Kilometern fahren wir in kleinen Gruppen weiter. Allzu viele Fotomotive gibt es aber nicht mehr. Um 10.30 Uhr treffen wir uns in Sisophon, wir tanken bis alle da sind. Dann treffen wir uns erst wieder kurz vor Poipet. Unser Führungsfahrzeug lenkt uns gleich in den Zollhof. Dort parken wir und erledigen die Ausfahrt Kambodscha. Das dauert von 11.45 bis 12.30 Uhr.

Dann kommen wir zur Thailändischen Grenze. Hier stehen wir 4 Stunden, weil die Haftpflichtversicherung in der nächsten Stadt abgeschlossen werden muß und alle Papiere anschließend am Zoll mehrfach in verschiedene Bücher eingetragen werden müssen. Dann gehen uns nochmals 2 Stunden flöten, weil die Fahrzeugpapiere für die Ausreise auch noch einmal erfaßt und unterschrieben werden müssen. Sehr umständlich. Unsere neuen Führer Chanont und Varanont können nichts beschleunigen. Aber 1 Fahrer versorgt uns mit gekühltem Wasser und Erfrischungstüchern.

Schließlich verlassen wir um 18.15 Uhr die Grenze und fahren bei Dunkelheit nach Aranyaprathet und zum Hotel Arana Mermaid. Zum Glück sind es nur 7 km. Kurz unter die Dusche und dann gehen wir essen.

Siem Reap – GrenzeK/Th. – Aranyanprathet/Th.   152/7 km           Gesamt:   17.349  km

 

 

Donnerstag, 21. Oktober 2010   114. Tag

 

Wir stehen 6.30 Uhr auf, es gibt ab 7 Uhr Frühstück im Hotel. Um 8 Uhr ist Abfahrt. Nach ca. 40 km tanken wir in Watthana Nakhon. Seitlich der Straße sehen wir Teakholzplantagen. Es wächst auch Eukalypthus  und die Süßkartoffel Maniok. Eukalypthus wird zur Papierherstellung angepflanzt. Maisfelder sind schon abgeerntet. Die Kolben werden am Straßenrand  gekocht angeboten. Um 10.25 Uhr machen wir nach 127 km an der 403 eine Pause. An einem Stand an der Tankstelle gibt es deutsche Bratwurst. Sie schmeckt ganz lecker.

Die Fahrt auf der Autobahn Nr. 7 ist ganz erholsam. Bei 4 spuren hat jede Geschwindigkeit 1 Bahn. Es läuft alles geregelt ab.

Bereits um 13.00 Uhr kommen wir im Norden von Bangkok, im Rama Gardens Resort u. Hotel an. Wir haben 33° und nach der Zimmerbesichtigung und Vesper gehen wir schwimmen im Pool. Es gibt Handtücher und es sind Toiletten mit Duschen dabei. Der Nachmittag vergeht im Flug.

Aranyaprathet – Bangkok       259 km             Gesamt:  17.608  km

 

IMG_4659.jpg IMG_4738.jpg IMG_4814.jpg IMG_4854.jpg IMG_4963.jpg
 Wat Phra Kaeo  Königspalast  Chinatown in Bangkok  Blumenmarkt Bangkok  Bangkok
IMG_4986.jpg IMG_5015.jpg IMG_5025.jpg IMG_5128.jpg IMG_5162.jpg
 Bangkok  Folklore  Folklore  Erholung  Schwimmender Markt
IMG_5225.jpg IMG_5265.jpg IMG_5275.jpg IMG_5298.jpg IMG_5365.jpg
 Übernachtungsplatz  Urwald  Phuket  Bootstour  James Bond Insel
IMG_5414.jpg IMG_5453.jpg IMG_5457.jpg IMG_5460.jpg  
 bei Phuket  Überschwemmung  Überschwemmung  Überschwemmung  

 

Freitag,  22. Oktober 2010   115. Tag

 

Nachts geht die Temperatur immer etwas herunter, sodass wir am Morgen nur ca. 25° haben. Um 8.30 Uhr holt uns der Bus ab. 1 Stunde fahren wir bis zur Innenstadt. Bangkok wurde 1782 vom ersten Monarchen der noch immer regierenden Chakri-Dynastie gegründet. Heute ist die Stadt das geistige, kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die Stadt erstreckt sich über ein Gebiet von 1.500 qkm. Hier leben ca. 12 Millionen Menschen, die mehr als 10% der Gesamtbevölkerung Thailands ausmachen. Das Land hat 76 Provinzen. Es gibt 3 Mill. Autos in Bangkok.

Wir betreten das Gelände des Königspalastes mit der Tempelanlage Wat Phra Kaeo (Tempel des Smaragd-Buddha)  Im Allerheiligsten des Tempels thront der Smaragd-Buddha, der von den Thailändern tief verehrt wird. Diese kleine, nur 65 cm hohe Figur ist nicht, wie allgemein angenommen, aus einem riesigen Smaragd gearbeitet, sondern aus grünem Jaspis.

Dieser wohl berühmteste Tempel Thailands ist mit funkelnden Mosaiksteinchen und Goldverzierungen geschmückt. Der goldene Turm beherbergt die Asche Buddhas. Seine Klostergänge sind mit farbenfrohen Fresken ausgemalt. Anschließend begeben wir uns zum Thronsaal. Die Pracht aus Gold darf nicht fotografiert werden. Dieser Saal wird auch heute noch zu besonderen Anlässen benutzt. Der Palast ist in westlichem Barockstil erbaut. Hier ist nur das Waffenmuseum zugänglich.

Der Bus bringt uns zu einer Edelsteinschleiferei. Sehr informativ ist der gezeigte Film und die Demonstration der Handarbeit. Das Wichtigste ist aber wie überall der Verkauf von Schmuckstücken. Es gibt hier Saphire, Rubine und Diamanten. Es ist eine Pracht, alle diese schönen Stücke zu bewundern.

Wir haben die Möglichkeit in einem Supermarkt eine Mittagspause zu machen. Viele verschiedene Küchen bieten ihre Gerichte an. Auf einer Karte wird der Betrag gebucht und die entsprechende Küche. An der Kasse kommen die verschiedenen Buchungen zusammen zu einer Rechnung, die dann zentral beglichen wird. Eine feine Sache. Anschließend machen wir unsere Einkäufe, die dann im Bus verstaut werden. Auf der Heimfahrt stehen wir im Stau und brauchen deshalb mit einem weiteren kleinen Stopp, bis 17.30 Uhr. Es ist noch warm mit 30°. Deshalb gehen wir erst mal schwimmen.

 

 

Samstag,  23. Oktober 2010  116. Tag

 

Um 9.00 Uhr holt uns der Bus wieder ab und wir fahren in die Stadt. Um 9.30 Uhr kommen wir zum Wat Traimit. (Tempel des goldenen Buddha) In diesem Tempel befindet sich die 700 Jahre alte Buddhastatue. Die sitzende Figur ist 3 m hoch und besteht aus 5,5 Tonnen purem Gold, was erst in neuerer Zeit entdeckt wurde. Die wertvolle Statue stammt aus der Sukhothai-Zeit (13. Jh.). Anschließend bummeln wir durch Chinatown. Die engen Gassen mit den vielen Läden ist uns ja schon zur Gewohnheit geworden. Dennoch gibt es hier wieder andere Produkte zu bestaunen, vor allem an Obst- und Gemüsesorten.  Der nächste Spaziergang führt uns über den Blumenmarkt. Nun sind wir am Tempel des Liegenden Buddha, Wat Po. Er wurde im Jahr 1688 erbaut und ist der größte Tempel Bangkoks, in dem auch die meisten Buddha-Bildnisse Thailands zu finden sind. Der mit Gold überzogene ruhende Buddha ist 46 Meter lang und 15 Meter hoch, seine Augen und Füße sind mit Perlmutt ausgelegt.

Von hier gehen wir zum Fluss Chao Phraya. In einem kleinen Lokal mit Blick auf die Fähre nehmen wir unser Mittagessen ein. Ein junger Belgier setzt sich zu uns an den Tisch. Er bereist Asien mindestens 8 Monate und fährt über Kasachstan zurück. Es gibt auch hier einige Souvenirläden. Aber überall wird ähnliches angeboten.

Um 13.45 Uhr besteigen wir unter Mühen (Wellengang) ein schmales Boot, das uns flussaufwärts bringt. Dort sehen wir Fische springen, die dort mit Brot gefüttert werden. Ernst und Manfred versuchen sie mit der Hand zu fassen, das misslingt. Das Boot lässt uns auf der anderen Seite der Fährelinie aussteigen. Dort ist der Tempel der Morgenröte, oder Wat Arun. Der Tempel datiert zurück in die Ayutthaya Periode. (1782-1809) Charakteristisch für den Tempel ist eine 79 Meterhohe, massive zentrale Pagode „Phra Prang“ mit vier kleineren an jeder ihrer Ecken. Die Dekoration der zentralen Pagode besteht aus glasierten Porzellanstücken, die die Sonne widerspiegeln. Bis in den 4. Stock ist die Pagode begehbar. Wir nehmen um 15.15 Uhr die Fähre zurück auf die andere Seite und fahren anschließend mit dem Bus zum Baiyoke-Turm II, das höchste Gebäude in Bangkok. Der Aufzug kostet 200 Bat pro Person. Es bietet einen umfassenden Blick über Bangkok. Die Aussichtsplattform dreht sich zudem ganz langsam um das Gebäude. Nach einer Tasse Kaffee sind wir gerüstet für den Markt in der Nähe. Es gibt hier z. B. ganz exotische Handtaschen. Wir vertrödeln die Zeit bis der Bus uns um 18.00 Uhr zur Silom Village bringt. Hier ist ein typisches Thai – Essen für uns bestellt. Bis das Lokal öffnet stromern wir durch die dortigen Geschäfte. Es gibt Seifen zu kaufen, die kunstvoll als Blüten geschnitzt sind. Das ist eine zauberhafte Dekoration.

Im Restaurant sind die Tische sehr niedrig gehalten und drum herum liegen Kissen. Zum Glück bleibt unter dem Tisch genügend Platz für die Beine. Jeder Gast bekommt um den Teller Schälchen mit Gerichten gestellt, davon 1 mit Reis und 1 Schale mit Suppe. Nach dem Essen gibt es Thai-Tänze. Diese Art der Vorführung ist ganz besonders, weil die Bewegungen sehr ruhig und langsam ausgeführt werden. Die meisten lassen sich anschließend vom Bus zum Hotel fahren. Ein kleiner Teil von 6 Personen schlendert noch über den Nachtmarkt. Auch hier gibt es wieder exotisches zu finden. Für die Heimfahrt braucht der Fahrer nur 45 Minuten und nicht wie sonst 1 ½ Stunden. Um Mitternacht ist diese Gruppe dann schließlich auch zu Hause.

 

 

Sonntag, 24. Oktober 2010   117. Tag

 

Wir stehen spät auf, heute ist ein Tag zur freien Verfügung. Gleich nach dem Frühstück gehen wir erst mal schwimmen im Pool. Danach gehen wir an unsere Buchführung. Vor dem Mittagessen gehen wir nochmals schwimmen. Bei 36° wird es mir am Nachmittag fast schwer Tagebuch zu schreiben. Aber mit im Pool schwimmen und Kaffee trinken vergeht der Nachmittag sehr schnell. Die heimische Küche bietet heute: restliches Kartoffelgratin und Nudelpfanne.

 

 

Montag,  25. Oktober 2010   118 Tag

 

Wir stehen um 6.30 Uhr auf und sind recht bald fertig. Mir reicht es die Wäsche einzuweichen und den Boden des Womos zu fegen. Pünktlich um 8.00 Uhr ist Abfahrt. Wir müssen durch die ganze Stadt von Nord nach Süd fahren. Plötzlich biegen unsere Guides nach Norden ab, um zum schwimmenden Markt von Damnoen Saduk zu fahren. Die Bootstour für 150 Bat erweist sich als Touristenfängerei. Die Boote fahren fast nur an Souvenirständen vorbei und werden sogar mit Enterhaken heran gezogen, damit die Touristen zum Kaufen animiert werden. Diese 1 ½ Stunden und 35 km Umweg haben sich nicht unbedingt gelohnt. Allerdings fahren wir nun durch eine Landschaft mit vielen Palmen und Bananenstauden.

Unsere Mittagspause machen wir in Petchaburi. Unsere Begleiter fahren uns mit den beiden Kleinbussen zum Restaurant für Thai – Essen. Ein sehr kleines Restaurant am Fluss gelegen tischt uns wunderbares Essen auf. Hinterher fahren wir mit der Cable Car auf den Hügel zum Sommerpalast des Königs Monkut, der im 19. Jh. erbaut wurde. Im Gelände halten sich Affen auf, die sich sehr aggressiv verhalten. Weiterfahrt um 15.50 Uhr.

Erst um 18.15 Uhr, lange nach Einbruch der Dunkelheit kommen wir im Nationalpark Kao Sam Roi Yot an. Wir werden zu ein paar Hütten geleitet, ohne Licht oder Strom, das Einzige was uns dort erwartet sind Schnaken. Wir weigern uns dort Aufstellung zu nehmen. Eberhard telefoniert mit Gott und der Welt, vor allem mit dem zuständigen Büro. Schon kurze Zeit später fahren wir 17 km zurück zu einem Platz am Meer mit Garküchen und Souvenirständen. Nachdem 2 Busse abgefahren sind, können wir uns hier bequem aufstellen. Wir bekommen Strom und eine Toilettenanlage ist auch in der Nähe. Dieser Ort ist nahe bei dem Fischerdorf Bang Pu Sai.

Bangkok – Bang Pu Sai     km   334               Gesamt:   17.942 km

 

 

Dienstag, 26. Oktober 2010   119. Tag

 

Wir stehen zeitig auf und wollen im Meer baden. Aber das ist leider nicht möglich. Zuviel Schmutz ist im Wasser. Der Strand wäre ja wunderschön, vor allem das Panorama. So beschließen wir, unseren freien Tag wo anders zu verbringen. Die Wäsche mache ich vorsorglich schon mal fertig. Sie kann abrinnen, bis wir abfahren.

Um 10.30 Uhr starten wir und fahren 47 km zurück nach Hua Hin. Im Hotel Baan Talay Dao fühlen wir uns bestens aufgehoben. Dort können wir wahlweise in den Pool oder aber im Meer baden. Das probieren wir noch vor dem Mittagessen aus. Die Wellen sind zwar nicht so schön, aber es macht Spaß.

Nach dem Essen bereite ich einen Brotteig vor und lasse ihn gehen. Derweil gehen wir schwimmen im Meer. Hinter einer Sandbank kann man wunderbar stehen und sich von den Wellen tragen lassen. Ich schaue aufs Meer hinaus und entdecke plötzlich eine große Schlange, die auf uns zuschwimmt. Wie schnell kann eine Schlange sein? Habe ich eine Chance aus dem Wasser zu kommen, zumal die Sandbank dazwischen ist? Beide bekommen wir Panik. Die Schlange misst etwa 2,5 Meter. Panisch stürze ich auf der Sandbank und werde von den Wellen überrollt. Fast weiß ich nicht mehr in welche Richtung ich gehen soll. Doch die Schlange hat sich abgewendet  und ist verschwunden. Trotzdem sitzt mir der Schreck in allen Gliedern. Ich geh wohl besser Brot backen.

Nach unserer Recherche hat es sich um eine Phyton gehandelt, die auf dem Meer wohl sehr große Entfernungen bewältigen kann. Sie ist normalerweise für den Menschen nicht gefährlich, aber sehr agressiv wenn sie sich bedroht fühlt. Das kann dann im Wasser doch sehr gefährlich werden. Wir hatten Glück!!!

Nach dem Kaffee trinken fahren wir mit einem Begleiter im Kleinbus zum Geld tauschen und einkaufen ins Tesco nach Hua Hin. Hinterher gehe ich lieber im Pool schwimmen.

Gleich neben dem Pool befindet sich das Restaurant des Hotels. Dort gehen wir am Abend mit 10 Personen zum Abendessen. Es gibt mit Kräutern gefüllten Fisch und Reis. Allen  schmeckt es hervorragend. Es gewittert noch ganz schön am späten Abend.

Bang Pu Sai -  Hua Hin    km 47                  Gesamt:   17.989  km

 

IMG_5465.jpg IMG_5475.jpg IMG_5529.jpg IMG_5542.jpg IMG_5551.jpg
 liegender Budda in Penang  Penang    Batikwerkstatt  
IMG_5630.jpg IMG_5644.jpg IMG_5757.jpg IMG_5826.jpg IMG_5866.jpg
 Urlaub  Teeplantage  Tempel Kuala Lumpur  Kuala Lumpur  Twin Tower
IMG_5874.jpg IMG_5898.jpg IMG_5907.jpg IMG_5942.jpg IMG_5977.jpg
 Twin Towers    Twin Towers  Twin Towers  Tuk Tuk in Melakka
IMG_5978.jpg IMG_5994.jpg IMG_6406.jpg IMG_6409.jpg IMG_6455.jpg
   Malayischer Guide  Am Strand    Hier stehen unsere Womos bis 2011

 

Mittwoch,  27. Oktober 2010   120. Tag

 

6.15 Uhr aufstehen, der Himmel ist bedeckt. Es hat abgekühlt auf 24/26° und hoher Luftfeuchtigkeit. Das Meer ist aufgewühlt. Die Wellen peitschen bis an die Ufermauer.

Abfahrt um 8.00 Uhr, 2 km fahren wir zusammen, dann kann sich die Gruppe trennen und einzeln auf der 4 nach Süden fahren. Heute begleiten uns immer wieder Gewitterregen. Wir kaufen unterwegs Bananen und Korbwaren. Um 14.35 Uhr treffen wir bei Tako nach 310 km am Treffpunkt ein. Die Zeit reicht für Kaffee, dann geht es weiter auf der 4096 in Richtung Meer.  Nur 10 km weiter sind wir dann beim Hotel Tusita Sunny Beach. Es ist ein kleines Hotel mit Pool, freies Internet und das Meer ist nicht weit, vielleicht 500 m. Leider wird dort vor Sandflöhen gewarnt. Und überall sonst im Gebüsch kann es Schlangen geben. Vor Kopras wird gewarnt. Wir plantschen eine Runde im Pool.

Hua Hin – Paknam Taco      320 km                Gesamt:   18.309 km

 

 

Donnerstag,  28. Oktober 2010   121. Tag

 

Abfahrt um 8.00 Uhr. Nach wenigen Kilometern fahren wieder alle getrennt weiter. Auf dieser Strecke gibt es allerdings wenig zu fotografieren. Auf einem Kleinlaster werden Affen transportiert, die werden wohl zur Kokosnussernte eingesetzt. Schließlich können sie gut klettern. Um 10.15 Uhr treffen wir uns an der Kreuzung von 41 und 44 nach 152 km. Um 10.30 Uhr fahren wir weiter auf der 44 nach Südwesten. Es geht jetzt auf die Westseite von Thailand. Inzwischen haben wir 28° und dank der Kühlung im Womo 25°. Unsere Mittagspause machen wir auf der Zufahrtstraße zum Pet Cave nach 260 km. Wir stehen sehr idyllisch im Grünen.

Der 2. Treffpunkt ist um 15 Uhr nach der Brücke auf der Zufahrt nach Phuket. Allerdings wartet Waranont erst nach der 2. Brücke an der Straße. Das führt zu Missverständnissen, weil nach der 1. Brücke ein schöner Parkplatz ist. Dadurch fahren wir erst um 15.15 Uhr weiter. Wir durchqueren fast die ganze Insel, zunächst auf der 402, 4021, 4024 und dann biegen wir zum Nai Ham Beach ab. Dort befindet sich ein künstlicher See mit Insel. Auf dieser Insel, mit wunderschönem Baumbestand ist unser Stellplatz für die nächsten 2 Tage. Es ist 16.50 Uhr und wir haben 407 km gefahren. Weit und breit kein Hotel und zum Strand sind es mindestens 400 m über die Straße. Beim öffentlichen Kinderspielplatz und Kiosk ist eine Toilettenanlage, die aber nicht zumutbar ist. Ebenso die Duschen, es gibt nur kalt Wasser. Außerdem herrscht hier reger Mopedverkehr. Eberhard macht sich mit der örtlichen Begleitung auf die Suche nach einem adäquaten Stellplatz.

Um 18.30 Uhr ziehen wir um zum Hotel “All Seasons“, ca. 300 m zurück und am Strand. Es ist eine sehr schöne Anlage mit niedrigen Häusern und einer Poollandschaft.  Unser Parkplatz ist allerdings sehr begrenzt, dafür mit Meerblick. So sind denn alle zufrieden.

Um 19.30 Uhr gehen wir in einem der zahlreichen Restaurants zum Essen. Das haben wir uns heute verdient. Es gibt Fisch süßsauer und Steak.

Tako – Phuket           407 km                   Gesamt:    18.716 km

 

 

Freitag,  29. Oktober 2010    122. Tag

 

Beim Aufstehen haben wir 25/28°, aber eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um 9 holen uns 2 Kleinbusse ab, die uns zum Pier in der Bucht Ao Po bringen. Das ist ein Weg von ca. 50 km, somit kommen wir um 10 Uhr dort an. Ein Bus fährt uns auf der Pier bis zum Schiff. O´ Schreck, es sind 2 Nussschalen mit Motor. Also verteilen wir uns auf die 2 Boote mit vielen großen Plastiktüten und Reisstrohmatten. Unsere Begleiterin heißt Anui, sie spricht englisch. Jetzt geht es hinaus aus der Bucht auf die Kalkkegel im Meer zu. Der Himmel ist bewölkt und so ist die Temperatur gut zu ertragen. Draußen bewundern wir die Kalkfelsen mit Bewuchs, fahren langsam an die Öffnung einer Höhle heran und beobachten Langschwanzäffchen. Die Höhle ist nur mit Paddelbooten zu befahren. Unsere Schiffe sind zu groß dafür. Die Höhle ist ca. 500 m lang. Vögel, wie graue Ibisse flattern in den Bäumen. Wir fahren mit den Schiffen um die Insel und halten an einer Stelle, an der man kletternd aus dem Boot aussteigen (mühsam) kann. Der Weg über Felsen führt in das Innere der Insel zu einem See. Er hat eine unterirdische Verbindung zum Meer. Nach dieser Anstrengung haben wir uns ein Sandwich mit Thunfisch verdient. Anui versorgt uns auch gut mit Getränken. Als nächstes halten wir auf die James Bond Insel zu. Es ist ein steiler Kegel im Wasser. Daneben auf der Insel tummeln sich Touristen an den Souvenirständen.

Wir fahren weiter zur Panyee Insel. Diese Ansammlung von Häusern auf dem Wasser wurde von 3 indonesischen Familien gegründet und heute leben dort 1500 Menschen. Es sind Muslime. Sie leben vom Fischfang, Souvenirgeschäften und Restaurants. 2004 wurde ein großer Teil der Anlage durch den Tsunami verwüstet. Aber davon sieht man eigentlich nichts mehr. Wir schauen uns die Schule und den Sportplatz an. Einige von uns finden in den Souvenirgeschäften etwas. Um 13.15 Uhr, nach 45 Minuten Aufenthalt fahren wir zurück, um auf einer anderen Insel, Ko Nakha Yai, unseren Lunch einzunehmen. Das dauert bis 14.15 Uhr. Unser Boot ist etwas schneller als das zweite Boot. So bereiten wir den Platz schon etwas vor. Die Matten  legen wir am Strand aus und Anui verteilt Kartons mit Lunchpaketen. Es ist sehr großzügig vorbereitet. Jeder bekommt Salat mit Soße, 2 gegrillte Hähnchenschlegel mit Tortilla und noch einmal Salatgarnitur mit Mayosoße dabei. Zum Nachtisch gibt es Obst und einen kleinen Kuchen. Das schaffen wir nicht alles. Also wandert ein Teil in den Rucksack. Die Getränke  sind reichlich bemessen.

Schließlich ruft das Meer. Es ist zwar sehr bewegt heute, das haben wir schon auf der Herfahrt verspürt, aber hier am Strand ist es noch ganz gut. Das Wasser ist warm. Der Sand ist feinkörnig und weiß. Wir bekommen Zeit bis 16.00 Uhr, dann geht es wieder auf die Schiffe. Die Rückfahrt ist sehr viel kürzer und schon nach 20 Minuten sind wir wieder angelandet. Auf der Rückfahrt mit dem Bus, halten wir noch kurz bei Tesco zum Einkaufen an. Um 18.15 Uhr kommen wir schließlich beim Hotel wieder an.

 

 

Samstag, 30. Oktober 2010  123. Tag

 

Bereits um 9 Uhr gehen wir zum 1. Mal schwimmen. Das Meer ist ruhig und die Dünung nur ganz leicht. Es ist herrlich zu schwimmen. Eberhard besorgt uns 2 Liegen mit Sonnenschirm für 200 Bat. Nach dem 2. Schwimmen, um 11 Uhr nehme ich mir den Computer vor. Eberhard versucht sein Glück beim Frisör. Am Nachmittag sind wir wieder am Strand anzutreffen. Im Wasser schwimmen vermehrt Laichketten. Sie sind zwar nicht gefährlich, aber die Menge ist doch ein wenig unangenehm. So entschließen wir uns nach dem Kaffee noch eine Runde im Pool zu schwimmen.  

 

 

Sonntag, 31. Oktober   124. Tag   Zu Hause wird die Uhr zurückgestellt auf Winterzeit.

 

Abfahrt ist um 8 Uhr. Wir, auf dem unteren Platz, müssen schon zeitig den Platz räumen, damit die von oben freie Bahn haben. Zusammen mit den Guides fahren wir über die ganze Insel nach Norden zurück über die Brücke, das sind mindestens 57 km. Ab hier kann die Gruppe dann wieder frei fahren. 

Noch fahren wir im Konvoi, als Ernst nach 65 km bei einem Kreisverkehr mit roter Ampel einen Auffahrunfall verursacht. Er erwischt Maria am Heck und der Kühler von Ernsts Mercdes ist eingedellt. Ernst kann nicht mehr weiter fahren. Larry hilft Peter, die Lampen am Heck auszutauschen und somit das Fahrzeug wieder fahrtüchtig zu machen. Ernst wird abgeschleppt. Trotzdem kostet es uns 1 Stunde Aufenthalt. Einzelne Gruppen fahren um 10.30 Uhr weiter. Nun setzt Regen ein. Um 12.15 Uhr machen wir Mittagspause bei einem Hähnchenstand. Um 16 Uhr warten wir bei einer Tankstelle in Trang auf unsere Begleitung, damit wir das Hotel finden. Es regnet ohne Unterlaß. Um 16.15 kommen wir beim Hotel Thumrin Thana in Trang an. Wir haben einen großen Parkplatz seitlich vom Hotel gelegen.

Wir machen uns auf den Weg, um einzukaufen, aber außer Nüsse und Rosinen bekommen wir nichts, kein Brot oder Obst. So schreiben wir schließlich unsere Karten und geben sie im Hotel ab.

Phuket – Trang      327 km                       Gesamt:   19.043 km

 

 

Montag,   1. November    125. Tag

 

Die Temperatur ist auf 22° gesunken. Wir fahren im Regen ab und tanken gleich um die Ecke. Wir verlassen Trang in Richtung Osten auf der 4 und biegen bei Phattalung nach Süden ab. Nach 75 km machen wir nochmals eine kleine Pause an der 4 Süd.

Um 10.45 Uhr in der Stadt Kung Ngae haben wir immer wieder Wasser auf der Straße. Der Verkehr wird langsamer, bis wir plötzlich ganz stehen. Die Straßen sind überflutet. Das Wasser steigt und wir stehen mittendrin. Vorne sind wir durch Lkws blockiert und hinter uns wartet unsere Kolonne. Endlich nach 1 Stunde passieren wir die höchste Stelle des Hochwassers. Hier fließt das Wasser quer durch die Straßen und ist fast knietief. Laut hört man die Steine plumpsen, die uns auf der Seele lagen. Beinahe wäre Panik bei uns ausgebrochen. Doch das Glück ist uns nicht lang hold. Schon nach weiteren 35 Minuten Fahrzeit, in der nächsten Ortschaft, haben wir die nächsten Furten zu durchqueren. Noch geht es gut. Doch vor Sadao nach 189 km drehen wir um. Hier ist kein Durchkommen mehr möglich für uns. Nur große Lkws können hier durchfahren. Wir suchen uns eine erhöhte Stelle auf der Straße, um dort über Nacht zu warten. Vor und hinter uns ziehen die Bewohner in höher gelegene Räume um, oder stellen ein Zelt auf der Straße auf, um hier ihre wertvollen Möbel abzustellen und eine Schlafmöglichkeit zu haben.

Nun sind wir 17 km vor der Grenze und können heute nicht mehr weiter. Zunächst machen wir unsere Mittagspause. Dann jage ich Ameisen, die immer noch bei uns wohnen. Nach dem Kaffee machen wir einen Spaziergang mit Regenschirm und schauen mal bei unseren Nachbarn zu, wie sie ein Provisorium auf der Straße aufbauen. Überall steigt das Wasser noch um einiges an. Neben unserem Wohnmobil ist ein kleiner Teich, wo wir den Wasserstand beobachten können.

Die Bordküche ist gut bestückt, verhungern und verdursten müssen wir ja nicht. Abends gibt es Hähnchenteile und Bratkartoffeln und sogar Eisbergsalat. Später kommt ein Auto durch und verteilt Notrationen Reis. Die geben wir gerne unseren Begleitern. Der Abend zieht sich allerdings, ohne Strom sind wir etwas eingeschränkt. Wir dürfen früh schlafen gehen.

Trang – Sadao        193 km                      Gesamt:    19.236 km

 

 

Dienstag,   2. November    126. Tag

 

Um 6 Uhr wachen wir auf, der Regen hat nachgelassen und das Wasser ist deutlich gefallen. Die Temperaturen sind auf 22° gesunken, allerdings haben wir eine hohe Luftfeuchtigkeit mit 98 %. Schon um 7.30 Uhr wären wir bereit zur Abfahrt. Aber es ist noch zu früh. Ich kann auf jeden Fall noch Ameisen jagen. Unsere Begleiter erkunden den Wasserstand an der Furt.

So fahren wir um 10.00 Uhr die 3 km bis zur Stadt Sadao und der schwierigen Passage. Auch hier staut sich der Verkehr wieder, vor allem wegen dem Gegenverkehr. Und so stehen wir wieder im tiefen Wasser. Aber hier ist die Strecke abzusehen, die tief ist und durch die müssen wir hindurch. Mit viel Mut und verhaltenem Gas fahren wir durch. Um 10.30 Uhr sind wir durch und atmen zunächst mal alle auf. Den Rest bis zur Grenze schaffen wir mit kleinen Rinnsalen über der Straße.

Um 11.10 Uhr kommen wir nach 17 km an die Grenzstation von Thailand. Wir stellen die Fahrzeuge auf dem Parkplatz ab, verabschieden uns von Waranont und seinem Fahrer und dann geht es an die Ausreiseabwicklung. Die Pässe sind schnell kontrolliert. Nur für die Fahrzeuge werden wir hin und her geschickt, bis es endlich klappt. Um 12 Uhr fahren wir mit Tom und Said weiter zur Malaysischen Grenze, das sind 3 km. Hier brauchen wir fast 2 Stunden für die Unterlagen zur Versicherung. Dafür gibt es Getränke für uns. Dann kommt die Überraschung: Hier sind die Uhren schon 1 Stunde weiter. Wir haben also schon 15.00 Uhr und immer noch kein Mittagessen. Trotzdem fahren wir weiter.

Schon bald verlassen wir die Autobahn und fahren Umwege, wobei wir wieder durch Über-Schwemmungsgebiete kommen. Wir fahren in Richtung Meer. Eigentlich müssten hier Reisfelder zu sehen sein, aber überall ist nur noch Wasser, Wasser. Schließlich gelangen wir bei Alor Setar wieder auf die Autobahn, dafür dürfen wir dann auch Maut bezahlen. Nun kommen wir flott voran. Kurz vor Georgtown nähern wir uns dem Meer. Die Insel Penang ist durch einen Hügel gekennzeichnet. Den sehen wir schon von Weitem. Die Insel Penang wurde am Ende des 16. Jh. entdeckt und der Staat Malaysia ist erst 53 Jahre alt. Die Autobahn führt  über eine 13,5 km lange Brücke, der Teil über dem Meer ist nur 8 km. Es ist die 3.längste Brücke der Welt.

Um 18.30 Uhr kommen wir beim Hotel Sunway in Penang an. Der Parkplatz ist zunächst  nicht besonders. Zwischen dem Hotel und einer hohen Mauer gelegen wirkt er wie ein Abstellplatz. Es liegt Müll herum und im hinteren Teil ist das Gras hoch. Schließlich sind dann doch alle zufrieden, da wir mitten in der Stadt stehen und das Hotel einen Pool hat.

Sadao – Grenze – Penang/Malaysia    17/ 172 km   Gesamt:   19.425 km

 

 

 Mittwoch,   3. November 2010   127. Tag

 

Trotzdem die Sonne scheint, schlafen wir bis 8.00 Uhr. Schon haben wir 27°. Der Bus holt uns um 10 Uhr ab. Einige verpassen die Zeit, Maria bringt Wäsche weg und Larry hat nicht gespannt, dass die Uhren 1 Stunde vorgestellt worden sind. Er sitzt am Internet. So fahren wir erst um 10.15 Uhr ab. Unsere 1. Station ist der Tempel des Liegenden Buddha. Die Statue ist 33 m lang. Es ist ein Thailändischer Tempel. Die Figur ist farbenfroh, fast kitschig bemalt. In den Wänden befinden sich Urnengräber. Auf der anderen Straßenseite besuchen wir den Burmesischen Buddhatempel. Dort steht der Buddha und ist mit Gold bemalt. Es gehören noch verschiedene Kapellen zu dieser Einrichtung. Überall wird erwartet, dass wir die Schuhe ausziehen.

Um 11 Uhr fahren wir weiter zum Botanischen Garten. Hier bestaunen wir fremdartige Bäume und Pflanzen. Der Orchideengarten, Farngarten, Bromelienhaus und Kakteenhaus sind leider geschlossen. So reichen uns 45 Minuten für den Durchgang. Am Ende sehen wir dann noch die Langschwanz-Affen. Sie tummeln sich auf der Wiese, turnen auf den Lichtmasten herum und sind neugierig.

Wir beginnen unsere Inselrundfahrt. Die Insel ist 28 km lang und 14 km breit und hat 1,2 Mill Einwohner, davon sind 58 % chinesischer Abstammung und 24 % indischer Abstammung. Ganz Malaysia hat ca. 26 Mill. Einwohner. Die Insel Penang war lange Zeit das Handelszentrum für Gewürze aus China und Indien. Von hier wurde Handel getrieben mit Sumatra und auch mit Malaysia.

Malaysia war eine engl. Kolonie, heute ist Malaysia Mitglied im Commonwealth.

Im Norden der Insel reiht sich Hotel an Hotel. Der Ort nennt sich Batu Ferringhi. Hier gibt es kleine Badebuchten.

Wir halten bei einer Batikwerkstatt an. Hier bekommen wir gezeigt, wie zunächst mit heißem Wachs das Stoffmuster gemacht wird. Später wird der Stoff dann in einzelnen Arbeitsgängen eingefärbt. Um das Wachs wieder heraus zu bekommen, wird der Stoff sehr heiß gewaschen. Dann setzt sich das Wachs unten ab. Beim Abkühlen kommt es hoch und kann abgeschöpft werden. Die Muster und vor allem die Stoffe bzw. das fertige Produkt sieht jedenfalls fantastisch aus.

Die nächste Anlaufstelle ist ein Schmetterlingshaus. Der Eintritt kostet 20 Ringit, mit fotografieren 25. Das ist es uns wert. Wir sind fasziniert von der Vielfalt der Farben und Größen der geflügelten Wesen. Viel zu schnell vergeht die vorgegebene Zeit.

Neben der Straße halten wir bei einem Gewürz- und Obststand. Dort zeigt uns Tom die Frucht des Muskatbaumes. Erst in der runden Kugel sitzen die Nüsse, die wir zum Reiben nehmen. Wir sehen einen Nelkenbaum und die Blüte der Vanille. Hier gibt es auch die Frucht des Kakaobaumes. Außerdem lernen wir etwas über Palmen: es gibt Oelfruchtpalmen, Kokosnusspalmen, Dattelpalmen und Fächerpalmen.

Wir kommen zum Tempel Kek Lo Si. Allerdings verlangt zunächst der Magen sein Recht. In einer Garküche finden wir entsprechendes. Die meisten haben allerdings schon geschlossen. Schließlich ist es schon lange nach Mittag. Die Pagode liegt am Berg und ist auf vielen Stufen zu ersteigen. Deshalb verzichten wir darauf. Der Bus bringt uns zurück zum Hotel.

 

 

Donnerstag,   4. November 2010   128. Tag

 

Wir trödeln heute herum und stehen erst nach 8 auf. Nach dem Frühstück wasche ich unsere gelben Matten aus. Sie sollen ja auch noch für die Rückfahrt gut sein. Dann nehme ich mir die Zeit für mein Tagebuch.  Am Nachmittag gehen wir einkaufen im neuen Einkaufscenter. Wir haben Glück und bekommen sogar frisches Baguette. Ab 17.00 Uhr können wir unsere Wäsche abholen. Nicht alles ist ordentlich gebügelt. Auch manche Flecken sind nicht raus gegangen.

Um 19.00 Uhr holt Tom uns mit dem kleinen Bus  zum Essen ab. Heute soll es mal indisch sein. Wir sind gespannt. Das Lokal, das wir nach 40 Minuten Fahrzeit betreten, ist schon mal ganz interessant. Auch das Essen ist gut gewürzt und manches gewöhnungsbedürftig. Aber es schmeckt und wir sind zufrieden. Das Bier ist hier noch teurer als in der Garküche. Erst kurz vor 22.00 Uhr kommen wir zurück. Um unser Womo abkühlen zu lassen, sitzen wir draußen. Wir haben am Abend immer noch 28°.

 

 

Freitag,   5. November 2010   129. Tag

 

Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker, er holt uns aus dem Tiefschlaf, es ist nochdunkel, aber schon warm mit 27°. Unsere Begleiter sind säumig, so kommen wir erst um 8.15 Uhr weg. Said fährt mit uns noch eine schöne Stadtrunde, damit wir auf die Ausfallstraße zur Brücke kommen. Es geht weiter nach Süden auf der Autobahn E 1. Nach 22 km tanken wir. Die Mittagspause machen wir in Tapah, nach 207 km. Wir haben die Autobahn verlassen und fahren auf der 59 in das Hochland. Nach 21 km auf einer Höhe von 400 m halten wir bei einem Wasserfall. Hier tummeln sich Familien im Wasser, alle angezogen. Heute ist der Beginn von 3 indischen Feiertagen. Nun ist Gott und die Welt unterwegs in die Cameron Highlands. Das ist natürlich nicht so gut für uns.  Auf  unserer Fahrt kommen wir schon durch Ur-Wälder. Es gibt hier Farnbäume zu sehen, Bananenstauden, auch Palmen und sehr viele Bäume, die wir nicht kennen, die aber sehr große Blätter haben. Manche sind gezackt, andere wieder gefiedert. Am Wegesrand stehen oft Verkaufsstände und dahinter sehr einfache Holzhäuser der Ureinwohner (Orang Asli). Die Menschen sind sehr dunkelhäutig und haben pechschwarze Haare. Die meisten leben auch heute noch im Einklang mit der Natur.

Maria erwischt einen Bus mit ihrem Alkoven. Er kam zu schnell und sie war etwas auf seine Seite geraten. Sie hat ihm 2 Fenster aufgeschlitzt. Zum Glück ist an ihrem Auto kein großer Schaden entstanden.

Um 15.25 Uhr kommen wir zu unserem Hotel in Tanah Rata. Es ist das Heritage, im englischen Tudorstil erbaut. Für uns ist ein schöner Parkplatz freigehalten worden. Die elektrischen Leitungen sind auch schon in Vorbereitung. Wir sind hier auf einer Höhe von 1463 m. Man merkt es an der Luft und an den Temperaturen,  24°.

Bereits nach dem Kaffeetrinken beginnt es zu regnen. Maria lädt uns zu Caipirinha ins Womo ein. Zum Glück habe ich unser Essen schon vorbereitet.

Penang – Tana Rata/Camaeron Highlands   264 km   Gesamt:   19.689 km

 

 

Samstag,   6. November 2010   130. Tag

 

Der Regen hat alles abgekühlt. Wir stehen um 7.30 Uhr auf bei einer Temperatur von 18,5 °, im Womo sind es noch 21,5°. Wir haben heute Frühstück im Hotel. Zuvor muss ich meine Bluse bügeln.

Um 9.30 Uhr fahren wir mit 2 Kleinbussen zu einer Teeplantage. Die Straßen sind heillos verstopft, es geht oft nur schrittweise voran. Von einem Aussichtspunkt aus gehen wir schon mal zu Fuß weiter. Der Bus holt uns später ein und sammelt uns wieder auf. So kommen wir erst um 10.45 Uhr dort an. Wir schauen uns die maschinelle Verarbeitung der Teeblätter an und begeben uns dann zur Stärkung. Wir leisten uns Tee und Gebäck. Um 11.50 Uhr beginnt die Rückfahrt. Auch hier stehen wir fast 1 Stunde im Stau. Schließlich kommen wir um 13.15 Uhr zum Markt. Hier oben gedeiht fast alles an Gemüse und sehr viel Obst, z. B. Erdbeeren. Wir kaufen Bohnen, Erdbeeren, Mandarinen, Rettich. Es gibt aber auch alle Kohlsorten, Minitomaten und, und. Die Cameron Highlands umfassen 12 Ortschaften, und sie liegen alle auf einer Höhe von 1200 bis knapp 1500 m Höhe. Deshalb ist die Region als Höhenluftkurort so beliebt. Die Engländer haben etwa 800 Häuser im Tudorstil hinterlassen.

Wir fahren zu einem Platz am Fluss, von dort wandern wir dem Fluss entlang durch den Urwald. Es gibt so manche Blüte oder Pflanze zu entdecken. Nach ¾ stündiger Wanderung kommen wir nach Tanah Rata. Dort treffen wir uns alle wieder bei Kaffee oder Bier. Von hier haben wir nur 15 Minuten noch bis zu unserem Hotelparkplatz. Das schaffen wir locker, bevor der Regen kommt. Nun müssen wir uns wieder im Womo aufhalten. Die Temperaturen sind gut mit 23°. Den restlichen Nachmittag verbringen wir am Computer.

 

 

Sonntag,  7. November 2010   131. Tag

 

6.30 Uhr klingelt der Wecker, es ist noch dunkel bei 16,5 °. Wir frühstücken auch heute wieder im Hotel. Für 28 Ringit pro Person bekommen wir 2 x Frühstück. Um 8.10 Uhr fahren wir ab, bei unserem Führungsfahrzeug musste der Funk noch gerichtet werden.

Zunächst fahren wir auf der Nr. 59 nach Norden, biegen nach Westen auf eine nummernlose Straße ein, die nach Ipoh führt. Auf dieser Strecke sehen wir in den Wiesen sehr schöne Wildorchideen auf einer Höhe von ca. 1400 m. Bei einem Aussichtspunkt haben wir einen schönen Überblick über die Berge der Cameron Highlands. Von Ipoh geht es wieder nach Süden auf der Landstraße Nr. 1. Die Straße geht fast parallel zur Autobahn. In Bidor nach 138 km biegen wir auf die Nr. 58, sie führt nach Südwesten. Bei Teluk Intan machen wir unsere Mittagspause. Der Himmel bleibt heute wohl etwas bedeckt.

Um 15.45 Uhr kommen wir nach Kuala Selengor zum Hotel de Palma. Die Temperatur ist mit 26° ganz angenehm. Hier stehen wir auf einem Parkplatz neben den Gebäuden die zum Hotel gehören. Unsere Zimmer befinden sich in kleinen Bungalows. Der restliche Nachmittag gehört der Regeneration, wir gehen duschen.

Um 19 Uhr fahren wir mit dem Kleinbus zu einem Fischlokal am Fluss Selangor. Tom bestellt ein mehrgängiges Menü für uns. Es gibt Reis, Calamaris, Fisch süß-sauer, Krevetten und vieles mehr. Es schmeckt uns ausgezeichnet. Etwa um 20.30 Uhr fahren wir weiter zu einer anderen Stelle am Fluss. Dort steigen wir in ein Elektroboot um. In völliger Dunkelheit gleiten wir über den Fluss. Plötzlich flimmern in den Büschen unzählige Lichter. Es sind Glühwürmchen. Sie tanzen und flimmern, während wir den Fluss entlang fahren. Nach ½ Stunde, um 21.30 Uhr fahren wir mit unserem Kleinbus wieder zurück zum Hotel. Hier kommen wir erst um 22.45 Uhr an.

Cameron Highlands – Kuala Selangor   274 km      Gesamt:   19.963 km

 

 

Montag,   8. November 2010   132. Tag

 

Aufstehen um 6.30 Uhr. Es hat abgekühlt auf 23° in der Nacht. Abfahrt um 8.10 Uhr. Wir fahren auf der Autobahn nach Kuala Lumpur. Heute scheint die Sonne, fast ohne Wolken. Das bedeutet auf der Fahrt schon 33°. Zum Glück haben wir im Womo, dank Kühlung nur 24°. Bereits um 10.20 Uhr kommen wir zum Glenmarie-Resort, Golfplatz und Country-Club. Unser Stellplatz ist beim Holiday Inn. Ein Teil des Parkplatzes ist für uns abgesperrt. Die elektrischen Leitungen werden auch gleich vorbereitet.

Um 14.30 Uhr können wir baden gehen im Pool. Eberhard hat aber keine Ruhe, unser Funk ist ausgefallen und er versucht nun zusammen mit Wolfgang den Fehler zu finden, bzw. zu reparieren. Nach dem Kaffee gehen wir aber noch mal zum Pool, das Baden erfrischt, bei einer Temperatur von 34°.

Kuala Selengor – Kuala Lumpur     77 km          Gesamt:   20.040 km

 

 

Dienstag,   9. November 2010  133. Tag

 

Heute schlafen wir bis um 7.30 Uhr. Es ist schon wieder 26° warm. Wir haben Zeit bis 11.00 Uhr. Dann fahren wir mit dem Kleinbus zur Besichtigung. Ganz im Norden von Kuala Lumpur ist die Batu Cave. Hier kommen wir um 11.25 Uhr an. Es ist dies eine 1878 entdeckte  Tropfsteinhöhe, zu der 272 steile Stufen hinauf führen. Oben öffnet sich ein weiter Raum, der durch eine große Öffnung Tageslicht bekommt. Hier haben Hindus einen Tempel errichtet. Um 12.45 Uhr fahren wir weiter zum Nationaldenkmal. Hier wird der Kriege gedacht. Anschließend machen wir einen kleinen Abstecher zum Orchideengarten. In der Nähe befindet sich auch der Schmetterlingsgarten und der Vogelpark. Der Bus hält als nächstes bei der Nationalmoschee, dem Gebäude der Eisenbahnverwaltung von 1910 und dem Bahnhof, 1888 im maurischen Stil erbaut. Nach Chinatown fahren wir zum Essen, es ist mittlerweile 14.15 Uhr. Nach einem Imbiss suchen wir nach GPS-Artikeln. Hier finden wir aber solche Dinge nicht.  Im alten Teil von Kuala Lumpur halten wir am Unabhängigkeitsplatz, dem Merdeka Square. Hier wurde am 30.8.1957 die Unabhängigkeit Malaysiens vollzogen. Früher war hier ein Gelände für sportliche Aktivitäten. Drumherum stehen noch Clubhäuser im Tudorstil, der Royal Selangor Club. An der Längsseite steht das ehemalige Englische Verwaltungsgebäude, das Sultan Abdul Samad Building, im marokkanischen Stil erbaut. Es diente später der Malaysischen Regierung als oberstes Gericht.  Der Bus bringt uns etwas außerhalb zum Sultanspalast. Die Tore sind vergoldet und es steht eine Wache davor. Weiter geht es zum Fernsehturm, 421m hoch. Hier fahren wir hoch und genießen die Aussicht von der Aussichtsplattform in 335 m Höhe. Wir gehen rundherum und schauen in alle Richtungen. Der nächste Programmpunkt sind die Petronas Twin Towers. Der Bus bringt uns zum Traders Hotel. Dort spazieren wir durch einen Park zum Eingang dieses gigantischen Bauwerks. Die beiden Türme haben eine Höhe von 451,9 m und im Innern befinden sich 88 Stockwerke, allerdings ausschließlich Büroräume von Petronas, dem Ölkonzern Malaysiens. Im 41. Stockwerk befindet sich die Skybridge. Die Fassade des Gebäudes besteht aus Edelstahl und Glas. Es sieht einfach gigantisch aus, ganz besonders, wenn wie jetzt in der Dämmerung die Lichter in den beiden Türmen angehen.

19.30 Uhr wir fahren zum Essen in das Indische Restaurant Pelita. Hier erwartet uns ein Büfett. Die Auswahl ist einfach riesig, nur schade, dass die Fischseite gleich abgeräumt wird. Die Folklore ist auch schon im Gange, wird aber später noch mal wiederholt. Aber von unseren Plätzen können wir nur sehr schlecht sehen, deshalb wechseln wir in den nun fast leeren Saal. Wir kommen um 22.00 Uhr zurück von unserem Tagesausflug, voll der Sehenswürdigkeiten. Im Womo ist es schön warm 31°.

 

 

Mittwoch,   10. November 2010   134. Tag

 

Um 8.15 Uhr geht Eberhard bereits ins Business-Center um Computer-Ausdrucke zu machen. Nach meiner Hausarbeit gehe ich walken, dabei schaue ich mir das gesamte Gelände des Hotels gründlich an. Wir wohnen schließlich bei einem Golfplatz. Hinterher bin ich am Computer. Bereits um 10.30 Uhr gehen wir gemeinsam im Pool schwimmen. Nach unserer Mittagspause fahren wir mit dem Hotel-Shuttle zu Carrefour. Das dauert aber 40 Minuten. Wir brauchen einen GPS-Chip für Malaysia und werden nach langem Suchen auch fündig. Bei Carrefour nehmen wir noch Brot mit und fahren mit dem Taxi zurück, das dauert gerade mal 8 Minuten.

 

 

Donnerstag,  12. November 2010   135. Tag

 

Um 8 Uhr setzt sich die Caravane wieder in Bewegung. Tom und Said leiten uns aus der Stadt nach Süden auf die Autobahn. Nach 76 km verlassen wir die Autobahn und nehmen die Richtung nach Port Dickson. Die Straße führt teilweise parallel zur Küste. Um 12.00 Uhr kommen wir nach Melakka zum Hotel Equatorial. Wir haben einen schönen Parkplatz neben dem Hotel. Um 15.00 Uhr fahren wir mit 6 aus der Gruppe zusammen mit Tom Said aufs Land, einen Stellplatz anschauen. Die Fahrt dauert 1 Stunde und die Verhandlungen auch. Der Platz ist gut, aber teuer. Schließlich werden wir aber doch einig. Um 17.45 Uhr sind wir wieder zurück am Hotel. Wir gehen in ein Lokal im Einkaufscenter. Zum Leidwesen der anderen, gibt es hier kein Bier, nicht einmal Tonicwater. Dafür gehen wir hinterher noch shoppen. Wir beschließen den Abend vor den Womos.

Kuala Lumpur – Melakka       177 km              Gesamt:   20.217 km

 

 

Freitag,  12. November 2010   136. Tag

 

Um 10.00 Uhr gehen wir zur Festung von Melakka. Oben steht die S. Pauls Church, aus der Zeit der Portugiesen. Auf der anderen Seite der Burganlage ist das holländische Stadthaus zu sehen. Wir gehen weiter zur Jonker Street, hier befinden sich kleine Geschäfte an der Straße. Tom zeigt uns die älteste Moschee von Melakka, die Kampungs Kling Moschee. Wir besuchen noch einen chinesischen Tempel, den Chenghoon Teng Tempel. Er ist mit Rosenholz ausgeschmückt und mit Perlmutteinlegearbeiten verziert. Die Statuen fallen nicht besonders auf, sie sind eher klein und unscheinbar. Mit dem Bus fahren wir zum Hafen. Dort könnten wir noch ein Museumsschiff besuchen. Aber wir ziehen es vor, zum Hotel zurück zu bummeln. Wir sind um 12.40 Uhr an den Womos angelangt und machen Mittagspause.

Ein Abstecher zum Pool macht nicht viel Freude, oben weht ein starker Wind.

 

 

Samstag,  13. November 2010   137. Tag

 

8.00 Uhr Abfahrt nach Johor, an der Grenze zu Singapur. Ernst und Anette haben leider abgesagt, der Flug ist ihnen zu teuer für nur 2 Tage. Das ist jammerschade. Abseits der Straße, fast auf einem Parkstreifen liegt eine riesige Schlange. Ich sehe sie leider zu spät um anhalten zu können. Sie wirkte wie ein Baumstamm, so dick und farblich angepasst.

Unsere Mittagspause machen wir heute schon um 11.40 Uhr in Yong Pen, neben der Haupt-Straße. Tom eröffnet uns, dass wir nicht in Johor Bahru stehen, sondern im Industrieviertel von Pasir Gudang. Das bedeutet: mindestens 1 Stunde weitere Fahrzeit nach Singapur. Wir sind zwar nicht einverstanden, aber was bleibt uns anderes übrig. Also fahren wir dorthin. Nach 258 km kommen wir um 15.00 Uhr dort an. Gerade erst wird der Hof gesäubert. Der Boden ist schwarz von Kohlestaub. Mit dem Feuerwehrschlauch wird der ganze Hof abgespritzt, nun ist der Kohlestaub auch noch nass. Zusätzlich öffnet der Himmel seine Schleusen und spritzt uns mit ab. Zwischendurch verabschieden wir uns von Tom und Said, sie verlassen uns.

Um 19.00 Uhr genießen wir die heimische Küche: Tomatensuppe, Hackfleisch mit Tomatensoße, Makkaroni und Salate. Den Abend verregnet es uns ganz. Wir packen unsere Taschen für Singapur.

Melakka – Pasir Gudang          258 km           Gesamt:  20.475 km

 

 

Sonntag,  14. November 2010   138. Tag

 

6.30 Uhr aufstehen bei 24°. Um 8 Uhr kommen 2 Busse um uns abzuholen. Für Singapur füllen wir gleich die Einreisepapiere aus. Nach 1 Stunde Fahrzeit sind wir an der 1. Kontrolle. Hier wird nur der Paß kontrolliert. Bei der 2. Kontrolle (Singapureinreise) müssen wir das Gepäck mitnehmen und röntgen lassen. Dafür brauchen wir ½ Stunde. Schließlich kommen wir um 9.45 Uhr im Hotel Conrad in Singapur an. Wir beziehen unsere Zimmer im 5 Sterne Hotel und genießen die Aussicht. Um 11 Uhr treffen wir uns mit Sigrid, unsere deutsche Reiseführerin für Singapur und Garry dem Büroleiter unseres Partners von Singapur. Gemeinsam besprechen wir das weitere Programm und die Hotelverlängerung bis zum 17.November.

Gemeinsam mit der Gruppe gehen wir um 12.15 Uhr zum Millenium - Einkaufscenter zum Mittagessen. Während wir dort in verschiedenen Lokalen essen, geht ein Gewitter nieder, das sich zum Landregen ausweitet. An eine Stadtbesichtigung ist nicht zu denken, also schauen wir uns das Einkaufscenter, das über 5 Türme verteilt ist, genauer an. Es ist viel zu teuer und überhaupt sehr unbefriedigend eingerichtet und ausgeschildert. Um 15 Uhr trinken wir im Hotel sehr gepflegt unseren Kaffe. Das wird hier zelebriert.

Nach einer Erholungspause fahren wir mit 2 Taxis zur Orchad Road ins Lucky – Center und bummeln durch verschiedene Geschäfte. Schließlich bekommen wir Hunger und landen beim Italiener, gleich beim Mariott Hotel. Nach dem Essen gehen wir noch bummeln, unter anderem landen wir in einem Bookstore von gigantischen Ausmaßen, nur ist hier nichts geordnet. Die Heimfahrt treten wir mit einem Taxi vom Mariotts aus an.

 

IMG_6178.jpg

IMG_6235.jpg

IMG_6239.jpg

IMG_6266.jpg

IMG_6297.jpg

 Singapur

 Singapur

 Singapur

 Blick vom Schiffshotel

 Singapur

IMG_6328.jpg

IMG_6117.jpg

IMG_6077.jpg

IMG_6055.jpg

IMG_6071.jpg

 Arab Street

 Indischer Tempel

 Botanischer Garten

 Orchideengarten

 

IMG_6305.jpg

IMG_6095.jpg

IMG_6088.jpg

IMG_6205.jpg

IMG_6182.jpg

 Bald ist Weihnachten

 Chinatown

 Little India

 Wolfgang

 

IMG_6385.jpg

IMG_6447.jpg

IMG_6423.jpg

 

 

 Schönheiten

 

 Halbzeit

 

 

 

Montag,  15. November 2010   139. Tag

 

Als wir um 7.30 Uhr aufstehen, ist der Himmel blau mit kleinen Wölkchen. Wir frühstücken im Restaurant. Das Büfett ist wirklich reichhaltig.

Um 9 Uhr beginnt unsere Stadtbesichtigung mit Bus  und Sigrid, unserer Führerin. Singapur hat zur Zeit 5 Millionen Einwohner. Zunächst fahren wir zum Botanischen Garten und besichtigen die Orchideen. Unglaublich ist diese Vielfalt und Pracht, die sich uns hier zeigt. Einige Pflanzen sitzen in den Astgabeln, sogenannte Aufsitzer oder Ephiphyten. Bei der Weiterfahrt kommen wir durch ein Villenviertel. In Little India gehen wir durch ein paar von den kleinen Straßen und bestaunen den Schmuck, anlässlich ihres Lichterfestes vor ein paar Tagen. Daran schließt sich eine Fahrt durch das Arab-Viertel an und ein Spaziergang durch Chinatown. Hier gibt es auch einen Buddha-Tempel zu bestaunen.

Um 12.30 Uhr bringt uns der Bus zur Seilbahnstation auf dem Faber Hill. Wir fahren hinüber zur Insel Sentosa. Plötzlich bleibt die Seilbahn auf halbem Wege stehen und die Gondeln schwingen auf und ab. Was für ein komisches Gefühl im Magen. Der braucht dann auch erst einen Imbiss, bevor wir uns das Museum anschauen, das die Geschichte Singapurs veranschaulicht. Die nächste Station ist das Aquarium. Auch hier geht es im Schweinsgalopp durch. Mit dem Inselbähnchen fahren wir zum Zug, er bringt uns zurück zum Festland. Hier erwartet uns nach einem kleinen Spaziergang wieder der Bus. Er bringt uns um 16.15 Uhr zum Hotel zurück. Jetzt heißt es schnell frisch machen. Vom Eingang des Pacific – Hotels holt uns der Bus zum Abendessen ab. Wir fahren zur Marina und machen eine Abendfahrt mit der Dschunke. Das Dinner gibt es in Form von einem Büfett. Es sind nicht allzu viele Menschen an Bord. Trotzdem sind die Platten und Schüsseln bald leer geräumt.

Die Aussicht während der Fahrt ist sensationell, ganz besonders auf die 3 Türme mit dem Schiff obendrauf. In der Dämmerung gehen dann überall die Lichter an. Kurz vor der Rückfahrt sehen wir Lichterspiele und ein kleines Feuerwerk.

Es ist ein Abschiedsabend. Das wird uns bewusst, nachdem Eberhard einige Worte gesprochen hat und Wolfgang unsere Reise in Märchenform wieder gegeben hat. Er überreicht Eberhard den Dank der Gruppe in Form eines Kuverts mit Inhalt und Karte. Nun werden sich unsere Wege, zumindest für einige Zeit bei den meisten, trennen.

Das können wir uns kaum vorstellen, deshalb gehen wir gemeinsam hinterher noch zum Paulaner, um die Ecke beim Hotel.

 

 

Dienstag,  16. November 2010   140. Tag

 

Nach dem Frühstück im Hotel, fahren wir mit dem Taxi zur Esplanade. Von hier haben wir einen exklusiven Blick zum Hotel Marina Bay Sands mit seinen 3 Türmen mit je 56 Stockwerken und dem darüber liegenden Schiff. Auf der Fußgängerbrücke bietet sich schon der Ausblick auf die im Bau befindliche Lotusblüte. Wir kommen durch unfertige Galerien, Theater und eine unglaublich große Mall. Unterirdisch geht es zum Marina Bay Sands. Der Aufzug bringt uns hinauf zur Aussichtsplattform. Sie ist komplett als Schiffsboden gestaltet, auch die Form ist einem Schiffsbug nachempfunden. Die Aussicht ist grandios. Man schaut über den Binnensee zu den Wolkenkratzern der Finanzwelt, zu den kleinen Restaurants am River Singapur und in die Richtung Nord zu den gewaltigen Hotels, wie unser Hotel Conrad. Zum Meer hin erstreckt sich eine riesige Baustelle, das wird der neue Botanische Garten. Weit im Süden ist die Insel Sentosa zu sehen. Der Swimmingpool über dem Hotelbereich endet ganz abrupt an der Kante. Es sieht aus, als würde das Wasser hinunterfliesen. Einfach genial. Von diesem Gebäude wird noch lange die Rede sein.

Unser Fußmarsch geht nun weiter auf die andere Seite des Beckens und drumherum bis zum Singapur – Löwen. Ab hier wandern wir flussaufwärts auf der Suche nach einer Lokalität, um unseren Durst zu stillen und dem Hunger Genüge zu tun. Wir sind am Riverwalk und finden in der 2. Reihe ein indonesisches Lokal. Es wird von vielen jungen Angestellten aufgesucht. Es geht schnell, es ist ein Selbstbedienungsrestaurant.

Anschließend wandern wir zur nächsten Brücke und von dort nehmen wir ein Taxi zurück zum Hotel. Wir wechseln beide die Schuhe. Mit dem nächsten Taxi fahren wir zur Arab-Street. In den vielen Stoffgeschäften sehen wir uns Batikdecken an. Die Moschee in diesem Viertel ist auch noch einen Abstecher wert. Dann dürstet uns nach Kaffee. Danach entschließen wir uns für 2 Batikdecken. Dabei geht ein Gewitter nieder. Der Regen hört nicht mehr auf. Mit viel Glück ergattern wir trotzdem ein Taxi, das uns zum Takaschimaya – Center bringt. Dort gibt es ein Buchgeschäft mit deutscher Abteilung. Das schauen wir uns an. Die Bücher, meist Romane sind aber erheblich teurer als in Europa.  Also verzichten wir doch darauf. Vor dem Einkaufscenter steht eine sehr lange Warteschlange für Taxis. So gehen wir wieder zum Hotel Marriott. Dort ist die Chance sehr viel größer schnell an ein Taxi zu kommen. Wir wollen ja schließlich um 17.00 Uhr wieder am Hotel sein. Es gelingt gerade so.

Die Gruppe wollte am Abend nach Little India zum Bummeln und essen. Durch den Regen entschließen wir uns, zum Paulaner zu gehen. Dort gibt es Schweinshaxe und Leberkäse. Später schauen wir noch schnell bei Carrefour hinein um Getränke mit zunehmen.

 

 

Mittwoch,  17. November 2010    141. Tag

 

Nach dem Frühstück im Hotel packen wir unsere Taschen und bringen unser Gepäck zur Aufbewahrung. Um 10 Uhr fahren wir zusammen mit Toni im Taxi nach Little India. Hier ist heute nicht viel los, es ist ein islamischer Feiertag und zwar das Ende der Pilgerfahrt, der Hadsch. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Wir wandern zu einem Tempel um ein paar Bilder zu machen. Danach lassen wir uns zum Botanischen Garten bringen. Hier schauen wir uns Bäume aus der Urzeit an, wandern ins Palmenvalley und entdecken viele interessante Pflanzen. Zum Mittagessen fahren wir ins chinesische Viertel. Dort essen wir Brat- und Currywurst bei Erich aus Österreich. Gesättigt machen wir uns zu Fuß auf und wandern zum Hotel zurück. Die beiden anderen Grüppchen sind noch nicht eingetroffen, lassen aber nicht lange auf sich warten. Sie sind noch hungrig. Also gehen wir zusammen nochmals zum Paulaner. Heute essen wir beide zusammen 1 Portion Leberkäse mit Kartoffelsalat. Inzwischen beginnt es wieder zu regnen. Um 17.00 Uhr holt uns Sigrid mit dem Kleinbus ab und begleitet uns zur Grenze und weiter bis zu unserem Stellplatz. 2 x Grenzabfertigung, einmal mit dem Gepäck dauert nur 30 Minuten. Pünktlich um 19.00 Uhr sind wir wieder bei unseren Mobilen. Auch hier hat es ordentlich geregnet und es hat auf 23° abgekühlt. 

Wir lassen den Tag noch einmal an uns vorüberziehen und sitzen mit 8 Personen vor den Mobilen. Larry, Peter und Maria sind schon heute morgen nach Kuala Lumpur abgefahren. Peter hat einen Termin mit der Werkstatt vereinbart. In der Nacht riecht es ganz stark nach der Palmölverarbeitung.

 

 

Donnerstag,  18. November 2010   142. Tag

 

Schon um 7 Uhr ist es sonnig bei 29°. Nach der Verabschiedung von Alfred und Wolfgang fahren wir um 9.20 Uhr ab. Jetzt sind wir nur noch 3 Fahrzeuge. Um 9.45 Uhr, nach 20 km biegen wir ab auf die 3 nach NO und später nach Norden. Um 11.45 Uhr halten wir vor Mersing bei km 138 und machen erst mal Mittagspause. Wir stehen auf einem kleinen Parkplatz und schauen hinunter auf die Küste und das Meer. Hier sieht es noch nicht viel versprechend aus. Also fahren wir nach der Pause weiter, durch Mersing hindurch und finden kein Hotel oder sonst einen geeigneten Stellplatz. Also wieder zurück zur Stadt. Hier bekommen wir Auskunft über ein Beach - Resort im Norden. Nun suchen wir uns aber erst noch einen Supermarkt, damit wir eingedeckt sind.

Ankunft am Beach - Resort und Campingplatz um 14.30 Uhr nach 164 km. Der Campingplatz besteht aus kleinen Hütten, die gemietet werden können. Das brauchen wir ja nicht, trotzdem können wir hier stehen, das Meer direkt vor unseren Mobilen. Es gibt Strom, Duschen und Toiletten, letztere für uns nicht zu gebrauchen. Wir sind sehr zufrieden und bezahlen spontan für 2 Nächte (10€). Der Nachmittag vergeht im Flug mit Baden im Meer, duschen, spazieren gehen und Muscheln suchen. Die Brandung produziert hier hohe Wellen, das ist nicht so angenehm. Durch den Sandstrand ist das Wasser auch nicht klar und viel zu warm.

Pasir Gudang (Johor) – Mersing   km 164          Gesamt:   20.639 km

 

 

Freitag,  19. November 2010   143. Tag

 

Aufstehen um 7.30 Uhr. Das Meer hat sich nicht beruhigt, im Gegenteil die Brandung ist sogar noch stärker geworden. Da mache ich nach dem Frühstück lieber die Wäsche. Es ist ja doch einiges zusammen gekommen. Während die Wäsche weicht, sortieren wir unsere Mitbringsel und Geschenke. Es kann ja doch nicht alles mitgenommen werden. Große sperrige Sachen müssen im Womo verbleiben.

Während wir alle am Arbeiten sind, kommt ein Paar aus England mit den Rädern vorbei. Wir haben sie schon am Vortag im Vorbeifahren gesehen. Sie sind mit den Rädern unterwegs von Singapur bis Bangkok. Das ist eine starke Leistung, wenn sie es durchhalten, denn sie sind auch schon etwas älter. Sie machen hier eine längere Erholungspause.

Erst nach dem Mittagsvesper werde ich mit dem 3. Teil der Wäsche fertig. Sie trocknet zum Glück sehr gut und schnell. Während ich nun ausruhe, fängt Eberhard an das Auto zu waschen. Er hat seine Flug-Tasche schon provisorisch gepackt. Das mache ich nach dem Duschen und Kaffee trinken.

Um 18 Uhr machen wir uns frisch und ziehen uns um.  Wir gehen am Strand zum Fischessen. Eberhard bekommt ein Nudelgericht. Der Grillfisch mit gebratenem Reis schmeckt recht gut. Gesättigt schauen wir vor unseren Mobilen dem Fast-Vollmond, den Sternen und dem Wetterleuchten zu. Ein arbeitsamer Tag geht zu Ende.

 

 

Samstag,  20. November 2010   144. Tag

 

Heute ist der Himmel verhangen und das Meer hat wieder eine mächtige Dünung. Nach dem Frühstück machen wir unsere Büroarbeiten. Schließlich bleibt noch Zeit für das Tagebuch. Zum Mittagessen gönnen wir uns heute mal Weißwurst, allerdings ohne die obligatorische Brezel. Nach der Verdauungsruhe gehen wir mal wieder baden. Die Wellen haben sich etwas beruhigt und das Wasser scheint etwas kühler geworden zu sein. Nur die Trübung ist nicht besser geworden. Die Dusche bringt etwas Abkühlung. Unseren Kaffee trinken wir unter der Markise vor dem Mobil. Doch schon bald vertreibt uns ein Gewitter ins Innere. Das kühlt die Luft wieder etwas ab.

 

 

Sonntag,   21.  November 2010   145. Tag

 

Um 9 Uhr wollen wir weiterfahren und zwar zunächst am Meer entlang nach Norden. Später biegen wir ins Landesinnere, nach Nordwesten ab. . Zunächst führt uns die Straße 5 km nach Westen bis zur Einmündung in die 3. Hier ändert sich unsere Richtung in Nord. Wir haben bereits wieder 31°. Schon nach 32 km kommen wir nach Endau. Hier tanken wir und kaufen Obst ein. Bei der Ausfahrt vom Ort sehen wir Alfred und Wolfgang mit ihren Mobilen ankommen. Sie haben ganz in der Nähe genächtigt.

Ab und zu erhaschen wir einen Blick auf das Meer. Bei einem Picknickplatz halten wir an  und sehen, dass alles zugemüllt ist. Wir verstehen die Menschen nicht, die inmitten dieses Müllplatzes, am Boden sitzen können und ihr Essen zu sich nehmen. Es ist unbeschreiblich.

Unsere Mittagspause machen wir dann schließlich um 11.45 Uhr nach 65 km am Beach. Hier haben wir einen Schattenbaum und genügend Parkplatz. Aber das Meer ist auch hier nicht einladend genug für ein Bad. So fahren wir bereits um 12.50 Uhr weiter. Wir sind immer noch auf der Straße nach Norden. Bei Pekan überqueren wir den breiten Fluss Pahang, der hier zum Meer strebt. Wir starten hier nochmals einen Versuch, einen Übernachtungsplatz zu bekommen. Der hier ansässige Golf-Club verspricht gute Aussichten. Nach 171 km und bei 33° kommen wir dort an und haben kein Glück. Die Clubanlage wird über Nacht geschlossen. Nun fahren wir auf der 82 den Fluss Pahang entlang nach Westen. Über viele Kilometer sehen wir keine Behausung. Mit 33° haben wir es auch schön warm. Bei der Ortschaft Batu Balik biegen wir nach Süden auf die 12 ab. Es ist bereits 16.30 Uhr. Eigentlich wollten wir um diese Zeit schon längst einen Übernachtungsplatz haben.

Um 18.15 Uhr kommen wir schließlich nach Muadzam Shah. Hier finden wir den Hinweis auf ein Motel. Das ist unser Ziel. Wir haben Glück und können beim Wawa-Inn stehen. Zum Duschen mieten wir ein Zimmer an und wir bekommen auch Strom. Was wollen wir mehr? Unser Auto hat heute die 100.000 km – Marke überschritten. Nach dem Essen und Duschen sitzen wir noch gerne draußen zusammen.

Mersing – Muadzam Shah         km   293               Gesamt:   20.932  km

 

 

Montag,   22. November 2010   146. Tag

 

Wir fahren auch heute um 9 Uhr ab. Wir haben beschlossen, heute nach Lendu zu unserem Abstellplatz zu fahren. Kurz vor Segamat, nach 73 km gehen wir ein letztes Mal einkaufen. Danach zweigen wir nach Westen auf die 1 ab. Bei Gemas an der 1 machen wir um 12 Uhr unsere letzte Mittagspause. Bereits um 14.15 Uhr kommen wir nach 167 km in Lendu bei unserem Stellplatz an.

Die Familie besitzt einen Laden, in dem sehr viel Süßigkeiten verkauft werden. Aber es gibt auch Wasser und andere Getränke. Am Nachmittag spielen Monika und ich mit 2 von den 4 Mädchen Tridom. Dies ist ein abgewandeltes Dominospiel, eben mit 3 Seiten zum Anlegen. Trotz anfänglichen Verständigungsproblemen lernen die Mädchen schnell das Spiel und bekommen von uns noch spielerisch Unterricht in Englisch. Der Abend verläuft ruhig und entspannt.

Muadzam Shah – Lendu           km 167            Gesamt:  21.099 km

 

 

Dienstag,  23. November 2010  147. Tag

 

So wie immer, stehen wir auch heute um 7.30 Uhr auf. Noch ist es draußen mit 24° ganz angenehm. Nach der üblichen Hausarbeit spielen Monika und ich mit den beiden jüngsten Töchtern der Familie nochmals Tridom.

Nach dem Mittagessen schauen wir nochmals in den verschiedenen Fächern nach unseren Mitbewohnern, den Ameisen. Irgendwo müssen sie sich doch versteckt haben, nachdem wir immer wieder einsame Wanderer feststellen und vernichten. Wir haben uns ein Sprühmittel besorgt, das wir nun auch anwenden. Wir hoffen, dass bei unserer Rückkehr keine Ameisen mehr bei uns wohnen.

Unseren Kaffee trinken wir im Schatten eines Baumes mit seltsamen Früchten. Sie schmecken ähnlich wie Apfel mit Zwiebelgeschmack. Um 17.00 Uhr fahren Anne und Manfred mit dem Taxi zum Flughafen von Kuala Lumpur. Ja, unser Häufchen wird immer kleiner. Aber in 2 ½ Monaten sehen wir uns ja wieder.

Wir bekommen Besuch von einem Nachbar, der uns einlädt sein Haus zu besichtigen. Zu Fuß gehen wir um unseren Stellplatz herum und betreten ein sehr schönes und modernes Haus. Es ist an den alten Teil angebaut, den er uns aber nicht zeigt. Vom geräumigen Wohnzimmer gehen etliche Durchgänge mit Vorhängen ab. Dahinter verbergen sich die Schlafzimmer, Küche und Sanitärräume. Auch auf der Terrasse steht eine Polstergarnitur zum Relaxen. Im Garten blühen wunderschöne Sträucher. Zurück am Womo stehe ich ganz schnell mal unter die Dusche. Jetzt haben wir ja nur noch die eigene Dusche im Mobil. Das Thermometer zeigt um 18.00 Uhr immer noch 30° an. 

 

 

Mittwoch,  24. November 2010   148. Tag

 

Gleich nach dem Frühstück packen wir unsere Taschen neu. Jetzt kommt ja nichts Wesentliches dazu. Es ist noch angenehm am Morgen mit 24°, aber die Luftfeuchtigkeit beträgt schon wieder 98%. Toni und Eberhard fahren mit unserem Gastgeber noch zur Bank, damit die Miete im Voraus bezahlt werden kann. Tom hat darauf bestanden, weil er und sein Freund Vermittlungsgebühr kassieren. Das freut uns gar nicht.

Mittags gibt es Restessen, anschließend putze ich den Kühlschrank aus, einschließlich dem Gefrierfach. Ein letztes Mal wird alles entsorgt, dann können wir uns umziehen. Es fällt mir schwer, schon Socken und Unterwäsche anzuziehen, denn das Thermometer zeigt uns 37°. Aber schon im Flieger werden wir die wärmeren Sachen brauchen können.

Bereits um 16.30 Uhr holt uns der Bruder unseres Gastgebers mit dem Taxi ab und bringt uns zum Flughafen von Kuala Lumpur. Das sind ca. 100 Kilometer, für die wir fast 2 Stunden benötigen. Um 18.15 Uhr sind wir dort und orientieren uns. Unser Gepäck werden wir erst um 20.30 Uhr los. Bis dahin haben wir viel Zeit. So genießen wir ein letztes Essen in fremden Landen. Der Flughafen ist sehr neu und großzügig gebaut.

Nach dem Einchecken, Zoll- und Passkontrolle haben wir wieder viel Zeit. Mit dem Bus werden wir zu einem anderen Gebäude gefahren. Dort schauen wir uns die Läden an und trinken Kaffee. Inmitten finden Monika und ich einen Urwald mit herrlich großen Pflanzen. Die Luft ist warm und feucht. Es ist dort schummrig, wie im richtigen Urwald.

Bereits um 23 Uhr dürfen wir an Bord der Maschine. Wir haben zwar Fensterplätze, aber der 3. Platz am Gang ist auch besetzt. So sind wir doch sehr eingeengt, zumal vor uns ein Pärchen sitzt, das gleich die Lehnen in Liegeposition bringt. Zum Glück gibt es noch ein Essen, bei dem man gerade sitzen muss. 

Schon während dem Flug stelle ich meine Uhr um 7 Stunden zurück. Morgens um 6 sind wir in Amsterdam. Dort steigen wir um in den Flieger nach Zürich, Abflug um 7 Uhr. Bald schon fliegen wir über den verschneiten Schwarzwald und landen um 8.30 Uhr in Zürich. Nach der Gepäckausgabe und Zoll, verabschieden wir uns von Monika und Toni. Dann geht es zum unterirdischen Bahnhof. Eberhard besorgt die Tickets für den Zug nach Romanshorn und die Fähre hin und zurück. Unser Zug fährt 9.10 Uhr nach Romanshorn, Ankunft dort schon um 10.15 Uhr. Der Weg zur Fähre ist kurz. Im warmen Gastraum erleben wir die Annäherung an das Nordufer des Sees. Jetzt kommen wirklich heimatliche Gefühle auf, als die Landschaft so vertraut vor uns liegt. Die Fähre biegt in den Hafen von Friedrichshafen ein, wir gehen von Bord und sehen als erstes bekanntes Gesicht unseren Freund Dieter vom Zoll. Die Begrüßung ist herzlich. Den Rest des Weges legen wir mit einem Taxi zurück. Um 11.30 Uhr sind wir glücklich zu Hause angekommen. Wir waren 26 Stunden unterwegs.

 

22.01.2011

In ein paar Tagen geht es wieder zurück nach Malaysia. Wir werden dann wieder berichten.

03.02.2011

Nun geht es wieder los. Wir sind auf dem Weg zum Flughafen

 

Sichunan - Chinesische Seidenstraße

 

Rückreise aus Südostasien (Malaysia, Thailand) über Laos, China, Kirgisien, Kasachstan, Russland, Ukraine und Polen vom 3. Februar 2011 bis 20. Juni 2011

Am Donnerstag, den  3. Februar

um die Mittagszeit starten wir mit der Fähre über den See nach Romanshorn. Mit der SSB geht es weiter bis zum Flughafen Zürich. Nach einer Stunde Bahnfahrt sind wir bereits um 14.38 Uhr am Flughafen. Wir warten noch nicht lange, da sehen wir schon Monika und Toni ankommen. Gemeinsam besorgen wir uns am Automaten die Bordkarte und somit die Berechtigung unser Gepäck abzugeben. Jetzt sind wir frei und können uns in Ruhe Zeit für einen Kaffee nehmen.

Die Handgepäckkontrolle ist heute etwas genauer. Alle elektronischen Teile müssen ausgepackt werden. Weiter geht es zur Abflughalle. Pünktlich um 17.30 Uhr hebt unser Flieger ab. Um 19.10 Uhr landen wir in Amsterdam. Wir haben einen sehr weiten Weg nun bis zur Abflughalle nach Kuala Lumpur  zurück zu legen. Hier stossen Anne und Manfred zu uns. Auch hier wird unser Handgepäck wieder sehr sorgfältig kontrolliert. 

Um 20.50 Uhr rollt unser Flieger zur Startbahn. Das Abendessen bekommen wir heute etwas spät und zwar um 22.30 Uhr. Danach wird es Zeit etwas zu schlafen. Um 3 Uhr in der Nacht wird uns Eis offeriert. Das ist schon etwas ungewöhnlich.

 

Freitag,  4. Februar 2011  2. Tag

Morgens um 7 Uhr gibt es ein warmes Frühstück. In Kuala Lumpur, unserem Zielort ist es nun schon 14.00 Uhr.

Pünktlich um 15.30 Uhr landen wir in Kuala Lumpur. Natürlich ist es hier schön warm. Nach der Passkontrolle und dem Gepäckabholen stehen wir da und suchen Tom. Er wollte uns abholen. Eberhard telefoniert kurz mit ihm und hört, er ist schon auf dem Weg.

16.50 Uhr fahren wir mit dem Kleinbus am Flughafen ab. Tom und sein Fahrer  bringen uns nach Lendu zu unseren Wohnmobilen. Wir sind überrascht, dass es bei unserer Ankunft um 18.30 Uhr immer noch hell ist. Manfred und Toni bringen die Autos auch gleich zum Laufen. Nur unser Auto will noch nicht. Nach einem Anruf in Deutschland verschieben wir weitere Versuche auf den nächsten Tag. Nach einem kleinen Imbiss (Nudelsuppe) sitzen wir vor den Mobilen zusammen und erfreuen uns am Sternenhimmel. Telefonisch melden wir uns noch zu Hause bevor wir schlafen gehen.

Am 3. Februar beginnt hier das Neue Jahr des Hasen. Das wird mit einem 4tägigen Fest begangen. Alle Geschäfte sind geschlossen, vor allem die Banken. Die Bevölkerung feiert mit Feuerwerk und Umzügen. Alle sind unterwegs.

Lendu /Malaysia

 

 

Samstag,   5. Februar 2011  3. Tag

 

Um 8 Uhr werden wir wach und stehen auf. Es ist noch angenehm kühl mit 22°. Nach dem Frühstück verschicke ich 13 Emails an unsere Freunde. Nach einigen Versuchen und vor allem mit Hilfe von Manfreds Starterspray läuft auch unser Motor wieder.

Schließlich starten wir um 10.35 Uhr, nach der Verabschiedungszeremonie, und fahren ca. 12  km nach Süden auf der 19 zum Supermarkt Tesco. Hier bekommen wir alles, was wir für den Start brauchen. Die Kühlschränke waren ja alle leer geräumt.

Ab hier geht es anschließend wieder nach Norden. Tampin auf unserem Wege ist eine hübsche Stadt. Das Stadtbild ist durch Bonsais in Kübeln und Töpfen neben der Straße sehr ansprechend gemacht. Die Straße Nr. 10 bringt uns weiter nach Norden bis Temerloh. Hier biegen wir auf die 2 ein. Sie führt uns nach Westen. Bei Lanchang nehmen wir die Abzweigung nach Norden zum Elefanten-Park. Es ist heute ganz schön warm geworden mit 33°. Auf einer kleinen Straße, Nr. 3685 fahren wir mal talwärts, mal einen Hügel hinauf bis am Ende der Park auftaucht. Wir dürfen auf dem Besucherparkplatz übernachten. Die Elefanten dürfen wir aber erst am nächsten Tag besuchen. So machen wir uns das Abendessen: Schweinesteak, grüne Bohnen und Kartoffeln. Gemeinsam schauen wir uns bei uns den 1. Teil unseres Amerikafilms an. Es wird 23 Uhr bis wir schlafen gehen.

Gefahrene km: 223                Gesamt:     223 km

Elefantenpark bei Lanchang

 

 

6. Februar 2011  4. Tag  (Sonntag)

 

Die Geräusche vom nahen Urwald sind herrlich. Die Vögel veranstalten schon zeitig ein grandioses Konzert in den hohen Bäumen. Um 8 Uhr stehen wir auf. Ab 10 Uhr ist das Office geöffnet. Dort sollen wir uns registrieren lassen und eine Spende machen. Der Rest ist kostenlos, also auch unsere Übernachtung. Wir schauen uns die Elefanten an. Allerdings findet am Vormittag keine Fütterung statt. Gebadet werden die Elefanten wohl auch erst am Nachmittag. Das dauert uns zu lange. So fahren wir nach eingehendem Besuch der Jungtiere und der älteren Tiere wieder vom Parkplatz. Es ist erst 11 Uhr. Nach 14 km biegen wir in Lanchang wieder auf die 2 ein, aber diesmal geht es nach Osten. Um 12 Uhr tanken wir bei Temerloh, fahren aber weiter bis 13.10 Uhr. Wir finden einen ruhigen Platz neben der Straße und machen eine längere Mittagspause. Manfred möchte unbedingt den Ölwechsel an seinem Auto machen. Um 15 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg auf der 2 nach Kuantan. Die Stadtdurchfahrt ist nicht ganz einfach und ohne Navi wären wir ganz schön aufgeschmissen. Wir wollen nach Norden und hinter der Stadt ans Meer. Uns wurde gesagt, in Balok wäre ein Campingplatz am Meer. Den suchen wir. Eberhard und ich fragen uns durch und werden tatsächlich fündig. Es heißt hier allerdings Pusat Rekeasi Air Balok. Wir stehen neben dem öffentlichen Picknickplatz mit Toilette. Allerdings wird das öffentliche Sanihaus am Abend geschlossen und das Duschen kostet jeweils 1 Ringit, 25 €Cent. Heute ist der letzte Feiertag, anlässlich des Neujahrfestes. Deshalb sind noch viele Feiergäste auf dem Picknick-Platz nebenan. Auch in der Dusche macht sich das bemerkbar. Wir sitzen vor den Mobilen und haben einen herrlichen Blick auf das Meer und den Strand. Die Wellen sind aber ziemlich hoch und stark. Schwimmen ist verboten.Um 22.30 Uhr ist die Temperatur noch 25°.

Gefahrene km:   190              Gesamt:             413 km

Lanchang – Balok

 

 

Montag,  7. Februar 2011  5. Tag

 

Aufstehen um 8 Uhr. Die Übernachtung wird für uns sehr günstig mit 7 Ringit = 1,75€ pro  Auto. Um 10.00 Uhr verlassen wir den Platz. Auf dem weiteren Weg nach Norden halten wir nochmals bei 2 Supermärkten, bekommen aber bei beiden kein Brot. Bei Kerteh suchen wir die Schildkröten-Station. Sie ist leider nicht mit dem Auto anfahrbar. Außerdem bietet sie nichts im Monat Februar. Die Schildkröten kommen erst viel später an Land um ihre Eier abzulegen. So machen wir erst mal Mittagspause am Meer. Die kühle Brise ist sehr angenehm. Der Versuch, die Gasflaschen aufzufüllen bei Petronas schlägt auch fehl. Auf dem weiteren Weg fahren wir über große Flüsse mit Mangrovenufern. Wir bleiben auf der 3, fahren durch Palmenalleen. Manchmal sind wir ganz nah am Meer und können durch die Bäume die Wellen sehen. Bei Marang fahren wir an einigen Resorts vorbei. In der Stadt selbst fühlen wir uns aber nicht wohl und fahren deshalb weiter. Vor Merang machen wir einen Versuch beim Surat Beach Resort und werden angenommen.  Gemeinsam nehmen wir 1 Zimmer für ca. 140 Ringit = 35 € und verabreden uns gleich zum Abendessen. Wir bekommen 1 Zimmer im 1. Stock mit Blick auf den herrlichen Pool. Das Meer ist leider zu aufgewühlt. Es weht die rote Fahne.

Auf 19 Uhr ist unser Essen bestellt. Wir haben 5 Portionen Fisch und 1 Portion Steak bestellt. Zusammen bekommen wir 3 große Fische, unterschiedlich gegart: 1 gedämpft mit Gemüsegarnitur, 1 x gegrillt mit Panade und Früchten wie Ananas und  Litschis, 1 x gegrillt mit Ananas und Gemüse. Zusätzlich haben wir Gemüse und Reis dazu. Das schaffen wir nicht alles. Es schmeckt aber wunderbar.

Wir bleiben noch vor den Mobilen sitzen und bewundern den Sternenhimmel. Es hat abgekühlt auf 23°. Um 22 Uhr gehen wir in die Mobile.

Gefahrene km:   237              Gesamt:   650 km

Balok – Merang (Surat Beach Resort)

 

 

Dienstag,  8. Februar 2011  6. Tag

 

Wir stehen wieder erst um 8 Uhr auf. Es sind nur 21° auf dem Thermometer. Wir haben sehr gut geschlafen. Heute gibt es einen Ruhetag.

Nach dem Frühstück im Hotel, räume ich einige der Schrankfächer neu ein,  damit wir mehr Platz bekommen. Das dauert bis 11 Uhr. Nun machen Eberhard und ich einen Abstecher zum Pool. Anschließend gibt es einen Imbiss. Zur Mittagsruhe begeben wir uns wieder zum Pool in den Schatten und lesen. Unseren Kaffee nehmen wir im Schatten vor den Wohnmobilen ein.

Am Abend verabreden wir uns wieder zum Essen im  Restaurant. Heute bestellen wir uns etwas kleinere Portionen vom Fisch und auch Steaks gibt es heute an unserem Tisch. Den letzten Abend an diesem Hotel verbringen wir wieder vor den Mobilen. Es kühlt in der Nacht wieder sehr schön ab. Die Außentemperatur beträgt nur noch 25°.

Surat Beach Resort, Merang

 

 

Mittwoch,  9. Februar 2011  7. Tag

 

22° zeigt das Thermometer morgens um 7.30 Uhr beim Aufstehen. Wir nehmen wieder im Hotel das Frühstück ein. Es gibt ja alles: Toastbrot, Butter, Marmelade, Käse, Kaffee, Tee, Cornflakes, Milch, Joghurt und Früchte. Relativ pünktlich fahren wir um 9 Uhr ab. Es geht weiter nordwärts. Auf etwas kleineren Straßen nähern wir uns der Grenze im Westen. Davor machen wir um 12.25 Uhr unsere Mittagspause. Wir sind 145 km gefahren.

Um 13.20 Uhr kommen wir zur Malaysischen Grenze. Die Abfertigung ist ganz einfach. Es werden nur die Pässe kontrolliert, dann dürfen wir weiter. Auf der Thailändischen Seite füllen wir das Immigrationspapier aus und dann wird der Pass gestempelt. Die Fahrer lassen noch die Fahrzeuge registrieren und schon sind wir durch. Die ganze Prozedur an 2 Grenzen dauert nur 1 Stunde.

Bei Narathiwat hätten wir gerne den Sommerpalast der Königs besichtigt. Aber das geht leider nicht. Er ist nicht zur Besichtigung freigegeben. In der Stadt finden wir Banken für den Geldumtausch in Bat. Nun trennen wir uns von den Ringit.

Was uns sehr verwundert, sind die vielen Militärposten an den Straßen. Oft sind sie mit Straßensperren oder zumindest mit Schikanen verbunden. Wir bleiben allerdings unbehelligt. Wir versuchen einen Übernachtungsplatz in Strandnähe zu bekommen. Leider finden wir kein Resort oder auch nur ein Hotel, obwohl in der Karte unzählige Strandnamen stehen, die als Badestrand gekennzeichnet sind. Vom Freistehen raten uns auch die Soldaten ab, es wäre zu unsicher. Diesem Urteil beugen wir uns und fahren bis Pattani. Aber auch hier wird es schwierig ein Hotel zu finden. Durch Fragen bekommen wir Begleitung zum Tempelplatz in der Stadt. Hier auf dem Parkplatz würden wir sicher stehen, wird uns bedeutet. Gerne nehmen wir diesen Rat an. Junge Leute spielen allerdings bis in die Dunkelheit Fußball. Mindestens 11 herrenlose Hunde streunen über den Platz. Lautstark verteidigen sie ihr Revier gegen Eindringlinge, nicht gegen uns.

Nach einem einfachen Abendessen  treffen wir uns vor den Womos. Der Tempel wird sehr schön von den Lampen angestrahlt. Die lange Fahrt hat uns heute müde gemacht und so gehen wir schon um 21.30 hinein. Die Hunde allerdings nehmen darauf keine Rücksicht. Wann immer ein Eindringling erscheint, wird er lautstark verbellt. Auch mitten in der Nacht. Trotzdem schlafen wir einigermaßen.

Gefahrene km:  329               Gesamt:   979 km

Merang – Pattani  (Tempel)

 

 

Donnerstag, 10. Februar 2011  8. Tag  

 

Die Nacht hat wieder kühlere Temperaturen gebracht. Am Morgen lese ich 24° ab. Gegenüber unserem Stellplatz befindet sich eine Schule. Zwangsläufig bedeutet das viel Verkehr, als wir um 9 Uhr unseren Platz verlassen. Schon nach 13 km biegen wir auf die 43 ein. Bei einer Tankstelle können wir unsere Vorräte ergänzen, bekommen aber nur Toastbrot, Joghurt und Wasser. Später erstehen wir am Straßenrand 2 Ananas für 100 Bat, das sind € 2,40. Davon probieren wir gleich und sie schmecken wunderbar süß und saftig. Unsere Mittagspause halten wir wieder an einer Tankstelle bei km 164 an der 4.

Bei der Einfahrt von Trang entdecken wir ein neues Einkaufszentrum. Dort verweilen wir, treffen einen Schweizer mit seiner Frau und Schwiegervater beim Kaffeetrinken. Es ist wieder gut warm geworden mit 36°.

Wir suchen das Hotel, an dem wir auf der Herreise schon gestanden haben. Dank unserem Navi mit dem Waypoint finden wir das Thumrin Thana Hotel in Trang ganz gut und kommen um 16.50 Uhr an. Wir nehmen 1 Zimmer zu einem guten Preis, 1500 Bat, das sind ungefähr € 36,60. Wir haben Strom und dürfen das Schwimmbad im 3. Stock benützen. Es gibt dort schöne Duschen und auch Handtücher zur Benützung sind inklusive. Eine deutschsprachige Familie tummelt sich schon im Bad.

Gemeinsam gehen wir am Abend ins Hotelrestaurant zum Essen. Die Speisekarte ist sehr reichhaltig und günstig. Nachdem ich keinen Internetzugang bekomme, setze ich mich zu den anderen vor die Womos. Das Gewitter, das am Nachmittag am Himmel stand, hat sich wieder verzogen.

Gefahrene km:   247              Gesamt:  1.230 km

 

 

Freitag, 11. Februar 2011    9. Tag

 

Morgentemperatur: 24°. Wir treffen uns wieder um 8 Uhr zum Frühstück im Hotel. Das Büfett ist ausreichend mit allem bestückt. Wir verlassen um 9.10 Uhr den großen Hotelpark-Platz und fahren durch die Stadt nach Nordwesten. In Krabi entdecken wir eine 12stöckige Pagode. Sie wird gerade renoviert, überall stehen noch Materialien herum. Auch die Überreste des Neujahrfestes sind noch zu sehen. Um die Pagode herum stehen kleinere Tempel mit weiteren Buddha Figuren. In einem Tempel entdecken wir einen Stuhl, der mit Nägeln auf den Armlehnen und auf dem Sitz gespickt ist. Eberhard probiert ihn aus. Ich setze mich da nicht drauf. Unsere Mittagspause halten wir im Schatten eines Tesco-Supermarktes. Dabei können die Getränkevorräte noch aufgestockt werden.

Weiterfahrt um 13 Uhr zum Nationalpark bei Tham Lot. Wir biegen von der Hauptstraße ab und fahren in Richtung Meer. Aber dort erwarten uns nur geschäftstüchtige Bootsführer. Ein einziges Hotel findet auch nicht unsere Zustimmung wegen fehlendem Stellplatz. Also wenden wir und suchen wo anders unser Glück. In der nächsten Ortschaft gibt es gar kein Hotel und nur wieder eine Bootsanlegestelle, die von vielen Bussen angefahren wird. Nun fahren wir 15 km zurück. Dort soll es ein Resort geben. Auch dieses ist eine Fehlanzeige. Nun bleibt uns nur noch Phangnga. Beim Touristbüro wird uns geholfen und wir bekommen einen Stellplatz beim Buddhistischen Tempel gleich am Ortsanfang, Ankunft 16.45 Uhr. Bevor wir die Stromkabel legen können, geht ein Gewitter nieder. Ein nahe gelegener Höhleneingang ist ein Anziehungspunkt für Touristen, die etwas Besonderes erleben wollen.

Wir bekommen Strom, haben Wasser und eine überdachte Sitzgelegenheit mit Lampen. Was wollen wir mehr? Heute kommt die Bordküche wieder zum Zug.

In der Stadt gibt es einen Nachtmarkt. Den schauen wir uns zu viert an. Es ist wie eine Zeltstadt mit vielen, vielen Ständen. Jeweils am Anfang und Ende der langen Zeltstraße gibt es Stände mit verschiedenen Spießen. Es sieht ja dermaßen lecker aus. Schade, dass wir schon gegessen haben. Auf der Straßenseite gibt es jede Menge Stände mit massiven Möbeln in schönem Holz. Auch Orchideen werden hier verkauft, vor allem welche, die in den Bäumen sitzen. Eberhard lässt sich hinreißen, eine Wurzel zu kaufen. Mal sehen was daraus wird. Nach 1 Stunde sind wir wieder zurück und setzen uns vor die Mobile, aber nur bis es wieder regnet. Schnell verziehen wir uns unter das Dach. Mit 26° und viel Feuchtigkeit geht der Abend zu Ende.

Gefahrene km:  247               Gesamt:   1.477 km

Trang – Phangnga

 

 

Samstag,  12. Februar 2011   10. Tag 

 

Bei Dunkelheit stehen wir um 7.15 Uhr auf und haben 23° und 98% Luftfeuchtigkeit. Im Morgenlicht mache ich schöne Aufnahmen von der Umgebung, dem Tempel und dem Höhleneingang. Ich habe Zeit, meine Wäsche in die Trommel zu legen, damit sie unterwegs gewaschen wird. Schließlich fahren wir um 9.30 Uhr ab, die Dame vom Touristbüro schaut noch bei uns vorbei. Mittlerweile haben wir schon wieder 27° Außentemperatur. Zunächst fahren wir auf einer kleineren Straße durchs Landesinnere, bis wir in der Nähe des Meeres wieder auf die 4 stoßen. Wir fahren an der berühmten Tsunamiküste entlang.

Schattenplätze für die Mittagspause sind kaum zu bekommen. So fahren wir schließlich einfach in eine Gummibaumplantage ein und halten zwischen den Bäumen. Mit 32° ist es ganz schön warm. Schließlich biegen wir wieder nach links zum Meer ab und suchen ein Resort wo wir stehen können. Wir sind unschlüssig wohin es geht und fahren an einer Abzweigung zunächst mal alleine geradeaus. Wir kommen an einer Moschee vorbei und sehen ein kleines muslimisches Dorf. Ganz am Ende, wir sehen schon das Blau des Meeres, entdecken wir ein Wohnmobil, das im Schatten eines Baumes steht. Das sehen wir uns näher an und werden auch schon entdeckt. Ein junger Mann kommt uns entgegen und spricht uns in gutem bayrischem Dialekt an, wo wir herkommen. Das Erstaunen ist auf beiden Seiten. Nachdem er ein Motorrad besitzt, verabreden wir uns für den Abend bei unserem Resort, das wir ja nun anfahren werden.

Zusammen mit unseren Freunden fahren wir nun das Andaman Beach Resort an. Es ist zum Glück keine Luxusherberge und der Preis ist angemessen. Wir stehen im Schatten, bekommen Strom, haben sehr schöne Toilettenanlagen mit Dusche zur Verfügung für 200 Bat = 5 €  pro Auto und Nacht. Unter den Bäumen entdecken wir eine Dusche mit Wasserhahn. Dort wasche ich sogleich meine Wäsche, damit noch viel trocknen kann. Ein Strandspaziergang zeigt uns an, dass gerade die Flut zurückkommt. Der Strand ist menschenleer.

Ein Deutscher mit Tochter auf dem Moped gibt uns die richtige Zeit. Das bedeutet, dass wir die Uhren 1 Stunde zurückstellen dürfen. Also ist es jetzt erst 16.00 Uhr. Wir haben 33 °.Plötzlich knattert ein Motorrad in die Anlage. Uns besucht unser Nachbar hinter dem Felsen mit seiner kleinen Tochter Gaia, knapp 2 Jahre alt. Wolfgang erzählt uns von seiner Frau Diana, ihrem Leben und ihren Touren. Es wird eine interessante Stunde, die wir gemeinsam mit Erzählen und Zuhören verbringen. Wir tauschen Email-Adressen aus und verabreden uns noch einmal für den nächsten Tag.

Gefahrene km:  224               Gesamt:  1.701 km

 

IMG_6596.jpg IMG_6604.jpg IMG_6630.jpg IMG_6635.jpg IMG_6639.jpg
 Im der Elefantenschule  Tischtennis Malaysia  Übernachtungsstandort  einsamer Strand  Übernachtungsort beim Tempel
IMG_6649.jpg IMG_6681.jpg IMG_6695.jpg IMG_6705.jpg IMG_6707.jpg
 Straßenverkauf  Geisterhäuschen  Buddafigur Thailand  Urwaldstraße Thailand  Übernachtung im Tempelhof
IMG_6713.jpg IMG_6698.jpg IMG_6725.jpg IMG_6729.jpg IMG_6761.jpg
   auf dem Nagelstuhl  Nachtmarkt  Leckereien????  Gummibaumplantage
IMG_6769.jpg IMG_6815.jpg IMG_6856.jpg IMG_6881.jpg IMG_6833.jpg
 Standort  Wolfgang, Diana u. Gaia  Standort  Wo bleiben sie denn?  

 

Sonntag, 13. Februar 2011  11. Tag

 

Gut ausgeschlafen stehen wir 7.15 Uhr auf bei 25/26° 65 %. Es wird sonnig heute. Nach dem Frühstück nehme ich die trockene Wäsche ab, wasche die dunklen Sachen und bügle einige Teile. Eberhard schaut nach der Markise und wäscht wieder einen Teil des Autos. So ab 10 Uhr mache ich mich über mein Tagebuch her. Heute ist schließlich ein Tag zur freien Verfügung. Um die Mittagszeit haben wir 35°.

Nach der Mittagsruhe machen wir beide einen kleinen Spaziergang zu den  Häusern, die in der Nähe des Resorts stehen. Etliche der Häuser sind neu erbaut. Die alten sind dem Tsunami zum Opfer gefallen. Von einigen Häusern sieht man noch die Grundrisse. Im Schatten ruhen sich die Frauen und Kinder aus. Heute ist wohl allgemeiner Ruhetag.

Am Spätnachmittag wagen wir uns ins Meer. Die Wellen sind ganz ordentlich, das Wasser fast unangenehm warm. Monika stößt zu uns und erzählt, die Familie Schwarzmeier wäre eingetroffen. Das ist für uns natürlich ein Grund die Baderei abzubrechen. Gemeinsam schauen wir uns im Internet Bilder von den verschiedenen Reisen auf dem Laptop an, das Wolfgang vorsorglich mitgebracht hat. Nun lernen wir seine Frau Diana persönlich kennen. Natürlich ist auch Gaia wieder mit dabei.

Gemeinsam essen wir heute im Restaurant Fisch. Familie Schwarzmeier ist auch mit dabei. Hin und her gehen die Erzählungen und Erfahrungen, es findet ein reger Austausch statt. Schade, die Familie fährt weiter in den Süden, während wir nach Norden müssen. Erst um 21 Uhr fahren Wolfgang und Diana mit Gaia nach „Hause“. Abendliche Temperatur: 27

Andaman-Resort

 

 

Montag, 14. Februar 2011   12. Tag

 

6.20 Uhr aufstehen bei 25° und 60 % Luftfeuchtigkeit.

Abfahrt um 8 Uhr. 10 km haben wir nun auf kleiner Straße zu fahren. Dieses Gebiet war 2004 vom Tsunami betroffen. 3 x überqueren wir Meeresarme und haben eine Vorstellung davon, wie die haushohen Wellen hier durch gerast sind. Weiterfahrt auf der 4 nach Nordost. Ab Nok Pak Bang geht es streng nach Osten und ab Chumpton wieder nach Norden. Thailand rückt hier ganz schmal zu einem Streifen zusammen. Die engste Stelle ist bei Wang Duan. Dort ist die Grenze zu Myanmar greifbar nah. Unterwegs haben wir wieder 2 Stauden Bananen gekauft. Es sind die ganz Kleinen, aber sie schmecken hervorragend.

Um 16.00 Uhr kommen wir in Hua Hin beim Hotel Baan Talay Dao an. Das Navi und die Erinnerung haben uns vorzüglich geführt, sodass wir das Hotel, in dem wir Ende Oktober im letzten Jahr waren, ganz einfach gefunden haben. Es ist ein kleines, heimeliges Resort mit Pool und Meerzugang. Auf dem Parkplatz werden gerade Baumarbeiten durchgeführt. So fahren wir erst noch zum Einkaufscenter und kommen um 18 Uhr zurück. Jetzt ist unser Stellplatz frei. Spontan beschließen wir, hier noch einmal einen Tag zur freien Verfügung einzulegen. Nach der Erfrischung im Pool gehen wir heute ins Restaurant zum Essen. Es gibt Spaghetti Bolognese und Reis in Ananas. Wir sind sehr zufrieden.

Gefahrene km:   439              Gesamt:   2.140 km

Andaman-Resort – Hua Hin, Hotel Baan Talay Dao

 

 

Dienstag,   15. Februar 2011  13. Tag

 

Heute haben wir einen freien Tag. Wir stehen trotzdem zeitig auf, Temperatur 25°.  Deshalb habe ich Zeit für allgemeine Arbeiten. Anschließend gehen wir im Pool baden. Nach der Mittagspause fahren wir zusammen mit Monika und Toni im Tuk zum Einkaufscenter von Hua Hin. Wir bummeln durch die verschiedenen Boutiken, trinken Kaffee mit Kuchen und fahren um 16 Uhr wieder zurück mit dem Tuk. Im Pool kühlen wir uns ab und dann ist die heimische Küche wieder gefragt. Heute gibt es Hähnchenschlegel, Reis und Salat.

Hua Hin, Hotel Baan Talay Dao

 

 

Mittwoch,  16. Februar 2011   14. Tag

 

Wir stehen 6.30 Uhr auf. Die Temperatur beträgt 23°. Um 8 Uhr verlassen wir den Hotelparkplatz in Hua Hin. Die Straße Nr. 4 bringt uns nach Norden. Wir kommen recht gut voran und biegen um kurz vor 11 Uhr nach 168 km auf die 321 ab. Mittlerweile haben wir schon wieder 31,5°. Bei U-Thong, nach 244 km machen wir Mittagspause. Hier gibt es fast nur noch Reisfelder, es ist topfeben. Unsere Reise geht weiter auf der 340 und dann auf die 1. Beim Golfplatz von Nakon Sawan erkundigen wir uns nach einem guten Hotel für uns und fahren darauf hin zum „Grand Hill“ Hotel in Nakon Sawan. Dort kommen wir um 16 Uhr an, bekommen Strom und können uns auch gleich im Pool abkühlen. Sogar Internet-Zugang haben wir hier auf dem Platz vor dem Hotel. Wir gehen essen im Hotel, sind aber nicht so recht zufrieden.

Gefahrene km:   432              Gesamt: 2572

Hua Hin – Nakon Sawan

 

 

Donnerstag,  17. Februar 2011   15. Tag

 

Es wird sehr früh laut an der Straße. Deshalb stehen wir gerne um 6.45 Uhr auf. Temperatur: 24°. 

Um 9.00 Uhr ist Abfahrt. Wir fahren in Richtung Kamphaeng Phet, nach NW. Nach 119 km, bereits um 11 Uhr fahren wir das Thung Setthi Fort in Kamphaeng Phet an. Hier sieht man noch die Überreste eines alten Forts. Leider ist es nicht begehbar, das Tor ist abgeschlossen. Als nächstes suchen wir die alte Stadt. Hier parken wir unter Bäumen und schauen die Überreste der Tempelanlagen, Statuen und Opferaltäre an. Die Anlage stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die Steine sehen aus, als wären sie aus Vulkangestein, so porös erscheinen sie uns.

Danach fahren wir weiter bis Tak. Hier suchen wir in der Stadt am Fluss nach einem Hotel. Es hat aber keinen schattigen Parkplatz, also weiter. Das nächste Hotel hat auch keinen schattigen Platz und außerdem keinen Pool. Jetzt geht unsere Fahrt hinaus aus der Stadt zum Andaman Resort. Dort gibt es Schatten. Wir sind gerettet. Wir genießen unseren kalten Nescafe und machen einen kleinen Spaziergang über das Gelände des Resorts. Hier gibt es einige Bungalows, ganz schnuckelig an einem kleinen See gelegen. Wie immer sitzen wir vor den Mobilen und schauen uns den Vollmond an. Heute bleibt es lange warm im Mobil. Draußen geht ein angenehmer Wind.

Gefahrene km:   201              Gesamt:   2.774 km

Nakon Sawan – Tak, Andaman Resort

 

 

Freitag,  18. Februar 2011  16. Tag

 

Um 6.30 Uhr aufstehen bei 22°. Pünktlich um 8 Uhr fahren wir ab, tanken in Tak nach 5 km und Weiterfahrt auf der 1. In Thoen biegen wir ab auf die 106. Jetzt geht es ins Gebirge bis auf 600 m, dann fahren wir wieder abwärts. Großblättrige Bäume verlieren die Blätter. Einige Arten sind schon lange ganz kahl. In der Ortschaft Li machen wir einen kleinen Einkaufsstopp. Wir fahren weiter auf der 1103 und machen in der Nähe des Doi Thao Lake unsere Mittagspause von 12.30 bis 13.15 Uhr. Hier gibt es ein Restaurant und Picknickplätze. Nach dem Müll und der übrig gebliebenen Dekoration zu schließen, muss hier ein Fest stattgefunden haben. Unsere Fahrt geht weiter auf der 1103. An der 108 in  tanken wir nochmals und finden einen Tesco-Supermarkt. Bereits um 15.30 Uhr, nach 285 km fahren wir in den Doi Inthanon National Park ein. Es kostet uns pro Person 200 Bat, das Auto 100 Bat. Plötzlich setzt Regen ein. Das haben wir ja nun nicht erwartet. Um 16.45 Uhr kommen wir, nach dem Besuch des Headquarters, auf dem Campingplatz an. Für die Übernachtung haben wir nochmals 60 Bat bezahlt. Die Temperaturen sind gefallen, wir haben gerade noch 18°. Aber wir sind ja auch auf einer Höhe von 1300 m. Trotz leichtem Regen machen wir einen Spaziergang über den Platz im Wald und treffen eine Thailänderin, die uns auf Deutsch anspricht. Sie hilft uns ein Auto zu organisieren für den nächsten Tag. Wir möchten gerne auf den Gipfel des höchsten Berges gelangen. Mit unseren Mobilen wird uns das verwehrt.

Die junge Frau hat 8 Jahre in Bonn mit ihren Eltern gelebt. Ihre Mutter ist Thailänderin, der Vater Deutscher. Sie selbst lebt in Bangkok und ist mit Freunden für das Wochenende mit dem Pkw angereist. Die jungen Leute zelten.

Gefahrene km:   310              Gesamt:   3084 km

Tak – Doi Inthanon National Park

 

 

Samstag, 19. Februar 2011  16. Tag

 

 7.15 Uhr aufstehen bei 12,5°. Die Sonne kommt schon langsam durch die Bäume. Wir haben viel Zeit uns vorzubereiten. Das Auto holt uns um 10 Uhr ab. Pünktlich steigen wir in und auf den Pritschenwagen. Die Anfahrt ist teilweise sehr steil und bei dem vielen Wochenendverkehr muss unser Fahrer öfter anhalten. Nach ca. 20 Minuten Fahrzeit entlässt er uns auf dem obersten Parkplatz. Zu Fuß wandern wir mit all den anderen Besuchern an einer Statue vorbei. Dort legen viele der Thais Blumen nieder. Schon auf dem Weg haben wir blühende Rhododendronbüsche gesehen. Hier oben gibt es auch noch welche in rot und weiß. Wir sind hier an der höchsten Stelle von Thailand mit 2.565 m. Vergebens suchen wir einen Aussichtspunkt, der uns einen Blick in die Täler ermöglicht. Nach dieser Enttäuschung finden wir aber einen Wanderweg, der uns abwärts durch eine sehr ursprüngliche und baumreiche Region führt. Hier können wir Vögel beobachten, die vorwiegend sich bei den Rhododendronbüschen aufhalten. Es sind kleine flinke Vögel, die immer nur kurz an den Blüten sitzen oder die Stämme herauf und hinunter klettern. Für den Weg brauchen wir ¾ Stunde. Anschließend gabelt uns unser Fahrer wieder auf und wir begeben uns auf den Rückweg. Auf halbem Wege machen wir noch einen kurzen Fotostop mit Blick auf die umgebenden Täler. Um 12.50 Uhr sind wir wieder bei den Mobilen und halten eine kurze Mittagspause. Es ist hier immer noch angenehm kühl mit 25° im Schatten und im Mobil.

Um 13.15 Uhr fahren wir ab und begeben uns auf den Rückweg. Wir fahren auf dem gleichen Wege zurück, kommen wieder durch Chom Thong Hot und biegen dort auf die 108 nach Westen ab. Die Straße führt uns mal auf 1100 m Höhe, dann wieder an einem flachen, aber breiten Fluss entlang. Die Strecke ist wildromantisch.

Um 17.10 Uhr kommen wir nach 2 vergeblichen Versuchen in Mae Sariang beim Garden-Resort an. Der Parkplatz ist groß und wir bekommen Strom. Neben dem Parkplatz befindet sich ein Bohnenfeld. Die Buschbohnen werden hier viel höher als bei uns. Nach dem Abendessen machen wir mit Monika und Toni noch einen kleinen Bummel auf der Hauptstraße. Der Abend klingt vor den Mobilen aus. Der Vollmond steigt herauf in all seiner Pracht. Wir sind sehr zufrieden mit uns und der Welt.

Gefahrene km:   167 km                    Gesamt:  3.251 km

Doi Inthanon Nat. Park – Mae Sariang

 

 

Sonntag, 20. Februar 2011  17. Tag

 

7.15 Uhr aufstehen bei 19°. Bei der Ausfahrt aus der Stadt halten wir gleich noch einmal an einem imposanten Gebäude an. Die untere Halle ist offen. Hier steht ein großer Tisch mit einem Stapel Prospekten über Hotels in der Stadt. Es sieht so aus als wäre dies die Touristeninformation der Stadt. Im Obergeschoß, von außen zugänglich, sieht es so aus als wäre es auch gleichzeitig ein Museum. Hier werden die Schuhe beim Betreten ausgezogen. Es ist ein typisches Thai-Haus aus dunklem Holz mit den spitzen Giebeln, mit silbernen Beschlägen verziert.

Unsere Fahrt geht sehr kurvenreich weiter auf der 108 in Richtung Norden. Die Wälder hier sind schon teilweise kahl. Es ist Trockenzeit in Thailand und die Blätter von vielen Bäumen fallen, besonders die ganz großen, mit denen auch Hüttendächer gedeckt werden. Die Region ist bekannt für seine Berge und engen Täler. Hier wurde früher Opium angebaut. Heute wird hier Gemüse kultiviert. Ganze Lastwagenladungen mit Kohl fahren an uns vorbei.

Neben unserem Mittagsrastplatz finden wir Drahtkäfige mit Hähnen, die für den Kampf abgerichtet werden. Ein Besitzer kommt mit seinem verletzten Hahn bei uns vorbei. Er kommt gerade vom Hahnenkampf. Uns tut das Tier leid.

An einer exponierten Stelle haben wir einen schönen Blick in ein angebautes Tal. Wir sind schon kurz vor Mae Hong Son. Nach wenigen Km sind wir in der Stadt und suchen uns mit Hilfe des Reiseführers und dem Navi nach einem geeigneten Standort für die Nacht. Erst beim 3. Anlauf finden wir ein schönes Hotel mit Schatten und Pool. Außerdem stehen wir zentral. Es ist erst 16.00 Uhr und wir lassen uns im Pool abkühlen. Danach  gehen wir bummeln, fotografieren und entdecken dabei, dass gerade der Nachtmarkt aufgebaut wird. Was gibt es da nicht alles zu sehen und zu kaufen: Taschen; Täschchen, Marionetten, Postkarten und, und und. Ein hell erleuchteter Tempel zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Mönche sind gerade beim Abendgebet. Es ist schon stockdunkel als wir den Heimweg antreten und feststellen, dass wir einen riesigen Umweg machen müssen um zum Hotel zu kommen.  Manfred und Toni erwarten uns schon sehnsüchtig und vor allem hungrig. Wir wollen gemeinsam im Hotel zum Essen gehen. Wir sind zwar die einzigen Gäste im Restaurant, aber das Essen und die Bedienung lassen nicht zu wünschen übrig. Es geht uns gut. Um den Tag ausklingen zu lassen, sitzen wir noch vor den Mobilen. Die Temperaturen sind hier ganz moderat mit 25°.

Gefahrene km:   167              Gesamt:  3.418 km

Mae Sariang – Mae Hong Son, Mountain Inn

 

 

Montag,  21. Februar 2011  19. Tag

 

Nachdem es schon zeitig laut geworden ist um unsere Mobile, stehen wir um 7.45 Uhr auf. Es ist echt noch frisch mit 16/20°. Der Vormittag gehört uns für private Aktivitäten wie Bankbesuch oder Internetcafebesuch.

Um 13.00 Uhr werden wir mit dem Bus abgeholt zu einem Ausflug. Nach 10 Minuten Fahrzeit steigen wir aus dem Bus. Wir sind am Fluss angekommen. Hier warten 3 Elefanten auf uns. Es ist zunächst ein ungewöhnliches Gefühl auf dem Sitz, hoch über dem Kopf des Elefanten Platz zu nehmen. Wir schwanken auf und nieder, vor allem wenn es abwärts geht. Ein ganz schmaler Pfad führt uns zum Fluss hinunter und durch das Wasser auf die andere Seite. Hier steigt der Elefant wieder die steile Uferböschung hinauf. Nun geht es durchs Grasland und durch Gebüsch. Die Sonne brennt ganz schön heiß. Wir sind froh, als ein paar hohe Bäume in Sicht kommen, die Schatten spenden.  Der Rückweg führt wieder am Fluss entlang und letztendlich wieder darüber. Am Ausgangspunkt angelangt steigen wir an einem speziellen Gerüst wieder ab. Es war eine sehr eindrückliche Stunde, die wir erlebt haben.

Nun wechseln wir zu einem Langboot. Die Flussströmung und der Motor bringen uns zu einem Bergdorf. Dort leben Frauen, die von Kind an viele Metallringe um den Hals tragen, der somit immer länger wird. Sie tragen bis zu 2,5 kg Metallringe am Hals. Diese Metallringe sollen sie vor einem Tigerangriff schützen. Nach 20 Minuten landen wir an und beginnen das Dorf zu erkunden. Es sind Flüchtlingsfamilien aus Burma. Die Grenze ist nur ca. 4 km entfernt. Sie bekommen etwas Unterstützung von der Flüchtlingshilfe, das reicht aber nicht. So treiben sie ein wenig Handel, um das Einkommen aufzubessern. Einige der Frauen besitzen kleine Handweb-Geräte, mit denen sie wunderschöne Schals herstellen. Es gibt Stoffe zu kaufen, Messer, Postkarten mit den abgebildeten Frauen und viele Souvenirartikel, die es anderswo auch zu kaufen gibt.

In einer der Hütten können wir sehen, wie die großen Blätter aufgefädelt werden und anschließend gepresst werden. So kann man sie  zur Dachdeckung verwenden. Das Dorf am Hang besitzt eine eigene Schule mit 3 Klassenräumen. Außerdem leben in dem Dorf Frauen, die große Ringe im Ohr tragen. Dadurch wird das Loch im Ohrläppchen immer größer. Sie nennen sich die Langohr-Frauen. Das Christentum hat in diesem Ort Einzug gehalten. Es gibt eine kleine Holzkirche. Bevor wir wieder zurückfahren, tätigen wir noch einige Einkäufe. Pünktlich um 17 Uhr sind wir wieder am Hotel, stürzen uns in den Pool. Am Pool sitzen Touristen aus Überlingen, die eine Rundreise vorhaben. Wir unterhalten uns lange.

Schließlich müssen wir uns beeilen, damit wir zum Essen gehen können. Um 19 Uhr kommen wir zum „Fern-Restaurant“. Zufrieden gehen wir nochmals über den Nachtmarkt. Wir sitzen gerne noch vor den Mobilen und lassen den Abend ausklingen. Es hat abgekühlt auf 21°. Mit diesen Temperaturen können wir gut schlafen.

Mae Hong Son, Hotel Mountain Inn.

 

 

Dienstag,  22. Februar 2011  20. Tag

 

Am Morgen ist es kühl mit 16°. Wir stehen aber auch schon 6.30 Uhr auf. Die Abfahrt ist auf 8 Uhr festgelegt. Es erwarten uns ca. 250 km kurvige Straße nach Chiang Mai. Wir verlassen Mae Hong Son in nördlicher Richtung auf der 1095. Wir befinden uns schon nach kurzer Zeit im Gebirge.  Auf 1.440 m Höhe machen wir eine längere Pause. Hier stehen auch viele andere Touristen, unter anderem Franzosen, die total begeistert sind von unserem Unternehmen. Hier ist es schon sehr viel wärmer mit 23,5°.

Um 12.15 Uhr finden wir einen guten Platz bei einem kleinen Restaurant für die Mittagspause. Hier kommen Engländer auf uns zu. Im weiteren Gespräch stellt sich heraus, dass der junge Mann unseren Freund, Sepp Sauerborn, in Chiang May als besten Mechaniker für Motorräder kennt. Er firmiert dort aber als Joe. Wir bekommen einen Stadtplan geschenkt.

Weiter geht unsere Fahrt, immer tiefer und wärmer. Um 15.30 Uhr kommen wir beim Tesco an. Hier sind es 34°. Vor 17 Uhr bekommen wir leider kein Bier, trotzdem stocken wir unsere Vorräte auf und suchen uns anschließend ein Hotel. Gleich beim 1. Versuch an der Stadtmauer von Chiang Mai haben wir Glück. Das Hotel Miami nimmt uns auf. Allerdings geht der Parkplatz zur Straße hin und ist sehr laut. Nach dem Genuss eines kalten Getränks, machen wir uns auf den Weg die Wäsche weg zu bringen. Gleich 30 m weiter ist eine Wäscherei. Während ich koche, telefoniert Eberhard mit Joe. Wir treffen uns am Abend in einer Biker-Kneipe schräg gegenüber, nur getrennt durch den Kanal.

20 Uhr Treffen mit Sepp Sauerborn im Biker Lokal. Wir haben uns eine Menge zu erzählen. Schließlich treffen wir uns nur alle paar Jahre für kurze Zeit. Schließlich brechen wir auf, wir beide zu Fuß und Sepp mit dem Motorrad und treffen uns bei uns am Mobil. Dort setzen wir uns in die Runde und setzen unsere Gespräche fort. Es wird spät heute.

Gefahren km:   239                Gesamt: 3.697 km

Mae Hong Son – Chiang Mai

 

IMG_6886.jpg IMG_6907.jpg IMG_6949.jpg IMG_6951.jpg IMG_6960.jpg
 Marktstand  Tempel  Mönch  Camping im Nationalpark  Urwald
IMG_6973.jpg IMG_7004.jpg IMG_7014.jpg IMG_7024.jpg IMG_7042.jpg
   Thailands Berge      Dorf
IMG_7049.jpg IMG_7060.jpg IMG_7076.jpg IMG_7106.jpg IMG_7114.jpg
   Hahnenkampf  Standort  Nachtmarkt  Elefantenritt
IMG_7155.jpg IMG_7178.jpg IMG_7183.jpg IMG_7201.jpg IMG_7244.jpg
 Elefantenritt  Langhalsfrau  Dorf der Langhalsfrauen  Langohrfrau  mit Joe Sauerborn

 

Mittwoch,  23. Februar 2011  21. Tag

 

Bei einer Temperatur von 19° stehen wir um 7.30 Uhr auf. Gleich nach dem Frühstück fährt Eberhard mit Toni zu einer Werkstatt, um die neue Ersatzradhalterung unter das Auto montieren zu lassen. Schon nach 1 Stunde sind sie wieder zurück. Kaum bin ich am Computer und Tagebuch, kommt Joe vorbei. Er muss dringend wegfahren um das Motorrad eines verunglückten Bikers zu holen, wir sollen gleich zur Werkstatt kommen um seine Frau Wun kennen zu lernen und seine Motorradwerkstatt zu besichtigen. Wir brechen auf und fahren mit einem Tuk-Tuk zu seiner Werkstatt. Wun ist sehr zurückhaltend, schüchtern. Joe hat eine ordentliche Werkstatt und auch recht viel zu tun. Zu Fuß machen wir uns dann wieder auf den Rückweg. Dabei begegnen wir Monika und Toni mit ihren Bekannten, die zu Besuch gekommen sind.  Nach einem Imbiss machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. In verschiedenen Läden finden wir ganz interessante Postkarten, sehr individuell angefertigt. Wir finden ein Hotel, das ganz versteckt hinter einer Bambusallee liegt. Dort genehmigen wir uns einen Drink. Die Ruhe ist sehr erholsam. Dann geht es weiter auf der Hauptstraße. Wir sind auf der Suche nach einem sehr alten, restaurierten Tempel. Er ist wie eine Pyramide angelegt. Auf jeder Seite führen Treppen nach oben, fast bis zur Spitze. In einer Nische sitzt jeweils ein goldener Buddha. Unten wird die Treppe jeweils von der Schlange Naga bewacht. In einer daneben stehenden Halle befindet sich ein liegender Buddha. Er hat ein vergoldetes Netzhemd an.

Eigentlich suchen wir noch handwerkliche Geschäfte mit Stoff- und Papierprodukten. Aber auf dieser Ecke werden wir nicht fündig. Wir genehmigen uns noch einmal ein Getränk im Schatten, nehmen dann ein Tuk-Tuk für den Heimweg. Es braucht immerhin 10 Minuten für den Rückweg.

Nach 17 Uhr holen wir die Wäsche ab. Über 7 kg für 140 Bat = € 3,50. Das ist kaum glaubhaft, zumal ca. 1 kg davon noch gebügelt wurde. Zum Kochen ist es noch zu warm, so stellen wir uns erst mal unter Dusche. Inzwischen sucht Monika ihren Toni, fährt dann aber mit den Frauen weiter zu einem Restaurant und laden uns ein mit Toni nach zu kommen.

Als Toni kommt und geduscht hat, fahren wir zusammen mit ihm zu diesem Restaurant weit außerhalb der Stadt. Alleine für die Fahrt im halsbrecherischen Tempo braucht das Tuk-Tuk schon 20 Minuten. Dafür liegt das Restaurant inmitten von Blumen an einem See. Es wird ein sehr schöner, schweizerischer Abend. Christine, die Freundin von Monika hat für den Heimweg ein größeres Tuk bestellt. Bis zu 10 Personen können damit befördert werden. Die Schweizer Frauen fahren gleich weiter und wir sitzen noch vor den Mobilen.

Chiang Mai, Hotel Miami

 

 

Donnerstag,  24. Februar 2011  22. Tag

 

19° haben wir beim Aufstehen um 7 Uhr. Das sind noch angenehme Temperaturen. Wir fahren heute weiter, aber erst um 9 Uhr, sonst kommen wir direkt in den morgendlichen Berufsverkehr. Unsere Route führt uns am Kanal entlang, dann biegen wir in die Chiang Moi Road ein. In der 3. Nebenstraße von hier wohnt unser Freund Sepp. Wir fahren geradeaus, bis zur Umgehung auf der 11. Hier biegen wir nach Süden ab. 67 km geht es auf der 11 bis zum Elephant Conservation Center. Das Eintrittsticket kostet pro Person 80 Bat =  2 €. Dafür werden wir mit dem Bus zur Elefantenshow gefahren, können die Babystation besichtigen und das Krankenhaus der Elefanten. Die Elefantenshow dauert knapp 40 Minuten und ist sehr interessant, zu sehen was Elefanten leisten können. Auf Anweisung der Mahuts rollen sie Baumstämme, nehmen sie mit dem Rüssel hoch und stapeln sie oder schubsen sie mit ihren Füßen einfach weiter. Sie können sich verbeugen, auf Kommando einfache Instrumente betätigen und mit einem Pinsel Farbe auf Papier bringen. Trotzdem ist dies keine Zirkusshow. Bei den Jungelefanten steht nur 1 Mutter mit Kind da. Die beiden werden umlagert und von allen Seiten bestaunt. In der Krankenstation stehen einige ausgewachsene Elefanten mit schlimmen Verletzungen. 1 Elefant hat einen deformierten Fuß. Auch Infektionskrankheiten können hier behandelt werden. Es sind etliche Tafeln angebracht, mit welchen Problemen die Elefanten zu kämpfen haben. 2 Stunden vergehen im Nu und wir machen an unseren Mobilen gleich die Mittagspause. Um 13.15 Uhr fahren wir schließlich weiter bei 35,5°.

Ganz überraschend taucht am Straßenrand eine Tempelanlage mit großem, liegenden Buddha auf. Bis wir zum Halten kommen, startet auf dem Parkplatz ein großer Bus mit Neckermann Touristen. Sicher haben sie die Tempelanlage eingehend besichtigt. Uns genügt aber der Anblick des liegenden Buddha. Wir haben ja schon so viele Tempel gesehen, von außen und von innen.

Mit Hilfe des Navi suchen wir bei Uttaradit ein Hotel, bei dem wir stehen können. So kommen wir um 16.35 Uhr, nach 233 km zum Hotel Araya. Wir stehen hinter dem Hotel und haben einen schnellen Zugang zum Zimmer im Parterre. Wir genehmigen uns ein Erfrischungsgetränk, dann gehe ich an die Töpfe. Heute gibt es Blumenkohl, Nudeln mit Hähnchengeschnetzeltem. Die abendliche Dusche ist einfach ein Genuss an solch heißen Tagen. Wir sitzen vor den Mobilen bis 21.30 Uhr. Die Hitze macht schnell müde.

Gefahren km:   233                Gesamt:  3.890 km

Chiang May – Uttaradit

 

 

Freitag,  25. Februar 2011  23. Tag

 

Um 8.30 Uhr verlassen wir den Hinterhof des Hotels Araya bei Uttaradit. Es ist schon wieder sehr warm mit 27°. Für eine kurze Pause finden wir einen schönen schattigen Platz unter Bäumen. Leider wird an solchen Picknickplätzen gleich wieder der Müll den Hang hinunter entsorgt. Das ist einfach schade. Dunkle Wolken am Himmel verheißen uns ein Gewitter. Die Straßen sind hier ganz ordentlich, eigentlich fast immer 4spurig. Wir kommen ganz gut voran. Für einen Mittagsrastplatz brauchen wir  etwas länger. Um 12.30 Uhr, bereits nach der Abzweigung auf die 12 werden wir fündig. Das Thermometer ist inzwischen auf 36° geklettert. Die Konturen der Berge sind kaum zu erkennen, so diesig kommt es uns vor. Bei der Weiterfahrt erreichen uns tatsächlich ein paar Regentropfen. Aber es war nicht ernst gemeint. Chum Phae ist unser Tagesziel. Bei der Einfahrt finden wir aber kein Hotel mit großem Parkplatz. So biegen wir schließlich auf die 228 nach Norden in Richtung Udon Thani ab. Dort liegt das Hotel Grand Royal. Hier kommen wir um 15.30 Uhr nach 329 km an. Wir haben Glück und ergattern Schattenplätze, bekommen ein Zimmer und natürlich Strom. Es gibt leider keinen Pool, aber dafür einen Garten mit 2 Pavillons. Einige hängende Orchideen verschönern das Ambiente drumherum.

Gefahrene km:   329                          Gesamt:  4.219 km

Uttaradit – Chum Phae, Hotel Grand Royal

 

 

Samstag,  26. Februar 2011  24. Tag

 

Wir stehen um 7 Uhr auf, Temperatur schon 25,8 °.  Abfahrt um 9 Uhr. Um mit der Kreditkarte bezahlen zu können, fahren wir zurück  nach Chum Phae zum Tanken. Bei der Weiterfahrt bekommen wir einen Anruf  von Alfred. Er berichtet uns, dass Wolfgang im Krankenhaus liegt und massive Probleme hat. Die Straßen sind gut und so kommen wir schon um 12.30 Uhr in Udon Thani beim Hotel Prajaktra an. Schon wieder haben wir 33° im Schatten.

Der Chef des Hotels lädt uns zum Lunch ins Hotel ein. Es gibt Büfett und es ist hervorragend. Die Elektriker des Hotels bauen für jedes Mobil eine extra Zuleitung. Dafür dauert es bis in den Nachmittag hinein. Mit Monika sitze ich in der Hotellobby um zu lesen. Hier ist es angenehm kühl.

Eberhard wollte Alfred anrufen, hat aber nicht bedacht, dass Alfred eine thailändische Simkarte hat. Schließlich bekommt er eine E-Mail von Alfred mit der richtigen Tel.-Nr. Nun gehen die Nachrichten hin und her, schließlich auch zu Perestroika und zurück. Es ist schließlich der Ernstfall eingetreten. Wolfgang wird nicht mit uns zurückfahren können. Es wird noch die Frage diskutiert, ab Eberhard mit einem Mietauto nach Nakhon Ratchasima (Khorat) fährt um nach dem Rechten zu sehen. Alfred kümmert sich mit seinen Möglichkeiten und somit erübrigt sich die Fahrt schließlich.

Gefahrene km:  163 km     Gesamt:  4.382 km

Chum Phae – Udon Thani, Hotel Prajaktra

 

 

Sonntag,  27. Februar 2011  25. Tag

 

Schon um 6.30 Uhr bin ich wach. Um 7 Uhr stehen wir auf, Temperaturen 24°. Plötzlich großes Aufgebot vom Hotel. Wir bekommen Tee, Brötchen, Butter und Marmelade vom Hotelchef persönlich gebracht. Nun, dann ist eben ein 2. Frühstück angesagt. Gemütlich sitzen wir unter einem Schattendach für die Mopeds. Ein großer Teil davon ist für uns freigemacht wordenn.

Erst um 13 Uhr machen wir heute Lunch und anschließend lesen wir im Schatten. Kurz nachdem Alfred eingetroffen ist, gehen wir gemeinsam ins Hotel zum Essen. Alle sind begierig aus 1. Hand zu erfahren, was mit Wolfgang passiert ist und warum er im Krankenhaus liegt. Es sieht nicht gut aus. Das abendliche Dinner gibt es im 4. Stock unter freiem Himmel.  Der Blick reicht hinüber bis zu einem öffentlichen Park.

Udon Thani, Hotel Prajaktra

 

 

Montag,  28. Februar 2011   1. Tag m. Perestroika   (26. )

 

Um 7 Uhr stehen wir auf bei 25°. Schon um 8.30 Uhr kommt unser Führer für die nächsten Tage in Thailand an. Er nennt sich Win. Nach einer kurzen Besprechung mit Eberhard sind wir wieder allein und fegen unser Wohnmobil aus. Nun können wir uns beide den Computerarbeiten widmen.

Um 12 Uhr sind wir  mit der Gruppe zum Lunch im Hotel mit Win von Buffalo Tours verabredet. Mittags gibt es immer Büfett.

Um 13.30 Uhr fahren wir mit 2 Minibussen nach Ban Chang. Hier gibt es archäologische Funde, 1966 von einem Amerikaner entdeckt. Nach Grabungen in den Jahren 1967-72 kamen hier wahre Schätze ans Tageslicht: Skelette, Tongefäße mit kunstvoller Verzierung, Waffen, Kupferglocken, Keramik, Glasperlen, Jade und Türkise. Diese Schätze sollen 7 – 9.000 Jahre alt sein. Aus diesem Grund wurde Ban Chiang 1992 zum Weltkulturerbe ernannt. Das Museum ist heute am Montag leider geschlossen. Aber die Ausgrabungsstelle können wir besichtigen. Daneben befindet sich ein kleiner Tempel. Dort erklärt uns Win ein paar Besonderheiten des buddhistischen Glaubens.  Jeder junge Mensch sollte in seinem Leben einmal als Mönch gelebt haben und wenn es nur 4 Wochen sind. Die Mönche dürfen nur 2 x am Tag essen. Er bekommt Frühstück und Mittagessen. Am Abend darf er nur trinken, Wasser, Tee oder Kaffee. Früh am Morgen, etwa um 5 Uhr kommen die Mönche zum Gebet zusammen. Nach dem Gebet gehen die Mönche mit der Essensschale und erbetteln sich ihr Essen. Der Mönch kann nicht wählen was er haben möchte. Jeder Tempel hat ein Gebäude in dem gebetet wird, man nennt es Bot.

Um die Tempel herum gibt es einige Chedi für die Urnen der Verstorbenen. Das ist ein freistehendes, meist rundes, sich verjüngendes Gebäude mit einem Turm. Es sind kleine Kunstwerke. Manchmal wird die Urne auch in die Wand eingelassen mit Namen und Daten des Verstorbenen. Viermal im Monat ist Buddha Tag. Das richtet sich nach dem Mond. An diesem Tag finden Zeremonien im Tempel statt. Oft werden Buddha Statuen gestiftet als Dank dafür, dass Gebete erhört wurden, z. B. für Gesundheit oder andere Wünsche. Bei Zeremonien zu Hause, z. B. wenn ein Kind in die Gemeinschaft aufgenommen wird spielt die Zahl der geladenen Gäste oder Mönche eine wichtige Rolle. Immer ist es eine ungerade Zahl.  Wasser und Strom kosten nichts, wenn man im gesteckten Rahmen bleibt. Wer mehr verbraucht, wird aber zur Kasse gebeten. Das ist eine sehr gerechte Sache.

Wir besuchen noch den Stadtturm von Udon Thani. Es ist ein kleiner Tempel, in dem auch gebetet wird und vor allem beherbergt er eine Säule, die den Mittelpunkt der Stadt bezeichnet.  Von hier werden alle Km-Angaben berechnet. Außerdem gehört ein riesiger Festplatz dazu und ein Tempel, der sehr farbenfroh gestaltet ist. Ihn umgeben die Figuren der Jahreszyklen, z. B. Hase, Hahn, Pferd, Schwein, Tiger, usw.

Um 17.45 Uhr kommen wir vollbeladen an den Womos an. Inzwischen ist Maria-Elena und ihre Freundin Beatrice angekommen.

Heute gibt es um 19.00 Uhr im 4. Stock des Hotels das Empfangsdinner. Die Gruppe ist nun komplett und Eberhard heißt alle herzlich willkommen. Win hat ein exzellentes Menü zustammen gestellt. Am Womo sind es um 21.30 Uhr immer noch 29°. Da fällt das Schlafen schwer.

Udon Thani.

 

 

Dienstag,   1. März 2011   2. Tag  (27.)

 

Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker und holt mich aus dem Tiefschlaf. Wir haben 24°.

Unsere Abfahrt mit dem Bus verzögert sich um 15 Minuten, weil unsere Männer schnell noch die Gasflaschen ausbauen sollen. Unsere Führer wollen sie unterwegs füllen lassen. So fahren wir um 8.15 Uhr ab und zwar nach Norden auf der 2. In Nong Rai biegen wir nach NW auf die 2021 ab.  Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit kommen wir zum Phu Prabat Historical Park. Hier gibt es Fels-und Steinformationen mit prähistorischen Wohnhöhlen, Felsmalereien und Buddha Figuren. Wir sind hier 1 ½ Stunden unterwegs, um uns alles anzuschauen. Es ist staubtrocken hier. Die Teakholzbäume verlieren auch alle ihre Blätter.

Um 11 Uhr setzen wir unsere Fahrt fort und zwar schon nach wenigen Kilometern fahren wir den Mekong entlang. Er markiert die Grenze zu Laos. Jetzt hat er gerade wenig Wasser. Auf der thailändischen Seite sehen wir viele Tabakfelder. Auf Gestellen werden die geernteten Blätter getrocknet. Unter der Friedensbrücke, die über den Mekong nach Laos führt, fahren wir durch. Auf der anderen Seite kommen wir zur Stadt Nong Kai. Die Busse bringen uns zu einem Restaurant mit Blick auf den Mekong. Hier bekommen wir allerlei Thai-Leckerbissen zum Verkosten. Verschiedene Arten von Frühlingsrollen werden uns serviert.  Vom vielen Probieren sind wir gut satt. Anschließend bummeln wir über den Indochina-Markt. Hier gibt es Stoffe, Bekleidung, Holzspielsachen, Schläger gegen Mücken, Elektroartikel und, und. Ein Blick über den Mekong bis zur Friedensbrücke im Mittagsdunst ist schließlich ein Muss. Es ist wieder einmal sehr heiß und wir gehen gerne in den Schatten zurück.

Um 14 Uhr treffen wir uns zur Fahrt zum Wat Kaew Gu, dem Buddha-Garten schlechthin. Es ist ein Skulpturenpark mit bis zu 20 m hohen Betonstatuen aus der hinduistisch beeinflussten Mythologie. Die Buddha Statuen kommen aus verschiedenen Ländern wie China, Burma, Indien und Thailand. Das haben wir bestimmt nicht erwartet, als es geheißen hat, wir besuchen einen Tempel.

Um 15 Uhr treten wir bei 37° die Heimfahrt an. Auf dem Rückweg versuchen unsere Fahrer bei verschiedenen Tankstellen Gas zu bekommen. Erst bei der 3. Anlaufstelle, einer Gasabfüllstation haben wir Glück und bekommen die Gasflaschen gefüllt und das noch billig. So sind wir um 16.30 Uhr zurück an den Mobilen bei 37/35,8°.

Um 19 Uhr werden wir mit den Minibussen zum Essen abgeholt. Wir fahren auf die andere Seite des Sees und sitzen dort in einem schönen Restaurant. Wieder hat Win alles organisiert. Die verschiedenen Gänge schmecken hervorragend. Es gibt Suppe mit Kokosmilch, Curry mit Gemüse im frittierten Körbchen, Ente mit Gemüse, Reis, Spargel und anderes Gemüse und gegrillten Fisch. Zum Abschluss gibt es verschiedene Früchte mit Curryzucker. Es ist eine excellente Zusammenstellung und wir sind sehr zufrieden.

Udon Thani, Hotel Prajaktra

 

 

Mittwoch,  2. März 2011  3. Tag (28.)

 

Heute stehen wir um 6.45 Uhr auf bei 23° auf. Es gilt wieder alles zu verstauen. Um 9.00 Uhr fahren wir ab zur Grenze nach Laos. Zunächst wird aber noch getankt und nach 17 km das Abwasser entsorgt. Es geht auf der 2 nach Norden. Um 10.20 nach 53 km kommen wir zur thailändischen Grenze. Die Abwicklung dauert 1 Stunde. Dann verlässt uns Win mit seinem Fahrer. Über den Mekong führt die Friendship-Brücke, sie kostet 100 Bat Maut. Nach 2 km sind wir an der laotischen Grenze. Mr. Hang erwartet uns und hilft bei der Abwicklung. Trotzdem dauert die ganze Prozedur 3 Stunden. Die Fahrzeugpapiere dauern sehr lange, die Beamten sind in der Mittagspause und haben anschließend eine Versammlung. Wir Frauen spielen derweil Tridom und locken dadurch neugierige Zuschauer an. 2 Backpacker sprechen mich an, sie sind aus Ravensburg und Umgebung.

Um 14.35 Uhr fahren wir endlich weiter nach Vientane zu unserem Hotel. Schon um 15.20 Uhr sind wir vor Ort. Beim Nakhonesak Hotel stehen wir vor dem Schwimmbad.Es dauert ein wenig bis alle Strom haben, aber dann stürzen wir uns in die Fluten. Die sanitären Anlagen lassen zu wünschen übrig, sie sind wohl laotisch.

Gefahrene km: 79                  Gesamt:   4.461 km

Udon Thani/Thailand – Vientane/Laos, Hotel Nakhonesak

 

 

Donnerstag,  3. März 2011  4. Tag (29.)

 

Aufstehen um 7.30 Uhr bei 24°. Es wird auch heute wieder heiß, bereits um 8.45 Uhr haben wir eine Temperatur von 31°. Um 9 Uhr holt uns ein Minibus zur Besichtigung ab. Schon bei der Fahrt fällt uns ein Haus auf, vor dem viele Gäste und Mönche bewirtet werden. Mr. Hang erklärt uns, daß hier jemand verstorben ist und nun die Armen 3 Tage Essen als Almosen bekommen. Das gilt auch für Mönche.

In einiger Entfernung sehen wir das Parlamentsgebäude von Laos. Das Denkmal für den unbekannten Soldaten, an dem wir vorbeikommen, hat hier die Form eines Stupas.

Wir kommen zum Nationalheiligtum von Laos. Östlich des Siegestores ragt die Silhouette des That Luang in den Himmel. Missionare des indischen Kaisers Ashoka, die im 3. Jh. V. Chr. hier weilten, sollen nach der Überlieferung für einen Knochensplitter von Buddha einen Reliquienschrein errichtet haben. Die Kultstätte wurde später von den Khmer-Herrschern übernommen und im buddhistischen Stil weiter ausgebaut. Der heilige Stupa des That Luang wurde 1566 nach siamesischen Vorbildern der Sukothai-Epoche errichtet. Berichten europäischer Reisender aus dem 17. Jh. zufolge war die Oberfläche des Baus damals mit 500 kg Blattgold bedeckt. 1873 wurde dieses Bauwerk von chinesischen Banditen zerstört. 1930 wurde der Stupa von einer französischen Schule wieder originalgetreu rekonstruiert. Die 45 m hohe Stufenpyramide besteht aus drei kleiner werdenden, durch Treppen miteinander verbunden quadratischen Terrassen. Die Umlaufende Galerie wird an jeder Seite von einem Tor durchbrochen. Diese vier Tore bildeten einst die Verbindung zu den vier benachbarten Tempelklöstern. Nur 2 dieser Klöster haben die Zeitenläufe überstanden. Im Wat That Luang Thai residiert heute der oberste Patriarch des laotischen Mönchsordens. Es gibt 227 Gebote von Buddha, die von den Mönchen eingehalten werden sollen. (DuMont: Laos S. 157)

 Der Bus bringt uns in die Innenstadt zum Wat Si Saket, die einzige Tempelanlage von Vientane, die alle Turbulenzen der Vergangenheit unbeschadet überstand und sich als eines der wenigen Exemplare der laotischen Baukunst früherer Jahrhunderte präsentiert. Der Sim und der Wandelgang, der den Tempelkomplex umgibt, bergen eine einzigartige Sammlung von Buddha-Statuen verschiedener Stilrichtungen und Epochen, gefertigt aus Holz und Stein, Silber, Bronze oder Ton.

Schräg gegenüber steht hinter schmucken Toren der Präsidentenpalast. Zwischendurch machen wir einen Abstecher zur Markthalle. Wirklich gute Souvenirs sind aber hier teurer als in Thailand. Wir kommen zum Blickfang am Ende der Avenue Lane Xang, dem Patu Xay, das 1962 begonnene Tor des Sieges, ein dem Pariser  Vorbild nachempfundener Triumpf bogen, verziert mit Elefantenköpfen und pagodenartigen Türmchen. Der Rundblick hoch oben von der Aussichtsplattform über Vientane ist großartig. Von hier oben haben wir auch einen sehr schönen Blick auf das Rathaus von Vientane. Schließlich kommen wir um 13 Uhr zurück zu unseren Mobilen, machen unsere Mittagspause und gehen anschließend schwimmen.

Im Hotel bekommen wir kein Abendessen, also fahren wir mit 2 Tuk-Tuks in die Innenstadt zum Kua Lao, einem Restaurant der gehobenen Klasse. Das Menü beinhaltet 8 verschiedene Speisen mit Dip, Früchte und Kaffee oder Tee. Alle Gänge werden gleichzeitig auf einem Tablett serviert, wunderschön in Schalen angerichtet, der Reis in einem geflochtenen Körbchen.

Hotel Nakhonesak, Vientane / Laos

 

 

Freitag,  4. März 2011    5. Tag (30.)

 

Am Morgen ist es sehr laut, 3 Busse lassen die Kühlung 2 Stunden vorlaufen. Endlich um 8.30 Uhr fahren sie ab. Wir haben heute einen freien Tag. Um 10 Uhr nehmen wir ein Tuk-Tuk in die Innenstadt bis zum Nam Phou. Dies ist ein zentraler Platz mit Springbrunnen und vielen kleinen Lokalen. Von hier ist es nicht weit bis zum Mekong.  AmUfer entlang stehen einige der Tempelanlagen mit Kloster, Wat Xieng Ngeun, Ho Kang undWat Chan. Weiter in der Innenstadt kommen wir am Wat Ongtü und Wat Hay Sok vorbei. Von der Nationalen Kulturhalle machen wir uns ein paar Aufnahmen. Es ist ein sehr imposantes Gebäude. Im Plan entdecken wir eine  evangelische Kirche. Vor Ort stehen wir allerdings vor verschlossenen Toren und es gibt auch keine Klingel, damit wir uns bemerkbar machen könnten. Das ist schade, eine evangelische Kirche hätten wir uns schon gerne angeschaut. Nun leisten wir uns einfach in der Skandinavischen Bäckerei eine Tasse Kaffee. Hier gibt es auch gutes Brot zu kaufen. Die Moschee in der Nähe gibt nicht viel her als Fotomotiv. Sie ist viel zu eingezwängt. Außerdem wird dort gerade das Freitagsgebet abgehalten. Als Letztes schauen wir uns That Dam an. Der schwarze Stupa gehörte ursprünglich zu einer vermutlich in der Frühzeit errichteten Tempelanlage. Dem Volksglauben zufolge ist der Stupa das Domizil einer mächtigen Naga-Schlange, die über das Wohl von Vientane und seiner Einwohner wacht. Ein Tuk-Tuk bringt uns zurück zum Mobil. Der  Nachmittag gehört der Erholung.

Hotel Nakhonesak, Vientane / Laos

 

 

Samstag,  5. März 2011   6. Tag  (31.)

 

Heute fahren wir weiter nach Lua Prabang. Abfahrt ist um 8 Uhr. Zunächst benutzen wir Nebenstraßen, dann biegen wir nach 17 km auf die N 13 nach Norden ab. Der Straßenbelag ist ziemlich schlecht. Schlaglöcher wechseln sich mit Bodenwellen ab. Für 73 km benötigen wir 2 Stunden, wir sind in Phonhong. Der 1. Pass den wir hochfahren hat nur 290 m, es folgen aber im Laufe des Tages noch weitere, höhere Pässe.

Nach 157 km kommen wir in Vang Viang um 11.45 Uhr an. Hier auf dem ehemaligen Flugplatz der Amerikaner an der Stadt, machen wir unsere Mittagspause.  Auf der anderen Seite der Stadt beginnen die Kalkkegel. Es ist eine faszinierende Landschaft, ähnlich wie in Guilin/China. Unzählige Höhlen gibt es in diesem Gewirr von Bergen.

Unsere Fahrt geht weiter auf schlechter Straße. Hinter Kasi kommen wir auf 1369 m hoch. Fast ganz oben, auf 1350 m, sehen wir einen Aussichtsplatz mit Restaurant. (km 250-55) Die Sicht ist allerdings heute mäßig, es ist sehr diesig. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt nur 40 km/h. Die Straße windet sich von einem Pass zum Anderen. Dazwischen liegen Straßendörfer, die nur aus Strohmatten-Hütten bestehen. Unzählige Kinder springen hier herum. An den öffentlichen Brunnen ist heute Duschtag. Die Kinder werden im Freien abgeschrubbt und selbst die Frauen stehen, nur in ein Tuch gehüllt, unter dem Wasserhahn. Die Wäsche hängt überall schon auf den Zäunen. Der nächste Pass kommt bei km 269 mit einer Höhe von 1268 m. Nun bleiben wir auf einer Höhe von 1230 bis 1260 m. Wider Erwarten ist es hier oben immer noch ganz schön warm mit 31,5°.

Rings um uns her sind sanfte Hügel, die meistens gerodet sind. Hier werden Bananen angebaut. Auf geraden Flächen gibt es auch Gemüsegärten. Insgesamt scheint es uns hier oben grüner zu sein als im Flachland. Auf 1300 m Höhe halten wir bei km 308 in einem Dorf, in dem wir einige Binsenhütten besuchen. Hier leben Mongolen, die vor ca. 300 Jahren hier eingewandert sind und seitdem hier leben. An den Gesichtern ist es deutlich zu sehen, daß ihr Ursprung die Mongolei ist.

Die Naturreligion, der sie angehören, erlaubt den Männern 2 Frauen zu besitzen. Infolgedessen gibt es hier unzählige Kinder. Wir haben hier oben eine Tagestemperatur von 24 ° . Die Dächer der Häuser sind tief herunter gezogen, damit die Tageswärme in den Häusern auch bei Nacht bleibt.

Bevor wir endgültig ins Tal kommen haben wir einen weiteren Pass mit 1030 m Höhe zu bezwingen. Die Kurven des heutigen Tages nehmen kein Ende. Die Sonne geht glutrot hinter den Hügeln unter und wir haben immer noch einige km zu fahren. Schnell wird es dunkel. Zum Glück haben die Mopeds Licht an. Es gilt nur auf die Fußgänger zu achten. Um 19.20 Uhr kommen wir nach 384 km in Luang Prabang beim Hotel Sokphankam an.

Gefahrene km:   384              Gesamt:   4.845 km

Vientane – Luang Prabang

 

 

Sonntag,  6. März 2011   7. Tag  (32.)

 

Bereits um 6.30 Uhr stehen wir auf. Außentemperatur mit 22°. Um 9 Uhr kommt der Minibus mit Hang, unserem Führer. Wir fahren zur Bootsanlegestelle am Mekong und steigen auf ein Langboot um. Das Boot bringt uns flussaufwärts zu einer Höhle mit Buddha-Figuren. Wir sind 1 ¾ Stunden unterwegs und kommen um 11.15 Uhr dort an. Einige steile Stufen führen zur Höhle hinauf, in der verschieden große Buddha-Figuren zu bewundern sind. Die zweite Höhle liegt sehr viel höher und auf der anderen Seite des Berges. Nachdem auch dort nur Buddhas zu bewundern sind, verzichten wir auf den anstrengenden Aufstieg, zumal die Höhle nur mit Taschenlampe zu betreten ist.

Unser Boot bringt uns auf die andere Seite des Mekong. Hier ankert ein Restaurant-Schiff. Es gibt ausgezeichneten Fisch zum Mittagstisch. Auf der Rückfahrt hält unser Schiff noch einmal an. Hohe Lehmstufen führen hinauf ins Dorf. Dort gibt es Schnaps zu verkosten und zu kaufen. In einigen Flaschen sind Kobras im Reiswein konserviert. Viel Handwerkliches gibt es außerdem zu besichtigen und zu kaufen. Die Frauen haben teilweise noch ihre Webstühle in Betrieb, allerdings sind viele der Schals und Rockstoffe Handelsware. Etwas spät landen wir in Luang Prabang. Zum Frischmachen oder Duschen bleibt für uns alle nur 1 Stunde Zeit.

Bereits um 16.45 Uhr geht es weiter und zwar zum Wat Chom Si. Zunächst gehen wir durch eine schmale Gasse hinauf zum Wat Pa Khae.  Hier ist der Beginn der Treppe von der Nord-Seite. Vorbei an einer Kapelle mit dem Fußabdruck Buddhas und einem Liegenden Buddha, erreichen wir schließlich  den Bergtempel Wat Chom Si. Hier oben erwarten wir den Sonnen-Untergang. Glutrot geht die Sonne hinter den im Dunst liegenden Bergen unter. Den Abstieg bewältigen wir über die 328 Stufen. Anschließend bummeln wir über den Nachtmarkt. Es ist unglaublich bei wie vielen Ständen die gleichen Artikel angeboten werden. Wir erstehen eine wunderschöne Holzschale. Gemeinsam geht die Gruppe um 19 Uhr zum Restaurant „Lamache“ am Mekong. Mr. Hang hat das Menü vorzüglich ausgesucht und wir sind alle sehr zufrieden. Der Minibus bringt uns wieder zurück.

Luang Prabang, Hotel Sokphankam

 

 

Montag,   7. März 2011   8. Tag  (33.)

 

Um 9 Uhr starten wir mit dem Minibus zur Besichtigung. Zunächst kommen wir zum Nationalmuseum. Gleich nach dem Eingang besichtigen wir die Pagode, die noch nicht vollendet ist. Die Buddha-Statue ist noch im Museum untergebracht. Viel Prunk, vor allem Gold ist an diesem Tempel zu bewundern. Das heutige Nationalmuseum war früher der Königspalast. König Sisavang Vong, der vorletzte laotische Monarch, ließ den Goldenen Palast zwischen 1904 und 1909 erbauen. Wir gehen durch die ehemals königlichen Gemächer sowie den ganz in Rot und Gold gehaltenen Thronsaal. Den prunkvollen Thron der eigens für die Krönungszeremonien gefertigt wurde, hat Sisavang Vatthana nie bestiegen. Zwar trat er nach dem Tode seines Vaters, Sisavang Vong dessen Nachfolge an, Hofastrologen aber hatten bis zu seiner erzwungenen Abdankung 1975 keinen spirituell günstigen Termin für die offiziellen Thronfeierlichkeiten ausmachen können. Seit dieser Zeit ist der Königspalast Nationalmuseum.

Die Wände des königlichen Empfangsaals schmücken Malereien, die der Franzose  Alix de Fauteraux 1930 schuf. Dargestellt sind markante Ansichten und Bauwerke von Luang Prabang, sowie Szenen aus dem Alltagsleben der Stadt. Im hinteren Teil des Palasttrakt befinden sich die Privaträume der königlichen Familie. Das einfache Mobiliar deutet auf  eine einfache Lebensführung des laotischen Monarchen hin. Leider darf nicht fotografiert oder gefilmt werden.

Der Minibus bringt uns zum Wat Sene. Wundervolle vergoldete Reliefschnitzereien an den Giebeln zeichnen den Tempel als architektonisches Schmuckstück des laotischen Nordens aus. Reiches Golddekor weisen auch die beiden 27 m langen Pirogen (Langboote) für die alljährlichen Wettrennen auf dem Nam Khan auf.

Zu Fuß erkunden wir weitere Wats auf dem Weg vom Wat Pak Khan  zum Wat Xieng Thon am Mekong.  Der Wat Pak Khan wurde im Jahre 1737 errichtet an einem wichtigen Handelsplatz, nahe der Mündung des Nam Khan in den Mekong. Der Wat Xieng Thon (Goldener Stadttempel), wurde bereits 1560 errichtet. Die Wandgemälde in der Pagode dienten der moralisch-religiösen Unterweisung der meist des Lesens unkundigen Bevölkerung. (Du Mont S. 189)

Der Nachmittag ist zur freien Verfügung. Nach dem Besuch von einigen Geschäften lassen wir uns von einem Tuk-Tuk zurück fahren.

Um 18 Uhr fahren wir wieder zurück in die Stadt. Der Nachtmarkt beginnt. Meine Schals bekomme ich anscheinend nirgend so günstig wie in dem Geschäft am Nationalmuseum. Dorthin lenken wir unsere Schritte. Der Verkäufer erkennt uns sofort wieder und weiß, was wir ausgesucht haben. Unsere Postkarten werden wir auch noch los bei einem Briefkasten an der Hauptstraße. Nun können wir uns mit dem Rest der Truppe treffen zum Abendessen.

Luang Prabang

 

 

Dienstag,  8. März 2011   9. Tag  (34.)

 

6.30 Uhr aufstehen, 23°. Abfahrt ist um 8 Uhr.  Nach 7 km tanken wir alle voll und fahren ab hier einzeln weiter. Die N 13 geht über Dörfer, ist aber noch einigermaßen gut zu fahren. Vereinzelt treten Schlaglöcher auf und bescheren uns einen Schnitt von 40 km/h. In der Ortschaft Pak Mong treffen wir uns. Hier verzweigt sich die Straße. Nun nach 111 km bekommen wir unterbrochene Teerstraße. Immer wieder gibt es große Stücke, die ohne Teerbelag sind und wir über Holpersteine fahren dürfen. Außerdem geht es in Kehren aufwärts. Der Schnitt sinkt rapide auf 30 km/h.

In 1300 m Höhe nach 139 km, auf dem Pass halten wir an für die Mittagspause. Gegenüber unserem Parkplatz ist der Dorfmarkt. Hier werden Gemüse, Geflügel und frisch zubereitete Speisen angeboten. Die Temperatur ist hier fast schon kühl mit 24,5°.

Weiterfahrt um 13.15 Uhr. Nun geht es meistens bergab. In der Tiefe erwarten uns wieder 27°. Immer wieder stellen wir fest, daß es einfach schade ist, daß wir Trockenzeit haben. Dadurch sind die Wälder fast kahl, weil es viele Teakholzbäume und aufgeforstete Gummi-Baumwälder sind, die jetzt ihr Laub verlieren. Um 15.35 Uhr kommen wir nach Oudomsay und Herr Hang und Fahrer suchen erst mal das Hotel. Dieses erweist sich dann aber als ungeeignet, weil die Einfahrtshöhe für uns zu niedrig und die Abfahrt zum Parkplatz zu steil angelegt ist. Nun ist guter Rat teuer, die Führung und Eberhard suchen ein anderes Hotel. Wir bleiben an der 13 und finden ein Stück weiter ein Hotel ohne Namen mit großem Parkplatz. Das Zimmer ist gewöhnungsbedürftig.

Wir sitzen vor den Mobilen und wundern uns über die leeren Lkws, die von China kommen. Es stellt sich heraus, daß sie Baumwurzeln von Teakholzbäumen abholen für die Ausstattung von Hotels, Casinos und für den Möbelbau in China. Es ist sicher ganz wertvolles Holz, das hier abtransportiert wird.Mit 23° ist es hier doch ganz angenehm kühl geworden. Nun können wir ohne Ventilator schlafen.

Gefahrene km:     192                        Gesamt:   5.037 km

Luang Prabang – Oudomsay

 

 

Mittwoch,   9. März 2011  10. Tag  (35.)

 

Auch am Morgen sind die Temperaturen noch angenehm mit 18°.  Die Strecke ist heute nicht so lang, wir fahren erst um 9 Uhr ab.

Schon am Ortsende beginnt eine Baustelle mit Engpass, die uns Zeit kostet. Ein Lkw hat große Steine abgeladen und die liegen teilweise im Weg. Nach der Beseitigung bleibt trotzdem nur eine schmale Fahrspur für beide Richtungen. Es ist nicht ganz leicht, mit unseren breiten Mobilen hier durchzukommen. Dann haben wir 16 km Rüttelpiste, außerdem führt die Straße in vielen Kehren bergauf bis auf 820 m. Nach 16 km bekommen wir Teerstraße, die aber immer mal wieder unterbrochen ist, weil der Teerbelag weggebrochen ist. Unser Durchschnitt ist auf unter 30 km/h gesunken.

Um 10.30 Uhr, bei km 29 besichtigen wir ein Dorf der Mong und Khmer, die hier einträchtig beieinander wohnen. Die Mong haben ihre Häuser fest auf der Erde verankert, die Khmer bauen ihre Hütten auf Pfählen. Eigentlich wollten wir bei der Dorf-Schule Farbstifte verschenken, aber Herr Hang ignoriert unseren Wunsch. So fahren wir denn weiter.

Schließlich im Tal kommen wir nach 77 km zur Abzweigung nach Namtayan. Es ist schon 12.25 Uhr, so machen wir hier unsere Mittagspause. Nun ist die Straße auf einmal wieder viel besser. Vielleicht fahren hier nicht so viele Lkws durch. Auch wenn es auf der Höhe angenehm kühl ist, so haben wir in der Ebene doch gleich wieder 33°.

Nach weiteren 37 km sind wir schon in Luang Namtha. Wir kommen zu einem ganz kleinen Hotel und dementsprechend ist auch der Hof zum Parken. Wir stehen aber alle ganz gut. Ein riesiges Dach überspannt mehrere Tische mit Stühlen. So haben wir immer ein schattiges Plätzchen zum Ausspannen.

Den Nachmittag verbringen wir mit reden, lesen, Kaffee trinken und die Dokumente für die Grenze nach China vorbereiten.

Am Abend nehmen wir hier ein einfaches Essen. Die Männer entscheiden sich für Spaghetti Bolognese und die Damen nehmen Reis mit Ananas und Cashewnüssen. Zu viert machen wir uns auf und schauen noch beim Nachtmarkt vorbei. Die Temperaturen sind am Abend merklich auf 21° gesunken.

Gefahrene km:    115             Gesamt:    5.152 km

Oudomsay – Luang Namtha

 

 

Donnerstag,  10. März 2011   11. Tag  (36.)

 

Morgens beim Aufstehen haben wir jetzt immer niedrige Temperaturen, so auch heute nur 17°, im Wohnmobil allerdings noch 22°. Abfahrtszeit ist wie immer um 8 Uhr.  Zunächst fahren wir 37 km auf der 3 zurück bis Namtayan. Ab hier geht es auf der 13 weiter zur Grenze nach China. Um 9.25 Uhr, nach 56 km sind wir an der laotischen Abfertigung. Dafür brauchen wir 1/2 Stunde. Nun verabschieden wir uns von Herrn Hang und seinem netten Fahrer. Auf zu neuen Ufern.

 

IMG_7371.jpg IMG_7405.jpg IMG_7527.jpg IMG_7418.jpg IMG_7429.jpg
 Arbeitselefant  Tempel  Treffpunkt Udon Thani  Weberei Thailand  Dämone Tempelwächter
IMG_7435.jpg IMG_7449.jpg IMG_7503.jpg IMG_7566.jpg IMG_7546.jpg
 Tempel  Nationalpark  Tempel mit Buddafiguren aus aller Welt  Goldene Pagode in Vientiane Laos  Vientiane Laos
IMG_7621.jpg IMG_7670.jpg IMG_7702.jpg IMG_7718.jpg IMG_7868.jpg
 Laotische Folklore  Laos  Dorf in Laos  Fahrt auf dem Mekong  Tempelstadt Prabang
IMG_7887.jpg IMG_7924.jpg IMG_7913.jpg IMG_7928.jpg IMG_7936.jpg
 Luang Brabang  Markt  Reisfelder in Laos  Hängebauchschwein  Dorf in Laos

 

An der chinesischen Seite stellen wir die Uhren schon mal 1 Stunde weiter. Eberhard sucht unseren Führer Mark, derweil sind die Zollbeamten schon mit 4 Mann in unserem Auto. Einer lenkt mich  ab, während die anderen 3 den Inhalt sämtlicher Klappen und Türen inspizieren. Dann kommt die Passkontrolle mit dem Sammelvisa. Zu unserem Entsetzen stehen in dem Sammelvisa bei mehreren Vornamen nicht alle Vornamen. Das kostet Zeit bis die Namen zusätzlich eingetragen sind und es mit Stempel und Unterschrift besiegelt ist. Um 13.30 Uhr fahren wir weiter nach Mengla und zwar zur Polizeistation. Hier werden die Fahrzeuge geprüft, die Nummerntafeln vergeben und die Führerscheine verteilt. Aber hier geht alles schief.

Der normale Bremsenprüfstand funktioniert nicht. Nun möchte ein Chinese das Fahrzeug fahren, um dann auf die Bremse zu treten. Das wird für unsere Mobile zu gefährlich, zu unberechenbar. Die Fahrer testen also nun selbst die Bremsen. Dieser Versuch wird für ungültig erklärt. Somit hat kein Fahrzeug die Prüfung bestanden. Nach Feierabend, also ab 17.30 Uhr, werden unsere Autos vorne angehoben, um die Bremssysteme zu kontrollieren. ?  Dafür müssen wir natürlich bezahlen, für jedes Auto 200 Yuan lt. der Aussage von Mark.

Um 18.35 Uhr können wir zum Tanken fahren und anschließend bringt uns das Führungsfahrzeug, das mittlerweile nochmal an der Grenze war, um Dokumente abzuholen, zum Green Diamond Hotel in Mengla. Hier kommen wir nach nur 4 km um 19.20 Uhr an. Es ist immer noch schön warm mit 27°. Das angemietete Zimmer weist Schimmelstellen an den Wänden auf. Das liegt sicher an der hohen Luftfeuchtigkeit.

Gefahrene km:   117              Gesamt:   5.269 km

Luang Namtha/Laos – Grenze – Mengla/China

 

 

Freitag,  11. März 2011   12. Tag  (37.)

 

Die Temperatur ist in der Nacht gesunken. Morgens haben wir nur 18°. Um 9 Uhr verlassen wir den Hinterhof vom Hotel und fahren 2 km nach Süden durch die Stadt zur Autobahn. Ab hier geht es wieder nach Norden. Die Straße kostet Maut. Wir durchfahren eine ganz hügelige Landschaft, zum Teil mit tiefen und sehr engen Tälern. Die Bergkegel sind meist abgeholzt, aber mit Bananenstauden oder Kautschuk-Pflanzen wieder bepflanzt. An ganz steilen Hängen ist der Urwald stehen geblieben. Auf der Autobahn gibt es bergauf für die Lkws Kriechspuren, bergab gibt es immer wieder Nothaltebahnen, die von den Lkws zum Notbremsen benutzt werden können.  Trotzdem sehen wir 2 Lkws, die nicht mehr rechtzeitig bremsen konnten und deren Ladung auf der Straße liegt.

Nach 124 km kommt schon die Abzweigung nach Jinghong. Jetzt fahren wir fast nach Süden weiter. Um 12 Uhr sind wir am Hotel Jindu und bekommen sehr schöne Plätze zwischen Bäumen zugewiesen, teilweise schon im Schatten. Es ist schön warm hier mit 30°.

Nach unserer Mittagspause geht Mark mit uns zum 300 m entfernten Supermarkt zum Einkaufen. Wir haben zuviel eingekauft und können es nicht mehr tragen. Für die Einkaufswagen hinterlegt Mark eine Kaution, sodass wir damit bis zu unseren Mobilen fahren können. Das Zimmer mit Dusche ist eine Wucht. Es macht richtig Spaß, vor allem bei Außentemperaturen von 32°.

Heute ist ein Perestroika-Essen angesagt. Dazu gehen wir 15 Minuten zu Fuß zu einer Garküche. Der örtliche Führer hat uns diese ausgesucht. Wir bekommen einige der speziellen Gerichte aus der Region serviert: geräuchertes Rindfleisch, Auberginen mit scharfer Soße, Spießchen vom Lamm, Gemüse mit Schweinefleisch, Spießchen mit Schweinefleisch, Naturreis mit Ananas, Fisch und gegrilltes Hühnchen. Alle gehen satt und zufrieden zurück zu den Mobilen.

Gefahrene km:   145              Gesamt:    5.414 km.

Mengla – Jinghong, Jindu Hotel

 

 

Samstag,  12. März 2011   13. Tag (38.)

 

Am frühen Morgen hatten wir ein Gewitter mit Regen. Temperatur beim Aufstehen um 7.20 Uhr erst 18°. Um 9 Uhr fahren wir nach Norden aus der Stadt. Nach 2,5 km kommen wir zum Fluss. Dort biegt die Straße nach NO ab. Bis zum großen Kreisverkehr sind es dann nochmal ca. 4,5 km. Wir fahren insgesamt 20 km zurück bis zur Autobahn nach Norden. Um die Städte herum ist immer viel Verkehr. So haben wir für die 20 km 40 Minuten gebraucht. Der Verkehr auf der Autobahn dagegen ist sehr ruhig. Die Landschaft ändert sich kaum zu der am Vortag. Es gibt nach wie vor enge Täler, steile Hänge mit Urwald, Bananenplantagen, Kautschukplantagen und Teeplantagen. Die Region ist bekannt für den Pu-Er-Tee. Kurz vor Pu Er werden wir von der Autobahn abgeleitet und nun geht es auf der Landstraße weiter.

Bei einer breiten Stichstraße machen wir unsere Mittagspause. Hier gibt es auch Ananas zu kaufen. Wir haben schon 166 km gefahren. Nach der Stadt kommen wir auf ein Schotterstück der schlimmsten Sorte. Zum Glück ist sie nur ca. 600 m lang. Anschließend geht es auf der Autobahn weiter. Die Täler sind hier schon etwas breiter. Überall sind Teeplantagen zu sehen.

Schon um 16.20 Uhr fahren wir in Mo Jiang ein. 500 m hinter der Mautstation biegen wir in den Hotelhof . Unser Hotel heißt: Shuang Bao Da Jiu Dian. Gleich neben unserem Stellplatz befindet sich eine Autowaschanlage. Das ist super. Ein Mobil nach dem Anderen wird nun abgespritzt und das für nur 2 €. Unsere Autos hatten schlimm ausgesehen, nach der Straßenbaustelle bei Pu-Er.

Nach dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang. Auf einem großen zentralen Platz sind verschiedene Gruppen am Tanzen nach unterschiedlicher Musik, mit unterschiedlichen Schrittfolgen. Hier entdecken wir unterschiedliche Trachten mit besonderen Kopfbedeckungen und Beinkleidern.

Gefahrene km:   281              Gesamt:    5.695 km.

Jinghong – Mo Jiang, Shuang Bao Da Jiu Dian Hotel

 

 

Sonntag,  13. März 2011   14. Tag    (39.)

 

Aufstehen um 7.15 Uhr bei 17°.  Pünktlich um 9 Uhr ist wieder Abfahrt. 500 m fahren wir nach Süden bis zur Autobahnauffahrt, dann geht es weiter nach NO in Richtung Kunming. Nach 1 Stunde Fahrzeit tanken wir, Luft prüfen und nebenbei Obst kaufen. Hier ist ein großer Obststand mit einer Riesenauswahl, nur keine Erdbeeren.

Wir kommen, dank der Autobahn, ganz gut voran und haben um 12.25 Uhr schon 190 km geschafft. Bei der Raststätte Yuxi machen wir unsere Mittagspause. Mit 21° ist es relativ kühl. Die Landschaft ist insgesamt etwas flacher geworden und wir sehen sehr viel Gemüseanbau, vielfach unter Folientunnels versteckt. Das ist schon etwas ungewöhnlich auf einer Höhe von durchschnittlich 1800 m diese Anbauvielfalt wie wir sie hier zu sehen bekommen.

Um 14.25 Uhr kommen wir nach 252 km zur Mautstelle von Kunming. Wir verlassen die Autobahn und fahren noch 12 km durch die Stadt bis zu unserem Hotel. Der Verkehr ist überhaupt nicht sonntäglich. Es sind Lkws unterwegs wie jeden Tag in der Woche. Kunming hat 6-7 Mill Einwohner, die Wanderarbeiter mitgerechnet, und liegt auf 1900 m Höhe.

Um 14.50 Uhr kommen wir zum Hotel Camella. Der Parkplatz ist zunächst ein Problem. Wahrscheinlich hat der Hotelmanager nicht gewusst, wie groß unsere Autos sind. Stinkende Abfallkübel sind außerdem noch ein Problem. Aber nach einigem Her und Hin, stehen wir fast wie  in einer Wagenburg vereint beieinander und alle (?) sind zufrieden.

Nach einer Kaffeepause gehen wir die Umgebung zu erkunden. Außer teuren Markenläden gibt es aber in unserer Region wenig Interessantes. Wenigstens finden wir ein paar Restaurants. Zum Abendessen haben wir uns ein westliches Lokal ausgesucht. Leider ist das Restaurant etwas verraucht, sodass wir beide uns in das nächste verziehen. Um draußen sitzen zu können ist es zu kühl geworden. So gehen wir noch ein wenig an den Computer.

Gefahrene km:   264              Gesamt:   5.959 km.

Jinghong – Kunming, Hotel Camella

 

 

Montag,  14. März 2011   15. Tag   (40.)

 

Es ist kalt geworden mit 13°. Wir stehen um 7.15 Uhr auf. Auf Grund der Wetter-Vorhersage ziehen wir den Ausflug zum Steinwald auf den heutigen Tag vor. Um 9 Uhr fahren wir ab und haben 1 ½ Stunde Fahrzeit auf der Autobahn G 78. Wir fahren nach Shilin im Südosten von Kunming. Dort erwartet uns ein großer Parkplatz mit vielen Bussen. Eine Minderheiten-Gruppe, die Yi leben in der Region um den Steinwald. Junge Frauen in Tracht übernehmen als Fremdenführer und Fahrerinnen der Elektrobusse Aufgaben im Park.

Der Steinwald, die besondere Attraktion Yunnans, entstand vor ca. 280 Millionen Jahren. Damals war hier ein großes Meer mit Muscheln und Korallen, als infolge der Hebung des Himalayas die Erosion jene bizarren Felsen aus dem Kalkplateau schuf. Weitere Bodenerhebungen verursachten tiefe Gesteinsspalten, die durch Regenwasser ausgewaschen wurden. Heute recken sich auf einem Gebiet von 26.000 ha zahllose Felsnadeln bis zu 30 m in die Höhe. Die rund 5 km langen Wanderwege führen an Steingebilden vorbei, die „Lotoshügel“, „Mutter und Kind“, „Pilz“, „Elefantenbaby“, „Napoleon“, oder „Elefant“ heißen. Wir wandern 2 Stunden durch den eindrucksvollen Steinwald, ersteigen eine Felsnadelgruppe und haben einen herrlichen Ausblick über die ganze Region. Bei einem Souvenirstand erstehen wir eine wunderschöne Batikdecke in der Farbe Indigoblau.

Um 13.45 Uhr fahren wir zurück in die Stadt. Nach 1 Stunde Fahrzeit sind wir beim Teehaus angekommen. Hier wird uns fachmännisch Tee serviert mit der entsprechenden Erklärung dazu. Leider ist für mich nichts dabei. Nebenan ist der große Supermarkt „Woolworth“. Dorthin gehen wir nun zum Einkaufen. Das Ergebnis ist nicht ganz zufriedenstellend, wir haben einige Produkte nicht bekommen. Der Bus bringt uns zurück zum Hotel.

Hotel Camella, Kunming

 

 

Dienstag,  15. März 2011   16. Tag   (41. Tag)

 

Die Temperatur ist gefallen. Morgens um 7.15 Uhr zeigt das Thermometer noch 11° an. Als wir mit dem Bus abfahren sind es nur noch 9°.

Der Bus bringt uns 8 km nördlich der Stadt zum Goldenen Tempel. Auf dem Mingfeng Shan (Hügel des Singenden Windes) steht inmitten eines dichten Waldes die hübsche Anlage des 1671 errichteten daostischen Goldenen Tempels. Man erreicht ihn über eine lange Steintreppe, die von den drei „Himmelstoren“ überspannt wird. Berühmt ist der Taihe-Palast, am Ende der Treppe, der ganz aus Bronze gearbeitet ist. Über 300 Tonnen wiegt das 6,5 m hohe Gebilde, das von Statuen, Säulen, Schriftschildern und das Wanddekor aus Bronze verziert wird. Das Fundament der Halle ist aus Marmor. Die Kamelienbäume im Tempelhof sollen 500-600 Jahre alt sein. Der ganze  Park ist mit Azaleen und Rhododendronbüschen bepflanzt. Sehr viele davon stehen gerade in Blüte. Es ist geradezu ein Blütenmeer in rosa, rot und weiß. Der Trommelturm, der eigentlich in der Stadt stehen sollte, verschafft uns einen einzigartigen Rundblick bis hin zur Stadt mit den Hochhäusern. Nach 1 ½ Stunden fahren wir mit dem Bus weiter zu den Westbergen. Die Fahrt durch die Stadt, die Westberge liegen im Süden, dauert über eine Stunde.

Die Westberge ziehen sich auf einer Länge von 40 km hin und sind bis 2.500 m hoch. Ihre Beinamen, „Buddha-Hügel“ und „Hügel der schlafenden Schönheit“, verdanken sie ihrer Gestalt, die von weitem tatsächlich an einen schlafenden Buddha oder – wie andere meinen – eine liegende Frau denken lässt.

Der Bus bringt uns fast bis zum Eingang des riesigen Parks. Dort stellen wir mit Entsetzen fest, daß die Temperatur auf 4° gesunken ist. Ein eisiger Wind fegt über die Höhenzüge hinweg. So wird uns die Wanderung zu den verschiedenen, 200 Jahre alten Tempeln vergällt. Wir trinken stattdessen einen Tee, genießen den dunstigen Ausblick auf den Dian-See.

Um 19.40 Uhr holt uns der Bus ab und bringt uns zu einem Theater. Hier sehen wir die fantastische Show der Gruppe „Dynamic Yunnan“. In 6 verschiedenen Szenen werden Tänze, Lieder, Trommeln und Schattenspiele dargeboten. Der Tanz des Pfau am Ende überbietet alles, was wir bisher gesehen haben. Ein wunderschöner Abend geht hiermit zu Ende.

Am Womo haben wir noch 4,5°. Das bedeutet erst mal noch heizen.

Hotel Camella, Kunming.

 

 

Mittwoch,  16. März 2011   17. Tag   (42.)

 

Wir stehen spät auf, denn der heutige Tag ist zur freien Verfügung.  Es ist immer noch kalt mit 5,4° am Morgen. Nach dem Frühstück sitzen wir erst am Computer. Am Nachmittag gehen wir beide ins Business-Center vom Hotel und gehen ins Internet für 1 Stunde. Der Tag verfliegt im Nu. Am Abend gehen wir zusammen mit Moni und Toni im Gingko-Center zum Essen.

Hotel Camella, Kunming.

 

 

Donnerstag,  17. März 2011  18. Tag  (43.)

 

Um 6 Uhr mache ich die Heizung an, draußen sind es nur 4°, im Womo noch 13°. Es regnet. Um 7,15 Uhr stehen wir dann auf.  Abfahrt um 9 Uhr. Wir fahren 6 km bis zum Expressway 320 NO, dafür brauchen wir 30 Minuten. Wir wechseln auf die G 56. Von 10.10 Uhr bis 11.30 sind wir bei Songyang im Stau und schaffen gerade mal 6 km in dieser Zeit. Das tut weh. Ein Lkw ist verunglückt. Bis die Ladung umgeladen ist und der Lkw weggeschleppt werden kann, das dauert. 8 Polizisten stehen herum und gähnen und keiner kümmert sich um das Chaos, Verkehr.

Um 12.25 Uhr machen wir bei einer Tankstelle Mittagsrast, dabei tanken wir gleich. Wir sind auf einer Höhe von 2050 m. Es regnet bei einer Temperatur von 4,5°. Später wechseln wir auf die G 60. Bei km 322 fahren wir auf der großen Hängebrücke über den Baipan Jiang Fluss. Nun wechseln sich kleine Brücken und Tunnels in unterschiedlicher Länge ab. In den schmalen Tälern sehen wir kleine Rapsfelder auf Terrassen. Die Felder sind schon ganz gelb. Eine zweite Hängebrücke überspannt den Dabang He Fluss. Bei km 381 biegen wir auf einer Höhe von 1050 m von der Autobahn ab in Richtung der Wasserfälle von Huanggoushu und zum gleichnamigen Hotel. Nach 387 km kommen wir um 17.40 Uhr am Hotel Huanggoushu an. Es ist nicht wärmer geworden, immer noch 6,5° und das Wetter ist trübe.

Gefahrene km:   387              Gesamt:   6.346 km

Kunming – Huanggoushu

 

 

Freitag,  18. März 2011   19. Tag  (44.)

 

Auch heute heizen wir, bevor wir um 7.30 Uhr aufstehen. Es sind immer noch 7° ohne Regen.

Um 10 Uhr werden wir abgeholt. Wir fahren mit 3 Reiseleitern nach Tianlong. Das ist ein 600 Jahre altes Dorf einer Minderheit,  die sich nicht vermischt haben mit anderen Völkergruppen. Wir sind gut 1 Stunde mit dem Bus unterwegs, es sind über 70 km.

Um 13.15 Uhr fahren wir weiter zum Drachenpalast (Longgong), das ist eine Höhle, die mit dem Boot befahren wird. Wieder sind wir 1 Stunde mit dem Bus unterwegs. Von der Straße aus bewundern wir in einem Tal ein blühendes Rapsfeld, in dem chinesische Zeichen in einer anderen Pflanzenfarbe, dunkelgrün, zu sehen sind.

Als wir auf dem Parkplatz ankommen, sehen wir Essensstände, die leckere Nudeln anbieten. Da können wir nicht widerstehen. Um 15 Uhr sind wir dann schließlich unterwegs zum Fahrstuhl nach oben zum Stausee. Einige erklimmen die Höhe zu Fuß. Oben steigen wir in ein Boot, das uns über den See zur Höhle bringt. Mit dem Boot erkunden wir in 20 Minuten eine der größten und schönsten Höhlen Chinas, die Longgong Cave. Allein die Höhe der einzelnen Hallen beeindruckt uns sehr. Das Wasser des Sees fällt außerhalb der Höhle in Kaskaden hinunter und schafft dadurch eine weitere Höhle, die von unten zu bewundern ist.

Auf dem Rückweg hält der Bus noch ein paarmal, damit wir wunderschöne Landschaften bewundern und fotografieren können. An einer Stelle beeindruckt uns ein riesiges Felsentor. Auf dem Rückweg fährt uns der Busfahrer auf der Landstraße. Sie ist manchmal ganz schön holprig, eng und kurvig. Um 17.45 Uhr kommen wir bei unseren Mobilen an. Nachdem heute Nachmittag ganz zaghaft die Sonne gekommen ist, haben wir nun 12°.

Huanggoushu Hotel

 

 

Samstag,  19. März 2011   20. Tag  (45.)

 

Abfahrt um 10 Uhr zu den Huanggoushu-Wasserfällen. Aber halt, der Plan wurde geändert. Zunächst fahren wir mit unserem Kleinbus zu einem großen Parkplatz. Hier steigen wir um in einen großen Shuttlebus. Nach einer halbstündigen Fahrt durch eine zauberhafte Flusslandschaft steigen wir aus und wandern durch ein sogenanntes „Naturschutzgebiet“. Verwinkelte Wege und Steinplatten führen über kleine Bäche, durch Felsenlabyrinthe an Picknickplätzen vorbei. Frühlingsblüher sind auch hier zu sehen. Nach über 1 Stunde fahren wir zum Parkplatz vom Wasserfall. Nachdem es schon nach 12 Uhr ist, nehmen wir in einem kleinen Restaurant (Garküche) eine Nudel-Mahlzeit ein. Nun geht es durch einen wunderschönen, in der Größe einmaligen Bonsai-Garten zum Wasserfall. Einige nehmen die Rolltreppe nach unten. Der größte Teil der Gruppe nimmt die Stufen unter die Füße. Immer näher rückt der sagenhafte Wasserfall. Er soll der 3. Größte der Welt sein. Asiens größter ist glaubhaft, der Rest Legende. Gegenüber dem Wasserfall trifft sich die Gruppe. Nun geht ein Teil den Weg wieder nach oben, er führt hinter dem Wasserfall hindurch und auf der anderen Seite des Flusses zurück. Auf einer Hängebrücke kann man den Fluss wieder überqueren. Die Wanderer und Fotografen brauchen nur 40 Minuten.  Der Rückweg zum Bus geht an Souvenirständen vorbei. Ein Shuttlebus bringt uns zurück zum Hotel . Wir haben nicht gewusst, daß wir so nahe am Wasserfall beim Hotel wohnen. Wir haben Glück, die letzten Stunden hat sich die Sonne gezeigt. Nun sitzen wir vor den Mobilen und genießen die Wärme, es hat sich auf 18° erwärmt.

Am Abend gehen wir ins Dorf zum Essen. Ma, unser Fahrer des Führungsfahrzeuges hat für die Gruppe bestellt. Es ist aber nur eine Garküche. Die 9 Gerichte schmecken sehr gut, nur die Wirtin möchte uns gern beim Preis übers Ohr hauen. Aber nachdem unser Führer Mark die letzten Abende auch hier gegessen hat, gelingt ihr das nicht ganz.  Ein schöner ereignisreicher Tag geht zu Ende.

Hotel Huanggoushu

 

 

Sonntag,  20. März 2011   21. Tag   (46.)

 

Beim Aufstehen um 7.15 Uhr zeigt das Thermometer 12°.  Wir heizen ein wenig ein. 9.00 Uhr Abfahrt und nach 6 km sind wir auf der Autobahn G 60 in Richtung Norden. An der Landstraße entlang blühen überall die roten und rosa Magnolien. Unentwegt klettern wir höher und höher, bis 2380 m. An einem Berghang blüht ein ganzer Garten weißer Magnolien. Bei km 120 um 10.45 Uhr kommen wir zur Ringautobahn G 75 N. Es ist ja die ganze Zeit eine hügelige Landschaft und zwar mit tiefen, engen Tälern in denen nur ein Bach oder Rinnsal Platz hat. Die Hügel sind mit angelegten Terrassen übersät, auf denen Gemüse, Reis und Raps angebaut wird. Leider können wir im Vorbeifahren nicht alles gleich bestimmen. Die Terrassen haben immer eine schwungvolle Linie, niemals sind sie gerade angelegt. Das macht ihren Reiz aus und dann die verschiedenen Grüntöne oder das Gelb vom Raps. Eine Landschaft, wie aus dem Bilderbuch. Kurz vor Zuni tanken wir und dann geht es nach der Mautstelle, 5 km durch die Stadt bis zum Hotel Forest. Hier kommen wir um 13.45 Uhr nach 274 km an. Die Einfahrt ist recht unscheinbar. Unsere Stellplätze waren in der Tiefgarage vorgesehen. Trotzdem stehen wir dann schließlich gut in der Nähe des Hoteleingangs. Wir verabschieden unseren Fahrer Ma, der uns bereits 10 Tage begleitet hat und Chan, der uns auf deutsch die Region nahe gebracht hat.

Wir machen Mittagspause, schauen uns das Hotelzimmer an und sind begeistert von der Ausstattung. Eine angenehme Duschkabine erwartet uns und im Zimmer steht ein Computer mit Internetzugang. Herz, was begehrst du mehr? Gleich anschließend geht die Gruppe geschlossen zum Einkaufen in den Supermarkt, ca. 400 m vom Hotel entfernt. Außer Schokolade und Toastbrot gibt es keine westlichen Lebensmittel. Da sind wir schnell fertig und gönnen uns am Mobil einen Kaffee. Nun gehen wir nochmals auf Erkundungsjagd.

Dabei entdecken wir ein Lokal, das sehr sauber aussieht und Essen auf dem heißen Stein anbietet. Das gefällt uns. Eigentlich wollten wir heimische Küche genießen. Das wirft nun unsere Pläne über den Haufen. Auf dem Rückweg landen wir nochmals im Kaufhaus oder Supermarkt. Ich finde Wolle und Eberhard einen Pulli. So erfolgreich kann man den Heimweg antreten.

Wir finden gleichgesinnte, die mit uns zum Essen gehen und zwar schon kurz nach 18 Uhr. Um 20 Uhr haben wir uns zum Duschen angemeldet, das wollen wir einhalten. Wir dachten, wir wären früh dran und trotzdem bekommen wir den letzten freien Tisch im Lokal. Verschiedene Fleischsorten, Gemüse, Kartoffeln, Zwiebeln werden für uns am Tisch gebrutzelt. Es ist einfach herrlich zu genießen. Natürlich sind wir rechtzeitig zum Duschen zurück und können sogar noch im Internet Nachrichten verschicken.

Die Temperaturen sind indes zurückgegangen, wir haben nur noch 10°. Wir gehen zeitig schlafen, aber um 23.30 Uhr wird neben uns vom Lkw ein Bagger abgeladen. Das ist nicht nett, wir waren im Tiefschlaf. Bald sind wir wieder eingeschlafen und dann kommt der nächste Transporter mit dem 2. Bagger. Jetzt werden wir böse und ungehalten. Eberhard erreicht, daß der Transporter samts Bagger abgestellt wird. Das zweite Einschlafen dauert schon länger.

Huanggoushu – Zuny, Hotel Forest

 

 

Montag,  21. März 2011  22. Tag  (47.)

 

Trotzdem wir spät eingeschlafen sind, wachen wir zeitig auf und stehen schon um 7.15 Uhr bei 10° auf. Natürlich haben wir etwas geheizt. Um 8.30 Uhr wird der Bagger abgeladen, und 1 Stunde später kommt bereits der 3. Bagger an.

Nachdem die neue Reisebegleitung eingetroffen ist, fahren wir um 9.05 Uhr ab. 5 km durch  die Stadt, dann sind wir an der Mautstelle zur Autobahn. Ab jetzt geht es wieder nach Norden. Die Landschaft ist genau wie gestern hügelig oder bergig. Die Täler leuchten in grün und gelb. Manchmal sehen die Häuser sogar recht ansehnlich aus. Sie sind weiß getüncht und haben angedeutetes Fachwerk.

Nach 102 km, an der Mautstelle zur Provinzgrenze kommen wir in einen Stau. Es ist ein Lkw auf der Brücke verunglückt. Nun ist die Gegenfahrbahn komplett gesperrt und unsere Seite wird wechselseitig freigegeben.  Das dauert 50 Minuten für uns. Als wir an der Unglücksstelle vorbeifahren, sehen wir, daß das Führerhaus des Lkws die Brüstung durchbrochen hat und in der Luft hängt. Das muss unangenehm sein. Wir machen um 12.45 Uhr unsere Mittagspause bei einer Raststätte. Dort kann man auch entsorgen.

Die Fahrt geht weiter auf der Autobahn und um 15.00 Uhr kommen wir in Chongqing, der größten Stadt Chinas an. Chongqing hat mittlerweile 32 Mill. Einwohner. Das Hotel Carol liegt an einer hochgelegten Uferstraße des Yangtse-Rivers. Wir haben von hier einen wunderschönen Blick auf den Fluss und auf das gegenüberliegende Ufer mit seinen prachtvollen Bauten wie das Sheraton-Hotel mit 2 Türmen.Der Parkplatz für uns ist indes etwas zu klein, zumal dort auch noch Busse parken, die aber angeblich nicht raus wollen. Wir arrangieren uns zwischen den Pfützen. Es ist kalt und regnerisch bei 9°.

Gefahrene km:   248              Gesamt:   6.868 km

Zuny – Chongqing

 

 

Dienstag,  22. März 2011  23. Tag  (48.)

 

Wir stehen erst um 7.45 Uhr auf bei 6,5° und trübem Wetter. Zusammen mit Mark unternehmen wir ab 11 Uhr einen Spaziergang zur Fußgängerzone. Zunächst machen wir aber noch einen Abstecher zur Bank, um die Geldbörsen wieder aufzufüllen. Das nimmt schon mal 40 Minuten in Anspruch bei einer chinesischen Bank. In der Fußgängerzone gibt es eine Säule, die die Stadtmitte bezeichnen soll. Eigentlich ist sie ganz unscheinbar zwischen all den Neubauten und Hochhäusern. Wir haben 40 Minuten Zeit um uns umzuschauen. Was uns verwundert, daß in einer solchen Industriestadt, wie sie Chongqing verkörpert, keine Kreditkarten akzeptiert werden. Es gibt hier alles, Uhren aus der Schweiz, Modelabels aus der ganzen Welt, Schmuck und Kosmetik. Und trotzdem muß hier alles bar beglichen werden. Inzwischen beginnt es mal wieder zu regnen. Mark bringt uns zum Supermarkt, unterirdisch gelegen. Hier gibt es zwar mal als Überraschung alkoholfreies Bier, aber Brot , Butter und Käse sind auch hier sparsam vertreten. Wir schleppen unsere Einkäufe zurück zum Hotel und machen Brotzeit. Wir gönnen uns einen gemütlichen Nachmittag.

Um 17 Uhr treffen wir uns wieder mit Mark, nehmen Taxis zum Hafen Chaotianmen am Yangtse-River, gehen dort spazieren und auch zum Essen. Wir haben ein wundervolles Restaurant hoch über dem Fluss gefunden. Unsere Gruppe bekommt ein eigenes Speisezimmer, das obendrein noch geheizt werden kann. Mark bestellt ca. 11 verschiedene Speisen und Eberhard übernimmt die Rechnung. Alle werden satt und zufrieden. Anschließend begeben wir uns zum Hafen. Dort wartet bereits ein Schiff auf uns für eine Rundfahrt. Zunächst wendet das Schiff in den Nebenfluss des Jangtse, den Jialing-Fluss. Im Lichterglanz erstrahlen hier Hochhäuser und eine Häuserzeile in altem Stil. Unser Schiff wendet und fährt zurück zum Zusammenfluss. Jetzt fahren wir auf dem Jangtse flussaufwärts.

Der Jangtse-Fluss oder Chang Jiang, wie er hier genannt wird, weist eine Gesamtlänge von 6.300 km auf. Der auf weiten Strecken schiffbare Chang Jiang wurde vor allem auf der Strecke Chongqing – Wuhan zur Attraktion, weil er sich auf den 700 km bis Yichang durch das Wu-Gebirge bahnt, das den Fluss an vielen Stellen durch enge Schluchten zwingt.

Herrlich bunte Schiffe begegnen uns. Ein Schiff fährt sogar eine riesige Leinwand mit Werbe-Bildern auf dem Fluss spazieren. Wir fahren am beleuchteten Sheraton vorbei, sogar unser Hotel sehen wir hoch über dem Ufer stehen. Ja und dann geht es auch hier wieder zurück  zum Anlegeplatz. Über viele Treppenstufen erklimmen wir wieder das Ufer, haben Glück, ein kleiner Transporter wartet auf uns. Die ersten 6 Personen können gleich zum Hotel fahren. Die Herren der Schöpfung werden mit der 2. Fuhre nach Hause gebracht. Trotz schlechtem Wetter geht ein schöner Tag zu Ende.

Chongqing, Hotel Carol

 

 

Mittwoch,  23. März 2011  24. Tag  (49.)

 

Heute stehen wir sehr früh, um 6.30 Uhr auf. Nur 9° haben wir. Wie immer heizen wir kurz ein.  Unser Stellplatz war etwas laut und wir haben unruhig geschlafen.

Um 8 Uhr ist Abfahrt angesagt. Eigentlich haben wir erwartet, nach Südwesten zu fahren. Wir wollen nach Leshan. Stattdessen werden wir nach Nordwesten gelotst. Dort ist Chengdu. Das ist aber erst unser nächstes Reiseziel. Die Ausreden sind fadenscheinig, aber anscheinend dürfen wir die normale Route nicht fahren. Wegen der Regierung? Militärzone? Jedenfalls werden wir auf einen Umweg von ca. 150 km geschickt.

Kurz vor Chengdu, nach 264 km machen wir um 12.25 Uhr bis 13.15 Uhr Mittagspause. Es ist trüb und bei 8°. Dann passiert ein weiterer Lapsus. Unser Führungsteam schickt uns nach Norden auf die Ringautobahn, anstatt nach Süden. Allmählich werden wir sauer, aber was nützt das schon? Letztendlich fahren wir mitten durch Chengdu. Mitfahrer sehen wenigstens das Einkaufscenter Carrefour. Das kommt uns zustatten, wenn wir in 3 Tagen wieder herkommen und einkaufen wollen. Schließlich sind wir dann um 14.45 Uhr wieder auf der Südroute in Richtung Leshan.

Um 17 Uhr kommen wir in Leshan beim Hotel an. Es dauert bis alle stehen. Der Parkplatz ist riesig, aber unsere Stellplätze sind nicht richtig reserviert. Es parken zu viele Autos dazwischen. Schließlich können wir uns der Duschliste widmen, denn jeder hat Wunschzeiten. Wir haben Zeit unsere Mails abzurufen und die wichtigsten zu beantworten. Annette und Ernst haben uns auch geantwortet, daß sie ihr Womo inzwischen bekommen haben, sowie den Inhalt.

Gefahrene km: 469                Gesamt:   7.337 km

Chongqing – Leshan

 

 

Donnerstag,  24. März 2011   25. Tag   (50.)

 

Um 10 Uhr ist die Besichtigung angesagt. Mit 3 Pkws fahren wir ca. 15 Minuten die 9 km zum größten Buddha der Welt. Über viele Treppen geht es einen Hügel empor zu den heiligen Stätten.

Neunzig Jahre lang zwischen 719 und 803 arbeiteten buddhistische Mönche an der größten Buddhaskulptur der Welt. Sie ist 71 m hoch, wovon allein 15 m auf den Kopf entfallen, der eine Breite von 10 m hat. Riesig sind auch die Ohren, 7 m lang. Man kann den sitzenden Buddha auf steilen Treppen aus allen Blickwinkeln betrachten. Von einem vorbeifahrenden Schiff könnte man den Buddha auch sehr bequem bestaunen. Im Rücken des sitzenden Buddha befindet sich ein tangzeitlicher Tempel (618-907). Die Gläubigen verehren hier 3 Buddha-Figuren, die vergoldet sind. Die 13-stöckige Pagode daneben stammt aus der Song-Zeit (960-1279).

Nach fast 2 Stunden Besichtigung wandern wir auf der anderen Seite den Hügel hinunter und werden von den 3 Pkws wieder zurück gefahren. Um 12.45 Uhr sind wir wieder bei unseren Womos und machen unsere Mittagspause. Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen zusammen mit Marc zwei Ecken weiter zum Essen. Der Rest der Gruppe isst im Hotelrestaurant. Leider muss ich trotzdem abspülen, mir bleibt das Geschirr vom Brotbacken sonst für morgen.

Leshan, 158-Hotel

 

 

Freitag,  25. März 2011   26. Tag  (51.)

 

Wir stehen wieder zeitig um 7 Uhr auf. Die Temperatur zeigt nur 7° an.

9.00 Uhr ist Abfahrtszeit. Nach 7 km, die wir NW gefahren sind, nimmt Andy, unser lokaler Führer, eine Rikscha um zur Gasabfüllstation zu finden. Es geht 2 km über kleinste Straßen zur Abfüllstation. So ganz vertrauenswürdig sieht sie ja nicht aus, aber wir bekommen alle unsere Gasflaschen aufgefüllt. Die Prozedur dauert nur 30 Minuten. Wir sind sehr zufrieden. Um 10 Uhr geht es zurück zur Hauptstraße und von da zur Autobahn. Es war ein Umweg von 13 km. Nun sind wir auf der S 7 nach Norden.

Unterwegs erfahren wir, daß unser Hotel in Chengdu von einer chinesischen Delegation belegt ist. Vor allem der Parkplatz macht Probleme. Nun sollen wir auf einem öffentlichen Parkplatz Stellung beziehen. Als wir um 12.45 Uhr dort ankommen, erweist sich die Einfahrt zu klein. Nun ist abermals guter Rat teuer. Schließlich fahren wir um 13.30 Uhr weiter, etwas stadtauswärts ins Happy Valley. Das ist ein riesiger Vergnügungspark mit sehr großer Parkfläche. Außerdem gibt es dort Shoppingmöglichkeiten, Restaurants und 1 Hotel. Um 14.30 Uhr stehen wir schließlich auf einem etwas abgeschotteten Platz, den wir für uns alleine haben. Busse die hier durchfahren wollen, werden einfach wieder zurück geschickt. Leider haben wir ca. 10 Minuten Gehzeit zum City Inn Hotel, in dem sich unser Duschzimmer befindet. Deshalb wird es nicht so richtig angenommen von unserer Gruppe.

Chengdu hat 12 Millionen Einwohner. Das ist schon eine riesige Stadt.

Nach einer Tasse Kaffee fährt Eberhard mit Toni und Andy zu einer Werkstatt. Toni möchte sein Auto nochmal untersuchen lassen, weil er immer Geräusche beim Fahren hört.

Um 19 Uhr werden wir mit 3 Taxen zum Theater abgeholt. 1 Auto verfährt sich total und braucht über 1 Stunde bis zum Crown Hotel, in dem wir alle warten. Die kürzeste Zeit war 40 Minuten für die Fahrt. Nachdem wir noch um ein paar Ecken zu Fuß gehen müssen, kommen wir gerade noch rechtzeitig an. Das Programm besteht aus chinesischer Oper, Tanzeinlagen, Öllampenakrobatik, Sologeige, Schattenspiel, Tänzer mit wechselnder Gesichtsmaske und zum Abschluss einen Pflaumen-Blüten-Tanz. Die Vorstellung ist um 21.20 zu Ende und wir fahren vom Crown Hotel wieder mit 3 Taxen zurück zu unseren Wohnmobilen. Diesmal ist die Fahrzeit wesentlich kürzer, nur 20 Minuten.

Gefahrene km:   160              Gesamt:  7.484 km

Leshan – Chengdu, Hotel City Inn, beim Happy Valley Vergnügungscenter

 

 

Samstag,  26. März 2011   27. Tag  (52.)

 

7.15 Uhr aufstehen, nur 8 °. Als erstes müssen wir Wasser bunkern und dazu kurz weg fahren. Schon am Abend gab es bei uns Wasseralarm. Um 9 Uhr fahren wir mit einem Kleinbus zum Pandabären-Park. Eigentlich ist es nicht weit, nur wegen der umständlichen Verkehrsführung brauchen wir 45 Minuten.

Der Park ist wunderschön angelegt mit viel grünen Flächen, Blumenrabatten, Bäumen und natürlich wächst auch jede Menge Bambus im Park. Das ist die Hauptnahrung der Pandabären. Sie sehr schöne Gehege mit viel Freiraum und natürlich auch feste Häuser. Die Tiere sind etwas kleiner als Braunbären, aber sehr gemächlich in den Bewegungen. Genüsslich nehmen sie sich die Bambusstangen  vor, schälen sie ab und verspeisen das Innere. Die kleinen Bären werden separat gehalten und turnen sehr verspielt noch in den Bäumen umher. Es ist sehr drollig, ihnen zuzuschauen. Ganz kleinen Nachwuchs gibt es nicht zu sehen. Wie die kleinen Bären nach der Geburt aussehen, und wie sie aufgezogen werden, sehen wir in einem 20minütigen Film.

Um 12 Uhr fahren wir schließlich weiter und zwar nach Dujiangyan. Dort wird ein Fluss gestaut und je nach Wassermenge werden die Wasserwege freigegeben. Zunächst gibt es aber um 13.30 Uhr eine Nudelsuppe. Um 14 Uhr machen wir uns auf den Weg, Die große Anlage zu besichtigen. Damit es schneller geht, nehmen wir einen Elektrobus um auf der Insel, die wir über eine Hängebrücke erreicht haben, schneller voran zu kommen. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern die Spitze der Insel. Dort teilt sich das Wasser, bzw. wird auf einer Seite durch das Wehr aufgehalten. Der Fluss bekommt auf seinem Wege immer wieder Möglichkeiten des Überlaufs. Wir haben uns das Ganze etwas interessanter und spektakulärer vorgestellt.

Um 15.45 Uhr fahren wir zurück nach Chengdu zu einem Seidengeschäft. Der Busfahrer profitiert von unseren Einkäufen. Gleich in der Nähe gibt es einen Carrefour. Das ist unser nächstes Ziel. Leider finden wir wieder nicht dunkles Brot, keine Butter und die Käseauswahl ist auch dürftig. Trotzdem decken wir uns wieder für mehrere Tage ein. Nun kommen wir natürlich erst um 19.15 Uhr zu unseren Mobilen zurück. Wir haben beschlossen, daß wir heute alle essen gehen. So bleiben wir schließlich beim Pizza Hut hängen. Sie fallen ein wenig anders aus, als in Europa oder Amerika.

Hotel City Inn, Chengdu

 

 

Sonntag,  27. März 2011  28. Tag  (53.)

 

Eigentlich hätten wir heute einen Tag zur freien Verfügung. Aber nachdem wir weit ab vom Schuss sind und nur mit Taxen in die Stadt zum Shopping kommen würden, was wiederum nicht ganz einfach wäre, haben wir beschlossen, die nächste große Etappe zu teilen und heute ein Stück ins Gebirge zu fahren.

Wir stehen um 7.15 Uhr auf bei 6,9°. Wie immer heizen wir ein. Um 9 Uhr fahren wir ab. Die Autobahn ist wegen dem Nebel zunächst gesperrt. So quälen wir uns über die Landstraße 213 nach NW. Unser Womo zieht nicht weg und so halten wir schon nach 34 km um nachzusehen. Danach funktioniert wieder alles gut. Wir fahren auf die Autobahn 213, haben aber nur ca. 20 km bis zu unserer Abfahrt. Jetzt geht es ins Gebirge auf normaler Landstraße mit Baustellen und Tunnels. Immer höher hinauf geht es. Bei km 79 bleibt unser Womo stehen. Wir haben nur noch 7 km/h gefahren und die Gruppe hat uns überholt. Alfred ist noch hinter uns und nimmt uns ins Schlepptau. Nach 6 km treffen wir uns auf einem Parkplatz.

Es ist 12.25 Uhr nach 85 km. Andy und Mark hängen sich ans Telefon und versuchen eine Werkstatt zu mobilisieren, damit uns geholfen wird. In Chengdu gibt es 2 Mercedes-Werkstätten, die sich aber beide weigern den Fall zu übernehmen. Eberhard versucht es über Mercedes-International. Aber die sind nur für Europa zuständig, haben aber eine Tel.-Nr., die sie uns weitergeben können. Das ist Mercedes China, die uns wiederum die Werkstatt-Nummern geben, die sich uns verweigert haben. Was nun? Mark wendet sich nun an You in Peking. Er wiederum macht Druck auf Mercedes von China. Nun endlich kommt Bewegung in die Sache. Allerdings ist es schon nach 15 Uhr, als wir die Nachricht bekommen, daß sich ein Werkstattwagen auf den Weg zu uns macht. 17.45 Uhr ist er schließlich hier. Nach 2 ½ Stunden geben die beiden jungen Männer auf. Ein neuer Dieselfilter ist eingesetzt und jetzt ist es anscheinend die Dieselpumpe, die den Dienst versagt. Morgen soll es weiter gehen. Mark wird einen Anruf bekommen, ob repariert werden kann, oder ob wir abgeholt werden müssen.

Die Gruppe langweilt sich verständlicherweise. Es ist kalt hier in dem engen Tal. Mittags war es mal kurz mit 17° schön warm. Aber das dauerte nicht lange. Die Gruppe wird hier über Nacht stehen bleiben. Normalerweise ist hier ein Polizeiposten und da nehmen wir Strom. Toni hat keine Gasheizung und ist auf Strom angewiesen.

Gefahrene km    85                Gesamt:    7.569 km

Chengdu - Miansi

 

 

Montag,  28. März  2011   29. Tag   (54.)

 

7.15 Uhr aufstehen bei 3,6°, wir heizen natürlich. Oben auf den Bergspitzen scheint schon die Sonne. Wir stehen ungefähr auf einer Höhe von 1.000 m. Wir warten auf den Anruf aus der Werkstatt.

9.45 Uhr kommt Mark und erklärt, daß die Werkstatt das Ersatzteil nicht vorrätig hat und wir mit einem großen Transporter abgeholt werden sollen nach Chengdu. Nun warten wir alle auf den Transporter. Solange bleibt Mark auf jeden Fall noch hier. Anschließend wird er mit der Gruppe weiterfahren. Bei 20° sitzen wir in der Sonne. Um die Mittagszeit mache ich für Mark chinesische Nudeln und für uns ein Vesper. Sogar für einen Nachmittagskaffee reicht die Zeit.  Um 15.35 Uhr kommt schließlich der Wagen. Er kann uns nicht huckepack nehmen, dafür ist er zu kurz. Ein Mechaniker von Mercedes baut die Kardanwelle ab und nun kann uns der Transporter nach Chengdu zurück schleppen. Dazu nimmt er die Vorderräder hoch, sie werden dabei angehoben. Die Gruppe fährt schließlich um 16.20 Uhr ab, allerdings ohne Toni. Er fährt mit uns nach Chengdu zurück. Auch er braucht eine Werkstatt.

Um 16.35 Uhr fahren wir endlich ab. Nun geht es mindestens 71 km zurück nach Chengdu. Eberhard kann im Transporter mitfahren, ich darf bei Toni und Monika mitfahren. Baustellen und Tunnels erleben wir nun noch einmal. Für die ersten 9 km benötigen wir schon mal 30 Minuten. Dann geht es etwas schneller. Nach 1 Stunde haben wir schon 25 km gemeistert. Dafür warten wir an der Mautstelle von Dujiagyan 25 Minuten auf ein Transportpapier, ohne das der Transporter nicht nach Chengdu einfahren darf. Um 18 Uhr geht es weiter. Auf der Autobahn fährt der Transporter dann auch schon mal 75 km/h. Nach 93 km, um 19.30 Uhr bekommt unser Fahrer Appetit auf Maultaschen und lädt uns zum Mitessen ein. Zunächst lehnen wir ab, weil wir denken, dadurch würde es schneller gehen. Dann kommt der Fahrer aber mit einer Platte über die Straße, damit wir im Womo essen können. Nun können wir uns nicht mehr verweigern. So nehmen wir Platz im kleinen Lokal und genießen zu dritt Maultaschen. Die zweite Platte schaffen wir aber nicht. Nach ½ Stunde geht es weiter, nochmals auf eine Schnellstraße, weit nach Süden von Chengdu. Mittlerweile sind wir ca. 105 km gefahren, als wir um 20.30 Uhr bei Mercedes einbiegen. Wir werden erwartet. Das Wochner-Mobil wird abgeladen und wir stehen sehr gut im Hof der Mercedes-Werkstatt.

Extra für uns wird das Licht in der Werkstatt angelassen, damit wir nicht im Dunkeln sitzen. Außerdem haben wir Strom. Gemeinsam trinken wir einen Schlummertrunk, bevor wir uns zufrieden schlafen legen. Temperatur 13°.

Miansi – Chengdu, keine Kilometer selbst gefahren

 

 

Dienstag,  29. März 2011   30. Tag  (55.)

 

Aufstehen bei 11°. Es ist trübe hier. Um 9 Uhr öffnet die Werkstatt ihre Pforten. Aber es geht noch lange nicht los. Es gibt erst noch dernTagesapell. Mit Monika sitze ich im Empfangsraum der Werkstatt. Hier gibt es bequeme Sitzmöbel und Fernsehen, leider nicht verständlich. Wir lesen und stricken. Um 9.30 Uhr kommt unser Guide. Er spricht aber nur Englisch. Die Mechaniker schauen sich unser Auto nochmal gründlich an. Auch Tonis Auto wird hier durchgecheckt. Dieser Fehler wird bald erkannt und auch gleich behoben. Aber bei uns sieht es anders aus. Alles läuft auf eine Ersatzteilbeschaffung aus Deutschland hinaus.

Um 12 Uhr werden wir abgeholt zum Mittagessen in der Kantine. Gemeinsam mit den Mechanikern und unserem Guide, gehen wir über die Straße zu einem unscheinbaren Gebäude, in dem wir das Mittagessen serviert bekommen. Das Essen ist viel zu reichlich bemessen, dafür aber scharf.

Die Männer sind natürlich anschließend wieder bei den Autos, Monika und ich würfeln im Empfangsraum. Den Kaffee genießen wir am Womo. Inzwischen ist unser Auto wieder in der Halle um die Reifen zu wechseln. Dabei gibt es Probleme in der Werkstatt.

Telefonat mit Hausbay und Email mit Daten der Ersatzteile, die benötigt werden. Zum Glück kommen wir hier ins Internet. Zum Abendessen gibt es Sauerkraut mit Kartoffelknödel und Wurst. Hinterher sitzen wir mit Monika und Toni zusammen und schauen unseren USA-Film Teil 2 an.

Chengdu, Mercedes-Werkstatt

 

 

Mittwoch,  30. März 2011  31. Tag  (56.)

 

Wir haben geheizt und stehen um 7 Uhr bei 12° auf und duschen. Nach dem Frühstück richte ich die Wäsche für die Wäscherei. Eberhard geht im Büro ins Internet. Um 10 Uhr kommt unser Guide, Kam. Zusammen mit ihm werden wir um 11 Uhr zur Wäscherei gefahren. Von hier nehmen wir ein Taxi für 5 Personen und fahren in die Innenstadt. Das sind ca. 20 Kilometer. Wir haben Glück, es kostet nur 50 Yuan. Die 1. Anlaufstelle ist eine Bank, die auch Geld tauscht. Anschließend bringt uns Kam zu einem Restaurant zum Lunch. Wir bestellen unterschiedliche Spieße. Aber es kommt alles zusammen und keiner weiß, wem nun welches Fleisch gehört. Spicy sind sie alle und der Reis kommt erst, als wir reklamieren. So ist es eben.Wir haben Hägen Dasz entdeckt und wählen den kürzesten Weg über eine Anlage mit Denkmal. Das wird uns von Polizisten verwehrt, die hier Wache stehen, warum auch immer. Es scheint aber eine aktuelle Situation zu sein. Es gibt Kaffee und wunderbare Eiskreationen, die uns staunen lassen. Wer kann da schon widerstehen? Nun sind wir gewappnet zum Shopping: Schuhe, Hemden. Nur die Männer werden fündig. Um 16 Uhr treffen wir uns wieder mit Kam. Er zeigt uns einen Supermarkt. Manche Artikel sind hier sehr teuer. Kam besorgt uns ein Taxi für den Rückweg. Um 16.50 Uhr sind wir wieder bei Mercedes, diesmal für 70 Yuan.

Nachdem wir mittags schon warm gegessen haben und frisches Baguette bekommen haben, essen wir am Abend kalt. Mit Monika und Toni schauen wir uns den 3. Teil USA an. Hinterher bleibt noch Zeit ins Internet zu gehen und zu surfen.

Chengdu, Mercedes-Werkstatt

 

 

Donnerstag,  31. März 2011   32. Tag   (57.)

 

7 Uhr aufstehen, kein Strom, Temperatur 13° und trübe wie immer.

Nach dem Frühstück ist Großreinemachen angesagt.  Eberhard hat außerdem die Garage neu geordnet und gereinigt. Um die Mittagszeit werden wir wieder zum Essen eingeladen. Aber wir haben keine Zeit und außerdem Lebensmittel, die verderben könnten. Es ist schön warm um die Mittagszeit mit 17°.

Wir gönnen uns eine Verschnaufpause nach dem Essen. Kurz vor 16 Uhr lassen wir uns mit einem Mercedes-Auto zur Wäscherei bringen. Nebenan ist ein Frisör. Den nehmen wir nun erst mal in Anspruch. Monika hat einen Markt entdeckt den wir nun besuchen.  Hier finden wir Bananen, Bohnen, Ananas und ganz günstig Socken für Eberhard. Auf dem Rückweg gibt es Kekse und Wasserflaschen. Dann nehmen wir unsere gewaschene Wäsche in Empfang. Eberhard besorgt uns die die Taxifahrerin von gestern. Sie bringt uns zurück zur Mercedes-Werkstatt. Die Wäsche ist noch etwas feucht. Deswegen kann ich sie nicht wegräumen. Morgen früh werde ich sowieso die Hemden noch bügeln müssen.

Wir schauen uns heute den 4. Teil des Amerika-Films an. Hinterher bleibt noch Zeit für die Computerarbeiten. Eberhard hat Bescheid bekommen, daß die Ersatzteile auf dem Wege sind. Am Abend kam noch ein Telefonat, daß wir am Samstagvormittag die Teile einbauen lassen können. Dann können wir am Nachmittag noch ein schönes Stück fahren.

Chengdu, Mercedes-Werkstatt

 

IMG_8006.jpg IMG_8055.jpg IMG_8107.jpg IMG_8130.jpg IMG_8142.jpg
 Tracht einer Minderheit  Tracht einer Minderheit  Steinwald  Steinwald  Teeprobe
IMG_8178.jpg IMG_8197.jpg IMG_8228.jpg IMG_8243.jpg IMG_8265.jpg
 Theater  Theater  Dorf einer Minderheit  Dorf einer Minderheit  unser Guide
IMG_8308.jpg IMG_8331.jpg IMG_8379.jpg IMG_8461.jpg IMG_8485.jpg
 Sichuan im Frühling  Dorfschönheit  Sichuan im Frühling  Wasserfall  Chongquing
IMG_8487.jpg IMG_8522.jpg IMG_8567.jpg IMG_8631.jpg IMG_8718.jpg
 Chongquing  Chongquing  Buddha  Theater  Panda
IMG_8693.jpg IMG_8766.jpg      
 Theater  Roter Panda      

 

Freitag,   1. April 2011   33. Tag   (58.)

 

Wie immer stehen wir um 7.30 Uhr auf bei 13°. Heute ist es sehr trüb und nieselig. Nach dem gemütlichen Frühstück, wasche ich. Es ist sehr bequem, aus der Werkstatt kann ich jederzeit warmes Wasser holen.  Draußen wird es immer ungemütlicher. Morgen Vormittag erwarten wir die Ersatzteile, die hoffentlich gleich eingebaut werden.

Chengdu, Mercedes-Werkstatt

 

 

Samstag,   2. April 2011   34. Tag  (59.)

 

Wir stehen bereits um 7 Uhr auf. Es ist eine SMS von Herrn Weise, dem Ersatzteilkurier angekommen. Eberhard ruft sofort zurück und erreicht ihn noch im Hotel am Flughafen. Er versichert uns, daß er um 9 Uhr bei der Mercedes-Werkstatt eintrifft. Das Thermometer zeigt heute früh 13° an.

Bereits um 8.45 Uhr trifft Herr Weise mit dem Ersatzteil ein. Er lässt sich nicht zum Frühstück einladen und nimmt auch kein Trinkgeld an. Er fährt mit dem Taxi sofort zurück zum Flughafen und fliegt zurück. Er hatte das Teil in Hongkong in Empfang genommen und nach China gebracht und von dort ist er nach Chengdu geflogen.

Mir reicht kaum die Zeit meine Emails abzuschicken. Schon werden wir in die Werkstatt geschickt. Nach dem Morgenapell wird unser Fahrzeug repariert. Deswegen halte ich mich im Empfangsraum auf. Hier ist geheizt und ich kann lesen oder stricken. Inzwischen ist Andy eingetroffen. Er wird uns bis Lanzhou begleiten. Nachdem wir keine Citymap auftreiben können, zeichnet er mir die Lage von der Mercedes-Werkstatt und von unserem letzten Standort, dem Happy Valley auf.

Wir können eine kurze Mittagspause in unserem Womo abhalten. Dann geht die Reparatur weiter. Schließlich um 14 Uhr heißt es, dass unser Womo fahrbereit ist. Jetzt erfolgt noch die Bezahlung der Rechnung, was leider mal wieder nicht  per Kreditkarte funktioniert.

Heute hat sich das Wetter wesentlich verbessert. Bei 22 ° fahren wir um 14.50 Uhr vom Hof der Mercedes-Werkstatt mit all den guten Wünschen für unsere Weiterfahrt. Wir haben uns zu jeder Zeit hier gut aufgehoben gefühlt. Immer waren die besten Leute an  unserem Fahrzeug beschäftigt. Außer dem Manager sprach auch einer der guten Mechaniker englisch. Das war immer eine gute Hilfe.

Andy fährt auf dem Beifahrersitz bei uns mit. Er muss uns aus Chengdu hinaus lotsen. Schon nach wenigen Kilometern kommen wir an unserem letzten Standplatz vorbei. Dann geht es auch schon bald auf die Autobahn, viel früher als bei der letzten Ausfahrt. Wieder durchfahren wir die schlimmen Baustellabschnitte und kommen an unserem Stellplatz vorbei.  

Um 18.00 Uhr durchfahren wir die Stadt Wenchuan nach 137 km. Überall in den engen Tälern wird gebaut, an der Straße, an Dämmen für den Fluss, Hangabsicherungen, was sicher nach dem letzten Erdbeben 2008 bitter nötig ist. Ganze Dörfer sind neu erbaut. Die Bergregion um Chengdu war damals sehr betroffen. So viele Dörfer wurden verschüttet. Das Ausmaß der Katastrophe ist heute nicht mehr sichtbar. Vielleicht noch am ehesten an den Hängen zum Fluss. Gewaltige Massen an Geröll und Kies hat sich wohl damals in das Flussbett ergossen.

Die Straße windet sich in den Tälern am Fluss entlang immer höher hinauf. Wir haben einige Tunneldurchfahrten. Die Luft ist staubig und trotz der Höhe hat sich daran nichts geändert. Um 19.15 Uhr erreichen wir Mio Xiang, unseren Standort für die Nacht. Wir stehen hinter dem Hotel in einer schmalen Durchfahrt. Andy versichert uns, daß es hier ein gutes Restaurant gibt. Also laden wir ihn zu einem gemeinsamen Essen ein, es gibt Reis mit Ei und Gemüse, Nudelsuppe. Wir haben natürlich nur 1 Zimmer und darin schläft Andy in der Nacht.

Gefahrene km:  175 + Testfahrt 24 km        Gesamt:   7.805 km

Chengdu – Mio Xiang

 

 

Sonntag,   3. April 2011   35. Tag   (60.)

 

6.30 Uhr aufstehen, 9°. Ich habe Kreislaufprobleme, warum auch immer. Um 8.00 Uhr fahren wir ab. Heute ist die Strecke nicht allzu schwierig und deshalb sitze ich vorne und Andy hinten. Unsere 1. Pause machen wir bei einem Stausee, auf dessen Parkplatz Yaks zum Fotografieren postiert sind.  Wir sind hier bereits auf einer Höhe von 2.260 m. Es wird kühler. Die Stadt Songpon, die wir mach 138 km um 10.30 Uhr erreichen ist auf einer Höhe von 2.860 m. Hier haben wir nur noch 4,5°.

Wir haben das Gefühl, wir durchfahren eine Wüstenlandschaft.  Die Berge sind kahl, braun, grau ohne Bäume oder Sträucher. Auf den Bergspitzen liegt frisch gefallener Schnee, wahrscheinlich in der letzten Nacht.

Um 11.30 Uhr erreichen wir die höchste Stelle auf diesem Hochplateau mit 3.840 m. Bis hierher haben wir 200 km gefahren. Wir hatten befürchtet über Eisplatten fahren zu müssen. Aber das ist uns erspart geblieben. Aber um 12.10 Uhr hält uns ein anderes Mißgeschick auf. Toni meldet einen platten Reifen. Ungeschickterweise ist es auf offener Strecke. Kein Haus, keine Tankstelle, nicht mal eine Ausweichstelle.  Wir bleiben einfach auf der Straße stehen. Das gibt uns Zeit für eine Mittagspause. Andy hat hier keine Möglichkeit sich eine Mahlzeit zu besorgen.  Also mache ich für uns eine chinesische, schnelle Nudelsuppe. Trotzdem habe ich Schwierigkeiten mit dem Kreislauf. Deshalb lege ich mich anschließend nach hinten ins Bett, nur mal zur Probe. Aber es geht sehr gut bei der Weiterfahrt. Hier ist es schön warm für mich. Was geht mich die Welt da draußen an? Immer bei den Pausen stehe ich auf. Ich schaue nach draußen und sehe, daß wir mittlerweile im tibetischen Land angekommen sind. Wir sind auf einer Hochebene angelangt. Der Menschenschlag hier ist ein ganz anderer.  Die Männer sehen wilder aus, die Frauen tragen die Kleidung der Hochländer. Mir ist bewusst, daß wir ganz nahe an der Geburtsstätte des derzeitigen 14. Dalai Lamas sind. In den Landkarten sind die Ortsnamen inzwischen auf Chinesisch eingetragen. Doch wer sich mit der Geschichte des „Kundun“ beschäftigt, der weiß, in welcher Region sich diese Geburtsstätte befindet.

Natürlich machen wir unsere Pausen, 16.00 Kaffeepause, 17.20 Uhr tanken wir und um 18.35 Uhr kommen wir nach Xiahe, 2.930 m hoch, nach 601 km im Hotel Wangfu an. Kaum stehen wir auf dem Hinterhof des Hotels mit seinen Abfallhäufen, meldet Toni einen weiteren platten Reifen. Das bedeutet doch Glück im Pech. Unterwegs hätten wir nicht mehr weiter gekonnt, da wir keinen weiteren Reifen hatten. Eberhard fährt mit Toni, Andy und 2 Reifen zum Reparieren in die Stadt.  Die Temperatur ist drastisch gesunken und zwar auf 6,5°. Eberhard verkündet, daß nur die Ventile einen Schaden hatten. Der Abend ist gelaufen, wir sind sehr müde.               Gefahrene km:   601 km                   Gesamt:   8.406 km

Mio Xiang – Xiahe (Labrang-Kloster)

 

 

Montag,   4. April 2011   36. Tag   (61.)

 

Um 6 Uhr zeigt das Thermometer nur noch 1 ° an. Wir heizen bis zum Aufstehen um 7.30 Uhr. Draußen scheint die Sonne vom blauen Himmel . Um 9 Uhr fahren wir mit dem Taxi zum Kloster Labrang. Es sind nur wenige Kilometer und wir sind gleich da, aber das Kloster hat noch nicht geöffnet. Andy besorgt uns schon mal die Eintrittskarten dafür. Auf dem Platz davor treffen wir eine junge Architektin und ihren Freund aus Deutschland. Sie lebt und arbeitet schon 8 Jahre in China. Sie hat uns ein wenig Einblick in den chinesischen Aufschwung gegeben.

Um 9.30 Uhr können wir uns einer chinesischen Gruppe anschließen. Alleine darf hier niemand durch das Kloster gehen, die Tempel sind teils auch verschlossen. In den Tempeln ist das Fotografieren und Filmen verboten. Der Boden besteht aus Holzbrettern. Auch die Säulen sind aus ansehnlichen Baumstämmen gefertigt. Von der Decke hängen farbige Tücher, einfarbig und auch bestickt. Vor den Buddhafiguren brennen unzählige Butterlämpchen. Wir besuchen verschiedenen Häuser mit Altären und Figuren. Eines der Häuser ist größer als die normalen Tempel. Hier drinnen gibt es Studienplätze (Hörsaal) für die Mönche und Novizen. Lange Reihen mit Polstern auf denen die Studenten sitzen und ihrem Priester zuhören, meditieren oder ihre Gebete aufsagen. Eines der Gebäude beinhaltet wunderschöne Gebilde, allesamt aus Butter hergestellt und bunt bemalt: Gestalten, Buddhas, Bodhisattvas und Blüten. Daneben gibt es ein Museum mit verschiedenen sakralen Gegenständen. Wir halten uns 1 ½ Stunden insgesamt hier auf. Für den Rückweg zur Stadt nehmen wir Frauen ein Taxi. Die Männer treffen wir an der Brücke vor der Stadt wieder. Hier gibt es eine ganze Reihe von Gebetstrommeln, die man drehen kann. Auf diese Weise gelangen die Gebete in den Himmel zu unseren Fürsprechern. Gemächlich schlendern wir von einem Geschäft zum anderen und beschauen uns die Angebote und die Auslagen. Hier kaufen die Tibeter aus den höher gelegenen Dörfern ihren Bedarf an Stoff und anderen lebensnotwendigen Gegenständen ein. Interessant sind die dicken Stoffe für Röcke und Mäntel.

Für den Rest des Weges nehmen wir nochmal ein Taxi. Um 11 Uhr machen wir unsere Womos klar zur Abfahrt. Inzwischen haben wir 10,5°. Nach nur 2 km sind wir aus der Stadt und überqueren den Fluss. Bis zur Mautstelle haben wir 35 km. Ab hier fahren wir auf neuen Wegen. Es geht in die Richtung Lanzhou, auf der Autobahn allerdings mit einem Umweg verbunden. Sie macht zunächst einen großen Bogen nach Südosten, bevor sie nach Nordwesten schwenkt.

Die Mittagspause machen wir nach 102 km in Linxia. Die Landschaft verändert sich zusehends bei der Fahrt nach Lanzhou. Jetzt sehen wir die typischen Lößlandschaften. Bäche und Flüsse graben sich tief in die leichte Erde ein. Es entstehen Krater, Canyons, Schluchten, Abbruchkanten in denen sich auch mal Öffnungen von Höhlen befinden.

Bei der Einfahrt nach Lanzhou nimmt sich Andy ein Taxi und fährt voraus. Jetzt müssen wir nur schauen, daß wir ihn nicht verlieren in diesem Verkehrsgetümmel. Nach 239 km kommen wir um 15.40 Uhr am Eastern Hotel in Lanzhou an. Lanzhou liegt auf einer Höhe von 1700 m. Mit 19,5 ° ist es hier auch angenehm warm. Hier versucht schließlich auch die Sonne durch zu kommen.

Die Gruppe ist noch unterwegs und wird erst um 17.00 Uhr eintreffen, wie uns Andy nach einem Anruf bei Mark versichert. Auf der anderen Straßenseite sehen wir einen Supermarkt und gehen auch gleich einkaufen. 1 Stunde später ist die Gruppe wieder vereint und alle sind zufrieden. Mark lädt daraufhin alle in die Garküche zum Nudeln essen ein. Nach einem schönen Nudelessen kommt Andy um mit uns abzurechnen. Er bekommt von uns 3 Tage Begleitung, den Flug und den Rückreisetag bezahlt.

Gefahrene km:   239              Gesamt:   8.645 km

Xiahe – Lanzhou

 

 

Dienstag,   5. April 2011   37. Tag  (62.)

 

Wir stehen um 7 Uhr auf bei 9° ist heizen angesagt. Mir geht es immer noch nicht gut. Um 9 Uhr fahren wir mit dem Bus zum Provinzmuseum von Lanzhou. Es befindet sich gegenüber dem Friendship Hotel, bei dem wir 2005 gestanden haben. Eine große Anschauungstafel zeigt uns die verschiedenen Wege der Seidenstraße. Die Seidenstraße beginnt in der Stadt Xian und führt auf mindestens 3 Wegen nach Westen. Einmal durch den 1.600 km langen Korridor der Provinz Gansu, im Süden an der Taklamakan vorbei, einmal im Norden an der Taklamakan vorbei und dann durch die Mongolische Steppe. Dies ist die grüne Seidenstraße. Außerdem gibt es noch den Seeweg. Das Provinzmuseum beinhaltet geschnitzte Schriftbrettchen der Nachrichtentechnik, Töpferwaren aus Gräbern, einmalige Objekte der verschiedenen Seidenstraßen, Anschauungsmaterial über den Buddhismus und dann der Abguss der berühmten Bronzeskulptur „ Fliegendes Pferd von Gansu“.

Um 11.30 Uhr bringt uns der Bus zum Park mit den großen Wasserrädern. Damit wurde früher am Gelben Fluss oder Huang He, Wasser geschöpft, um die Felder zu bewässern oder um Mühlen anzutreiben. Leider fängt es hier an zu regnen. Ein Stück weiter schauen wir uns einen Daostischen Tempel an. (Nelles China S. 34-36)

Von einem Parkplatz aus schauen wir auf die Eisenbrücke über den Huang He, die unser Kaiser gestiftet hat. Es ist zu diesig und regnerisch, um Aufnahmen zu machen, schade. Wir fahren zurück zu unseren Wohnmobilen.

Am Nachmittag fahren wir mit 2 Taxis in die Stadt. Im Zentrum pulst es und die beiden Gruppen finden sich nicht mehr zusammen. Wir gehen die Fußgängerzone auf und ab, klappern die verschiedenen Einkaufszentren ab und finden keine Souvenirabteilungen. So begnügen wir uns mit Stoffen. Den Laden dafür kennen wir schon von unserer Einkaufstour 2005. 3 Stunden sind genug, um 18 Uhr sind wir zurück mit dem Taxi. Es ist kalt mit 8,7°.

Lanzhou, Eastern Hotel

 

 

Mittwoch,   6. April 2011   38. Tag  (63.)

 

Um 7 Uhr stehen wir auf bei 7°.  Im engen und winkligen Hotelhof zu drehen ist schwierig. Der Fahrer des Führungsfahrzeuges lässt auf sich warten. Deshalb Abfahrt um 9.10 Uhr. Wir haben 3 km durch die Stadt zu fahren, dann kommen wir zur Auffahrt auf die G 30. Es ist 9.25 Uhr. Frisch aufgetankt nach 11 km geht es weiter. Baustelle, Erdwälle, die es vorsichtig zu überfahren gilt. Es ist eine Schikane hoch 3. Ganz abgesehen von den Strecken, die ganz ohne Teerbelag sind, wellig, matschig und was weiß ich noch alles. Toni fährt sich auf dieser Strecke seine Einstiegstreppe kaputt. Unsere Autos sehen aus wie die Schweine.

Wir durchfahren eine ganz interessante Landschaft, die sogenannten Lößberge. Die Temperatur ist auf 4,5° gesunken. Um 12 Uhr, nach 114 km bei Yengdong, sehen wir eine Möglichkeit von der Baustellen-Strecke abzufahren für eine Mittagspause. Wir befinden uns meistens auf einer Höhe von 2660 m und haben eine Temperatur von 1,5°.

Wir sind glücklich als wir um 15.10 Uhr, nach knapp 110 km Baustellenabschnitte hören, daß die Baustellen nun zu Ende sind. Bis zu diesem Punkt haben wir 180 km gefahren. Wir sind auf einer Höhe von 2.800 m mit Temperatur – 2,5°. Jetzt fahren wir recht flott und kommen um 17 Uhr, nach 281 km in Wuwei, Hotel Tianma an. Die Stadt hat sich verändert in den letzten 6 Jahren. Keine Straße, kein Hotel oder Geschäft können wir wieder erkennen. Der Bauboom hat auch hier zugeschlagen. Das Hotel empfängt uns mit einem „Herzlich Willkommen, der Deutschen Campergruppe“  auf einer Tafel neben dem Eingang.

Gefahrene km:   281               Gesamt:   8.926 km

Lanzhou – Wuwei, Hotel Tianma

 

 

Donnerstag,   7. April 2011   39. Tag  (64.)

 

Um 6.30 Uhr stehen wir auf bei 4°. Um 8.15 Uhr ist schließlich Abfahrt. Links und rechts von der Straße liegen 2 Gebirge im Morgendunst. Ganz abgesehen davon, daß es hier in China ja meist dunstig ist. Allmählich werden die Gipfel auch höher und sehen überzuckert aus. In der letzten Nacht hat es in Wuwei geregnet, hier hat es geschneit. Das Thermometer geht herunter, erst 0,5°, dann  -5° auf 2.500 m Höhe. Wir befinden uns auf einer Hochebene. Auf der Straße ist manchmal sogar Eis zu sehen.

Um 10.40 Uhr, nach 160 km halten wir an einem Stück alter Lehmmauer.  Sie ist ein Überbleibsel von der großen Mauer. Die Türme sind gerne 5 m hoch und auch die Mauer hat eine ansehnliche Höhe erreicht. Es wird wieder wärmer und um 11.45 Uhr halten wir nach 229 km bei 4° unsere Mittagspause. Die heutige Strecke ist wieder sehr lang.

Auf manchen Strecken sind die Bauern dabei die Felder zu bestellen. Dann sehen wir nur wüstenähnliches Gebiet. Hier wächst nichts. Es gibt nur Dreck und Steine. Um 16.40 Uhr kommen wir nach Jiayuguang zum Chang Cheng Hotel. Wir erkennen das Hotel an dem interessanten Aufbau. Ein kleiner Pavillon erhebt sich über dem Dach des Hotels. Der Parkplatz ist sehr groß, wird aber auch von Lkws, Bussen und Baustellenfahrzeugen genutzt zum Parken am Abend. Wir sind hier auf einer Höhe von 1700 m.

Heute gibt es ein Perestroika-Essen im Hotel. Anschließend machen wir uns zu einem Spaziergang auf. Dabei erstehen wir Bananen und eine Ananas. Es hat wieder abgekühlt auf 5,3° am Abend.

Gefahrene km:    467              Gesamt:   9.393 km

Wuwei – Jiayuguan, Hotel Chang Cheng

 

 

Freitag,   8. April 2011   40. Tag   (65.)

 

Um 7.30 Uhr stehen wir auf bei – 1°. Wir haben Zeit, um 10 Uhr fahren wir mit unseren Wohnmobilen zu einem Fort mit chinesischer Lehmmauer.  Wir haben  nur 20 Minuten zu fahren für die 5 km. Es ist ein sonniger Tag heute, aber sehr kalt. Der Wind pfeift uns um die Ohren, als wir vom Parkplatz zum Fort wandern. Es hat sich hier ja einiges geändert. Der Parkplatz ist 10 Minuten Fußweg vom Fort entfernt.

Dieses Fort war als Verteidigungsanlage sehr gut konzipiert.  Nach dem Bezwingen des 1. Tores, stand der Feind in einem engen rechtwinkligen Raum, der von oben sehr gut mit Pfeil und Bogen verteidigt werden konnte. Die Mauern sind sehr hoch und nicht ohne weiteres zu ersteigen. Wir begeben uns in den inneren Teil und umwandern auf dem Wehrgang den großen Teil der Burganlage. Das Heer lagerte hier sehr wahrscheinlich in Zelten. Denn feste Aufbauten waren hier zu wenige vorhanden für so viele Krieger. Nach knapp 2 Stunden Besichtigung fahren wir mit den Mobilen zu einem Mauerstück, das teilweise noch erhalten war und aber in den letzten Jahren (bereits vor 2005) wieder restauriert wurde. Zunächst machen wir unsere Mittagspause auf dem Parkplatz. Dann ersteigen wir die Mauer, aber nicht alle gehen bis oben hin.

Nachdem Maria und Beatrice schon 20 Minuten später die Mauer ersteigen und bis oben hin gehen, nachdem schon wieder alle unten sind, weigert sich die Gruppe länger als vorgesehen auf die Beiden zu warten. Wir bekommen aber die Möglichkeit, unsere Mobile direkt vor der Mauer zu fotografieren. Das dauert natürlich 15 Minuten. Aber dann fahren wir ab, lassen ihr aber den örtlichen Führer zurück. Auf dem Rückweg tanken wir unsere Fahrzeuge für die Weiterfahrt.

Gefahrene km       29              Gesamt:  9.422 km

Jiayuguan, Hotel Chang Cheng

 

 

Samstag,   9. April 2011  41. Tag   (66.)

 

Um 6.30 Uhr aufstehen bei 3°. Um 8.35 Uhr hat uns die Autobahn wieder. Zusehends wird die Landschaft wüstenähnlicher. Die Bauern versuchen natürlich überall noch etwas anzubauen, aber das wird immer schwieriger in diesem Gelände, das nur noch Steine und trockene Erde hervorbringt.

Wir kommen sehr gut voran, bis wir ca. 3-4 km vor der Mautstelle in einen Stau geraten. Vor uns stehen in 2 Spuren Lkw an Lkw. Es geht zwar immer schubweise voran, aber wir können nicht erkennen, ob an der Mautstelle richtig gearbeitet wird. Bald kommt des Rätsels Lösung. Viele der Lkws sind überladen und weigern sich die erhöhte Maut oder Strafe zu bezahlen. Diese Diskussionen führen schon sehr lange zu diesen langen Warteschlangen. Die Pkws, die dazwischen geraten, werden 1 km vor der Mautstelle auf die Gegenfahrbahn ausgeleitet. Deshalb ist der Vorwärtsschub überhaupt zu spüren. Als wir an die Reihe kommen, haben wir für 3-4 km 2 Stunden benötigt. Allerdings haben wir schon mal etwas gegessen während der langen Wartezeiten. Damit unserer Führungsfahrzeug auch noch die Möglichkeit hat etwas zu essen, halten wir gleich an der nächsten Tankstelle für 15 Minuten. Wir haben jetzt noch etwa 120 km zu fahren. Auf der Karte ist diese Strecke eine gelbe Landstraße. Sie ist aber sehr gut ausgebaut. 2005 war sie im Bau und wir konnten sie damals nicht befahren.

Mittlerweile ist hier die Nähe der Taklamakan-Wüste deutlich zu sehen. Hier wächst schon nichts mehr. Nur vereinzelt sehen wir Grabstellen in der Wüste.

Nach 368 km kommen wir um 15.45 Uhr in Dunhuang an. Wir stehen diesmal beim Hotel Dunhuang. Diesen Namen gibt es aber in der Stadt leider öfters. Die Hotels sind also nicht am Namen zu unterscheiden. Die einzige Unterscheidung liegt in der Örtlichkeit, dem Straßennamen. Unser Hotel liegt gleich hinter dem Eingangstor von den Mogao-Grotten kommend. Das eigentliche Hotel liegt auf der linken Straßenseite. Der 2. Teil ist auf der rechten Seite. Dorthin werden wir geleitet. Hier stehen nochmal 2 Hotelkomplexe, die dazu gehören. Wir haben einen schönen, geräumigen, und ruhigen Stellplatz. Der ganze Hof ist mit Platten ausgelegt. Schnell sind die elektrischen Leitungen verlegt und wir haben Pause. Mit 22 ° ist es angenehm warm geworden. Wir setzten uns alle in die Sonne mit Getränken und Strickzeug meinerseits.

Um 18 Uhr treffen wir beide uns mit Mark. Wir gehen gemeinsam zum Essen. In einer Seitenstraße finden wir eine akzeptable Garküche. Hier gibt es Fleischspieße, Gerichte mit Fleisch und Gemüse gemischt und dazu Reis. Teilweise hat es eine gewisse Schärfe. Auf dem Rückweg erstehen wir auf dem Nachtmarkt 2 Holzscheiben mit Kamelen drauf und Apsaragebilde. Das hat sich Mark gewünscht. Ein Buchhändler spricht uns auf Deutsch an. Er hat es auf der Universität gelernt. Bei ihm finde ich ein Märchenbuch aus China auf Deutsch, in Beijing gedruckt.

Wir gehen nochmals los, um unser Hotel von 2005 zu finden. Aber wir werden nicht fündig.

Gefahrene km:    368              Gesamt:    9.790 km

Jiayuguan – Dunhuang, Hotel Dunhuang, Nr. 14 Yangguan East Road

 

 

Sonntag,   10. April  2011   42. Tag   (67.)

 

Wir stehen um 7 Uhr bei 5,5° auf. Bereits um 8.30 Uhr holt uns der Bus ab zur Fahrt zu den Mogao-Grotten ab. Eigentlich sollte die Führung schon um 9 Uhr beginnen. Aber wir stehen bereit und niemand kommt, der deutsch spricht. Schließlich beginnt unsere Führung um 10 Uhr mit einer jungen Dame, die uns ca. 10 Grotten  zeigt und erklärt. Fotografieren ist allerdings nicht erlaubt.

Die Grotten entstanden bereits ab dem 1. Jh. Vor Christus. Ihre Blütezeit erfuhren sie zwischen 600 – 700 n. Chr. Ab dem 15. Jh. Wurden die Grotten aufgegeben oder sogar teilweise zerstört. Der Islam trat die Vorherrschaft an und diese Religion duldet keine Bildnisse, auch nicht von Buddha. Deshalb wurden die Bilder mit Lehm beworfen. In den Jahren 1900 -1914 wurden einige der Fresken von den Entdeckern entfernt und nach Europa mitgenommen. Den Rest erledigte die Kulturrevolution. Von den  737 Grotten sehen wir gerade mal 10.  Die Grotte Nr. 33 hat ein Gewölbe mit Buddha-Fresken aus dem 1. Jh. Vor Chr. Hier sind Schüler und Bodhisattvas von Buddha abgebildet. Bodhisattvas sind Schüler, die schon eine bestimmte Stufe der Erleuchtung erreicht haben. Als letzte Grotte sehen wir einen liegenden Buddha, der sogenannte Nirwana-Buddha. Kopf und Füße sind von Ost nach West ausgerichtet.

2 Stunden dauert diese ausführliche Besichtigung. Um 12.15 Uhr bringt uns der Bus zurück zum Hotel. Wir haben den ganzen Nachmittag frei. Mit 21 ° ist es schon ganz schön warm.

Erst um 15.00 Uhr fahren wir mit dem Bus zu den Dünen raus und zum Mondsichelsee. Auf dieser Straße entdecken wir unser Hotel Dunhuang, bei dem wir 2005 gestanden haben. Fast 500 m vor dem Eingang wird der Bus abgestellt und wir gehen zu Fuß. Als 1. erwarten uns Kamele, die ca. 1 Stunde in den Dünen eine Runde drehen. Zum anderen könnte man mit einem Quadt eine Runde drehen. Wir lassen uns mit einem Shuttle nach hinten fahren. Dort ist es nicht mehr weit zur Pagode am Mondsichelsee. Fast alle Männer ersteigen die Düne hinter der Pagode. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Mondsichelsee. Es ist ein Phänomen. Dieser See hat die Form einer Mondsichel und wird niemals von der Sanddüne zugeschüttet.

Der Aufstieg auf die Düne ist sehr schweißtreibend und anstrengend. Ich schaffe es nicht. Um 17.45 Uhr bringt uns der Bus zurück zum Hotel.

Hotel Dunhuang

 

 

Montag,  11. April 2011   43. Tag   (68.)

 

Wir heizen am Morgen, es ist sehr frisch. 7.30 Uhr aufstehen. Um 9.30 Uhr fahren wir mit dem Wohnmobil etwa 1 km und können hier die Gasflaschen auffüllen. Anschließend werden alle Wohnmobile abgespritzt. Jetzt ist der gröbste Dreck wieder weg. Jetzt kann neuer Dreck drauf.

Um 18.30 Uhr gehen wir gemeinsam zur Fußgängerzone zu den etwas gehobeneren Garküchen. Hier im „River“ gibt es Nebenzimmer für kleine Gruppen. Dort gibt es ein Perestroika-Essen. Mark hat 6 Fleisch- und 4 Gemüsegerichte, 1 Suppe bestellt.

Hotel Dunhuang

 

Dienstag,  12. April 2011   44. Tag  (69.)

 

Bereits um 6 Uhr stehen wir auf bei 9,7° Draußen ist es noch dunkel.

Unser Führungsfahrzeug möchte heute noch zurück nach Lanzhou fahren und wir haben schlechte Wegstrecke zu erwarten. Deshalb fahren wir schon um 7.36 Uhr in Dunhuang ab. Wir haben unsere Fahrzeuge vollgetankt und fahren bis 10.35 Uhr 125 km, kleine Pause. Bei km 130 beginnt die Baustelle. Mal haben wir 1, 2, 4 km Buckelpiste oder Teerbelag mit riesigen Löchern. An einer schwierigen Stelle hat Manfred Probleme mit seinem Auto, die Stoßstange bleibt hängen. Bei km 213 haben wir endlich die Baustellen hinter uns und das nächste Führungsfahrzeug erwartet uns. Bei einer Tankstelle machen wir nun erst mal unsere Mittagspause auf einer Höhe von 1800 m, Temperatur 25°. Uhrzeit: 13.50 – 14.50 Uhr. Die Straße ist nun in Ordnung. Als wir um 16.15 Uhr eine Kaffeepause einlegen, fehlt Maria plötzlich. Gerade war sie noch im Funk zu hören und nun ist sie weg. Mark im Führungsfahrzeug und wir fahren zurück. Zum Glück geht es nicht allzu weit. Ihr ist der Motor stehen geblieben. Die Polizei steht auch schon dabei, kann aber nicht helfen. Nun wird Manfred noch dazu geholt und die Männer nehmen sich des Problems an. Nach gut 1 Stunde läuft der Motor wieder und wir können weiter.

Um 19.15 Uhr kommen wir nach Hami. Auch hier hat sich alles verändert. Wir erkennen die Stadt nicht wieder. Breite Alleen nehmen den Verkehr auf. Überall gibt es neue Hochhäuser, oft noch nicht einmal bezogen. Wir biegen nach links ab und kommen zum Hotel „Hami“. Erst hier erkennen wir den Standort von 2005 wieder. Der Hof hat sich aber in einen blühenden Garten verwandelt. Damals standen wir auf einer verdreckten Fläche. Wir stehen in Hami ca. 800 m hoch, Temperatur 24°.

Gefahrene km:    415              Gesamt:   10.207 km

Dunhuang – Hami, Hotel Hami

 

 

Mittwoch,  13. April 2011   45. Tag  (70.)

 

Auch heute ist wieder ein Fahrtag. Wir stehen um 7 Uhr auf bei 9°. Die Sonne scheint schon. Wir fahren um 8.35 Uhr am Hotel ab. Auf dem gleichen Wege verlassen wir Hami wieder, biegen allerdings nach 7 km am Kreisverkehr nach links ab in Richtung NW. Um 9.40 Uhr, nach 35 km kommen wir auf die Autobahn G 30, allerdings nur 1 spurig zu befahren. Sie ist noch nicht fertig. Inzwischen ist es 18,5° warm geworden. Wir durchfahren ja bereits den Beginn der Wüste Taklamakan. Weite Strecken sehen wir nur Dreck und Steine. Im Norden erscheinen im Dunst hohe Berge, lt. Karte hat einer davon 4.267 m.

Um 12.05 Uhr machen wir nach 201 km unsere Mittagspause. Es ist wunderbar warm und sonnig. Wir gönnen uns eine Stunde. Am Nachmittag machen wir eine weitere Pause bei Melonenständen. Wir werden allerdings vor dem Kauf gewarnt. Sie werden manchmal angestochen und gewässert, damit sie frisch bleiben. Dann schmecken sie nicht mehr gut.

Auch die Einfahrt nach Turpan hat sich verändert. Um 16.50 Uhr fahren wir am Hotel „Turpan“ vor. Die Traubenpergola an der Einfahrt hat sich nicht verändert. Wenigstens etwas erkennen wir nun wieder. Wir stehen hier auf einer Höhe von 25 m bei 33°.

Um 18.30 Uhr gehen wir mit 7 Personen zum Essen über die Hauptstraße. Auf der anderen Seite gibt es genauso eine Traubenpergola. Dort sind einige Garküchen. Wir nehmen Nudeln mit Fleisch und Gemüse. Später sitzen wir vor den Mobilen bis 23 Uhr. Temperatur: 25/29°.

Gefahrene km:  406                Gesamt:   10.613 km

Hami – Turpan, Hotel Turpan.

 

 

Donnerstag,  14. April 2011   46. Tag   (71.)

 

Aufstehen um 7.30 Uhr bei 18,5°. Mit dem Bus fahren wir um 9.30 zu den Ruinen der Lehmstadt Jiaohe Gucheng. 2 Stunden durchwandern wir die antike Stadt und hören von unserem Führer Li interessante Ausführungen.

Weiterfahrt mit dem Bus um 12 Uhr zu den Karez. Zunächst erklärt uns Li im Museum die Geografie dieser Landschaft um Turpan. Die eigentliche Oase liegt 154 m unter dem Meeresspiegel. Die Karez sind Wasserkanäle, die von den Bergen das Wasser in die Oase bringen. Alle 25-30 m gibt es einen Kontrollschacht, der mit Holz abgedeckt wird. Unzählige solcher Karez durchziehen die Landschaft und überall sind die Erdhügel zu sehen. Beim Museum können wir Rosinen kaufen. Wir sehen zu spät, daß die Bauern auf der anderen Straßenseite sie viel billiger anbieten.

Schließlich fahren wir in die Stadt zum Supermarkt und kaufen von 13.45 – 14.15 Uhr ein. Um 14.30 Uhr sind wir wieder am Mobil bei 31°.  Auf dem Weg zur Stadt haben wir 2 große Fladenbrote gekauft. Sie schmecken ganz frisch so wunderbar. 

Am Nachmittag bringt uns Mark besondere Rosinen und Nüsse zum Probieren. Am Abend gehen wir mit Monika und Toni nochmal zum Essen und anschließend um die Häuser.  Als wir zurückkommen ist es immer noch warm mit 29°. Also bleiben wir vor den Mobilen sitzen. Nach und nach kommen alle Reiseteilnehmer noch dazu. Wir gehen alle erst um 23 Uhr in die Womos.

Turpan,

Hotel Turpan

 

 

Freitag,   15. April 2011   47. Tag   (72.)

 

Wir stehen heute erst um 8 Uhr auf. Mit 21° ist es schon ganz warm. Um 9.30 Uhr holt uns der Bus ab. Wir fahren zu den Bezelik-Grotten. Bezelik bedeutet: inmitten eines Berges. Auf dem 45 km langen Weg dorthin halten wir bei den Flammenden Bergen zum Fotografieren an. Sie sind ca. 100 km lang und erstrecken sich von Ost nach West. Die Breite beträgt ungefähr 30 km.

Die Grotten sind in den Steilhang eines Flusstales eingelassen. Tief unten im Tal haben die Bauern schon allerlei angepflanzt, was schon grün sprosst. Nur wenige der Grotten sind zugänglich und sehr spärlich sind die Fresken vorhanden. Die Grotten haben alle ein Gewölbe, das mit Buddha-Bildern ausgestattet sind. Nach 1 Stunde Besichtigung steigen wir die Stufen wieder nach oben. Jetzt ist unser nächstes Ziel das Minarett von Imi, im Osten der Stadt Turpan. Auf dem Weg dorthin, halten wir kurz bei einem Rosinenbauer. Dort bekommen wir Tee und Rosinen zum Probieren. Hier können Feste gefeiert werden.

Das Minarett ist 37 m hoch. Das Minarett verjüngt sich nach oben und durch unterschiedliche Anordnung der Ziegelsteine wurden 15 verschiedene Muster erreicht.  Die Treppe im Innern ist nicht mehr begehbar.

Turpan hat nur 200.000 Einwohner. Für chinesische Verhältnisse eine sehr kleine Stadt. Überall beginnen die Trauben auszuschlagen und die Bäume der Alleen sind schon richtig maigrün.

Am Abend fahren wir mit 2 Taxis und unserem Führungsfahrzeug zu einem Rosinenbauer. Wir haben am Vormittag ein Gruppenessen bestellt. Dazu gibt es Folklore. Hier wird uns bewusst, daß wir nun bei den Uiguren angekommen sind. Dieser Menschenschlag hat nichts mehr mit Chinesen zu tun. Eher sind sie mit den Kasachen verwandt.

Um 21.30 Uhr, es ist schon sehr dunkel, versuchen wir Taxis zu bekommen, die uns zurück bringen. Sicherheitshalber gehen wir schon mal bis zur Kreuzung unter die Laternen, damit man uns besser sehen kann. Trotzdem dauert es einige Zeit, bis alle wieder zurück am Platz sind. Hier ist es immer noch schön warm mit 27°.

Turpan, Hotel Turpan

 

 

Samstag,  16. April 2011   48. Tag   (73.)

 

Aufstehen um 7.15 Uhr bei 20°.  Marias Auto muckt schon beim Abfahren um 9 Uhr. Nach 11 km biegen wir auf die Autobahn G 30 West ein. Nach 39 km biegen wir nach SW ab. Jetzt geht es ganz langsam ins Gebirge. Um 11.15 Uhr machen wir auf einer Höhe von 1380 m nach 116 km eine kleine Fotopause.

Bei der Weiterfahrt streikt Marias Auto. 3 Autos sind schon fast 2 km weiter und Maria kommt nicht. Nach einiger Zeit entschließen sich die Experten zu Fuß zurück zu gehen, denn die Fahrbahn ist nur für eine Richtung. Maria hat Glück, ein Lkw-Fahrer nimmt sie ins Schlepptau. Er versucht sie bis zum Pass mitzunehmen. Unterwegs bemerken wir, daß die Bremsen qualmen. Ohne Motor öffnen sich die Bremsen nicht. Also muss sie wieder abgekoppelt werden. Der Lkw-Fahrer versteht sich auf Motoren und versucht das Problem zu beheben. Und er schafft es. Nach 4 Stunden Aufenthalt an verschiedenen Stellen läuft Marias Auto wieder. Alle sind erleichtert. Um 15.15 Uhr geht es dann weiter. Zunächst erklimmen wir den Pass mit 1750 m. Die Strecke ist wirklich wunderschön durch das Gebirge. Auf der anderen Seite läuft die Autobahn dann wieder zusammen. Den Rest der Strecke haben wir auch Autobahn. Es ist schon größtenteils Wüstenregion.

Um 19.00 Uhr kommen wir nach Korla, zum Hotel Bayinguoleng. Wir erkennen das Hotel wieder, vor 6 Jahren haben wir hier im hinteren Teil des Hotelparks schon gestanden. Rund herum sind Hochhäuser dazu gekommen. Sie sind zum Teil noch nicht fertig.

Gefahrene km:    376              Gesamt:   10.989 km

Turpan – Korla, Hotel Bayinguoleng

 

 

Sonntag,  17. April 2011   49. Tag   (74.)

 

Bei 19,8° stehen wir um 8.30 Uhr auf. Wir haben heute einen freien Tag. Draußen ist es sehr windig. Die Bäume lassen ihre trockenen Ästchen fallen.

Gleich nach dem Frühstück bereite ich einen Brotteig vor. Nebenbei kann ich Tagebuch schreiben. Nach unserer Mittagspause gehen wir um 14 Uhr in den nahegelegenen Supermarkt.  Mark wollte mit uns mit dem Taxi zu einem Supermarkt fahren. Aber Monika und Toni haben einen Markt ausfindig gemacht, der keine 500 m von unserem Hotel entfernt ist. Wir besorgen Fleisch und Salatzutaten. Wir wollen morgen in der Wüste grillen.

Mark, Alfred und Pauls verabschieden sich zum Nachtmarkt und essen.  So bleiben wir zu viert übrig. Zu Fuß ist es zu weit zum Nachtmarkt. Gemeinsam gehen wir in Richtung der Innenstadt und finden eine Fußgängerzone mit Ladenstraße. Allerdings gibt es  hier keine Lokale. Schließlich werden wir auch fündig. Das Restaurant hat eine Karte mit Bildchen. Das bedeutet aber noch nicht, daß immer alles klar definiert werden kann. Wir bekommen mehrere Platten, die heiß gehalten werden. Das wäre nicht nötig, denn sie sind so schon sehr hot oder spicy.

Auf dem Rückweg gehen wir nochmals durch die Ladenstraße. Gemütlich gehen wir wieder zurück zum Hotel und setzen uns vor die Mobile. Es ist 21 Uhr, 23/23°.

Korla, Hotel BayingHH

 

 

Montag,   18. April 2011  50. Tag  (75.)

 

Wir stehen spät auf, erst um 8 Uhr bei 19°. Um 10 Uhr ist die Abfahrt in die Wüste. Allerdings fahren wir zunächst nach Norden auf die Autobahn, biegen nach Westen ab und fahren einen riesigen Bogen. Wir wollten eigentlich auf der Landstraße fahren, damit wir durch die Salzlandschaft mit den Tamarisken kommen. Nun ja, viele Wege führen nach Rom. Jedenfalls haben wir bei unserem Abzweig nach Luntei eine lange Strecke Schotterpiste.

Am Nachmittag um 16.15 Uhr halten wir nochmals in einem Dorf um Fladenbrote einzukaufen. Es ist die letzte menschliche Ansiedlung, die wir kennen. Die Fahrt geht nun über einen Fluss, der zurzeit aber trocken ist. Ungefähr 32 km nach dem Dorf kommt der Kilometer-Stein 109. Dort haben wir einen idealen Platz gefunden, um ins Gelände zu fahren. Allerdings fahren wir zunächst noch weiter, um eventuell noch einen schöneren Platz zwischen den Dünen zu finden. Dies gelingt uns nicht. Bei den Dünen besteht keine Möglichkeit die Straße zu verlassen. Das Programm zur Aufforstung in der Wüste ist immer noch aktuell. Obwohl manche der Bewässerungsleitungen versandet scheinen. Die Pflanzen sind seit 2005 nicht besonders gewachsen.

Also wieder zurück und ab ins Gelände. Es ist mittlerweile 17.40 Uhr geworden. Mit 5 Fahrzeugen gelingt uns natürlich keine Wagenburg, aber wenigstens einen Halbkreis bilden unsere Fahrzeuge. Einige der Männer suchen sofort größere Steine für den Grill. Aber zunächst genießen wir die Einsamkeit und „Ruhe“. Einige Lkws brausen natürlich auf der Landstraße vorbei. Wir stehen auf festem Grund, nur Kies oder Schotter. Kein grüner Halm sprießt hier, es ist öde und leer und die Dünen sind leider unerreichbar weit weg.

Um 19 Uhr beginnen wir mit den Vorbereitungen zum Grillen. Die Frauen und Alfred bereiten die Salate vor: grüner Salat, Gurkensalat, Karottensalat, Kartoffelsalat und Tomatensalat. Eberhard richtet die Fleischstücke her. Monika und Toni haben heute ihren 45. Hochzeitstag. Da passt dieses Grillfest ganz wunderbar dazu. Wir genießen und sitzen noch lange nach Sonnenuntergang beisammen. Leider kommen die Sterne nicht heraus, dazu war es am Tage schon zu diesig. Wir sind ja schon froh, daß wir keinen Sandsturm bekommen haben. Am Morgen war der Wind noch ganz heftig.

Gefahrene km:   329               Gesamt:   11.318 km

Korla -  Wüstenstandort Wp. 159

 

 

Dienstag,  19. April 2011   51. Tag   (76.)

 

Aufstehen um 8.15 Uhr, wir können uns auch heute viel Zeit lassen. Die Temperatur beträgt: 17°. Die Sonne ist wieder verschleiert wie am Vortag.

Um 10.10 Uhr verlassen wir den einsamen Ort in der Wüste und fahren mindestens 65 km auf dem gleichen Weg zurück, immer nach Norden.  Dann biegen wir nach Westen ab. Nach 119 km sind wir wieder bei der Autobahn angekommen. Es ist 12.35 Uhr, wir tanken und machen eine Mittagspause. Anschließend versuchen wir auf der alten Straße weiter zu fahren, aber nach 16 km haben wir die Wahl zwischen Hoppelpiste durch Sand, oder eine steile Auffahrt durch Sand auf die Autobahn, aber natürlich auf die Gegenfahrbahn. Beide Alternativen sind uns zu gefährlich, deshalb wenden wir. Bei der nächsten Ortschaft, schon nach 4 km gibt es eine reguläre Autobahnauffahrt. Von der ferneren Landschaft haben wir leider nicht viel. Alles liegt unter einer Dunstglocke. Es sieht ständig aus, als wollte jeden Moment ein Sandsturm losbrechen.

Um 15.30 fahren wir in Kuche ein und kommen zum Hotel Ku Che. Es ist ein neuer Standort. Zum Glück steht das Hotel in einer Nebenstraße, denn unser Parkplatz ist nahe an der Straße. Das Hotel ist alt und verwohnt.

Um 19.30 Uhr besorgt uns Mark mit dem Fahrer einige Taxis. Mit denen fährt die Gruppe zum Markt. Dort essen wir heute mal gemeinsam in einer Garküche. Mark bestellt für jeden 2 Fleischspieße, dazu gibt es Fladenbrote. Eberhard und ich, wir essen außerdem eine Maultaschensuppe gemeinsam. Hinterher gehen wir auf dem Markt spazieren. Es gibt so allerhand kurioses zu sehen. Wir nehmen Obst mit und fahren mit einem Taxi wieder zurück. Nicht jeder Taxifahrer kann das Hotelkärtchen lesen. So passierte es 3 Frauen, daß sie plötzlich 4 km außerhalb der Stadt sich widerfanden. Sie haben den Taxifahrer aber zur Umkehr bewegen können.

Gefahrene km:   218               Gesamt:    11.536 km

Wüstenstandort – Kuche, Hotel Ku Che

 

 

Mittwoch, 20. April 2011   52. Tag   (77.)

 

8.00 Uhr aufstehen bei 19/23°. Nach dem Frühstück bleibt noch Zeit, etwas Tagebuch zu schreiben. Um 10 Uhr verlassen wir den Hotelhof, fahren durch die Stadt zur Autobahn, die wir nach 10 km erreichen. Beinahe hätte unser Guide die Auffahrt verpasst und wir wären irgendwo im Norden gelandet. Die Autobahn ist noch nicht durchgängig fertig. Mal werden wir auf die alte Straße geschickt, dann finden wir uns zwischen den beiden neuen (noch nicht fertigen) Fahrbahnen wieder. Dazwischen gibt es weite Strecken die mit Schlaglöchern übersät sind und nicht geteert sind. Unsere Mittagspause machen wir nach 142 km inmitten einer Baustelle bei einem Polizeiposten. Die Bergkette im Norden ist kaum zu sehen. Sosehr ist die Luft mit Staub gesättigt. Bei km 194 tanken wir noch 30 km vor der Stadt.

Wir kommen durch viele Dörfer, die den Eindruck vermitteln, sie leben noch im Mittelalter. Die Häuser sind oft noch aus Lehm gebaut. Um die Häuser sammelt sich der ganze Unrat. Auf den Straßen sieht man die Eselskarren, mit denen die Menschen zum Markt fahren oder auch aufs Feld. Nachdem wir hier im muslimischen Land sind, tragen die Frauen natürlich Kopftücher, vielleicht auch gegen den vielen Staub. Die Märkte in den Orten sind ein Kapitel für sich. Überall liegt das Angebot der Waren vor den Läden im Dreck und Staub. Die meisten Orte haben am Anfang eine ganze Ansammlung von Werkstätten für Lkws, Traktoren usw. Überall liegen die Teile und Reifen herum. Zwischen der Straße und den Gebäuden ist die Erde durchfurcht von den schweren Reifen der Lkws und es gibt außerdem Ölspuren. Es sieht sehr unappetitlich aus.

Etwas haben wir als gut empfunden, es wird überall aufgeforstet. Breite Pappelalleen gibt es inzwischen vielerorts. Jetzt im Frühjahr blühen auch Obstbäume in den Gärten.

Um 17.30 Uhr fahren wir in Aksu ein. Wir stehen beim Hotel Friendship. Es ist das gleiche Hotel wie 2005, allerdings erinnere ich mich nicht, Eberhard aber sehr wohl. Nun denn, alles wirkt herunter gekommen. Die Temperatur ist 27° und dabei windig. Wir sind froh, nicht in der Wüste stehen zu müssen.

Gefahrene km:   262               Gesamt:   11.798 km

Kuche – Aksu, Friendship-Hotel

 

 

Donnerstag,  21. April 2011   53. Tag   (78.)

 

6.30 Uhr aufstehen, der Wecker klingelt penetrant. Es ist noch dunkel und das Thermometer hat erst 11,4°. Um 8.00 Uhr Abfahrt ist die Abfahrt festgesetzt. Schon nach 5 km biegen wir auf die Autobahn ein. Zwischendurch haben wir 2 km Schotterpiste. Die Autobahn macht einen großen Bogen nach Urumqi. Wir verlassen die Autobahn und fahren nach SW. Bei km 61 verliert ein entgegen kommender Lkw Steine. Wir bekommen ein kleines Loch in der Frontscheibe. Bei der nächsten Gelegenheit, wir halten bei einem Dorf, bekommt das Loch einen Aufkleber, damit es nicht weiter reißt. Immer wieder kommen wir durch Dörfer. Hier geht das Leben noch seinen gemächlichen Gang. Uns begegnen Eselskarren, die Menschen gehen zu Fuß aufs Feld. Überall werden die Felder bestellt. Im Ortskern gibt es Fladenbrote und Getränke zu kaufen. Die kleinen Garagengeschäfte stellen ihre Ware halb vor die Türe, damit man das Angebot gleich übersehen kann. Bei km 174 bekommen wir nochmal eine 4 km lange Baustelle.

Bereits um 11.40 Uhr erreichen wir eine größere Ortschaft, Sanchakou,  mit vielen Garküchen an der Straße. Diese werden von den Fernfahrern gerne angenommen. Natürlich gibt es hier auch Hotels oder vielleicht eher Absteigen. Hier machen wir unsere Mittagspause. Es ist mit 21,5° schön warm geworden.

Auf der rechten Seite begleitet uns inzwischen ein gewaltiges Bergmassiv. Die Sonne lässt die Farben wunderschön leuchten. Wie eine Malerpalette erscheint uns die Region. Immer wieder nützen wir eine Pause, um Fotos zu machen von der veränderten Landschaft. Die Bergrücken kommen ganz nahe an die Straße und verlassen uns dann wieder, um in der Ferne zu verschwinden.

Nach der Kaffeepause, um 15.15 Uhr bauen wir unsere Funkgeräte aus. In der Region um Kashgar darf nicht gefunkt werden. Wir durchfahren nun wieder eine Wüstenregion. Bis hoch in den Felsen sind die Salzverkrustungen zu sehen. Seitlich sehen wir ab und zu ganz stattliche Windhosen. Bei km 428, ca. 43 km vor Kashgar bekommen wir wieder Autobahn. Wir kommen von Norden nach Kashgar und fahren ca. 20 km bis zu unserem Hotel. Wir erkennen es, denn hier haben wir vor 6 Jahren auch gestanden. Es ist das Blue Sky Seafood Grand Hotel in Kashgar.

Kashgar liegt auf einer Höhe von 1280 m, hat 360.000 Einwohner, in der Region sind es 3.800 000 Einwohner. Davon sind 80%  Uiguren, 10  % Chinesen und 10%  Tadschiken, Kirgisen und Kasachen. Es sind alles Turkvölker und keine Chinesen. Dadurch entstehen auch immer wieder politische Konflikte.

Zunächst haben wir Parkplatzprobleme am Hotel. Ein großer Teil des Platzes hinter dem Hotel ist an China Telecom vermietet. Des Weiteren gibt es Müllcontainer und Dohlen die schlichtweg stinken. Darum dauert es 1 Stunde bis alle zufriedenstellend einen Platz gefunden haben. Kashgar richtet sich in der Zeit nicht nach Peking. Das bedeutet für uns, die Uhren um 2 Stunden zurück zustellen. Also sind wir nicht um 16.40 Uhr angekommen, sondern um 14.40 Uhr. So bleibt uns ein langer, gemütlicher Nachmittag.

Um 18 Uhr geht ein Teil der Gruppe mit Mark zum Essen. Heute gibt es Reis mit Gemüse und dazu Fleischspieße. Das Restaurant sieht sehr sauber aus und wir beschließen, hier das Abschiedsessen zu veranstalten. Ab 20 Uhr sitzen wir vor den Wohnmobilen.

Gefahrene km:    476              Gesamt:   12.274 km 

Aksu Kashgar, Blue Sky Seafood Grand Hotel

IMG_8815.jpg IMG_8818.jpg IMG_8825.jpg IMG_8837.jpg IMG_8859.jpg
 3000m Höhe  3840m Passhöhe -6°  Yaks  Tibet ist nahe  Tibet ist nahe
IMG_8863.jpg IMG_8899.jpg IMG_8920.jpg IMG_9084.jpg IMG_9110.jpg
 Kloster Labrang  Kloster Labrang  Kloster Labrang  Willkommen in Wuwei  Das Ende der Mauer
IMG_9146.jpg IMG_9163.jpg IMG_9239.jpg IMG_9297.jpg IMG_9338.jpg
 Mauer  Mauer  Mondsichelsee Dunhuang  Autotransporter  
IMG_9479.jpg IMG_9517.jpg IMG_9568.jpg IMG_9625.jpg IMG_9667.jpg
 Turpan  Turpan  Wagenburg in der Wüste  Dein Freund und Helfer  Kashgar

 

Karfreitag,  22. April 2011   54. Tag    (79.)

Nach der neuen Zeit stehen wir um 7 Uhr auf. Das Thermometer zeigt 15°.

Um 9 Uhr holt uns der Bus mit dem deutschsprechenden Führer Abdul ab. Wir fahren zur Altstadt von Kashgar. Sie liegt auf einem Hügel und ist schon 2.000 Jahre alt. Viele der 200 Jahre alten uigurischen Häuser werden renoviert, teilweise oder ganz abgerissen und neu gebaut. Das finden wir sehr schön, daß sie im alten Stil wieder aufgebaut werden. Das bedeutet schöne, geschnitzte Fensterrahmen und kunstvolle Türen. Es werden keine Lehmhäuser mehr sein, überall auf den Baustellen liegen Ziegelsteine. Die Gassen sind eng aber dafür schattig. In der heißen Jahreszeit ist das sicher ein Vorteil.

Wir haben Glück und werden von einem Hausbesitzer spontan eingeladen, sein Haus zu besichtigen. Zunächst betreten wir einen kleinen Innenhof. Von dort führt eine Tür nach rechts. Hier ist ein Raum, der sowohl Küche als auch Aufenthaltsraum ist. Auf einem Podest sitzt die Hausfrau. Daneben steht eine kleine Wiege mit dem Enkelkind. Dahinter, in der Ecke befindet sich ein sehr schönes Büfett. Rechts davon ist eine andere Frau beschäftigt. Sie richtet das Gemüse für den Mittagstisch. Es gibt heute Plow, das ist Reis mit Gemüse im Wok gemacht. Die uigurischen Frauen beschäftigen sich alle im Haus, entweder mit Sticken, Teppichweben oder anderen Handarbeiten. Wir gehen zwischen dem Podest und einem weiteren bettartigen Aufbau hindurch.  Dahinter geht es in das Schlafzimmer. Der Boden ist mit Teppichen ausgelegt. Die Wände sind mit schönem Holz vertäfelt. Bilder der Moschee von Kashgar zieren die Wände. Allerdings besitzt das Zimmer keine Fenster. Auf einem kleinen Tischchen steht das Bild des Sohnes. Es ist ein Kinderbild und zwar im Sonntagsstaat bei seiner Beschneidung im Alter von 6 Jahren. Wir sind sehr beeindruckt. Es scheint eine reiche Familie zu sein. Wir sprechen eine Gegeneinladung aus, für die Besichtigung unserer Wohnmobile auf dem Hotelparkplatz.

Weiter geht unsere Besichtigung durch die Altstadtgassen. Dann kommen wir zu den Bazarstraßen. Die Handwerksbetriebe sind etwas sortiert. Alle Drechsler haben ihre Werkstätten nebeneinander. Dann kommen die metallverarbeitenden Handwerker. So geht es immer weiter. Für 5 Yuan erstehen wir ein Nudelholz. Es ist aus Aprikosenholz gefertigt. Für den größten Hunger kaufen wir einen Teigkringel. Er kostet nur 1,5 Yuan. Mit Sesam bestreut und inwendig mit Salz, schmeckt er ganz gut. Es gibt so viel zu sehen und zu bestaunen. Nach 2 Stunden kommen wir zur Idgah Moschee. Aber nun sind wir leider zu spät, es ist schon 11 Uhr. Nun ist sie für Besucher schon geschlossen, heute ist Freitag. Dafür fahren wir nun zum Handarbeit-Zentrum. Hier wird uns auf Englisch die Seidenweberei erklärt. Je nach Größe des Teppichs ist die Webzeit 8 – 12 Monate lang. Außerdem zeigt uns der Führer den Unterschied von Bergjade und Flussjade. Der angeschlossene Verkaufsraum ist riesengroß. Hier gibt es auch Wollteppiche, außer den Seidenteppichen in allen Größen. Jade in allen erdenklichen Formen als Schmuckstücke.

Das Geschäft liegt gegenüber unserem Hotel. Somit können wir zu Fuß zu unseren Mobilen zurückkehren. Um 12.30 Uhr machen wir Mittagspause.

Am Abend geht die Gruppe zum Nudelessen. Das ist nicht so weit weg. Es ist ein islamisches Lokal. Hier gibt es kein Bier, nur Tee. Wir sitzen im Garten zwischen zwei Häusern. Im Vorderen sind kleine Speiseräume und hier werden auch die Nudeln vorbereitet, sowie die Spieße gemacht. Nach dem Essen besichtigen wir das hintere Haus mit großen Speisesälen sowohl unten wie auch im 1. Stock,  die alle mit erlesenen Hölzern vertäfelt sind. Große runde Tische gehören hier zur Ausstattung. Hier werden Hochzeiten und Bankette gefeiert.

Kashgar, Blue Sky Seafood Grand Hotel

 

 

Kar-Samstag,  23. April 2011  55. Tag  (80.)

 

Heute wäre unser freier Tag, aber wir haben uns ein fakultatives Programm für 200 Yuan pro Person ausgesucht. Um 6 Uhr stehen wir auf bei 14°. Um 7.30 Uhr holt uns der Bus und Abdul unser Führer ab. Wir fahren den Karakorum-Highway ein Stück ins Gebirge. Es geht nach Süd – Südwest. Nach 45 Minuten halten wir in Opal an. Hier wird an der Straße Fladenbrot, Kringel, Wasser und andere Getränke verkauft. Weiter geht die Fahrt durch die Ebene, am Horizont erscheinen im Dunst schon die Schneeberge. An einer Flußbrücke machen wir den 1. Fotostop. Hier wälzt sich zu Regenzeiten ein großer Fluß aus einem Seitental in die Ebene, durch die wir kommen. Allmählich wird unser Tal etwas enger. Ein breiter Fluß und die Straße zwängen sich durch die Berge. Immer höher schraubt sich die Straße. Trotzdem überholen uns Lkws und auch von oben kommen unzählige Lastwagen. Sie transportieren eisenerzhaltiges Gestein. Schafherden und Yaks grasen auf den Hängen. Was die hier wohl noch zum Fressen finden? Plötzlich stehen wir in einem Stau. Wir sind an der Passkontroll-Stelle angelangt. Hier steigen wir alle aus und zeigen dem Posten unsere Pässe. Weiter geht die Fahrt ins Gebirge. Auf der rechten Seite passieren wir den Karabekter Tau mit 6.760 m und links von uns den schneebedeckten Kongur Shan mit 7.719 m Höhe. Weitere Fotostops folgen, unter anderem am Bulungkol-Stausee. Die schneeweißen Sanddünen spiegeln sich im Stausee wider. Hier erwarten uns Souvenirverkäufer auf ihren Mopeds mit Jade-Artikeln und antiken Gegenständen. Nicht alle sind von diesem Überfall begeistert. Der nächste Fotostop bietet Natur pur. Wir ersteigen einen kleinen Hügel neben der Straße, der uns einen wunderbaren Panoramablick in die Bergwelt bietet. Die Bergkegel oder Spitzen sind im ewigen Eis und Schnee. Verschiedentlich sehen wir Gletscher in der Ferne. Darüber erhebt sich ein blaues Firmament.

Um 12.30 Uhr erreichen wir den Karakul-Stausee. Kara bedeutet schwarz und Kol bedeutet See. Es ist ein großer Trinkwasserspeicher auf einer Höhe von 3.800 m. Um einen Teil des Sees ist ein Steg gebaut. Es werden Kamelritte angeboten und natürlich wieder jede Menge Souvenirs aus Jade. Wir nehmen zunächst einmal hier unseren Lunch ein. Danach machen wir einen Spaziergang zum See, wandern ein Stück auf dem Steg entlang. Hier gibt es jede Menge Salzfliegen, die uns umschwirren. Aus Steinen sind hier ein paar Skulpturen errichtet. Eberhard ersteht einen Jadestein.

Wir sind hier etwa 100 km von der pakistanischen Grenze, 20 km von dem tadschikischen Grenzübergang entfernt. Zu Afghanistan ist der Grenzübertritt gesperrt.

Die Toiletten hier sind unbeschreiblich. Mannshoch gezogene Ziegelmauern, dahinter ein riesengroßes Loch. Darüber liegen Bretter, die wiederum Zwischenräume haben. Solche Anlagen gab es vielleicht bei uns im Mittelalter.

Um 13.40 Uhr fahren wir wieder ab. Die Berge werden von der Sonne wunderschön beschienen. Wir schauen ja jetzt in die umgekehrte Richtung und haben die Sonne größtenteils im Rücken. Die Berge schillern in allen Grüntönen und Rottönen. Vorbei am Bulungkol-Stausee kommen wir um 15 Uhr zur Passkontrolle.

Bereits 15 Minuten später haben wir einen Aufenthalt. Vor uns wird ein Lkw geborgen, der am Morgen schon am Abhang lag. Er hat die Kurve nicht geschafft und ist über die Leitpfosten hinab gestürzt. Das Führerhaus ist total eingedrückt.

Bald sind wir wieder unten in der Ebene. 2 Stunden Fahrzeit durch kleine Dörfer und 2 kleinere Städte, dann sind wir um 17.20 Uhr wieder an unserem Hotel angelangt. Jetzt tut ein Bier vor den Mobilen gut. Am Abend gehen wir nochmals Nudeln essen. Wir persönlich lassen die Fleischspieße weg. Bei 23 ° lassen wir den Abend vor den Mobilen ausklingen.

Kashgar, Blue Sky Seafood Grand Hotel

 

 

Ostersonntag,  24. April 2011  56. Tag  (81.)

 

6.30 Uhr stehen wir auf, Temperatur heute 14°. Bereits um 8 Uhr holt uns Abdulah und der Bus ab. Wir fahren zunächst zur Idgah Moschee im Zentrum von Kashgar. 1440 wurde diese Moschee im Uigurischen Stil erbaut. Sie ist renoviert, die Holzsäulen sind grün gestrichen worden. Sie hat große Hallen, die nicht ummauert sind, sondern sich halb im Freien befinden. Der Boden ist natürlich mit Teppichen ausgelegt. Zum Mausoleum fahren wir weit außerhalb der Stadt. Das Mausoleum wurde  1640 erbaut und beherbergt 62 Särge aus der Qing Dynastie. Das ganze Ensemble umfasst außerdem noch eine Medrese (Koranschule) und eine Moschee. Auch hier wird die Außenanlage gerade renoviert. Nach 1 Stunde fahren wir zum Tiermarkt von Kashgar weiter. Hier geht es urig zu. Die Tiere werden kurz angebunden, z. B. die Schafe. Kühe, Stiere, Esel, Hunde und Katzen werden hier angeboten. Eine Besonderheit, die es hier zu sehen gibt, sind die Fettschwanz-Schafe. Sie haben am Hinterteil ein riesiges Fettpolster, das ihnen als Vorrat dient. Der Platz ist staubig und laut. Nach 1 Stunde haben wir genug gesehen und lassen uns nun zum Bazar fahren. Der Bazar ist größtenteils überdacht. Hier gibt es Souvenirs und Artikel für das tägliche Leben, Drogerie-Artikel, Stoffe, Decken, Schuhe und so weiter. Wir sind über die Mittagszeit dort und finden nur schwer etwas zum Essen. Schließlich finden wir einen trockenen Kringel. Anschließend fahren wir noch zum Supermarkt. Wir brauchen dringend für die nächsten 3 Tage noch Vorräte.

Unsere Pässe sind zwar noch nicht eingetroffen, aber wir wollen über den Torugart-Pass nach Kirgistan ausreisen. Auf kirgisischem Gebiet der Hochebene haben wir keine Chance etwas einzukaufen. Um 14 Uhr sind wir am Womo und lassen es gemütlich angehen.  Es ist schön warm mit 31°.

Um 19 Uhr gehen wir zum Abschiedsessen von China und Mark. Wir waren eine lange Zeit mit Mark zusammen. Schließlich hat er uns das 2. Mal durch China geführt und wir waren wieder 47. Tage beisammen. Der eigentliche Abschied kommt aber erst morgen, falls die Pässe rechtzeitig eintreffen. Der Abend klingt vor den Mobilen aus bei 21°.

Kashgar, Blue Sky Seafood Grand Hotel

 

 

Ostermontag,   25. April 2011  57. Tag  (82.)                       China / Kirgisien

 

Wir stehen um 6.45 Uhr auf. Die Temperatur ist schon auf 16° gestiegen. Heute wird es heiß in Kashgar. Wir würden gerne pünktlich abfahren, aber unsere Pässe sind noch im Flugzeug von Urumqi nach Kashgar. Jetzt haben wir noch eine Menge Zeit am Vormittag.

Plötzlich bringt Mark uns die Nachricht, daß wir um 11.30 Uhr abfahren zum Tanken und weiter zur Grenzabfertigung. Abdul wird uns begleiten und Mark fährt zum Flughafen, um die Pässe in Empfang zu nehmen. Mit dem Fahrer kommt er zur Grenzabfertigung nach.

Zunächst verlassen wir Kashgar auf dem gleichen Weg, wie wir gekommen sind. Es geht nach NO. Nach 20 km biegen wir an einer kreuzungsfreien Kreuzung zur Grenze ab. Nun ist unsere Hauptrichtung NW. Auf der Landstraße mit Pappelallee kommt uns ein großer Militärkonvoi entgegen.

Um 13.20 Uhr tanken wir nach 58 km in der Stadt bei der Grenzabfertigung. Leider macht die Grenzabfertigung bis 14.30 Uhr Mittagspause. Nun haben wir eine Menge Zeit für unsere Mittagspause. Lästig sind hier die Geldwechsler. Sie meinen, jeder müßte kirgisische Com gegen Yuan eintauschen. Inzwischen kommt Mark mit den Pässen an. Wir sind hier ca. 2000 m hoch, es ist schön warm mit 29°.

Um 16.15 Uhr sind wir endlich fertig und verlassen die Grenzabfertigung. Nach 15 Minuten kommt nochmal eine Kontrolle. Wir sind spät dran, denn wir haben noch ca. 100 km bis zur nächsten Grenzkontrolle. Aber im Gegensatz zu 2005 haben wir nun Teerstraße. Die Landschaft verändert sich nun permanent. Ganz allmählich steigen wir immer höher hinauf. Die Berge rücken näher, die Sicht darauf ist unbeschreiblich schön. Die Abendsonne bringt die Felsen zum Glühen. Auf den Weiden sind Rinder- und Schafherden zu sehen. Oft traben sie auch gemächlich über die Straße. Sie lassen sich kaum aus der Ruhe bringen. Große Pferdeherden kann man hier schon beobachten. Die Siedlungen liegen so einsam zwischen den Bergen, daß sie nicht immer mit Autos erreicht werden können.

Um 18.05 Uhr nach 162 km erreichen wir den Grenzposten. Nach 15 Minuten können wir weiter. Nun geht es in Serpentinen auf den Pass hinauf. Es sind nur 6 km. Auf einer Höhe von 3.766 m verabschieden wir uns von Mark und Abdul. Es ist sehr kalt mit 10°.

 

China / Kirgisien

Um 18.30 Uhr durchfahren wir das Tor der Grenze China nach Kirgistan. Unser neues Führungsteam haben wir schon begrüßt. Es ist dies unser deutschsprechender Führer Emil, sein Fahrer Bogdan und nach der Grenze erwartet uns Anton, der Manager. Schon nach 25 Minuten sind wir am kirgisischen Zoll, einige Meter tiefer. Die Straße ist eine Katastrophe, natürlich nicht mehr geteert. Die Kontrolle hier geht einigermaßen schnell über die Bühne. Nach Bezahlung von 5 $  pro Auto ohne Quittung geht es besonders schnell. Nach 1 Stunde sind wir durch und starten nun zu unserem Stellplatz in der Natur. Es sind nur 8 km. Das Licht läßt nach. Wir tasten uns vorwärts, tunlichst die Löcher in der Straße zu vermeiden.

Nach 182 km erreichen wir den Stellplatz in der Nähe des Sees „Chatyr Köl“ auf der Hochebene. Die Region ist sumpfig. Allerdings sind viele der Wasserlöcher noch zugefroren. An unserem Stellplatz angekommen zeigt das Thermometer nur noch 8,5°. Es ist mittlerweile schon 20 Uhr. Schnell machen wir noch ein Abendessen: Rösti mit Spiegelei, Gurken- und Tomatensalat. Die Temperaturen am Abend sinken sehr schnell. Die Berge, die uns umgeben haben alle eine Schneehaube. Wir haben nur noch 3° um 21.30 Uhr, später  sinkt es auf 1°. Im Wohnmobil ist es schön warm.

Gefahrene km:   182               Gesamt:  12.456 km

Kashgar/China -  Kirgistan /Stellplatz am See „Chatyr Köl“.

 

 

Dienstag,  26. April 2011   58. Tag   (83.)

 

Um 6 Uhr zeigt das Thermometer -3°, das bedeutet einheizen. Wir beobachten von unserem Bett aus den Sonnenaufgang, das ist fantastisch hier in dieser Landschaft. Um 6.30 Uhr stehen wir auf.  Die Sonne bescheint bereits die Bergspitzen. Wir haben nur noch -2° Außentemperatur.

Schon um 8.30 Uhr stellen wir die Autos auf die Zufahrtsstraße. Hier ist es trocken und wir haben Platz für die Aufstellung. Unser Dreigestirn erscheint auch schon vorzeitig. So können wir pünktlich um 9 Uhr unseren Naturstellplatz verlassen.

Der Fahrverband ist heute aufgelöst. Jeder fährt auf der Schotterpiste so schnell wie er kann oder möchte. Nach 25 km warten wir aufeinander. Die 1. Pause machen wir um 10.15 Uhr am Tyssel-Pass mit 3580 m. Wir fahren ziemlich auseinander gezogen, damit keiner den Staub des anderen schlucken muss. Hier steigen wir nun aus und machen gegenseitig Fotos an der Passstelle. Nach ¼ Stunde Pause geht es weiter. Auf der großen Hochebene sehen wir dicke Murmeltiere in der Sonne herumtollen.  An kleinen Wasserläufen oder Tümpeln halten sich Wildgänse auf. Nach 49 km um 11.30 Uhr gelangen wir zu einem Kontrollposten. Wir warten wieder aufeinander, denn hier werden die Pässe nochmals angeschaut. Nach 20 Minuten geht es weiter.

Der nächste Punkt ist die Abzweigung von der Hauptstrecke nach Tash Rabat. Um 13.20 Uhr nach 76 km gelangen wir an diese Kreuzung. Jetzt geht es 15 km parallel zur Hauptstraße hinter einem Bergrücken in ein Seitental. Für die 15 km benötigen wir 1 Stunde, zumal unser Führungsfahrzeug schnell mal über einen wilden Bach übersetzt, um dort in einem Gehöft einen Generator und die Schlüssel zur Karawanserei abholt.

Um 14.20 Uhr nach 91 km kommen wir also in Tash Rabat, der alten Karawanserei an. Wir sind zunächst etwas enttäuscht, weil die Jurten noch nicht aufgebaut sind. Das wäre sehr romantisch gewesen. Es ist angenehm warm in der Sonne mit 25°. Wir sind hier auf einer Höhe von 3.125 m.

Emil erzählt uns über Kirgistan. Zunächst dies: Sein Vater, ein Tatare gab ihm den Namen „Emil“ zu Ehren des Schriftstellers Emil Zola. Bogdan, sein Fahrer bedeutet: Guter Beginn. Kirgistan ist ein Volk der Nomaden. Dies hat eine lange Tradition. Das Land ist 198.500 qkm groß.

¾ des Landes sind Berge, 88 Gebirgszüge. Wir sind inmitten des Tien Shan-Gebirgszuges. Hier gibt es im Winter 1 -2 m Schnee und bis zu -40°.  Die Kirgisen verhalten sich zu ihren Tieren sehr gut. Sie bezeugen Respekt vor dieser Kreatur. Die Sprache der Kirgisen entstand im Mittelalter aus den Turksprachen und wurde mit arabisch, russisch, kasachisch und uigurisch vermischt. 1936 verfügte Stalin, daß auch in Kirgisien die kyrillische Schrift eingeführt wurde, obwohl schon vorher die lateinische Schrift verbreitet war.

Der Tee hat in Kirgisien eine lange Tradition. Das Essen der Nomaden ist oftmals sehr fett. Aber es sind hier auch die Nudeln verbreitet. Kemer = Nudeln mit Fleisch, Kerdag = Kartoffeln mit Fleisch, oder Suppe mit Fleisch. Dann gibt es noch die Stutenmilch= Kumis. Die Kirgisen sind Islamisten und zwar den Sunniten zugeordnet. Aber es gibt auch noch den Schamanismus, genau wie bei den Turkmenen. Kirgisien hat ca. 5 Mill. Einwohner, davon sind etwa 120 000 Deutschstämmig.Im Gebirgsland gibt es Wölfe, Schneeleoparden, Krähen, Falken, Gänse, Murmeltiere und Adler.

Die Karawanserei „Tash Rabat“ wurde im 10. Jh. Erbaut und 1989 renoviert. Sie wurde aus Natursteinen errichtet und diente damals als Schutzort für die Seidenkarawanen aus Kashgar gegen Schneestürme und Banditen. Es war eine regelrechte Festung mit 33 Zimmern u. a. für Soldaten, die Waren und die Tiere und natürlich für die Händler. Es ist eine Architektur-Kunst der damaligen Zeit.

Ja und dann schauen wir uns dieses Wunderwerk aus der damaligen Zeit an. Es ist kalt in den Gemäuern. Durch die Entlüftungsöffnungen hat es Schnee hereingeweht. Dieser liegt nun in Häufchen auf der Erde. Von hinten steigen wir auf die Ummauerung. Wahrscheinlich ist der Berg mit den Jahren der Festung immer näher gekommen. Jedenfalls haben wir keine Probleme auf die Mauer zu kommen.

Nach der Besichtigung trinken wir in der Sonne unseren Kaffee. Die sanften Hügel umgeben uns. Auf den Hängen weiden Schafe, Rinder und ein Kamel kommt uns besuchen. Die Kirgisen haben viele Pferde, die in Herden frei herum laufen und weiden.

Um 19 Uhr nehmen wir im Gastraum der Familie das Abendessen ein. Die Frau des Hauses bringt frisches Fladenbrot mit Frischkäse aus Schafsmilch. Das schmeckt vorzüglich. Der nächste Gang ist eine Nudelsuppe, die Fleischeinlage beinhaltet. Das Hauptgericht sind Kartoffeln mit Fleisch, wahrscheinlich vom Lamm. Zum Abschluss gibt es Tee. Emil erzählt uns über den Brauch des Brautraubens der Kirgisen. Dazu gehört auch allgemein das Werben und die Hochzeitsfeierlichkeiten, die Clanwirtschaft und natürlich die Politik. Erst um 20.30 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Es ist schon stockdunkel und wir müssen über einen kleinen Bach. Dort liegt ein großer Stein für die Überquerung. Die Temperatur ist auf 8,8° gesunken.

Gefahrene km:                91                Gesamt:   12.547 km

Stellplatz am See „Chatyr Köl“.-  Tash Rabat Karawanserei

 

 

Mittwoch,  27. April 2011   59. Tag    (84.)

 

Als wir um 6.45 Uhr aufstehen zeigt das Thermometer 3° an. Aber die Sonne erwärmt alles im Nu. Bald schon ziehen die Schafherden auf die Weiden. Die Lämmer werden zu ihren Müttern gebracht, die sie dann säugen. Es ist eine herrliche Ruhe über der Landschaft.

Um 9 Uhr verlassen wir diese gastliche Stätte, fahren die 15 km wieder zurück. Das Tal liegt so ruhig in der Morgensonne. Der Wildbach rauscht neben der Straße und begleitet uns. Ruhig zieht ein Adler seine Kreise über einer Herde Schafe. Vielleicht hat er es auf eines der Lämmer abgesehen. An der Einmündung in die Hauptstraße versammeln wir uns und fahren 9.55 Uhr weiter. An dieser Stelle vereinigen sich 2 Täler zu einer großen Hochebene. Nach 36 km halten wir wieder und lassen alle zusammenkommen. Es ist gut, wenn die Augen sich von der Fahrbahn erholen können und so kann jeder seinen eigenen Fahrstil ausüben. Zwischendurch haben wir dann auch mal Teerbelag, allerdings mit mehr Löchern als Teerfläche, so können wir auch nicht schneller fahren.

Vor der Stadt Naryn halten wir um 13.22 nochmals an, um gemeinsam in die Stadt zu fahren. Unser Hotel liegt etwas nordöstlich von der Hauptstraße. Wir kommen dort um 13.30 Uhr nach 113 km an. Die Zufahrtstraße besteht nur aus Löchern, natürlich ungeteert. Das Haus nennt sich Celestial Mountains Gästehaus.

Naryn ist eine Garnisonsstadt aus der russischen Zeit. Die Stadt hat 70.000 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 2020 m. 

Den Nachmittag verbringen wir mit in der Sonne sitzen, duschen, Kaffee trinken und die Seele baumeln lassen. Wir genießen die Ruhe. Ruhe? Von dem nahegelegenen Kinderspielplatz dringt aus  fest installierten Lautsprechern ununterbrochen Musik zu uns herüber. Kinder können anscheinend ohne Beschallung nicht spielen.

Im Keller des Gasthauses ist eine Kantine eingerichtet. Dort haben wir alle ein Abendessen bestellt. Anton besorgt sogar Bier für uns. Es gibt einen feinen Salat mit Äpfeln, Eiern und? Der nächste Gang ist eine Kartoffelsuppe mit Fleischeinlage. Das Hauptgericht besteht aus Hühnerfleisch mit Ananas und Reis. Zur Abrundung gibt es einen Tee oder Kaffee.

Mit Monika und Toni machen wir noch einen Spaziergang aus unserer Sackgasse bis zur Straße. Es ist aber überall dunkel, hier gibt es keine Straßenlaternen. So sind wir schnell zurück an den Mobilen.

Gefahrene km:               113               Gesamt:   12.660 km

Tash Rabat – Naryn, Celestial Mountains Gasthaus.

 

 

Donnerstag,  28. April 2011    60. Tag   (85.)

 

Bevor wir aufstehen hören wir, daß es regnet. Die Abfahrt ist auf 9.30 Uhr festgelegt.  Wir fahren in das Zentrum, dort gibt es einige Geschäfte und Marktstände. Mit 11,5 ° ist es recht kühl. Wir schauen was wir alles finden, oder was es gibt. Inzwischen gibt es außer Fladenbrot auch Kastenbrot. In den Kühlregalen findet sich Butter und Milch. Die Marktstände bieten Kartoffeln, Äpfel und Gemüse an.

Schon kurz nach 10 Uhr fahren wir aus der Stadt. Die Tankstellen haben alle keinen Strom oder kein Diesel.

Wir fahren bis zur Passhöhe des Dolonpass mit 3.036 m. Hier warten wir bis alle wieder beisammen sind. Es ist bitterkalt mit 11° und es regnet. Die Straßen wurden verbreitert, aber dadurch nicht besser. Nach 4 km abwärts kommen wir zu einem Abschnitt alter Straße. Hier haben wir 2005 schon gestanden und übernachtet. Auch heute wählen wir diesen Platz aus. Etwas abseits der Straße stehen wir schön ruhig. Der Blick geht über einen kleinen sprudelnden Bach hinüber zur Straße. Auf beiden Seiten kommen die Hänge bis zur Straße. Hier ist das Tal verhältnismäßig eng, Höhe 2.760 m.

Unsere 3 Jungs fahren zur nächsten Siedlung um dort etwas zu essen. Wir machen hier unsere Mittagspause. Anschließend mache ich die Wäsche fertig und hänge sie in den Wind. Das Wetter ist sehr durchwachsen. Immer wieder kommen Regenwolken.

Um 15 Uhr machen wir uns auf den Weg zu einem Erkundungsspaziergang. Weiter nach hinten fällt der Weg ab, geht um den Hügel herum und immer weiter bergab. Es war schließlich früher der Karawanenweg. Er führt in ein ganz anderes Tal, als die jetzige Fahrstraße. Von den Hängen bröckelt das Gestein ab. An manchen Stellen sieht es geradezu gefährlich aus. Auf den Grashängen sieht man überall kleine Löcher. Ich vermute dort Murmeltierbehausungen. Gesehen habe ich aber leider keine. Nach einer guten Stunde sind wir wieder zurück zum Womo geschnauft. Jetzt gibt es Kaffee.

Für abends haben wir Anton, Bogdan und Emil zum Essen eingeladen. Es gibt Paprikareis mit Fleisch. Große Portionen brauchen ihre Zeit und Vorbereitung. Wir essen um 19 Uhr mit Bier und Tee. Anschließend zeigt Eberhard unseren 1. Amerika-Film. Hinterher machen wir den Abwasch und genießen dann unseren Feierabend.

Gefahrene km:      72              Gesamt:   12.732 km

Naryn – Stellplatz nach dem Dolonpass

 

Freitag,  29. April 2011   61. Tag   (86.)

Diese Ruhe am Morgen - wir werden nur von Vogelgezwitscher geweckt. Wir stehen schon 6.30 Uhr auf bei 5°. Der Himmel ist immer noch bewölkt. Wir haben in der Nacht auch keine Sterne gesehen.

Nun fahren wir stetig abwärts. Eigentlich müßten wir ab unserem Stellplatz gute Teerstraße zum Fahren haben. Aber Abschnitte der Teerstraße sind in einem katastrophalen Zustand, Loch an Loch. Die Seitenränder sind sowieso ausgefranst.

Wir kommen bereits nach 50 km um 10.30 Uhr nach Koschgor. Dies ist ein großes Dorf. Emil bringt uns zu einer Familie, die uns zeigt wie man Teppiche filzt. Wir helfen mit das Bild zu gestalten und natürlich, als es an das Walken geht. Zur Musik springen oder tanzen wir auf der Teppichrolle rum. Anschließend geht es ins Museum und in den Verkaufs-Shop. Hier gibt es Taschen, Täschchen, Schlappen, Wandteppiche die Patchworkelemente haben und natürlich richtige gefilzte Bodenteppiche mit schönen kirgisischen Motiven.

Endlich um 12.50 Uhr fahren wir weiter zu unserer Unterkunft. Wir haben nur noch 2,5 km zu fahren, dann sind wir beim Camping CBT. Hier kommen wir um 13 Uhr an, nach 53 km. Wir platzieren uns im Hof, der zu einem langgestreckten Gebäude gehört. Hier sind wohl Zimmer vorhanden für Übernachtungsgäste.

Nach einem gemütlichen Vesper ruhen wir uns aus, trinken Kaffee und machen auch noch einen kleinen Spaziergang durch die Dorfstraße. Es regnet immer wieder und ist kalt mit 15°. Wir setzen uns noch vor unsere Computer.

Um 18.45 Uhr fährt uns der Vater von Bogdan, Valerie mit einem Kleinbus zum Essen ins Dorf. Wir sind wieder bei der Familie, bei der wir das Filzen angeschaut haben. Der Tisch biegt sich fast unter  all den Köstlichkeiten. Es gibt unterschiedliches Fladenbrot, kleine Taschen in Fett gebacken, Gebilde die wie Nudeln aussehen, aber auch sehr knusprig sind. Dazu wird Tee serviert. Als 1. Gang serviert uns die Dame des Hauses einen Salat aus Gurke und Tomate. Dann kommt die Suppe. Eine klare Brühe mit Kartoffeln und Rindfleisch drin. Das Hauptgericht besteht aus breiten Nudeln mit kleinen Fleischstückchen mit Zwiebeln angedämpft.Schon auf der Heimfahrt regnet es wieder.

Gefahrene km:   53                 Gesamt:    12.785 km

Stellplatz unterhalb d. Pass – Koschgor

 

 

Samstag,  30. April 2011   62. Tag   (87.)

 

Um 9 Uhr ist Abfahrt. Im Ort wollen wir noch Brot kaufen und tanken. Brot kaufen funktioniert, aber tanken ist nicht so einfach. Jede Menge Kirgisen kommen mit Kanister und drängen sich damit vor. Die Überraschung ist groß, als wir Talant entdecken, unseren kirgischen Führer aus dem Jahr 2005. Er hat sich selbständig gemacht und führt kleine Trekkinggruppen zu besonderen Abenteuern. Uns dauert es hier einfach zu lang. Wir fahren nochmals 1 km zurück und tanken bei einer anderen Tankstelle. Somit fahren wir erst um 10.30 Uhr an der Tankstelle ab. Schon kurz hinter Koschgor durchfahren wir wieder einen Felsenriegel. Dahinter kommt ein Stausee, an dem wir entlang fahren. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint. Die Farben sind unbeschreiblich. Die Felsen leuchten in allen Tönungen von Beige zu Braun, von Türkis zu Dunkelgrün, dazu kommen noch Rottöne und Grautöne. Auf der rechten Seite begleiten uns weiterhin die Gipfel des Tien Shan. Davor liegt eine Steinwüste. Nach 40 km biegen wir von der Hauptstraße nach rechts ab. Es ist eine Abkürzung zum Issykul-See. Nach weiteren 13 km erreichen wir den See und fahren auf seiner Südseite entlang. Mal sind wir ganz nahe am See, dann wieder trennen uns kleine Gebirgszüge. Nach der kleinen Ortschaft Tonga finden wir einen schönen Platz, ganz nahe am See für unsere Mittags-Pause. Hier gibt es Sandstrand und die Menschen vom Ort vergnügen sich am Ufer. Vor allem Kinder laufen schon mal barfuß ins Wasser. Laut Anton hat es aber nur 15°. Das ist mir noch zu kalt für ein Fußbad. Wir haben mit 132 km schon die Hälfte der Tagesstrecke hinter uns gebracht.

Um 14.15 Uhr fahren wir weiter und machen nochmals eine Pause am See. Von der Straße bis zum See liegen große, runde Steine zwischen blühenden Sträuchern. Wir sind hier auf 1623 m.Wir sind immer wieder begeistert von den Farben der Gebirgszüge, Ausläufer des Tien Shan. In den Ortschaften und auch außerhalb durchfahren wir Pappelalleen, die mit ihrem Maigrün den Frühling anzeigen.

Um 17.15 Uhr, nach 260 km kommen wir nach Karakol, zum Hotel Amir. Das Hotel liegt etwas abseits des Zentrums, in einer Nebenstraße. Die Straßen hier sind eine Katastrophe. Zwei Löchern weichen wir aus und fahren dafür in drei hinein. Ein Schweizer Käse hat weniger Löcher und Huppel, als die Straßen hier in Kirgisien.

Bis wir alle im Hof stehen, dauert es ein wenig. Dann bekommen wir zum Willkommen ein Glas Orangensaft. Hier können wir Wäsche zum Waschen abgeben, was ich auch gleich erledige. Im Hotel logiert eine Ehepaar aus Berlin, die genau wie wir über den Torogurtpass gekommen sind. Sie waren 6 Wochen in China und sehen sich jetzt noch ein wenig in Kirgisien um.

Um 19 Uhr fahren wir zu einer „Dunganischen Familie“ zum Abendessen. Hier wird aufgefahren, daß sich fast die Tischplatte biegt. Nach der Suppe kommen 8 verschiedene Gerichte, die wir alle probieren müssen.

Dunganen sind Islamisten, die aus China geflohen sind, weil sie wegen ihres Glaubens schlecht geduldet waren. Sie haben damals den Gebirgszug Tien Shan unter schwierigen Bedingungen überwunden. Dies geschah schon im 18. Jh. So gibt es in Kirgisien etliche Siedlungen mit diesen Menschen.Als wir um 20.45 Uhr zurück zu den Mobilen kommen ist es mit 13 ° sehr kühl geworden.

Gefahrene km:    260              Gesamt:   13.045 km

Koschgor – Karakol, Hotel Amir

 

 

Sonntag,   1. Mai 2011   62. Tag   (87.)

 

Wir stehen schon um 7 Uhr auf bei 10°, allerdings scheint schon die Sonne.

Um 10 Uhr fahren wir zu Besichtigungen ab. Wir besuchen die orthodoxe Kirche von Karakol. Es ist dies die Dreifaltigkeitskirche. Sie ist aus Holz und wurde ohne Nagel gebaut. Leider ist das Holz von außen schon etwas verwittert. Die Schnitzereien sind aber allemal noch sehr schön. Es ist wohl eine arme Gemeinde, die sich keine Renovierung leisten kann. Im Garten stehen die Bäume in voller Blüte. Drinnen findet gerade ein Gottesdienst statt.

Unsere nächste Station ist die Dunganische Mosche der Stadt Karakol. Obwohl Emil Eintritt für uns bezahlen  muss, dürfen wir Ungläubigen die Moschee nicht betreten. Sie ist im chinesischen Stil sehr einfach gebaut. Wir fahren weiter zum Bazar, um einzukaufen für unser Picknick. 

Valerie, unser Busfahrer fährt mit uns nach Süden aus der Stadt. Nach einigen Kilometern biegt er ins Gebirge ab. Bei einem Felsen, der in der Mitte gespalten ist halten wir an um zu fotografieren. Emil erzählt uns die Legende von dem gebrochenen Herzen und den 7 Büffeln. Schon nach kurzer Zeit läßt uns Valerie einen steilen Weg hoch wandern. Von hier sieht man die 7 Büffel, es sind in Wirklichkeit 9 rote Felsen. Ganz oben erblickt man weitere rote Felsen und außerdem schauen wir in  ein kleines Tal. Dort unten lebt eine Familie mit ihren Herden. Die Pflanzenwelt hier oben ist ganz interessant. Wir finden Mini-Tulpen, Veilchen und kleine Schwertlilien. Außerdem ist das Panorama ganz außergewöhnlich. Immer wieder grüßen aus der Ferne die Schneeberge. Der nächste Stopp gilt einer Pferdeherde mit Fohlen.

Das Tal wird enger und wir überqueren auf Holzbrücken den Wildbach in der Schlucht. An einer Stelle ist sehr viel Geröll den Berghang herab gekommen. Der Bus schaukelt und schwankt, aber er bringt uns sicher darüber hinweg. Nach der 4. Brücke weitet sich das Tal wieder zu einer Almwiese. Schließlich hält Valerie an und wir suchen uns alle einen schönen Picknickplatz. Ein Wildbach rauscht in der Nähe den Berg hinunter und vereinigt sich mit dem Fluss im Tal. Über uns wachsen noch Tannen. Nach dem Essen vertreiben wir uns die Zeit mit Fotografieren von Bergwelt und den Blumen. Mit Monika und Toni wandern wir ½ Stunde vor Abfahrtszeit den Weg, den wir gekommen waren, zurück. Wir schaffen es bis zur 1. Brücke, erst dort holt uns der Bus nach 45 Minuten ein. Nun geht es zügig zurück in die Stadt. Um 16.30 Uhr kommen wir am Hotel Amir wieder an.Um 19 Uhr sind wir zum Fischessen verabredet im Hotel. Der Salat als Vorspeise ist gut. Leider ist der Zander nicht das, was wir darunter verstehen.

Die Temperatur ist auf 12° gesunken.

Karalkol, Hotel Amir

 

 

Montag,   2. Mai  2011   64. Tag   (89.)

 

Bei 10 ° stehen wir schon um 7 Uhr auf. Die Sonne scheint. Um 9.15 Uhr ist Abfahrt am Hotel. Wir fahren ins Zentrum zur Bank und zum Bazar. Wir kaufen wieder Vorräte ein. Danach geht es nord-westlich aus der Stadt. Beim Ortsende von Tup, nach 31 km sehen wir die Abzweigung zur kasachischen Grenze. Leider ist dieser Grenzübergang für Touristen geschlossen. Deshalb wurde unser Programm geändert. Wir fahren weiter am Issykul-See entlang nach Westen.

Unser nächster Foto-Stopp ist nach 124 km. Hier ist der Issykul-See 60 km breit und somit die breiteste Stelle. Der See ist 180 km lang und 700 m tief. Es ist dies der 3.größte Bergsee der Welt. Das Wasser ist etwas salzig. Auf 1 Liter ist 0,4 % Salz gemessen worden. Der See besitzt 80 Zuflüsse und keinen Abfluss und trotzdem geht der Wasser-Spiegel unaufhörlich zurück. Durch die Zuflüsse aus den Bergen ist er mineralhaltig. Im Sommer wird er bis zu 23° warm. Das hat sicher mit den warmen Quellen zu tun.

Um 13.20 Uhr, nach 148 km kommen wir in Cholpen Ata an. Unser Hotel liegt 2 km von der Hauptstraße entfernt, ganz nah am See. Nach dem Aufstellen machen wir erst mal Brotzeit. In der Sonne ist es schön warm für die Mittagpause. Nach dem Kaffee spazieren wir beide zum See, schlendern im Sand am Ufer entlang, inspizieren den Badesteg und wandern wieder zurück. Anton verabschiedet sich von uns. Er fährt mit dem Bus nach Bischkek voraus. In 3 Tagen sehen wir uns wieder.Nach dem Abendessen sitzen wir bei Wodka noch draußen zusammen bis es dunkel wird. Es ist auch kalt mit 12,4°.

Gefahrene km:    148              Gesamt:   13.193 km

Karakol – Cholpen Ata

 

IMG_9861.jpg IMG_9874.jpg IMG_9894.jpg IMG_9915.jpg IMG_9969.jpg
 Karakorum m. 7000m Berg  Reisegruppe a. 4000m  7600m  Nudelproduktion  Tiermarkt in Kashgar
IMG_0044.jpg IMG_0060.jpg IMG_0089.jpg IMG_0092.jpg IMG_0104.jpg
 Sonntagsmarkt  Weg z. Torugart 3754m  auf dem Torugart  der nächste Pass  Torugart
IMG_0152.jpg IMG_0206.jpg IMG_0236.jpg IMG_0268.jpg IMG_0270.jpg
 Tash Rabat  Übernachtungsplatz  beim Filzen  Abendessen  alter Bekannter Taland
IMG_0382.jpg IMG_0455.jpg IMG_0539.jpg IMG_0550.jpg IMG_0640.jpg
 Ausflug bei Karakol  Frühjahr in Kirgisien    Reiterspiele  bei Bishkek

 

Dienstag,   3. Mai 2011   65. Tag   (90.)

 

Um 10 Uhr fahren wir mit dem Sprinter und Valerie am Steuer zu den Petroglyphen.  Auf einem großen Feld, ca. 42 ha groß, liegen unzählige Findlinge in verschiedenen Größen. Auf diesen Steinen wurden in grauer Vorzeit ( 1. – 3. Jahrhundert) Tierbilder in den Stein gekratzt. Wir finden in erster Linie Steinböcke, aber auch einen Schneeleoparden.

Um 11.45 Uhr fahren wir ab und zwar nach Osten bis Grigorevka. In diesem Ort biegen wir nach Norden ab. Nun ist die Straße nicht mehr geteert. Entlang einem Wildbach fahren wir immer weiter nach Norden ins Gebirge. Die Schlucht wird enger und enger, bis wir vor einem Schneebrett halt machen. Nun ist kein Weiterkommen mehr möglich. Der ganze Weg ist verschüttet. Wir steigen aus und machen zwischen den Steinen erst mal Picknick. Leider haben Vorgänger ihren Müll dagelassen. Das sieht nicht gut aus. Nachdem der Weg dermaßen schlecht zum Fahren war, gehen wir um 13.45 Uhr los in Richtung Tal. Nach 1 Stunde machen wir Pause bei einer Pferdeherde. Zu diesem Zeitpunkt müßte auch der Bus oben wieder abfahren. Und tatsächlich nach wenigen Minuten kommt er schon und lädt uns wieder ein. Für die Rückfahrt brauchen wir auch wieder über 1 Stunde und sind um 15.00 Uhr wieder bei unserem Hotel. Den Kaffee trinken wir gemütlich in der Sonne sitzend.

Um 18.45 Uhr fahren wir mit Valerie und Emil zurück in die Stadt zu einem Restaurant, in dem es Fisch gibt. Das Restaurant ist wirklich sehr schön gerichtet, wir sitzen im Freien, aber überdacht. Für Touristen gibt es eine Karte auf Englisch und mit entsprechend höheren Preisen.

Cholpen Ata, Ortsteil: Kara Oy, Hotel Ak Bermet

 

 

Mittwoch,   4. Mai  2011   66. Tag    (91.)

 

Wir stehen 6.30 Uhr auf, bei 7°. Die Sonne scheint bereits. Schon bei der Abfahrt um 8.00 Uhr zeigt das Thermometer 14° an. Es geht weiter nach Westen. Hier im Westen am See ist das Klima viel trockener, als im Norden vom See. Der Grasbewuchs wird immer spärlicher und der Boden ist ausgetrocknet. Nach 54 km kommen wir nach Toru Aygyr. Von der Abzweigung sehen wir auf die Landzunge, auf der das Sanatorium steht, bei dem wir 2005 schon gestanden haben. In Balykchy machen wir einen Tankstopp um 9.30 bis 9.45 Uhr. Es wird warm heute, wir haben schon 22 °.  Wir wenden uns nun gen Norden und erreichen die nächste Schlucht. Hier sind die Chinesen beim Straßenbau. Die Straße hat es nötig, daß sie neu gebaut wird. Bald sind wir ganz nah an der Grenze zu Kasachstan und wenden uns wieder nach Westen. Bei Tokmok biegen wir nach Süden in Richtung Chüy ab. Um 12.25 Uhr kommen wir nach 200 km auf einem Bauernhof an. Hier bekommen wir ein ausgezeichnetes Mittagessen: Brot mit Sahne und verschiedenen Salaten. Die Suppe besteht aus klarer Brühe mit Gemüseeinlagen. Das Hauptgericht ist Plow, Reis mit Gemüse und kleingeschnittenem Rindfleisch. Das schmeckt ausgezeichnet. Zum Nachtisch haben wir Joghurt mit Aprikosen oder roten Johannisbeeren. Es gibt Tee.

Auf der anderen Seite des Dorfes finden für uns Reiterspiele für uns statt. Emil erklärt uns die 4 Spiele, in denen es vor allem um Geschicklichkeit und Geschwindigkeit geht. Alle Reiter sitzen vorzüglich im Sattel, sind sie es doch von Kind an gewöhnt.

Um 14.40 Uhr fahren wir weiter und zwar nur 5 km bis zum Burana-Turm mit Museum. Dort werden wir über Nacht stehen bleiben. Es ist bei Ankunft schön warm mit 31°.

Hier war vom 10. – 12. Jahrhundert die Hauptstadt Balasagun, der Karachaniden. Die Umrisse der Stadt sind am Wall zu erkennen. Sie lag an der Seidenstraße. Ein großer Hügel zeigt die Stelle, an der ein Palast gestanden hat. Der erhaltene und 1972 renovierte Turm diente als Minarett und Beobachtungs-Turm. Die Karachaniden waren damals schon Moslems. Als die Mongolen das Land im 13. Jh. eroberten wurde die Stadt verlassen. Das Minarett war ursprünglich 45 m hoch. Davon sind nur noch 24,8 m geblieben. Den Turm kann man besteigen, es ist aber etwas beschwerlich, denn die Stufen sind extrem hoch. Münzen und andere Ausgrabungsgegenstände finden sich im Museum wieder. Hinter dem Museum befindet sich ein Friedhof. Hier sehen wir Grabsteine, auf denen Gesichter oder Figuren eingeritzt sind. Diese Art der Grabsteine nennt man Balbals. Wir genießen den Anblick der grünen Hügel und dahinter die Spitzen der Schneeberge im Süden. Nach einem gemütlichen Vesper sitzen wir bis zum Sonnenuntergang vor den Mobilen. Dann wird es leider etwas kühler.

Gefahrene km:    205              Gesamt:  13.398 km

Cholpon Ata – Burana-Turm bei Chüy (Tokmok)

 

 

Donnerstag,  5. Mai 2011  67. Tag   (92.)

 

Um 7 Uhr stehen wir auf bei 18° und die Sonne scheint.

Abfahrt um 9 Uhr. Schon nach 5 km macht Marias Auto Probleme. Die Männer bauen das rechte Vorderrad ab, können das Problem aber nicht beheben. Nach 1 Stunde fahren wir sehr vorsichtig bis Tokmok zur ersten Werkstatt. Um 10.20 Uhr nach 11 km bleibt die ganze Gruppe bei der Werkstatt stehen. Wieder wird das Rad abmontiert und schnell steht fest, es ist das Achslager. Emil haben wir schon informiert, daß wir festhängen. Ein freundlicher Kirgise hilft beim Übersetzen, er kann gut Deutsch. Schließlich fahren zwei unserer Männer mit ihm, um ein geeignetes Werkzeug abzuholen. Bei ihm zu Hause werden sie sogar noch bewirtet, bevor es wieder zurück zur Werkstatt geht. Er ist auch weiterhin behilflich, auch noch als Emil eintrifft. Gemeinsam fahren sie nun los, um die Ersatzteile zu beschaffen.

Die Frauen haben inzwischen die Geschäfte abgeklappert, um zu schauen und zu kaufen. So finden wir alkoholfreies Bier, Eier, Brot, Schokolade, Speck usw. Wir machen hier auch noch unsere Mittagspause, bis alles abgeklärt ist. Dann fahren wir um 13.30 Uhr ab. Maria bleibt bei ihrem Auto.

Um 14.30 Uhr, am Ortsende von Lebedinovko, nach 66 km (von Tokmok 55 km) holt uns Valerie ab. Er lotst uns durch Bischkek und bringt uns zum Canyon „Ala Archa“. Es geht immer weiter nach Süden ins Gebirge. Der Höhenmesser klettert bis auf 2160 m. Wir wundern uns einmal über die große Anzahl der Polizisten in der Stadt und zum anderen über die vielen Autos und Menschen, die im Grünen sitzen, grillen und Kinder tummeln sich wo immer die Erwachsenen sich aufhalten. Valerie erklärt uns, daß hier der Schulabschluss gefeiert wird.

Schließlich biegen wir auf ein sehr unebenes Gelände ab. Zum Glück bekommen wir aber einen ebenen und geteerten Stellplatz zugewiesen. Nur die Zufahrt zu diesem Platz ist etwas schwierig, Alle schaffen es, wenn auch mit Aufsetzen.

Wir sind hier 35 km außerhalb von Bischkek, umgeben von hohen Bergen. Das merken wir schon gleich an der Temperatur. In Bischkek hatten wir noch 32°, nun nur noch 20°.

Am Abend wird Bogdan kommen, um uns Spieße zu grillen. Dazu machen wir Salate. Deshalb beginne ich schon rechtzeitig, die Kartoffeln abzukochen. Ganz leise kündigt sich schlechtes Wetter an.

Bogdan kommt zusammen mit seiner Mutter Marina und er bringt einen Pavillon mit. Unter unserer Markise und mit Hilfe des Pavillons können wir gemeinsam draußen grillen und essen. Viel zu viele Spieße hat Bogdan mitgebracht. Wir können all die guten Sachen nicht aufessen, die sie mitgebracht haben, Brot, Gurken, Tomaten und Zwiebeln. Sogar an Bier hat Bogdan gedacht. Alles Schöne hat ein Ende, so auch dieser Grillabend. Es regnet stark und wird kalt. So beschließen wir den Abend um 21 Uhr.

Gefahrene km   112                Gesamt:    13.510 km

Burana – Canyon Ala Archa

 

 

Freitag,  6. Mai 2011   68. Tag   (93.)

 

Wir stehen heute erst spät auf, wir haben den Vormittag frei. Es hat auch am Morgen immer noch geregnet. Das Thermometer zeigt um 8 Uhr erst 9 ° an. Später, um 10 Uhr kommt dann die Sonne durch, schon geht das Thermometer hoch.

Um 14 Uhr soll uns Valerie nach Bishkek abholen. Nachdem die Ausfahrt vom Platz Probleme machen kann, fangen wir schon um 13.20 Uhr an, den Platz zu verlassen. Die Piste ist extrem schwierig zu befahren. Wir schaffen es aber alle ohne Aufsitzer. Jedenfalls sind wir bereit, als Valerie, Emil und Bogdan erscheinen, um uns abzuholen.  Es ist immer noch kalt mit 10°, die Sonne ist wieder verschwunden. Für die 37 km nach Bishkek benötigen wir 1 Stunde und kommen um 15.15 Uhr dort an. Wir stehen neben einem Hotel, diesmal aber ohne Strom und ohne Hotelzimmer zum Duschen.

Bogdan und Emil holen Maria und ihr Auto ab. Gemeinsam fahren wir um 16 Uhr in die Innenstadt.

Im Jahre 1878 erhielt Bishkek die Stadtrechte. Bishkek ist eine große, grüne Stadt mit vielen Alleen, sie misst 124 qkm. Heute hat Bishkek ca. 1,2 Mill. Einwohner, ganz Kirgisien sind es 5 Millionen. Es gibt viele Wasserkanäle für die Bäume=Ariks genannt. Von 1936 bis 1991 war die Stadt in Frunse umbenannt.

Wir fahren am Regierungsgebäude vorbei und halten beim National-Museum. Hier verweilen wir und schauen uns die Geschichte Kirgisiens an. Eine sehr schön gebaute Jurte und Funde aus den Gräbern von Burana sind hier zu bewundern, wie auch Filzteppiche und gewobene Teppiche, allesamt aus Kirgisien.

Gegenüber dem Museum ist der Alatao, ein zentraler Platz, auf dem Großveranstaltungen stattfinden. Er ist umgeben von 3 Businessgebäuden. Hinter dem Museum ist das Parlament. Anschließend halten wir am Regierungsgebäude für Fotos. Der Himmel hat alle Schleusen geöffnet. Wir fahren zum Einkaufen. Anschließend haben wir einen Termin bei der Botschaft von Kasachstan, die Visa abholen. Das klappt auch nach einer Wartezeit von 20 Minuten. Nun fahren wir zurück und bereiten uns auf den Abend vor. Gegenüber, im Cafe Bristol gehen wir essen. Hier ist Lifemusik und die Gäste tanzen, wir auch, schon vor dem Essen. Eine Unterhaltung ist deshalb auch kaum möglich. Anton bringt uns Aufkleber v. Kirgistan und Kasachstan. Nach dem Essen haben wir in der Hotellobby noch ein Folklore-Konzert. Einen Teil dieser Gruppe haben wir schon 2005 gehört und gesehen. Sie singen, spielen auf der Flöte und Maultrommel. Außerdem bringen sie uns noch ein Saiteninstrument zu Gehör. Ja es wird ein langer Abend, dafür wunderschön.

Gefahrene km:   37                 Gesamt:    13.547 km

Ala Archa Canyon – Bishkek, Hotel Sayaka.

 

 

Samstag,   7. Mai 2011   69. Tag   (94.)

 

Wir stehen um 6.30 Uhr auf bei 10 °. Aber heute scheint die Sonne. Wo war sie gestern nur?

Um 8 Uhr fahren wir in Bishkek ab, bewegen uns zunächst nach Süden und sehen die herrlich verschneiten Berge vor uns. Nach wenigen km biegen wir nach Osten und dann nach Norden ab und verlassen die Stadt. Um 9.50 Uhr, nach 26 km kommen wir zur Kirgisischen, Kasachischen Grenze. Es dauert einige Zeit, bis wir den Schlagbaum passiert haben. Dann geht es eigentlich ganz schnell. Unsere Pässe werden eingesammelt und wir können schon weiterfahren. Emil bringt uns die gestempelten Pässe hinterher. Auf der Kasachischen Seite dauert es dafür etwas länger. Die Beifahrerinnen müssen aussteigen und in der Abfertigungshalle die Einreisevisa stempeln lassen. Lange Schlangen schieben sich vorwärts. Bei uns Ausländern braucht der Beamte besonders lange. Endlich stehen wir wieder draußen. Aber wo bleiben die Wohnmobile. Schließlich sehen wir unsere Fahrer mit Emil von einem Abfertigungshäuschen zum anderen flitzen. Wir warten 1 ½ Stunden bis unsere Autos endlich auch abgefertigt sind. Schließlich ist es 11.45 Uhr bis alle den Schlagbaum passiert haben. Die Schweitzer Mitfahrer brauchen nun noch eine Versicherung für Kasachstan. Das geht verhältnismäßig schnell. Schon 12.10 Uhr verlassen wir die Grenzstation. In der Stadt Korday tauschen wir Geld um, tanken  und fahren hinaus aus der Stadt.

Inzwischen ist es 13.15 Uhr geworden und wir machen nach 53 km an einer Raststätte unsere Mittagspause. Die Straßen in Kasachstan sind sehr gut. Wir kommen gut voran und halten um 15.45 Uhr für eine Kaffeepause an. Zu diesem Zeitpunkt haben wir schon 155 km geschafft.

Um 17 Uhr kommen wir zum Stadtrand von Almaty. Hier nimmt der Verkehr  zu und wir hangeln uns von Ampel zu Ampel. Ca. 16 km sind es vom Stadtrand bis zu unserem Hotel. Dafür brauchen wir 1 Stunde. Um 18 Uhr kommen wir beim Hotel Otrar in Almaty an. Die Temperaturen hier sind nicht besonders freundlich, nur 16°.

Gefahrene km:   246               Gesamt:   13.793 km

Bishkek, Kirgistan – Almaty, Kasachstan  Hotel Otrar

 

 

Sonntag,  8. Mai 2011   70. Tag   (95.)

 

Bei 10° und Bewölkung stehen wir um 7.30 Uhr auf. Während wir noch am Computer sitzen, geht die Temperatur auf  9 ° herunter. Erst um 10 Uhr gehen wir zur Sophienkathedrale im Park schräg gegenüber von unserem Hotel.  Natürlich findet gerade ein Gottesdienst statt. So können wir nicht fotografieren oder filmen. Ein Stück entfernt von der Kirche findet eine Parade statt. Wahrscheinlich wird für den morgigen 9. Mai (Sieg über die Faschisten) geprobt. Der einsetzende Regen vertreibt uns. Wir gehen in das Museum für Musikgeschichte. Hier werden Instrumente aus Kirgistan und Kasachstan gezeigt. Wir haben das Glück, daß uns verschiedene Instrumente klanglich vorgeführt werden. Es kostet natürlich einen Obolus von 200 Tenge pro Person. Danach gehen wir nochmals zu den Womos zurück. Hier wartet Valerie mit dem Bus auf uns. Wir fahren nun zum Museum für Geschichte.

Auf 3 Stockwerken wird uns die Geschichte Kasachstans näher gebracht. Die Ausstellung beginnt quasi bei der Steinzeit und endet mit den Geschenken aus verschiedenen Nationen für den Präsidenten. Es regnet noch immer. Wir fahren nun zu einem Supermarkt. Dieser Laden verdient den Namen wirklich. Hier findet man alles, auch westliche Produkte, oder sogar in erster Linie. Davon sind wir sehr angetan. Beim Verlassen leisten wir uns noch eine gefüllte Teigtasche als Mittagessen. Der Bus bringt uns zurück. Nun ist eine Kaffeepause angesagt.

Danach machen wir einen Spaziergang. Wir machen eine Pfützen-Rally. Unweit unseres Hotels haben wir ein Wollgeschäft entdeckt. Das zieht mich magisch an. Leider haben die Produkte zu viel Acrylanteile. So verzichte ich lieber. Wir steuern nun ein Haus mit dem Namen Silk Way an. Das ist ein riesiges Kaufhaus mit unendlich vielen Boutiken, die viel Mode, Schmuck, Lederwaren und Kunsthandwerk anbieten.

Nach unserem erfolglosen Bummel schnappen wir unsere Laptops,  machen uns in der Hotellobby breit und gehen ins Internet. Fast hätte ich unser Abendessen darüber vergessen. Wer kennt das nicht?

Almaty, Hotel Otrar   

 

 

Montag,   9. Mai 2011   71. Tag   (96.) 

  

Wir stehen bei Bewölkung auf und haben fast 9 °. Kurz vor 10 Uhr kommt die Sonne hervor. Um 10.00 Uhr fahren wir mit dem Kleinbus zum Eislaufstadion Medey hoch oben am Berg. Auf dem Wege kommen wir an einem Villenviertel vorbei. Wunderschöne, große Häuser sind hier zu bewundern. Oben kommen wir um 10.40 Uhr an. Auf einer Höhe von 1650 m ist es ganz schön frisch. Das Stadion ist zwar geschlossen, aber durch die Gitter hindurch werfen wir einen Blick in das Innere. Hier trainieren Sportler aus der ganzen Welt, um durch die Höhenluft noch leistungsstärker zu werden.

Mit unserem Bus fahren wir noch weiter hinauf. Oben auf der Sicherungsmauer haben wir einen schönen Blick auf das Stadion, sogar bis nach Almaty. Hier treffen wir 2 Deutsche die vorübergehend in Almaty arbeiten. Sie haben heute einen freien Tag. Steile Kurven und Kehren sind zu bewältigen, bis wir auf einer Höhe von 2.200 m bei der 1. Bergstation der Seilbahn „Shymbulak“ um 11.40 Uhr ankommen. Hier ist noch alles geschlossen. Die Schneeschmelze hat hier alles matschig gemacht.

Um 12.10 Uhr verlassen wir den Ferienort und treten den Rückweg an. Valerie fährt mit uns zu einer Busstation. Hier steigen wir aus und um in einen Shuttle, der uns den Berg hinauf bringt und zwar zur oberen Seilbahnstation. Zunächst genießen wir das Panorama der Stadt Almaty von oben. Wir sehen die Kathedrale, in deren Nähe unser Hotel mit Stellplatz liegt. Dann fahren wir mit der Seilbahn nach unten in die Stadt. Hier holt uns Valerie mit dem Bus wieder ab. Es geht nun zurück zu unseren Wohnmobilen.

Auf den Straßen ist sehr viel Verkehr heute, auch Fußgänger sind unterwegs, denn heute ist Feiertag für die Kasachen. Hier wird der 9. Mai als Sieg über den Faschismus gefeiert, nicht nur als Ende des II. Weltkrieges. Im Park bei der Kirche wimmelt es nur so von Menschen.

Mit Emil steigen wir aus und gehen zu Fuß zum Silk Way – Einkaufscenter. Wir wollen für Sina eine ¼ Geige kaufen, die wir gestern dort entdeckt haben. Zum Glück sind die Läden heute trotzdem geöffnet. Unser Mittagessen nehmen wir heute etwas später ein. Herrlich warm ist es geworden mit 23 °.

Um ins Internet zu kommen,  gehen wir mit unseren Laptops in die Hotellobby. Ein Teil der Gruppe fährt mit Valerie und Emil zum Essen. Ganz spontan schließen wir uns an. Es ist nicht weit, deshalb gehen wir nach dem Essen zu Fuß nach Hause. Am Abend ist die Temperatur wieder auf 12 ° gesunken. Deshalb bleiben wir dann auch in den Mobilen.

Almaty, Hotel Otrar

 

 

Dienstag,  10. Mai 2011   72. Tag   (97.)

Aufstehen um 6.30 Uhr, wir haben geheizt. Es hatte nur 6 °.

Abfahrt ist um 8.00 Uhr, bei Sonnenschein mit Wolken und 14 °. Unsere Guides bringen uns aus der Stadt bis zu einer Tankstelle. Ab hier fährt die Gruppe alleine weiter in Richtung Astana. Unser Führungsteam muss noch einmal zurück in die Stadt, um sich registrieren zu lassen. Bei manchen Einreisebewilligungen ist das einfach etwas kompliziert bei den Kasachen.

Jedenfalls fährt die Gruppe schon mal voraus. Irgendwo treffen wir uns dann schon wieder.

Nach 40 km, um 9.30 Uhr biegen wir endlich in die M 36 ein. Wir durchfahren Steppenlandschaft und entdecken außer Pferden auch eine große Herde Kamele. Wilde Mohnfelder leuchten aus der grünen Landschaft. Später wechselt der Bewuchs und geht zur Halbwüste mit Wermutsträuchern, Tamarisken und Sandakazien über. Jetzt liegen vorwiegend Steine zwischen den Büschen. Unsere Mittagspause machen wir um 12.10 Uhr  nach 187 km bei Kanshenggel. Inzwischen haben wir 19 °. Wir bewegen uns nordwestlich auf den Balkash-See zu. Am Südende des Sees bei Büribaytal sehen wir schöne Stellplätze am Wasser. Aber unser Führungsauto hat uns noch nicht eingeholt und wir haben einen anderen Platz zugewiesen bekommen. Also geht die Reise weiter. Wir machen bei km 285 noch eine Kaffeepause.

Um 16.30 Uhr, nach 387 km haben wir unseren Standplatz erreicht. Aber zufrieden sind wir mit diesem Platz nicht, er ist direkt neben der Straße, verrostete Container, Müll und vieles mehr machen den Platz für uns nicht annehmbar. Eberhard versucht zusammen mit unserem Führungsfahrzeug an den See zu kommen. Aber es gibt keine Möglichkeit. Wir beschließen weiter zu fahren. Weit und breit ist kein See zu sehen, keine Ortschaft, wo wir stehen könnten. Schließlich bekommen wir in einem Dorf eine brauchbare Auskunft für einen Stellplatz. So kommen wir um 18.45 Uhr, nach 458 km zu einer Abzweigung mit dem Hinweis auf einen Campingplatz. Schon von weitem sehen wir das Haus am Wasser. Alles löst sich in Wohlgefallen auf. Wir stehen wunderschön am Balkash-See, aber vor allem sicher. Die Wirtin hat für unser Führungsteam kein Abendessen. Aber die Gruppe hat schon vorgesorgt. Wir machen ein gemeinsames Essen und zwar mit dem restlichen Fleisch von den Spießen, das im Ala Archa Canyon übrig geblieben ist. Dazu gibt es Kartoffelpüree, Gemüse und Gurkensalat. Nicht zu vergessen, die wunderbare Soße. Alle werden satt und der Wodka fließt. Es wird spät bis wieder alles aufgeräumt ist.

Gefahrene km:     458             Gesamt:    14.251 km

Almaty – Kashgantengiz, Campingplatz bei km-Stein 465

 

 

Mittwoch,   11. Mai 2011   73. Tag   (98.)

 

Aufstehen um 7.15 Uhr bei 12 ° und Sonnenschein. Wir haben noch viel Zeit bis zur Abfahrt. Am gestrigen Abend haben wir noch einen riesigen Räucherfisch erstanden, er misst bestimmt 60 cm mit Kopf und Schwanz. Den richte ich in mundgerechte Stücke und packe ihn in eine Dose für den Kühlschrank. Danach unternehmen wir einen Spaziergang ein Stück am See entlang. Hier ist leider alles zugemüllt. Ich denke, hier machen die Menschen öfters ein Picknick am See und vergessen ihren Müll mitzunehmen. Die Pflanzenwelt ist hier etwas eingeschränkt. Es gibt wilde Tulpen, die schon verblüht sind, dann die Wermutpflanze , Gräser und verschiedene andere Arten, die sehr genügsam sind.

Inzwischen ist es schön warm geworden mit 18 °. Um 11.00 Uhr verlassen wir den Platz und fahren knapp 1 km zurück auf die M 36.

Um 13.15 Uhr halten wir nach 121 km bei Gulshat an und machen eine Mittagsrast. Wir lassen uns den Räucherfisch munden.

Um 15.00 Uhr kommen wir nach 181 km in Balkash beim Hotel Alpina an. Zunächst bestehen unterschiedliche Meinungen darüber, wo wir unsere Womos stellen dürfen. Um 15.40 Uhr haben wir uns dann geeinigt und alle stehen. Es wird eine große Mercedes-Delegation erwartet.

Nach einem gemütlichen Kaffee machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Der erste Weg führt uns zum See. Eigentlich führt der Weg durch einen Park. Aber das möchte vielleicht erst einer werden. Jedenfalls liegt der See herrlich in seiner blauen Farbe vor uns. Dazu der Himmel in blau, nur der Wind ist kühl. Wir wandern die Geschäftsstraße auch in der anderen Richtung entlang und schauen, was es für Läden gibt. In der Post erstehen wir Briefmarken.

Bevor wir zum Essen ins Hotel gehen, kommt der 1. Mercedes an und hat ein deutsches Kennzeichen. Wir sind wie elektrisiert. Was geht hier vor?

Wir erfahren: Heute kommen etwa 19 Mercedes Autos in die Stadt Balkash. Sie sind auf einer Welt-Tournee und stellen ein neues Fahrzeug vor und zwar ein mit Wasserstoff angetriebenes Auto. Die Tournee geht über 125 Tage (Mercedes feiert 125 jähriges Bestehen) durch 14 Länder und 4 Kontinente. Die Kolonne ist am 30. Januar in Stuttgart gestartet und endet am 1. Juni wieder in Stuttgart. Von Kontinent zu Kontinent wurden die Fahrzeuge samt der Crew mit der 747 der Lufthansa transportiert. Was für eine Logistik steckt hinter so einem Unternehmen?  Die Kolonne kommt von China über Kasachstan und fährt weiter durch Russland. Den ganzen Abend über ist hier ein Kommen und Gehen, bzw. Wegfahren. Immer wieder unterhalten wir uns mit einigen Leuten. Auch die Mercedes-Leute sind erstaunt darüber, hier deutsche Wohnmobile anzutreffen. Manch einer ist interessiert an der Route, die wir gefahren sind.

Gefahrene km:   181               Gesamt:     14.432 km

Kashgantengiz – Balkash, Hotel Alpin

 

 

Donnerstag,  12. Mai 2011   74. Tag   (99.)

 

Um 6.30 Uhr stehen wir auf bei 9 °. Die Sonne scheint. Bis zu unserer Abfahrt sprechen wir noch mit einigen Mercedes-Leuten.  Sie fahren alle kurz vor uns vom Hof, sodaß wir ungehindert ausparken können.

Um 8 Uhr fahren wir ab. Schon nach 6 km sind wir aus der Stadt. Jetzt können wieder alle wieder frei fahren, wir treffen uns einfach 100 km weiter an der M 36.

Immer wieder mal kommt ein Mercedes an uns vorbei gefahren, dann sehen wir sie an der Seite stehen und warten. In der Ortschaft Aksu stehen schließlich 5 von ihnen an der Tankstelle, davon 2 der Versuchsfahrzeuge. Wir machen im Dorf nach 247 km unsere Mittagspause. 20 ° zeigt das Thermometer an.

Als wir anhalten  um aus dem Kanister zu tanken, werden wir von der Mercedes-Kamera überholt. An der Stadteinfahrt von Karagandy sammeln wir uns, tanken die Autos voll und fahren nun zum Hotel Sozvezdie. Es ist ein großer blauer Kasten, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Es ist 15.40 Uhr als wir dort nach 375 km ankommen. Gerade recht für die Kaffeepause.

Die Stadt Karagandy wurde 1934 von den Russen gegründet. Mittlerweile hat sie 450.000 Einwohner. In dieser Region wird Kohle gewonnen.

Es bleibt uns heute Zeit die Umgebung zu erkunden. So wandern wir zur nahe gelegenen Kirche. Es stellt sich heraus, sie ist noch nicht fertig und deshalb nicht geöffnet. Sie hat 2 wunderschöne Türme, und einen sehr großen Anbau, sodaß wir vermuten, es könnte sich um einen Bischofssitz oder ein Kloster handeln. Im Elektro- und Möbelgeschäft schauen wir uns um und gehen dann zurück um uns in die Sonne zu setzen.

Gefahrene km:   375               Gesamt:   14.807 km

Balkash – Karaghandy, Hotel Sozvezdie

 

 

Freitag,  13. Mai 2011   75. Tag  (100.)

 

Wie immer stehen wir um 7 Uhr auf bei 16 °. Um 9 Uhr fahren wir ab und zwar die ersten 12 Kilometer gemeinsam, dann ist freies Fahren angesagt. Die Straßen sind recht gut, ab und zu haben wir sogar 4 spurige Fahrbahnen. Die Landschaft ist nicht erwähnenswert. Außer ein paar Erhebungen gibt es nichts zu sehen, nur Grasland.

Um 12.50 Uhr kommen wir nach 210 km kurz vor Astana zum Einkaufscentrum Metro. Hier können wir uns Vorräte super ergänzen, denn hier gibt es europäische Produkte, genauso wie russische. Nach erfolgreichem Einkauf machen wir hier noch eine kleine Mittagspause und fahren somit erst um 14.40 Uhr weiter.

Nach weiteren 16 km durch die Stadt kommen wir um 15.40 Uhr beim Hotel Noel an. Inmitten alter, nach russischer Art erbauten Häusern stehen wir im Hinterhof des Hotels. Das Hotel selbst macht ja einen ganz guten Eindruck, aber die Umgebung, nein. Unser Führungsteam macht sich auf die Suche nach einer geeigneten Bleibe für uns. Es soll ja nicht nur für 1 Nacht sein.

Schließlich wechseln wir um 18.10 Uhr den Standort und fahren in das moderne Zentrum von Astana. Ein sehr schönes Hotel am Astana Park gelegen ist unser neues Domizil. Wir sind nur 9 km vom alten Standort entfernt. Einen Wermutstropfen hat der Wechsel, der Strom wird uns verweigert und der kirgisische Reiseveranstalter übernimmt die Kosten nicht. Trotzdem stehen wir nun in Sichtweite der großen Gebäude.

Gefahrene km:   226 – 235     Gesamt:    15.052 km

Karagandy – Astana, Hotel Astana Park

 

 

Samstag,  14. Mai 2011   76. Tag   (101.)

 

Bei 10 ° am Morgen heizen wir im Mobil und stehen um 7.30 Uhr auf. Ab 10 Uhr beginnen wir mit der Besichtigung der neuen Hauptstadt von Kasachstan.

Astana wurde von Türkstämmen im 6. – 10. Jh. besiedelt. Es war damals schon ein wichtiger Handelsplatz an der Seidenstraße. Allerdings war der Name der Stadt früher Borsok. Im 13. Jh. wurde sie von den Mongolen zerstört und war nun nur noch eine Pilgerstätte mit dem Namen Agmola. Die Russen gaben ihr später den Namen Akmolinsk. Als Kasachstan im Jahre 1991 unabhängig von Russland wurde, gab man ihr den Namen Zelinograd. Diesen Namen trug sie bis 1997. Als sie nun zur Hauptstadt von Süd- und Ost des Eurasischen Kontinents wurde bekam sie den Namen Astana. Über 600.000 Einwohner hat die Stadt auf einer Fläche von 200 qkm. Architekten aus vielen Ländern haben sich in dieser Stadt durch Bauwerke verewigt.

Zunächst gehen wir durch das Ozeanarium. Hier sehen wir einzigartige Lebewesen des Meeres und der Flüsse. Daneben sehen wir den Rundbau des Zirkus. Mit dem Bus fahren wir nun zum zentralen Punkt der Stadt, dem Bajterek-Turm. Mit dem Fahrstuhl gleiten wir hinauf, fast auf 105 m Höhe. Von hier oben haben wir einen wunderbaren Blick über die gigantischen, neuen Gebäude. Der Turm steht auf den beiden Achsen, die die Stadt in Viertel teilt. Nach Osten liegt der Präsidentenpalast, nach Süden die Pyramide des Friedens, nach Westen liegt ein Einkaufszentrum unter einem rießigen Zeltdach, das Khan Shatyr (Königliches Zelt). Das 150 m hohe Bauwerk ist aus sonnendurchlässigem Kunststoff gefertigt. In den unteren Etagen befinden sich Boutiken und Restaurants. Ganz oben befindet sich eine Badelandschaft mit Wellnessbereich, leider zu teuer für uns.

Dieses Zentrum ist das Ziel, das wir nun zu Fuß erreichen. Wir machen hier eine Mittagspause im Selbstbedienungs-Restaurant. Eigentlich wollten wir baden, dafür gehen wir nun bummeln von einem Geschäft zum anderen. Am späten Nachmittag bringt uns der Bus zurück.

Astana, Hotel Astana Park

 

 

Sonntag,  15. Mai 2011   76. Tag   (102.)

 

Um 7.30 Uhr ist es sonnig bei 12 °. In der Hotellobby können wir ins Internet, das nützen wir. Erst um 10.30 Uhr gehen wir zurück ins Womo, um hier weiter zu schreiben. Es bleibt kalt heute und regnerisch. Nach einer kleinen Mahlzeit fahren alle mit dem Bus zum Khan Shatyr. Nun schwärmen alle aus. Nach 2  Stunden werden wir wieder abgeholt.

Wir bewegen uns in die Richtung des Bajterek-Turms. Auf dem Weg gibt es ein Einkaufszentrum, das ohne den üblichen Rummel auskommt, dachten wir. Toni sucht Zigarren. Auf keinem der Stockwerke befindet sich ein solches Geschäft. Im 3. Stock gibt es Restaurants und Selbstbedienungs-Theken. Wir finden ein Cafe und machen eine Kaffeepause. Auf dem Rückweg scheint die Sonne und es wird warm. Mit dem Bus fahren wir zurück. Am Himmel stehen dunkle Wolken. Trotzdem versuche ich im Park zu walken. Doch das Wetter meint es nicht gut mit mir. Schnell flüchte ich schon nach 20 Minuten wieder ins Womo, leicht nass.

Astana, Hotel Astana Park

 

 

Montag,  16. Mai 2011  77. Tag  (103.)

 

Bei Sonnenschein und 8 ° Außentemperatur stehen wir um 7.15 Uhr auf.

Abfahrt um 9 Uhr.  Noch in der Stadt, nach 2 km werden wir durch Probleme an Marias Auto aufgehalten. Zum Glück dauert es nur 20 Minuten, dann kann es weiter gehen. Wir umfahren das Zentrum weitläufig auf einer Umgehungsstraße. Deshalb tanken wir auch erst nach 25 km und fahren anschließend einzeln weiter. Das Land ist flach, steppenartig und immer häufiger sehen wir nun schon kleine Birkenwäldchen. Auch kleine Steppenseen liegen verstreut in den Mulden. Außerhalb der Ortschaften gibt es große Friedhöfe, die schon von weitem glitzern und blinken. Es sind die Verzierungen an den Grabstellen.

Bei dem Km-Stein 161 finden wir einen großen Parkplatz für die Mittagspause. Die Temperatur liegt bei 18 °, allerdings weht ein kühler Wind.

Kurz vor der Abzweigung zum Borovoe-Nationalpark sammeln wir uns wieder und biegen ab. In dem kleinen Städtchen besorgen wir uns noch Brot. Dann geht es Kilometerweit durch den Wald. Endlich nach 254 km stehen wir vor dem Hotel Almaz. Wir sind enttäuscht über den Stellplatz. Nach einer Tasse Kaffee in der Sonne machen wir einen Spaziergang zum See. Überall sind Bauruinen zu sehen, der See ist schon vor Jahren zurückgegangen. Die Sträucher wuchern am Ufer, nichts ist gepflegt.Das Haus hat ein Schwimmbad, das ist schon mal ein Lichtblick, obwohl es extra bezahlt werden muß. Ansonsten hat es den Charme aller russischen Häuser.

Astana  - Borovoe Nationalpark, Hotel Almaz

 

 

Dienstag,  17. Mai 2011   79. Tag   (104.)

 

Wir stehen um 7.15 Uhr auf. Temperatur nur 7 °.  Das Frühstück können wir heute ausdehnen, das Programm beginnt erst am Nachmittag. So haben wir auch noch Zeit für Büroarbeiten.

Um 15.00 Uhr fahren wir mit dem Bus und Ludmilla, unserer örtlichen Führerin durch den Nationalpark Borovoe, Burabay ist der kasachische Name. Es ist ein Erholungs- und Sanatoriumsgebiet vor allem für Veteranen und Pensionäre. Hier im Norden von Kasachstan liegt das Gebiet eingebettet zwischen Bergen. Es hat 22 Seen, Moore  und natürlich viele Wälder mit Birken, Kiefern und Föhren. Unser Hotel steht am Ufer des Shütsche-Sees. Das ist der Name sowohl für einen Fisch, als auch für den See. 

Ludmilla erzählt uns Legenden über die verschiedenen Berge mit ihren bizarren Spitzen. Auch im Wald finden wir Felsen, die einem Kamel oder einem liegenden Elefanten ähneln. In einem Bachbett finden wir noch riesige Eisplatten, die noch nicht weggeschmolzen sind. Die Natur hat hier nur ca. 3 Monate Zeit sich zu entfalten. Dann wird es schon wieder kalt.

Der Himmel ist wolkenlos blau. Natürlich sind so auch die Seen tief dunkelblau. Wir finden für unsere Wohnmobile einen schönen Stellplatz, ganz nahe an einem See. Allerdings gibt es hier keinen Strom. Trotzdem werden wir morgen früh den Standort wechseln. An unserem Hotel ist es einfach zu trist.

Nationalpark Borovoe, Hotel Almaz

 

 

Mittwoch,  18. Mai 2011   80. Tag  (105.)

 

Wir stehen um 7.15 Uhr auf bei 5 °. Es ist schon wärmer geworden, Eberhard hat um 6 Uhr bei 3 ° die Heizung angeworfen. Aber die Sonne scheint und bald wird es wärmer  werden.

Um 10 Uhr nehmen wir den Standortwechsel vor. Gleich bei der Ausfahrt vom Hotelparkplatz bemerkt Manfred an seinem Auto einen platten Reifen. So fahren wir schließlich erst um 10.45 Uhr beim Hotel Almaz ab. Es sind nur 13 km, die wir nach Norden fahren. Bereits um 11.05 Uhr kommen wir an unserem Stellplatz an. Wir haben Sicht auf einen azurblauen See.

Inmitten dieses Sees liegt ein großer Felsbrocken. Ludmilla hat uns über die Entstehung eine Legende erzählt. Es soll ein zu Stein gewordenes Mädchen sein, das sich in den See gestürzt hatte, nachdem sie niemandem angehören wollte. Die Gesichtskonturen kann man mit viel Fantasie am Felsen erkennen.

Unser Stellplatz ist geteert und relativ eben, ein Parkplatz. Hinter uns erhebt sich ein Hügel, auf dessen Höhe ein Felsmassiv aus den Bäumen ragt. Es sind alles Nadelbäume.

Die ersten Höhenfanatiker klettern sogleich nach der Ankunft auf den Berg. Wir lassen uns Zeit und gehen die Sache langsam an. Um 11.35 Uhr beginnen wir mit dem Aufstieg. Die Route mit einem weißen Ring am Baum gekennzeichnet führt durch große Findelsteine hindurch. Es  ist auch hier nicht immer leicht den Weg zu finden. Wir sind nach 25 Minuten oben angelangt und haben einen sagenhaften Ausblick auf unsere Wohnmobile und auf 3 Seen, sowie auf Burabay. Der Himmel ist blau, ohne ein Wölkchen und die Bäume kontrastieren mit ihrem grün wundervoll dazu. Kurz gesagt, ein Bilderbuchwetter.

Am Nachmittag besuchen wir 2 der naheliegenden Seen. Hier kann man wundervoll spazieren gehen, überall sind Spazierwege für die Pensionäre angelegt. Nach 1 Stunde sind wir zurück und genießen vor den Mobilen die Sonne. Die ganze Gruppe ist gut drauf, das spürt man.

Gefahrene km     13                Gesamt:  15.065 km

Borovoe Nationalpark

 

 

Donnerstag,  19. Mai 2011   81. Tag    (106.)

 

Wir stehen um 7 Uhr auf bei 8 °. Die Sonne scheint und es ist um 5 ° wärmer als gestern. Das spürt man sofort. Um 9 Uhr ist Abfahrt, wir verlassen diesen idyllischen Ort.. Nach 17 km kommen wir auf die A 343 und fahren nordwärts in Richtung Petropavl. Bis Kokshetau, 75 km haben wir Autobahn. Dann ist die gute Straße zu Ende. Es folgen Wellenpisten und Baustellen auf mindestens 100 km. .Wie hier der Straßenbau betrieben wird, ist uns ein Rätsel. Abschnittsweise fahren wir auf der alten Straße, dann werden wir auf eine Ausweichpiste umgeleitet. Das wechselt sich regelmäßig ab. Neben der Straße wird breitflächig planiert. Es ist aber nicht zu erkennen, auf welcher Seite die neue Straße trassiert wird.

Soweit das Auge reicht breitet sich Grasland aus, auf dem sich große Herden tummeln.

Für die Mittagspause finden wir nach 136 km einen guten Pausenplatz mit Restaurant. Inzwischen gibt es mehr und mehr Getreidefelder. Die Größe der Felder stammt bestimmt aus der Zeit der Kolchosen im Land. Dazwischen liegen kleine Seen und Birkenwäldchen. Die maigrünen Birken geben ein sehr schönes Bild ab, dazu der azurblaue Himmel.

Um 16.00 Uhr kommen wir nach Petropavl. Sie liegt schon sehr nahe an der Grenze zu Russland. Wir stellen uns im Hotelhof auf und stellen fest, gleich nebenan gibt es einen Biergarten. Das ist eine echte Freude für die Gruppe. Wir genießen unseren Kaffee vor den Mobilen bei 23 °. Nachdem wir für die Gruppe 2 Zimmer zum Duschen haben, geht auch das schnell vonstatten. Die Einrichtung und Ausstattung im Hotel hat den Charme von 1890. Kein Wunder, daß das Hotel seinen guten Ruf verloren hat.

Wir haben uns um 19 Uhr mit Emil und Valerie im Biergarten verabredet. Es gibt hier Schaschlikspieße mit Salat. Das essen alle sehr gerne. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen.

Gefahrene km:    270              Gesamt:    15.558 km

Borovoe Nationalpark – Petropavl, Hotel Kyzyl Zhar

 

 

Freitag,  20. Mai 2011   82. Tag   (107.)

 

Wir stehen um 7.30 Uhr auf 15°. Der Himmel ist bedeckt. Um 10 Uhr wollen wir uns zusammen die Sehenswürdigkeiten der Stadt ansehen. Aber davor müssen wir die Autos noch umstellen. Es werden große Busse erwartet, die so das Tor nicht passieren können. Ja und dann regnet es, bis wir schließlich um 10.30 Uhr weg kommen.

Die Stadt Petropavlosk wurde im 18. Jh. von den Russen gegründet. Hier lebten vor allem die Kosaken. Die Elite des Heeres, vom Zaren ausgezeichnet. Heute leben hier etwa 200.000 Menschen, davon 75 % Russen. Die Winter sind hier besonders kalt mit – 30° bis -45°, die Sommer dagegen ssind ehr heiß.

Zunächst besuchen wir die Peter- und Paul-Kirche. Die große Kuppel ist eingerüstet, sie wird renoviert. Die Kirche wurde immerhin 1803 erbaut. Das Innere ist mit kostbaren Ikonen und Fresken ausgeschmückt, leider können wir nicht fotografieren. Die Wandbilder strahlen in so frischen Farben, daß sie uns sehr realistisch erscheinen.

Auch in dieser Stadt gibt es ein Denkmal zu Ehren des Ablai Khan. Er hat die verschiedenen Stämme der Kasachen vereinigt und erfolgreich gegen den Feind geführt. Da die Kasachen meist moslemischen Glaubens sind gibt es auch hier eine schöne Moschee. Wir sehen sie im Vorbeifahren. Unser nächstes Ziel ist ein Supermarkt. Anschließend bringt uns Valerie wieder zurück zu den Mobilen für die Mittagspause. Das Wetter bessert sich und die Sonne kommt schon zaghaft wieder zum Vorschein. Am Nachmittag erkunde ich mit Monika und Anne ein wenig die Stadt. Wir entdecken ein sehr schönes, altes Backsteingebäude und stellen fest, dies ist ein Museum. Wir haben leider keine Tenge mehr dabei, um den Eintritt zu bezahlen. Heute ist ja unser letzter Tag in Kasachstan, morgen schon geht es über die Grenze nach Russland.

Ein Gewitter zwingt uns einen Unterstand zu suchen, denn sonst werden wir pitschenass. Es gießt wie aus Eimern. Auf der Straße bleiben riesengroße Pfützen stehen. Es fehlt einfach an der Kanalisation.

Am Abend haben wir im gegenüberliegenden Restaurant das Abschiedsessen von Kasachstan. Wieder einmal werden wir einen Begleiterwechsel haben. Das Essen ist gut ausgesucht: 3 verschiedene Salate, Soljanka-Suppe, Lammfleisch mit Kartoffeln geschmort und zum Abschluß ein Eis mit Fruchtsalat garniert. Es werden die obligatorischen Abschiedsreden gehalten und bei manchem kommt ein bisschen Wehmut auf.

Petropavlosk, Hotel Kyzyl Zhar

 

 

Samstag,  21. Mai 2011    83. Tag   (108.)

 

Um 6 Uhr geht ein Regenschauer nieder bei 9°. Wir stehen um 6.30 Uhr auf. Um 8.00 Uhr verlassen wir den Hotelhof und fahren durch die Stadt nach Nordwesten. Außerhalb überqueren wir den Fluss Ischim, den wir ja schon von Astana her kennen. Nun geht es der Grenze entgegen. Nach einem letzten tTnken in Kasachstan kommen wir nach 66 km um 9.45 Uhr an der kasachischen Grenze an. Hier geht es relativ schnell, unsere Ausreise wird mit Stempel bestätigt und schon geht es um 10.40 Uhr weiter zur Einreise nach Russland. 3 Kilometer liegen dazwischen. Eigentlich geht es auch hier gut voran, aber irgendwo haben wir keine Deklaration ausgefüllt. Das müssen wir nun nachholen, erklärt uns Vitaly, der uns schon erwartet. Nun das dauert für 5 Fahrzeuge noch 1 Stunde Verzögerung. So sind wir erst um 13 Uhr mit allem durch. Da bietet es sich an, erst noch die Mittagspause zu machen.

Um 14.00 Uhr verlassen wir den Grenzbereich. Anatol und Vitaly sind unsere neuen Begleiter. Sie haben die letzte Nacht am Bärensee geschlafen und es war ihnen sehr nass und kalt. Deshalb haben wir beschlossen, nicht zurück an den Bärensee zu fahren, sondern gleich bis Kurgan durchzustarten. Die Straßen sind hier jedenfalls besser, als die letzten Kilometer in Kasachstan. Aber auch hier gibt es wellige Fahrbahnen und Löcher in der Teerfläche.

Wir genehmigen uns um 15.15 Uhr nach 146 km eine Kaffeepause. Die Landschaft hat sich nicht verändert, seit wir aus Kasachstan heraus sind. Wir durchfahren weiterhin flaches Land mit Getreidefeldern und Birkenwäldern. Die Felder sind allerdings noch nicht alle bestellt. Dazwischen blinken flache Seen.

Um 17.30 Uhr biegen wir von der M 51 ab und kommen bei Kurgan zum Kemping bei einem Motel. Das Thermometer zeigt noch 23 ° und wir haben 273 km gefahren. Gemeinsam gehen wir alle ins Restaurant am Platz. Wir laden zur Feier des Tages Vitaly und Anatol zum Essen ein. Im Lokal sind sie natürlich auf so einen Ansturm nicht vorbereitet. Deshalb dauert es geraume Zeit, bis alle ein Essen mit den richtigen Beilagen bekommen haben.

Das schöne Wetter und die Ruhe hier im Wald verleiten uns, einen Spaziergang zu machen. Die Stechmücken fliegen mit, das finden wir nicht so gut.

Gefahrene km:    273             Gesamt:   15.831km

Petropavl – Grenze Kasachstan/ Russland – Kurgan, Kemping

 

 

Sonntag,  22. Mai 2011   84. Tag  (109.)

 

Früh am Morgen regnet es. Als wir aber um 7.45 Uhr aufstehen scheint schon die Sonne bei 14 °. Nach dem Frühstück erledigen wir unsere Büroarbeiten.

Am Nachmittag um 14.00 Uhr fährt uns Anatol mit Vitaly in 2 Schichten in die Stadt Kurgan. Bei einem großen Einkaufscenter finden wir einen Bankautomaten, gehen Kaffee trinken und sind schließlich auch noch in der Lebensmittel-Abteilung. Auch zurück geht es wieder in 2 Schichten.

Kurgan, Kemping

 

 

Montag, 23. Mai 2011   85. Tag   (110.)

 

Heute ist der Himmel bedeckt, als wir um 6.45 Uhr bei 8 ° aufstehen. Um 8 Uhr fahren wir ab. Immer nach Westen geht die Reise. Die Landschaft ändert sich kaum. Ab und zu sehen wir abgebrannte Birkenwälder oder einfach umgefallene Birken. Manche hat wohl auch der Sturm geknickt. Kurz vor Chelabinsk, nach 222 km machen wir unsere Mittagpause und fahren nach 1 Stunde wieder weiter. Der Himmel hat sich wieder aufgelockert, es wird sogar warm  bis 22,5 °. Nach der Kaffeepause fallen ein paar Regentropfen. Diese vermehren sich sehr, als wir durch Miass fahren, um zu unserem Standort zu kommen.

Bei 12 ° und nach 401 km kommen wir am Turgojak-See beim Pensionat an. Es ist inzwischen 16.30 Uhr geworden. Die Besichtigung des Zimmers zum Duschen enttäuscht uns wieder einmal. Es ist spartanisch eingerichtet mit dem Stil von 1800. Die Badewanne ist nicht eingebaut, kein Duschvorhang, kein Haken an der Wand, das Waschbecken fehlt ganz usw.

Gefahrene km:    401             Gesamt:    16.232 km

Kurgan – Miass, Pensionat Turgojak

 

 

Dienstag,  24. Mai 2011   86. Tag   ( 111.)

 

7 ° zeigt das Thermometer um 6.30 Uhr. Am Himmel gibt es außer Sonne auch Wolken.

Abfahrt ist um 8 Uhr. Langsam wühlen wir uns durch den Verkehr von Miass. Bis zum alten Teil von Miass fahren wir 20 km. Dann geht es nochmal 7 km bis zur M 5. Die erreichen wir um 8.55 Uhr. Die Landschaft ist moorig, mit vielen kleinen Wasserläufen. Die Nebelschwaden hängen in den Hügeln. Überall leuchtet gelber Zwergginster auf den Wiesenrändern. Bereits nach 50 km erreichen wir das Denkmal für den Übergang von Asien nach Europa. Dies ist aber nicht die höchste Stelle des Ural. Erst nach km 70 sind wir auf einer Höhe von 827 m. Das ist die höchste Stelle, die wir auf der Straße erreichen. Es ist saukalt hier, nur 5 °. Der Ural ist ungefähr 300 km breit. Davon liegt das Meiste noch vor uns. Die Straße ist wellig und mit vielen Löchern übersät. Außerdem sind viele Laster unterwegs, die es sehr eilig haben.

Auf einer Tankstelle beobachten wir eine Bachstelze, die sich unentwegt in einem Autospiegel sehen möchte. Ununterbrochen flattert sie vor den Spiegel und zurück. Ein herrliches Spiel, das ich sogleich mit der Kamera festhalte.

Zunächst umfahren wir Ufa auf der Autobahn und kommen schließlich von Süden in die Stadt. Dabei fahren wir fast bei der Mercedes-Werkstatt vorbei, bei der wir im vorigen Jahr gestanden haben. Ab hier geht es auf welligen Straßen zu unserem Standort, dem Hotel Amaks. Hier kommen wir um 17.00 Uhr nach 358 km an. Ein separater Parkplatz wird für uns frei gemacht, damit wir schön beieinander stehen können. Hier ist es auch wieder wärmer mit 16,5 °. Alle freuen sich auf die Dusche.

Auf einem Spaziergang schauen wir uns die nähere Umgebung an und entdecken sogar einen Supermarkt. Es bleibt hier sehr lange hell, sodaß wir gar nicht merken, wenn es Schlafenszeit ist. Wir sitzen vor den Mobilen, bis es uns zu kühl wird.

Gefahrene km:    358             Gesamt:    16.590 km

Miass – Ufa, Hotel Amaks

 

 

Mittwoch, 25. Mai 2011   87. Tag   (112.)

 

Bei 11 ° und Sonne pur stehen wir um 7.30 Uhr auf. Eberhard und Maria fahren heute zur Mercedes-Werkstatt, um die Autos überprüfen zu lassen. Alfred schließt sich den beiden an. Ich gehe derweil ins Internet in der Hotellobby.

Zur verspäteten Mittagspause ist Eberhard wieder zurück und erzählt, daß er einen Anruf von Ernst Brückner bekommen hat. Sie stehen schon in Samara und warten auf uns. Für die Gruppe wird das eine Überraschung werden.

Vitaly begleitet uns am Nachmittag mit der Straßenbahn in die Stadt. Wir fahren bis zum Endpunkt und gehen von dort zum Reiterdenkmal, hoch über dem Fluss Ufa. Auf dem großen Platz davor mit Fontäne versammeln sich heute hübsch gekleidete, junge Leute. Die Mädchen tragen vielfach schwarze Kleider mit weißen Spitzenschürzen, weiße Kniestrümpfe und weiße Schleifen im Haar. Die Jungs haben sich in Anzüge geschmissen und alle tragen rote Schärpen mit der Aufschrift: Schulabgänger 2011. Ganz ausgelassen tollen sie herum und lassen sich fotografieren.

Wir blicken derweil auf das Reiterstandbild und auf den imposanten Fluss hinunter. Die Sonne wärmt uns und das Panorama  ist so interessant. Ganz weit links sehen wir eine große Brücke über den Fluss führen. Auf dieser Brücke werden wir morgen die Stadt verlassen.

Ein Cafe finden wir leider nicht. So fahren wir wieder zurück mit der Straßenbahn und machen uns den Kaffee selbst im Womo. Im Hotel gibt es heute ein Essen zur Feier der Grenzüberquerung Asien – Europa. Als Abschluss sitzen wir draußen noch beisammen. Es ist um 24 Uhr ja immer noch hell.

Gefahrene km:   8                  Gesamt:  16.598 km

Ufa, Hotel Amaks

 

 

Donnerstag,  26. Mai 2011   88. Tag   (113.)

 

Bereits um 6.30 Uhr ist aufstehen angesagt. Temperatur 12 °. Wir haben heute über 450 km zu fahren. Deshalb ist um 8 Uhr Abfahrt. Wir haben den gleichen Weg zurück durch die Stadt zur Autobahn. Zum Glück sind es nur 3 km, denn jede Ampel hält uns auf. Nach 80 km geht die Autobahn in eine Landstraße über. Das bedeutet wieder einmal schlechte Straßenabschnitte. Die Sonne verschwindet hinter Wolken.

Unser Stellplatz liegt nicht direkt in Samara, deshalb biegen wir nach 439 km ab auf die AB nach Nordwesten. Schon nach 8 km verlassen wir diese aber wieder. Schon nach 4 km sind wir am Hotelparkplatz. Ernst und Anette sind schon da und das Wiedersehen mit ihnen ist eine große Freude für alle. Wir erfahren, daß die Uhren nun 2 Stunden zurück gestellt werden dürfen. Also haben wir jetzt 15.10 Uhr bei Ankunft. Die Zeit vergeht mit dem Erzählen und einem Willkommenstrunk. Gemeinsam gehen wir ins Hotel zum Essen. Es wird ein langer Abend.

Hinter dem Hotel haben wir einen schönen Blick hinunter zum Fluss Sok, er fließt in die Wolga, ebenso wie der Fluss Samara. Aber diese beiden Flüsse sehen wir von unserem Standort leider nicht.

Gefahrene km:  451               Gesamt:   17.049 km

Ufa – Samara, Hotel Sklon

 

 

Freitag,  27. Mai 2011   89. Tag    (114.)

 

In der Frühe regnet es, als wir aufstehen um 7 Uhr haben wir 11 °. Der Himmel bleibt bewölkt. Nach dem Frühstück machen wir unsere Büroarbeiten. Als Vitaly kommt, um das Programm zu besprechen, gehe ich nach nebenan zu Anette und Ernst und lasse mir die Streit-Patience erklären.

Am Nachmittag fährt der Hotelbus die Gruppe in die Stadt. Die Anfahrt dauert über 1 Stunde. Aber dann schauen wir uns den Stalin-Bunker an. Diese Anlage wurde 1941 erbaut, getarnt als U-Bahn-Bauwerk. Die Bauzeit dauerte 9 Monate. Für den Erdaushub gab es einen Tunnel zum Wolgastrand. Das Bauwerk ist 37 m in die Tiefe gebaut, die Wände sind aus 1,6 m dicker Stahlbetonmauer und die Decke ist 4 m stark. Das Fundament  ist ein natürlicher Fels. Über Treppen erreichen wir das oberste Stockwerk von 8. Hier war die Technik untergebracht, der  Generator für Strom, der Luftfilter und die Süßwasseraufbereitung. Für 5 Tage wären die Bewohner hier vor Gas- oder Chemieangriffen sicher gewesen. Im 2. Stockwerk sehen wir ein paar Bilder aus den Kriegsjahren. Ganz unten im 1. Stockwerk besuchen wir das Zimmer, das für Stalin gedacht war. Hier hatte er einen Schreibtisch wie im Kreml und eine Couch zum Erholen. Nebenan gibt es ein Konferenzzimmer. An der Wand befindet sich eine Karte mit den Aufstellungen des gegnerischen Heeres und der eigenen Streitkräfte. Bis zum Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991 war dieses Bauwerk geheim gehalten worden. Nun ist es eine Touristen-Attraktion geworden. Gegenüber sehen wir ein rotes Backsteingebäude, das ist das Heimatmuseum von Samara. Aber wir fahren nun in den alten Teil von Samara. Wir bummeln in der Fußgängerzone und bewundern einige der Jugendstilhäuser. Die Rückfahrt mit dem Hotelbus dauert doppelt so lange wie die Hinfahrt. Der Verkehr wälzt sich von Ampelanlage zu Ampelanlage. Erst nach 18.00 Uhr sind wir wieder bei unseren Mobilen.

Es ist kühl geworden mit 13 °. So bleiben wir im Mobil.

Samara, Hotel Sklon

 

 

Samstag,  28. Mai 2011   90. Tag    (115.)

 

6.20 Uhr aufstehen bei 10 °. Der Himmel ist bewölkt. Heute ist ein Fahrtag. Um 8 Uhr ist Abfahrt. Unsere Route geht zurück auf die Autobahn, es sind nur 3 km. Nach 10 km kommt die Abzweigung nach Wolgograd. Nun sind wir wieder auf der Landstraße. Wir umfahren Samara sehr weiträumig und kommen erst nach 90 km im Süden von Samara auf die P 226. Bereits um 11.45 Uhr, nach 243 km machen wir nach dem Tanken unsere Mittagspause. Es regnet. So finden wir natürlich keinen Schaschlikgrill. Es läuft heute ganz ordentlich. Die schlechten Straßenabschnitte sind oft nur kurz und trotzdem noch gut zu befahren. Nach 2 weiteren kurzen Pausen kommen wir um 17.00 Uhr nach 461 km zum Yachtclub bei Engels. Zuvor sind wir schon an Marks vorbei gefahren. Von der großen Wolga haben wir leider auf unserer Fahrt nichts gesehen, obwohl sie uns ja in gewisser Entfernung begleitet hat.

Wir stehen mit 4 Autos direkt über den Anlegestegen am Ufer eines Nebenarmes der Wolga. Die beiden hohen Autos stehen etwas weiter hinten.

Heute haben wir ein Gemeinschaftsessen im Club-Restaurant. Wir bekommen 2 verschiedene Salate, Geschnetzeltes mit Bratkartoffeln und hinterher ein Stück Kuchen. Wir sind zufrieden. Draußen ist es allerdings sehr windig und deshalb kalt bei 15 °. So bleibt uns wieder einmal nur das Wohnmobil.

Gefahrene km:   461              Gesamt:   17.510 km

Samara – ( Saratov ) Engels, Yachtclub

 

 

Sonntag,  29. Mai 2011   92. Tag  (116.)

 

Bei 11 ° stehen wir um 7.30 auf. Die Sonne scheint schon herrlich.

Um 9.10 Uhr beginnt unsere Fahrt zur Besichtigung von Saratov. Vadim begleitet uns. Nach 1 Stunde Fahrzeit erreichen wir die Stadt und kommen zur Dreifaltigkeitskathedrale aus dem 16. Jh. Der Gottesdienst in der orthodoxen Kathedrale dauert in der Regel mehrere Stunden. Deshalb haben wir keine Gelegenheit die Ikone des Erlösers zu besichtigen oder zu fotografieren. Unser Bus steht gegenüber, vor dem Landesmuseum. Die Stadt Saratov wurde 1590 erbaut. Am Ufer der Wolga gibt es ein Denkmal zu Ehren von Juri Gagarin, errichtet im Jahre 1997. Er lebte 7 Jahre in dieser Stadt. Am 12.4.1961 hat er die Erde umkreist.

Von hier haben wir einen schönen Blick auf die Wolga und die 2. Brücke über die Wolga, sowie auf die Promenade. Wir kommen zum Lindengarten. Am Ende beginnt die Fußgängerzone, steht das Konservatorium und auf der anderen Seite eine kleine Kirche „Lindere meine Trauer“. Sie hat wunderschöne Kuppeln und über dem Eingang die Ikone der Mutter Gottes.

Mit dem Bus fahren wir am zentralen Platz, dem „Galaplatz“ vorbei mit dem Lenindenkmal, das 1970 errichtet wurde. Das Opernhaus wurde 1953 im klassizistischen Stil erbaut. Durch einen kleinen Park kommen wir zum 1. Öffentlichen Kunstmuseum von Russland. Es wären interessante Gemälde zu sehen. Schräg gegenüber erblicken wir ein graues Gebäude, das Rathaus von Saratov. Die Stadt hat 836.000 Einwohner.

Wir fahren hinaus und kommen zum Falkenberg, ein Freilichtmuseum mit Kriegsgeräten. Der Hügel ist 377 m hoch und bietet einen wunderschönen Blick auf Saratov und die Wolga. Sie ist hier einige Kilometer breit, an der breitesten Stelle sogar 14 km.

Wir kommen zurück in die Stadt zur Fußgängerzone. In der Markthalle besorgen wir uns noch einige Lebensmittel. Der Bus erwartet uns vor der kleinen Kirche beim Lindengarten. Um 13.45 Uhr fahren wir mit einem kleinen Abstecher zur Kathedrale, zurück zum Yachtclub bei Engels.

Wir haben gerade eine Vesper eingenommen, als wir zu Hechtkaviar, geräuchertem Fisch mit Kartoffelpüree und Cognac eingeladen werden. Der Chef des Yachtclubs  und sein Vater erzählen uns einiges über die Wolgadeutschen, die bei Engels eine eigene Siedlung erbaut hatten. Der ältere Herr möchte uns die Häuser der deutschen Siedler zeigen und fährt mit uns durch die Stadt Engels. Immer wieder sehen wir alte Gebäude mit deutschem Charakter. Eine ganze Stunde fährt er mit uns herum und zeigt uns alle Gebäude, die er kennt. Hinterher müssen wir noch seine Sauna bewundern. Er zeigt uns sein ganzes Haus und lädt uns zum Baden oder Duschen ein. Im Haus befindet sich eine Wasseraufbereitungsanlage. Das ganze Haus ist sehr großzügig konzipiert. Im Obergeschoss befinden sich die Schlafzimmer und ein großes Wohnzimmer mit riesigem Bildschirm. In der Küche werden wir nochmals bewirtet mit kalter Milch, Fisch und Kartoffelpüree. Er läßt uns von seinem Honig kosten und natürlich bekommen wir ein Glas mit verschiedenem Honig geschenkt. Nach dem Tee können wir uns dann verabschieden, nicht ohne die Visitenkarten ausgetauscht zu haben. Schließlich folgt auf solch eine Bewirtung eine Gegeneinladung. Die Einladung zur Badbenützung haben wir gerne angenommen.

Den restlichen Abend haben wir im Abendlicht vor den Womos verbracht. Über dem Seitenarm der Wolga ging blutrot die Sonne unter. Leise plätschern die Wellen ans Ufer, wenn ein Boot vorbei kommt.

Yachtclub bei Engels, Saratov

 

 

Montag,  30. Mai 2011   92. Tag   (117.)

 

Bei herrlichem Sonnenschein mit 16 ° stehen wir um 6.30 Uhr auf. Abfahrt ist um 9 Uhr bei 17 °.  Wir umfahren Saratov großzügig. Die Landschaft ändert sich kaum. Flüsse und kleine Seen wechseln sich mit großen Wiesen und Getreidefeldern ab. Es gibt ein stetiges Auf und Ab der Straße. Um 11.40 Uhr tanken wir, füllen bei dieser Gelegenheit sogar noch Gasflaschen auf und machen Mittagspause. Eigentlich wollten wir Schaschlik an der Straße essen. Aber die Damen, die die Gäste einweisen sollen, sind gar zu aufdringlich. So fahren wir wieder zurück zur Tankstelle und machen hier die Mittagsrast.

Mit 30 ° haben wir es heute ganz schön warm. Wolgograd umfahren wir ganz großzügig und kommen direkt zur großen Brücke über die Wolga in den Teilort Krasnoslobodsk auf der anderen Seite. Die Straße schlängelt sich durch die Ortschaft. Erst ganz am Ende biegen wir ab auf eine Sandpiste, die zu unserem Standort Rublevka führt. Nach 439 km kommen wir um 17.50 Uhr an.

Es ist eine Anlage mit vielen kleinen Blockhütten. Im hinteren Teil des Geländes befinden sich das Restaurant, der Pool und ein Kinderspielplatz. Sicher ein schöner Platz für Familien um Ferien zu machen. Aber wir stehen auf einem Staubplatz, relativ eng beieinander. Die Wolga ist hier nirgends zu sehen, dafür hören wir Krähen in den Bäumen. Sie machen einen Höllenlärm.

Gefahrene km:    439                         Gesamt:   17.949 km

Saratov (Engels) -  Wolgograd – Krasnoslobodsk, Rublevka

 

 

Dienstag,  31. Mai  2011   93. Tag   (118.)

 

Um 7.15 Uhr stehen wir auf bei 17 °, die Sonne scheint. Der Bus zur Stadtbesichtigung kommt um 10 Uhr mit Galina und dem Fahrer Sergei. Wir haben wieder einen schönen Kleinbus von Mercedes. Wir fahren auf dem linken Wolgaufer zurück und über die neue Brücke ans rechte Ufer. Nur dafür brauchen wir schon 20 Minuten. Krasnoslobodsk hat derzeit 10.000 Einwohner.

Galina erzählt uns inzwischen über die Stalingrader Schlacht und über Wolgograd. Die Stadt ist ca. 12 km breit, aber 100 km lang. Sie hat sich mit all ihren Industrieanlagen am Ufer der Wolga angesiedelt. Den Namen trägt die Stadt sei t1961. Aber schon 1589 wurde auf einer Wolgainsel dieFestung der Zaritzen als Vorposten errichtet.  Das ganzeWolgograder Gebiet umfasst 113 qkm und hat 2,7 Mill. Einwohner. Es gibt hier einiges an Bodenschätzen wie Erdöl, Erdgas, Mineralsalze, Mineralwasser usw. Die Region wird als landwirtschaftliches Gebiet für Weizen, Roggen, Mais, Gerste, Senf und Melonen intensiv genutzt. Der Wolga – Don – Kanal verbindet die wichtigen Wasserstraßen miteinander. In diesem Fall das Asowsche Meer mit dem Kaspischen Meer. Die Wolga indes hat eine 60 km breite Marsch, in der sie sich ausbreiten kann. Sie ist mit 3.600 km der längste Fluss Europas und fließt -21 m in das Kaspische Meer.

Der Bus  entlässt uns am Hotel Wolgograd. Galina geht mit uns zum Platz der Gefallenen mit dem Denkmal des Alexander Newski. Die nächste Station ist das Museum zur Erinnerung an den Weltkrieg mit dem Panoramabild. Von 1958 bis 1978 wurde das Gemälde angefertigt. Ein Jahr verging mit der Gegenstandsplanung und 1982 wurde das Gesamtwerk fertig. Das Rundum -  Gemälde ist 120 m lang, 16 m hoch und vom Standort bis zur Wand ist es 13 m tief. Es stellt das Kriegsgeschehen von Mitte Sept. 42 bis zum 26. Jan. 43 dar. An diesem Tag wurde die Schlacht um den Mamai – Hügel entschieden. Er war 135 Tage umkämpft worden. Alle Waffengattungen sind in diesem Bild vereinigt. In den letzten Tagen des Krieges gingen 91.000 Menschen in die Gefangenschaft.

Schuri Muri“ eine Schnellgaststätte in der Innenstadt, liefert uns in kurzer Zeit einen Imbiss. Anschließend fahren wir zum Mamaihügel. Die ersten Stufen führen hinauf zu einem Massengrab mit 34.500 Toten. Aber es ist nur die 1. Ebene. Weiter geht es hinauf zu einer Skulptur mit Wasserspielen. Auf der nächsten Ebene gibt es Blumenrabatten, Wasserspiele und auf einer Seite mehrere Figuren. Wir besuchen das Gebäude mit der ewigen Flamme. Ein Weg führt im Kreise nach oben. In der Mitte, über der Flamme ist eine große Öffnung. Ganz oben verlassen wir das Rundgebäude wieder und wandern weiter hinauf zum Denkmal „Mutter Heimat“. Fast auf gleicher Höhe befindet sich eine kleine Kirche. Sie wurde 2005 eröffnet.

Wir fahren hinaus aus der Stadt, ca. 20 km und besuchen 2 Soldatenfriedhöfe. Hier gibt es einen großen Friedhof für deutsche Soldaten. Die Namen der Gefallenen sind auf großen Steinblöcken eingraviert. Nach dieser Besichtigung fahren wir zurück zu unserem Stellplatz, fast 20 km von der Stadtmitte entfernt. Hier ist es immer noch schön warm mit 30/33°. Die Raben krächzen wie immer in den Bäumen über uns.

Wolgograd – Krasnoslobodsk, Rublevka

 

 

Mittwoch,   1. Juni 2011   94. Tag   (119.)

 

Wir erwachen mit Rabengekrächze  und stehen früh auf. Es ist auch schon angenehm warm mit 18 °. Bereits um 10 Uhr fahren wir mit Anatol nach Wolgograd zum Hotel Intourist. Anette und Ernst werden hier ins Internet gehen. Beatrice und Maria-Elena werden auch ins Internet gehen, aber dann noch Einkäufe in der Stadt machen. Wir wandern durch die Stadt auf der Suche nach einem Friseur. Leider werden wir nicht fündig. Die Friseure haben alle noch geschlossen. Wir haben mehrere Blöcke umwandert und kommen zum Hotel Intourist, noch bevor die 2. Gruppe hier eingetroffen ist. Ernst bietet uns 10 Minuten Internet an, er und Anette wollen noch einen Einkauf tätigen. So können wir schnell unsere Mails lesen und sind wieder informiert. Erst um 11.45 Uhr kommt Anatol das 2. Mal an. Nun sind wir 4 soweit, daß wir wieder zurück fahren können.

Den Nachmittag verbringen wir ganz gemütlich auf dem Platz mit verschiedenen Aktivitäten.

Wolgograd – Krasnoslobodsk, Rublevka

 

 

Donnerstag,   2. Juni 2011   95. Tag   (120.) Maria hat heute Geburtstag.

 

Schon um 4 Uhr werde ich durch Rabengekrächze geweckt. Aber erst um 6.25 Uhr stehen wir auf. Das Außenthermometer zeigt schon 15° an. Bevor wir um 8 Uhr abfahren, gratulieren wir alle Maria zum Geburtstag. Dann verlassen wir den staubigen Platz, auf dem wir nur ganz vorsichtig gehen konnten.

Wir durchfahren die Ortschaft Krasnoslobodsk, die sich fast 7 km lang zieht und erreichen den Damm, der über die Wolga führt. Wolgograd umfahren wir ganz großzügig. Auf der M 21 fahren wir gen Westen. Bei km 106 um 10.20 Uhr überqueren wir den Don. Auch er ist ein ganz ordentlicher Fluss. Die Temperatur steigt, wir haben schon 25,5 °. Für unsere Mittagspause halten wir bei Morozovsk, nach 245 km an. Die Straßen sind recht ordentlich, manchmal auch vierspurig. Schon um 15 Uhr kommen wir beim Hotel Atlant in Belaya Kalitva an. Das Hotel steht bei einem Kreisverkehr an der M 21, sehr günstig an der Zufahrt zur Stadt. Wir parken hinter dem Hotel, etwas abgeschirmt von der Durchgangsstraße. Am Abend treffen wir uns alle im Hotelrestaurant zum Abendessen.

Gefahrene km:   331              Gesamt:  18.280 km

Wolgograd – Belaya Kalitva, Hotel Atlant

 

 

Freitag,   3. Juni 2011    96. Tag   (121.)

 

Wenn man an einem Hotel mit Nachtclub steht, kann es schon mal passieren, daß man um 2.45 Uhr durch laute Gespräche geweckt wird. Zum Glück kann ich immer wieder gut einschlafen.

Um 6.30 Uhr stehen wir auf bei 13 ° und Sonne. Abfahrt ist um 8 Uhr und gleich sind wir ja wieder auf der M 21 in Richtung Westen und Grenze zur Ukraine. Nach 52 km wechseln wir bei Kamensk zur M 4. In Donetsch, schon nahe an der Grenze tanken wir auf. Wir werden etwas umständlich zur Grenze geleitet. Immer wieder fahren wir noch einen Bogen und sind schließlich um 10 Uhr nach 90 km an der russischen Grenze. Hier dauert die Abfertigung 1 ¼ Stunden. Ab 11.15 Uhr stehen wir an der ukrainischen Grenze. Hier dauert es sogar nur 30 Minuten, leider nicht für die ganze Gruppe. Dafür machen wir gleich die Mittagspause. Die Uhren dürfen wir wieder um 1 Stunde zurück stellen.

Schon in der nächsten Kleinstadt, Krasnodon halten wir an um Geld zu tauschen. Einige Kilometer außerhalb von Stanykhno-Luhanske kommen wir 15.45 Uhr zum Campingplatz Gruvda. Er liegt weit ab von der Straße, leicht versteckt im Wald an einem trüben Badesee. Ja es gibt wieder Campingplätze und wir sind nicht mehr nur auf Hotels angewiesen. Die Wiese ist zwar gemäht, aber der Grasschnitt bleibt einfach liegen. Wir müssen darauf achten, daß wir nicht alles ins Womo schleppen. Trotzdem schmeckt ein kühles Bier unter der Sonnenmarkise ganz gut.

Am Abend trifft sich ein Teil der Gruppe im Restaurant am Badesee zum Schaschlik-Essen. Wir sitzen fast im Freien, nur von oben geschützt. Im Badesee tummeln sich noch Schwimmer.  Der milde Abend verlockt uns noch vor den Womos zu sitzen bis die Temperatur auf 19 ° fällt.

Gefahrene km:   162              Gesamt:   18.442 km

Belaya Kalitva -  Makarove, Camping Gruvda

 

 

Samstag,   4. Juni 2011   97. Tag   (122.)

 

Aufstehen um 6.30 Uhr bei 16 °. Es gibt kleine Regenschauer schon am Morgen. Bis zur Abfahrt um 8 Uhr erwärmt es sich ganz schnell auf 23°. Bis zur nächsten Ortschaft, Makarove sind es 1,5 km. Wir fahren zurück nach Lugansk. Hier, nach 20 km hält uns die Polizei in der Stadt an. Unser weißrussisches Führungsfahrzeug wird gerne kontrolliert. Unsere Funkgeräte wären nicht erlaubt, bzw. wir sollten die Genehmigung nachweisen.

Eberhard hat sie in die Schranken verwiesen und schließlich fahren wir weiter. Dann wird Toni an einem Kreisverkehr angehalten. Er hätte den Verkehr behindert. Es ist offensichtlich, daß die Polizei versucht Geld zu machen. Aber wir sind auf der Hut. Ansonsten läuft es gut. Nach 143 km biegen wir auf die M 03 nach Nordwesten ab. Wir machen um 12.20 MP auf einem Parkplatz neben der Straße. Mit 154 km haben wir fast schon die Hälfte der Tagesetappe geschafft.

Von der Landschaft gibt es nichts Besonderes zu berichten. Überall ist es grün, die Felder sind angelegt. Wir gönnen uns auch noch eine Kaffeepause, denn wegen einer Hochzeit auf dem Hotelgelände, sollen wir nicht vor 17.00 Uhr in Charkiv ankommen. Zunächst umfahren wir die Stadt Charkiv auf der Südroute. Dazu werden wir in Richtung Flughafen geleitet. Dann geht es nach Norden in die Stadt. Bereits um 17.05 Uhr kommen wir beim Hotel Druschba in Charkiv an. Natürlich sind die Hochzeitsgäste noch alle im Park hinter dem Hotel. Wir können uns aber in aller Ruhe aufstellen, ein Bier trinken und die Szene entspannt miterleben. Nach Duschen, klönen und Internet liegen wir gerade im Bett, als das Feuerwerk beginnt. So schauen wir das Spektakel eben vom Bett aus an.

Gefahrene km:   367                          Gesamt:   18.809 km

Makarove – Charkiv, Hotel Druschba  (Freundschaft)

 

 

Sonntag,   5. Juni 2011  98. Tag   (123.)

 

Heute stehen wir erst um 7 Uhr auf. Die Sonne scheint bei 16 °. Mit Ludmilla begeben wir uns um 9.00 Uhr zur Stadtbesichtigung. Mit dem Bus fahren wir am Platz der Freiheit vorbei. Von 1917 bis 1934 war Charkiv die Hauptstadt der Ukraine. Die Stadt hat heute 1,3 Mill. Einwohner.  Die Stadt liegt an der Grenze von der Wald- zur Steppenzone. Handel und Handwerk hat die Stadt voran gebracht. Im Jahre 1805 wurde hier eine Universität für die Ostukraine gegründet. Maßgeblich waren Professoren aus Bayern daran beteiligt. Weshalb es auch heute noch einen Stadtteil „Bayern“ gibt.

Wir gehen zu Fuß durch einen Park und kommen durch die Somskaya Straße. Hier gibt es wunderschöne Häuser mit alter Architektur zu bewundern. Wir besuchen eine orthodoxe Kirche und besorgen uns vorzüglich mundende Piroggen mit unterschiedlicher Füllung. Unweit davon steht ein alter Glockenturm. Beim Spaziergang durch den nächsten Park entdecken wir 6 junge Frauen, die gemeinsam singen. Auf unsere Bitte hin singen sie für uns und wir bekommen schöne Fotos und Tonaufnahmen. Die jungen Damen bereiten sich auf eine Hochzeit vor.

Unsere letzte Besichtigungsstation ist die Kathedrale von Charkiv. In dieser orthodoxen Kathedrale gibt es besondere Ikonen. Es ist bereits Mittagszeit und der Bus bringt uns zu einem Supermarkt. Für den nächsten Tag wollen wir Grillfleisch besorgen. Um 13 Uhr kommen wir wieder beim Hotel an. Nach einem Imbiss fährt Eberhard mit Toni zu einer Werkstatt. Am Nachmittag besorgen wir noch vergessene Kleinigkeiten im Supermarkt. Dafür sind wir fast 2 Stunden zu Fuß unterwegs.

Charkiv, Hotel Druschba

 

 

Montag,  6. Juni 2011   99. Tag   (124.)

 

Wir stehen um 6.45 Uhr auf bei knapp 17 °, Die Sonne scheint. Um 9 Uhr bewegt sich unsere kleine Kolonne vom Platz. Nach 20 km Umgehung biegen wir auf die M 03 ab. Es geht streng nach Westen. Die Landschaft ändert sich kaum. Immer wieder Birkenwälder in frischem Grün, dazwischen Felder. Um 12.45 Uhr nach 205 km biegen wir von der M 03 ab, nach NW. Wir durchqueren ein größeres Waldgebiet und kommen nach 224 km zum Sanatorium Psol. Es ist bereits 13.20 Uhr. Unser alter Stellplatz von 2008 ist bebaut und wir suchen uns einen anderen Platz.

Nach der verdienten Pause gehen wir am Nachmittag im aufgestauten Fluss baden. Am Ufer ist sogar etwas Sand aufgeschüttet worden. Die Dusche im Zimmer ist leider noch kalt, aber das macht nichts. Am Abend gemeinsames Grillen. Um 18 Uhr beginnen wir die Salate und Spieße zu richten. Nach 1 Stunde sind wir bereit, stellen die Tische und Stühle bereit und genießen die gegrillten Spieße mit Salaten. Maria spendiert Wein.

Gefahrene km:   224              Gesamt:   19.033 km

Charkiv -  (Poltava) Saton, Sanatorium Psol

 

 

Dienstag,  7. Juni 2011  100. Tag  (125.)

 

Früh um 6.30 Uhr haben wir schon 17 ° und Sonnenschein. Pünktlich um 8 Uhr verlassen wir das Gelände des Sanatoriums. Auf einer anderen Strecke fahren wir zur M 03 West. Nach 277 km erreichen wir den Außenbezirk von Kiev. Vitaly getraut sich nicht mit unserer Kolonne durch die Innenstadt zu fahren. So umrunden wir einen Teil der Stadt und kommen ziemlich im Westen zur Ausfallstraße, an der unser Campingplatz liegt. So kommen wir erst um 13.45 Uhr nach 315 km auf dem Camping Prolisok an.

Nach einem kurzen Vesper begleitet Eberhard Toni zu einer Werkstatt. Monika und Toni nehmen sich ein Hotelzimmer, das Auto bleibt in der Werkstatt. Heute Abend haben wir ein Gemeinschaftsessen im Blockhaus. Hier gibt es herrliche Vorspeisen-Teller, Wodka und Musikbegleitung beim Essen. Die Gerichte sind vorzüglich. Beschwingt treten wir den Heimweg an.

Gefahrene km:   315              Gesamt:   19.348 km

Poltawa (Baiol) – Kiev, Camping Prolisok

 

 

Mittwoch,  8. Juni 2011   101. Tag   (126.)

 

Temperatur um 7.15 Uhr bei 19/21 ° und Sonnenschein. Um 9 Uhr holt uns der Bus zur Stadtbesichtigung ab. Nach 30 Minuten treffen wir Nina bei der Wladimir-Kathedrale. 988 wurde der Fürst Wladimir getauft. Ihm zu Ehren wurde die Kathedrale 1896 im byzantinischen Stil erbaut. Sie wurde von Moskauern Malern ausgeschmückt und hat 7 Kuppeln. Kiev ist eine 3 Millionenstadt, zusammen mit dem Umland leben hier 5 Mill. Menschen. Viele Gebäude stammen hier aus dem 19. – 20. Jahrhundert. Die Nationaloper, an der wir vorbei fahren wurde 1902 erbaut. Nach der Legende wurde Kiev von 3 Ostslawischen Fürsten gegründet. Das Goldene Tor wurde 1037 als Stadttor gebaut. Schräg gegenüber sehen wir das Hotel Leipzig, das im Jugendstil erbaut ist. Heute ist die Sophienkathedrale mit dem Glockenturm ein Museum und sogar Weltkulturerbe.

Besuch der neu aufgebauten Michaelskathedrale mit Kloster. Die Kuppeln sind mit Blattgold belegt (alle Kirchenkuppeln des Landes, die golden glänzen, sind mit echtem Gold belegt, und das sind viele). Die Box-Brüder Klitschkow haben eines der Schlusskreuze gestiftet. 

Wir besuchen das Höhlenkloster oder auch Lavra-Kloster genannt. Lavra ist ein Ehrentitel für große religiöse Zentren. Die Anlage ist bestimmt durch Kirchen mit vergoldeten Zwiebeltürmen, Gebäuden mit Bemalungen und Ikonen. Die Mönche haben die Höhlen von den Urmenschen übernommen und hier ihre Toten bestattet. Die Leichen sind durch die besonderen Luftverhältnisse nicht verwest. Die Hauptkirche heißt Maria-Entschlafens-Kirche. Die Anfänge der Anlage gehen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Von einer Terrasse aus sieht man den Dnjepr fließen, ein mächtiger Strom.

Auf dem Rückweg kommen wir am Platz der Unabhängigkeit vorbei. Hier befand sich früher der Ziegensumpf. Mit dem Bus fahren wir am Hotel Ukraine, am Amt des Präsidenten und an der Ukrainischen Notenbank vorbei. In der Stadt befinden sich viele Kastanienbäume und auch Linden. 1782 besuchte Katharine die Große Kiev mit großem Gefolge. Im Stadtzentrum machen wir nochmals Station. Hier befinden sich die Siegessäule, ein großer Springbrunnen und Blumenrabatten im großen Stil. Unterirdisch befindet sich ein Einkaufscenter.

Um 14.30 Uhr kommen wir wieder zurück zum Campingplatz um Kaffeepause zu machen. Eberhard fährt mit Toni wieder zur Werkstatt. Mir bleibt Zeit einige wichtige Aufgaben zu erledigen. Nach dem Abendessen aus der Camperküche sitzen wir noch mit Toni vor dem Mobil.

Kiev, Camping Prolisok

 

 

Donnerstag,  9. Juni 2011  102. Tag   (127.)

 

Temperatur um 7.15 Uhr bei 19/21 °. Eberhard fährt mit Toni zur Werkstatt und ich verziehe mich mit meinem Laptop in die Hotellobby um ins Internet zu kommen. Den ganzen Morgen verbringe ich dort. Um die Mittagszeit haben wir 30°. Nach einem Imbiss fahren wir um 12.25 Uhr ohne Monika und Toni ab. Das Auto ist immer noch nicht fertig und steht in der Werkstatt. Wir hoffen, daß die Beiden bald nachkommen können. Wir sind weiter auf dem Weg nach Westen auf der M 06. Um 16.45 Uhr kommen wir nach 287 km auf dem Autohof in Hoscha bei Rovno an. Wir richten uns ein. Toni kann erst um 17.30 Uhr in Kiev abfahren. Wir haben im Restaurant wieder ein Gemeinschaftsessen. Monika und Toni kommen erst nach 22 Uhr an. Auch sie bekommen noch ihr Essen. Wir haben heute zum 1. Mal unseren Fernseher wieder angemacht.

Gefahrene km:   287              Gesamt:   19.637 km

Kiev – Hodscha / Rovno, Autohof

 

 

Freitag,   10. Juni 2011  103. Tag  (128.)

 

Um 6.20 Uhr stehen wir auf bei 20,5°. Bald schon trübt sich der Himmel ein. Um 8 Uhr fahren wir ab. Das Thermometer ist gefallen, auf 18,5°. Die Landschaft zeigt sich heute hügelig. Wir halten kurz an einem Reiterdenkmal an um zu fotografieren. Nach 256 km  kommen wir um 12.35 beim Hotel „Jockey“ an der Rennbahn von L´viv an. Es ist reichlich windig bei 14 °. Wir machen Mittagspause. Um 14.10 Uhr holen uns ein Bus und der Stadtführer Igor zur Stadtbesichtigung ab. L´viv hat eine 750 jährige Geschichte, denn sie wurde bereits 1256 gegründet. Die Stadt hat fast 800 000 Einwohner. An 23 Hochschulen studieren 100 000 Studenten. Auch an Sakralbauten ist die Stadt reich, ca. 100 Kirchen aller Konfessionen findet man in dieser Stadt. Der umfangreiche Kern der Stadt ist mittelalterlich geprägt. Ein Spaziergang bis zur Stadtmauer zeigt uns dies sehr deutlich. Nach 4 Stunden Besichtigung fahren wir zurück zu unseren Wohnmobilen. Anatol fährt einige von uns mit seinem Bus zum Supermarkt „Auchan“.  Nach dem Abend-Essen sinkt die Temperatur auf 12 ° ab. Es beginnt zu regnen.

Gefahrene km:   256              Gesamt:   19.893 km

Hodscha / Rovno – Lemberg oder L´viv

 

 

Samstag,  11. Juni 2011  104. Tag  (129.)

 

Auch am Morgen zeigt das Thermometer 12 °. Wir lassen uns Zeit und verlassen um 9 Uhr den Rennplatz. Nach 78 km kommen wir um 10.45 Uhr an die Grenze. Wir verabschieden uns von Vitaly und Anatoly. Die ukrainische Abfertigung geht recht schnell vonstatten und schon um 11.20 Uhr sind wir bei den Polen. Nach 1 Stunde sind wir auch hier alle durch.

Nun dürfen wir unsere Uhren um 1 Stunde zurückstellen. Das bedeutet, wir machen unsere Mittagspause von 11.30 – 12.15 Uhr. Ganz zaghaft steigt die Temperatur auf 17 ° an. Nach 133 km kommen wir um 14.20 Uhr in Przeworsk auf dem Camping Pastewnik an. Hier ist es schon etwas wärmer mit 22 °. Um 19 Uhr erwartet uns das Abschiedsessen im Campingrestaurant. Der Tisch ist in frühlingshaftem Grün dekoriert. Eberhard hält eine Abschiedsrede mit Rückblick. Ernst und Toni bedanken sich im Namen der Gruppe bei uns.

Gefahrene km:   133              Gesamt:   20.026 km

L´viv – Grenze Ukraine/Polen – Przeworsk

 

 

Sonntag,  12. Juni 2011  105. Tag   (130.)

 

Ab 8.30 Uhr treten wir die Heimfahrt an. Noch sind wir 3 Fahrzeuge. Wir kommen bis Banska Bystrica in der Slowakei. Der Campingplatz liegt im Norden der Stadt, in Tajov,  550 m hoch, km 406. Zum Restaurant für das Abendessen haben wir einige Minuten zu gehen.

Gefahrene km:  406               Gesamt:  20.432 km

Przeworsk/Polen – Banska Bystrica/Slowakei

 

 

Montag,  13. Juni 2011  106. Tag   (131.)

 

Am Montag brechen wir bei Sonnenschein um 8 Uhr auf. Toni möchte auf der Autobahn nach Hause fahren, denn sein Auto macht Probleme. Mit Manfred erreichen wir heute Langenlois bei Krems / Österreich. Wir stehen bei einem Heurigenlokal und genießen am Abend ein zünftiges Vesper mit Wein bzw. Traubensaft.

Gefahrene km:   373              Gesamt:   20.805 km

Banska Bystrica /Slowakei – Langenlois bei Krems / Österreich

 

 

Dienstag,  14. Juni 2011   107. Tag    (132.)

 

Wir fahren gemeinsam um 8.30 Uhr ab, trennen uns aber nach ca. 90 km in Grein bei Hofer. Nach dem Einkaufen fahren wir getrennt weiter. Am Nachmittag entsorgen wir bei der Kläranlage bei Velden. Über Erding fahren wir dann am Mittwoch den Rest nach Hause. Der Kreis schließt sich nach 621 km in Friedrichshafen.

Wir sind wohlbehalten nach 21.426 km bzw. insgesamt 42.525 km wieder zu Hause angelangt.